Zählt das als Mord?

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15 Antworten

Diese Frage ist aus zwei Aspekten zu betrachten: Aus dem ethisch-moralischem Aspekt und dem rechtlichen Aspekt.

Zuerst zu den rechtlichen Dingen:

Wenn bei einem Spezialeinsatz Menschen zu schaden kommen, wird das natürlich in den Einsatzberichten vermerkt. Hier wird nun durch die Dienstaufsicht geprüft, ob sich der Einsatzleiter oder einzelne Teammitglieder eventuell fahrlässig verhalten haben. Ziel eines jeden Einsatzes ist es, Blutvergießen natürlich zu vermeiden und die Entführer/Terroristen der Gerichtsbarkeit zu überantworten. Dies kann nicht immer gelingen, vor allem dann nicht, wenn Menschenleben in Gefahr sind. Sind die Terroristen sogar bewaffnet, ist der Einsatz von Gewalt seitens der Behörden oft unvermeidlich. Und auch von Kriminellen, die auf den ersten Blick keine Waffe tragen, geht eine Gefahr für das Einsatzteam aus, weil man sich ja nicht sicher sein kann, was die unter ihrer Kleidung verstecken.

Als Mord ist die Erschießung eines Geiselnehmers nur in absoluten Ausnahmefällen zu werten. Dabei muss von den Ermittlern nachgewiesen werden, dass der Verantwortliche ein Mordmerkmal erfüllt hat. Mordmerkmale sind zum Beispiel Habgier, Rache, Grausamkeit, Eifersucht, oder auch die Ermöglichung oder Verdeckung einer Straftat. So etwas kann natürlich auch im Einsatz möglich sein, und besonders ein Krimiautor kann sich da sehr viele Szenarien ausdenken. Aber mir ist kein Fall bekannt, in dem die Einsatzführenden oder Einsatzmitglieder nachher wegen Mordes vor Gericht standen. Nicht einmal wegen Totschlags.

Zu den moralischen Aspekten:

Kann man einen Mörder oder einen Mordbeabsichtigenden ermorden? Ja, das kann man. Auch ein Straftäter ist ein Mensch und genießt als solcher die Menschenrechte. Er hat genau wie jeder andere das Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf Leben. Wer im Einsatz seine Befugnisse überschreitet, um selbst Gerechtigkeit auszuüben, übt Selbstjustiz aus und ist moralisch genau so im Nachteil wie es der Straftäter selbst ist.

Doch wenn der Straftäter seinerseits anderen Menschen ihre Grundrechte nimmt, kann es im Ausnahmefall sein, dass dessen eigenen Grundrechte zurücktreten. Aus moralischer Sicht handelt das Einsatzteam also immer richtig, wenn es darum geht, Unschuldige zu beschützen und Schuldige zur Strecke zu bringen. Jetzt muss allerdings die Frage gestellt werden, ob die Gefahrensituation auch gewaltlos hätte beseitigt werden können. Gerade in Amerika sehen wir zur Zeit immer wieder Bilder in den Nachrichten, wo die Gewalt von den Einsatzkräften ausging und besonders Schwarze unverhältnismßig hart und oft mit rassistischen Motiven angegangen und sogar getötet werden. Aus moralischer Sicht kann man so eine Vorgehensweise nur als Mord bezeichnen.

Sogar den Einsatz, bei dem Osama bin Laden getötet wurde, darf aus moralischer Sicht zumindest in Frage gestellt werden. Der Schießbefehl Obamas kann, da bin Laden zu dieser Zeit unbewaffnet war, durchaus als ungerechtfertigt bezeichnet werden. Der US-Präsident ist aus diesem Blickwinkel ebenfalls ein Mörder.

Ob die Einsatzkräfte ebenfalls Mörder sind, wenn sie einen Befehl befolgen, ist eine heiklere Frage. Die Verantwortung liegt zwar ganz klar beim Befehlshaber, aber wenn sich der Soldat aus moralischer Sicht nicht imstande sieht, diesen Befehl auszuüben, sollte er ihn verweigern. Dies hat jedoch ernste Konsequenzen und zieht meist ein kriegsgerichtliches Verfahren nach sich. Es ist also eine Frage, die aufgrund ihrer Komplexität nicht lösbar ist. So kann der ausführende Soldat vielleicht aus rechtlicher Sicht straffrei bleiben, aber aus moralischer Sicht dennoch sich sein ganzes Leben lang Vorwürfe gefallen lassen müssen, sogar von sich selbst.

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Mord ist es sowieso nicht. Dazu fehlen die sog. Mordmerkmale. (-> google "Mordmerkmale" oder "Mord")

Darüber hinaus hat ein Terrorist, der die Rechtsstaatlichkeit mit Füßen tritt, damit zu rechnen, dass er auch nicht unbedingt in den Genuss deren Vorteile kommt. Selbst schuld. Im Zuge der Gefahrenabwehr ist es aus meiner Sicht legitim, im Umgang mit Terroristen nicht allzu zimperlich zu sein.

Oder sollen sich unnötig viele Polizisten erschießen oder verletzen lassen, was nämlich immer wieder passieren würde, wäre die Polizei da noch zurückhaltender?! Sicherlich nicht!

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Solange jemand eine Bedrohung für jemand anderen darstellt ist es kein Mord! Das sieht Gott auch so.

Die Geschichte mit den Unbewaffneten ist schwierig...

Einerseits ist es kein Mord, weil sie ja Terroristen sind und unschuldige Menschen getötet haben, andererseits waren sie ja nicht bewaffnet und stellen keine unmittelbare Bedrohung dar.

ABER...

Wenn einer der Soldaten gezögert hatte um ihn aufzufordern sich auf dem Boden zu legen oder seine Hände zu zeigen und er ist diesen Anweisungen nicht gefolgt und deswegen erschossen worden, ist das natürlich in Ordnung

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Tötung aus Gründen der Gefahrenabwehr, Tötung aus Notwehr, zum Erhalt der allgemeinenn Sicherheit, usw. das muss jeder selber einschätzen.

Mord: gezielte Tötung aus Gründen, die hier, nach Grundgesetz inakzeptabel sind, forensisch meist niedere Gründe.

Religiöse Motive = Mord

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Römer 3 1 Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von
Gott verordnet.2 Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes
Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen.3
Denn die Gewaltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu
fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue
Gutes, so wirst du Lob von ihr haben.4 Denn sie ist Gottes Dienerin dir zu gut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut.

lg

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Wenn der Einsatz unabdingbar ist, dann wird keiner der Spezialeinheit angeklagt. Sie haben Befehle ausgeführt. Mord ist eine Tötung und der Erfüllung MINDESTENS einem Mordmermals aus §211. Ich sehe hier keinen.

Wenn der Einsatz aber ohne Töten ausging und man einfach nur die Täter abknallt, weil sie einer Terrororganisation engehören, dann kann es sehr wohl ein Totschlag sein. Im schlimmsten Falle auch Mord. Wenn man einfach jemanden erschießt, weil er 3 Menschen getötet hat, dann kann man davon schon auf Rache plädieren. Und das ist ein niederer Beweggrund, was wiederrum Mord wäre.

Es kommt hier auf die Umstände drauf an. Reingehen und abknallen, weil einem die Nase nicht gefällt ist unzulässig!

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Wenn das an einem Sonntag passiert, könnte man Christen auch noch vorwerfen, dass sie den Ruhetag nicht eingehalten hätten :-)

Nee, Quatsch. Ich bin nicht der oberste Richter. Aber nach meinem Dafürhalten passieren eben auch Fehler.

Zynisch formuliert: "Wo gehobelt wird, fallen Späne"

Das ist kein Mord.

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Religion und Recht?

In Deutschland geht das nicht. Wir haben eine Trennung von Staat und Kirche.

Ist eine Gefahr vorhanden, ist es kein Mord.
Die Einschätzung übernimmt der Einsatzleiter des SEK und leider passiert das immer wieder, dass auch unbeteiligte Menschen dabei getötet werden.

Dies versucht man immer zu verhindern, man verschafft sich eine Übersicht, aber alles muss schnell gehen bei einer Stürmung. Objektive Meinungen und vorherige Einschätzungen werden ja nicht umsonst vorher durchgeführt. Man stürmt ja "nicht einfach mal so" ins Haus und tötet Menschen.

Ein Terrorist ist immer ein Staatsfeind, egal welcher Religion er angehört. 

Was die private Meinung einer oder mehrerer Religionen dazu sagen, ist in Deutschland irrelevant. Denn Religionsrecht gibt es so nicht. Private Religionsgerichte sind verboten, weil sie nicht objektiv sind und emotional behaftet sind. Was einer denkt und fühlt hat vor Gericht keine Relevanz. Es zählen immer Fakten.

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Kommentar von Omnivore11
11.07.2016, 14:48

Was sind objektive Meinungen? Meinungen sind immer subjektiv!

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Mord ist geplant. Die spezialeinheit weiss unter umstaenden garnicht wieviele geiselnehmer im hais sind und muss im gefecht agieren. Zudem ist es eine toetung die unter dem gesetz unter imstaenden gerechtfertigt ist, da eben ein schwerer straftatbestand vorliegt und gehandelt werden muss, da die geiseln wohl in gefahr sind getoetet zu werden.
Sollten sich die geiselnehmer ergeben und werden trotzdem erschossen, kann es sein, dass die zu schiessende einheit sich rechtfertigen muss.

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Ich sag nur usul al din eines davon ist gerechtigkeit und das ist gerechtigkeit wenn die soldaten nur retten wollen dann ist es vor allah keine sünde

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Rechtlich gesehen kein Mord. Aber es würde als Tötung gelten.

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mord hat immer niedere beweggründe zum ausgang

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Es ist so ähnlich wie in folgenden Szenario: Ein Terrorist hat ein Flugzeug entführt und fliegt auf ein Büro Gebäude zu mit sagen wir mal 50 Passagieren und ein Flugzeug einer Spezialeinheit soll ihn abschießen.Was wäre besser wenn man es nicht tut sterben die Leute wenn man es tut leider auch.

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Ich finde die Terroristen hatten genug Zeit sich zu ergeben wer dann stirbt ob bewaffnet oder nicht finde ich ist mir egal

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mord ist kein religiöser begriff, sondern ein rechtsbegriff. wie das religionen sehen ist mir schnurzegal.

allerdings erwarte ich gewisse handlungsweisen meiner regierung um unser leben zu schützen. also ist dann der "blattschuß" völlig legitim.

frag mal die amis, was kolateralschaden bedeutet (die haben die meiste ahnung und entschuldigungen)   :(

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