Yoga kontraproduktiv?

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7 Antworten

Es gibt das sogenannte therapeutische Yoga. Dafür braucht man aber eine Anleitung von einem guten Lehrer. Wenn man sich zu extem "selbst therapiert" kann man ja auch die falschen Übungen machen, also zum Beispiel anregende statt entspannende, beruhigende statt welche gegen Depression. Das Problem ist, dass man sich grade bei psychischen Sachen eher zu den Übungen hingezogen fühlt, die die Situation noch verstärken. Da braucht man jemanden, der einen stoppt.

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Kommentar von sandrapf
05.10.2010, 21:52

Danke für deine tolle Antwort. Das therapeutische Yoga und das "normale" Yoga sind also zwei unterschiedliche Sachen? Oder vermischt sich das?

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Kommentar von Apfelmartin
06.10.2010, 20:27

Echt geniale differenzierte Antwort! Das ist genau der springende Punkt: Sobald man in der Haltung Yoga macht, etwas bestimmtes erreichen zu wollen, sich selber therapieren zu wollen etc., kann es echt nach hinten losgehen. Hab ich auch schon durch. Die Verfahren, die Asanas, die man sich dann selbst wählt, sind dann nämlich jene, die man durch Resonanz angezogen hat, dh. man verstärkt das Dilemma, in dem man sowieso schon steckt... Um da dann rauszukommen, hab ich schon mal einen echten Meister gebraucht, der mir sagen konnte, was für mich eigentlich dran ist. Andererseits sollte man sich gerade als Anfänger nicht von dem Gerede beeinflussen lassen, sondern versuchen, die Intuition zu entwickeln, sich und seinem Körper das zu gönnen, was wichtig ist. Was ist nun der Mittelweg? Widme Deine Handlungen Gott und lass Dich von Ihm führen. Mache es auch so hinsichtlich der Yoga-Praxis.

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Hier stehen schon gute Antworten, aber ein Detail möchte ich noch hinzufügen, das bei mir selber ganz wichtig war: Ich habe früher mit Hatha-Yoga angefangen und immer Schwierigkeiten, mich wirklich innerlich zu sammeln und so zu entspannen. Es klingt auf den ersten Blick paradox, aber mir hat Power Yoga geholfen. Man konzentriert sich dort gleichzeitig auf die Asans, Atmung, Muskulatur und versucht dabei weiterzukommen. Da war plötzlich kein Platz mehr im meinem Kopf für abschweifende Gedanken, und nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass ich auch im Alltag konzetrierter wurde und meine Kraft besser nutzte. Außerdem kam ich immer entspannter aus der Yogastunde. Was ich damit sagen will: ob Yoga für Dich gegen Stress wirkt oder nicht, hängt sehr von der Yogaform ab, und es kann für Dich auch ein Stil sein, der auf den ersten Blick gar nicht so in Frage kommt. Wenn der erste Versuch bei Dir nicht klappt, nicht entmutigen lassen!

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Kommentar von sandrapf
08.10.2010, 17:25

Danke für deine tolle Antwort! Nach deinen Erklärungen habe ich auch das Gefühl, dass Power-Yoga eher etwas für mich sein könnte. Ich habe gerne das Gefühl, beim Sport richtig etwas gemacht und mich angestrengt zu haben. Ich kann von meiner Uni aus gratis Yoga-Kurse besuchen, ich glaube ich versuchs mal mit Power-Yoga. Nochmals Danke für deine Antwort! Leider kann ich nicht zwei Sterne verteilen, sonst hättest du den zweiten bekommen! Danke!

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Ein wichtiges Prinzip in der Natur, von der wir Menschen immer noch ein Teil sind, ist, dass Ruhe zur Regeneration benutzt wird: beim Schlafen geben wir dem Geist-Körper-System die Möglichkeit sich zu regenerieren - d.h. die Verschleisserscheinungen, die während des Tages angesammelt wurden, werden nachts ausgebessert und behoben.

Als Stress bezeichnet der Volksmund eine Dauerbelastunng auf der strukturellen oder materiellen Ebene, durch die eine ständige Abnutzung einer bestimmten Komponente im Geist-Körper-System verursacht wird. Wenn die Ruhe des Schlafens nicht ausreicht, die während des Tages angesammelten Reparaturarbeiten auszuführen, kommt es zur Abnutzung der beanspruchten Komponenten.

Durch die Technik der Transzendentalen Meditation (www.Meditation.de) steht dem modernen Menschen eine Methode zur Verfügung, das Geist-Körpersystem höchst effektiv auszuruhen.

Je tiefer die Ruhe ist, die dem System zur Verfügung steht, desto effektiver kann es sich regenerieren. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass während der Transzendentalen Meditation ein Zustand einzigartiger Tiefenentspannung erreicht wird, die doppelt so tief ist wie beim Schlafen. Das kann man an Hand des Sauerstoffverbrauches, Hautwiderstandes und der Konzentration bestimmter Hormone messen.

In der während der Transzendentalen Meditation erfahrenen tiefen Ruhe bekommt das System die Gelegenheit, selbst tief verwurzelte Verschleisserscheinungen (Stresse) zu beseitigen. Das Resultat ist, dass bei regelmässiger TM morgens und abends für ca. 20 Minuten der biologische Alterungsprozess verlangsamt wird. Auch hierzu gibt es eine Studie die gezeigt hat, dass, gemessen an über 40 verschiedenen Parametern, das biologische Alter bei TM-Meditierenden jünger war als bei der Vergleichsgruppe.

Das schöne an der TM ist, dass sie sehr einfach zu erlernen ist und in der Ausübung als äusserst angenehm empfunden wird. Schon Kinder ab 10 Jahren können die TM leicht in ihren Tagesrhythmus einbauen, die TM bietet auch Senioren eine überaus wirksame Methode, den Lebensabend mit etwas mehr Lebensfreude aufzufrischen.

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Es kommt weniger auf die Art des Stress und der Anspannung an, ob Yoga dagegen wirkt oder nicht, als auf die Art des Yoga, das man dagegen zu praktizieren gedenkt. Es gibt nämlich recht viele, recht unterschiedliche Arten von Yoga; und täglich werden neue, teilweise ziemlich abenteuerliche Arten davon kreiert.

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Yoga ist ausgezeichnet bei Stress. Mir ist nicht bekannt, dass Yoga in irgendeiner Weise stresserhöhend wirken könnte, habe das auch noch nie von einem Yoga Teilnehmer gehört.

Im Gegenteil, durch Übung von Yoga macht man all das, was gut bei Stress ist:

  • Die Tiefenentspannung am Ende des Kurses führt zum Abbau von Stresshormonen, zum Freisetzen von Glückshormonen, verbesserte Seroninausschüttung - und damit für Freude, verbesserte Immunabwehr und Ruhe
  • Die Yoga Dehnübungen (Asanas) entspannen die Muskeln sehr effektiv
  • Die Yoga Atemübungen (Pranayama) geben schnell neue Energie
  • Der Yoga Sonnengruß (Surya Namaskar) hilft durch körperliche Bewegung die Stress-Energie umzuwandeln
  • Die Abwesenheit von Leistungsdruck/Wettbewerb in der Yogastunde ist wie eine Insel des Wohlfühlens und der Bessinnung

Es gibt so viele empirische Untersuchungen die zeigen, dass Yoga bei Stress gut ist. Es gibt keine mir bekannte Untersuchung, die etwas anderes ergeben würde.

Vielleicht gibt es einige Formen von Yoga, die fordernder sind als andere. Da sollte man selbst schauen, welche Yoga-Form für einen am geeignetsten ist. Wer merkt, dass er sich mehr bewegen muss, wählt am besten Yoga-Formen, die auch körperlich anstrengender sind. Wer es mehr ruhig angehen will, sucht sich eine Yogalehrerin, die mehr Entspannungs-Yoga unterrichtet. Und wer diverse körperliche Probleme hat, sucht sich eine/n Yoga Therapeut/in.

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Kommentar von sandrapf
08.10.2010, 17:38

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort samt Video! Liebe Grüsse Sandra

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Kommt darauf an ! was willst Du damit ? Auf jeden Fall ist es gut, Deine Bänder zu dehnen- sofern Du Dich dabei nicht übernimmst und Dich jeweils so lange nach jeder Übung wieder entspannst - so lange wie die ASANA selbst gedauert hat.

Auf Uhr schauen mag ich dabei eher nicht, sondern zähle Atemzüge.

Daß man von Yoga gestreßt werden könnte, habe ich noch nie gehört, es sei denn, die Lehrperson entwickelt einen (für mich hier total ungewohnten) Ehrgeiz; wenngleich ich einen Lehrer kenne, der Yogalehrer entsprechend gnadenlos kontrolliert. (1x & nie wieder !)

Du kannst die Übungen anfangs ruhig ohne Lehrer machen - wie ich jetzt NUR noch ! Nadabrahma ist eine gute Sache und auch

Yoga Nidra 'Anna E. Röcker' CD im Verlag Via Nova (2207) ! P.S.: Vorher 4 Std. nichts essen !

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autogenes training ist ok, aber yoga ist für westeuropäer nicht geeignet zur entspannung.


denn diese muß aus dem selbstbewußten ich kommen und nicht durch einen asiatischen trick.


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Kommentar von gottesanbeterin
16.06.2012, 20:52

Hast du noch nicht realisiert, dass Jesus Asiate und Yogi war?

Es mag ja sein, dass du nicht für Yoga geeignet bist, doch du solltest nicht von dir auf andere schließen.

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