Yamatai Königreich Japans

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Das Thema führt in die japanische Ur- und Frühgeschichte. Quellen sind archäologische Funde und chinesische, japanische und koreanische Darstellungen (Geschichtswerke, Chroniken und Ähnliches).

5./3. Jahrhundert v. Chr. – 3. Jahrhundert n. Chr. war die Zeit der (nach ihrer Keramik benannten) Yayoi-Kultur (Gefäße aus Ton von besserer Qualität auf Scheiben gedreht und bei weit höheren Temperaturen als der vorangehenden Jōmon-Kultur; Naßfeldreisanbau, Bronze, Eisenguß). 3. – 7. Jahrhundert ist die Kofun-Zeit (benannt nach den eindrucksvollen großen schlüssellochförmigen Grabhügeln der Herrscher und der Oberschicht). Unter einem kunstgeschichtlichen Gesichtspunkt ist eine Einteilung mit einer Asuka-Zeit (Ende 6. Jahrhundert – Anfang 8. Jahrhundert) vorgenommen worden. Es hat einen altjapanischen Staat Yamato mit einer Herrschaft über den Zentralraum Yamato in der Nara- Ebene der Insel Honshū gegeben. Erste staatliche Gebilde und Föderationen formten sich nach chinesischen Quellen unter Führung einer Königin Himiko von Yamatai im 2. Jahrhundert. Land und Volk wurden als Wa (chinesisch: Wo) bezeichnet.

Mitte des 3. Jahrhunderts wird im chinesischen Geschichtswerk Wei Zhi/Wei Shih/Wei chih ein Inselkönigreich Yamatai bzw. Yama'ichi erwähnt. Etwas unklar und umstritten ist die genaue Lage dieses Reiches. Erörtert wird, ob es im Norden der Insel Kyūshū (auch die Ausgrabung von Yoshinograi hat diesen Vermutungen Nahrung gegeben) oder in der Nara-Ebene der Insel Honshū befand. Yamatai habe 28 Länder unterworfen, zuerst habe ein König geherrscht, dann aber hätten die Anführer der Klans/Sippen/Geschlechterverbände (Uji) nach vielen Jahren dauernder Machtkämpfen Himiko (chinesisch: Pei-mi-hu bzw. Pimiku; gelegentlich wird der Name Himiko als Himeko gelesen, mit der Bedeutung »Prinzessin«) zur Königin gewählt. Eine Benennung Himikos als Sonnenkönigin ist eine Mutmaßung, die sich auf die Gottheit Amaterasu im Shintō (Shintoismus) bezieht. Mir erscheint die Benennung als Sonnenkönigin wenig gesichert.

Anscheinend herrschte ein Bündnis von Anführer der Klans/Sippen/Geschlechterverbände (Uji) über das Land und das Königsamt war noch nicht erblich. Die Nachfolge mußte vom Rat der Anführer der Klans/Sippen/Geschlechterverbände (Uji) entschieden werden.

Bei der Schlichtung von Machtkämpfen und für die Einigung des Landes hatte die religiöse Autorität mehr Gewicht als die politische und militärische Macht. Himiko (sie lebte 183 - 248 n. Chr. bzw. in einem ähnlichen Zeitraum [Datierungsangaben weichen leicht voneinander ab]) war anscheinend Nachfahrin einer Priesterin des stärksten Klans, ihr Rang stützte sich auf die Autorität der Ahnmutter und Priesterin.

Von Himiko wird erzählt, sie sei habe in einem Palast gewohnt und ihn niemals verlassen, sie sei unverheiratet gewesen, sie sei von 1000 Mädchen bzw. Frauen und einem Mann bedient worden, von 100 Mann bewacht worden. Zugang sei nur über ihren jüngeren Bruder möglich gewesen, der die Regierungsgeschäfte führte/ihre Befehle überbrachte. Sie habe Magie und Zauberei ausgeübt und damit auf das Volk gewirkt. Dies wird als Schamanismus gedeutet.

188 habe sie alle Wa-Länder geeinigt und zusammengeführt.

Die Männer hätten ihre Körper tätowiert, um beim Tauchen im Meer angreifende Fische abzuschrecken. Pferde und Rinder gebe es bei ihnen nicht. Aus geerntetem Reis bereiteten sie ein alkoholisches Getränk, dem sei sehr zugetan seien. Als Kleidung trügen sie poncho-artige Überwürfe und wickelten ein Tuch um den Kopf. Ihre Gesellschaft sei klar gegliedert gewesen. Es gebe Minister und Grenzwächter, Niedrige würden am Wegrand niederknien, um Höherrangige zu grüßen.

239 schickte Königin Himiko eine Gesandtschaft nach Lolang/Lo Yang, der damaligen Residenz der chinesischen Wei-Dynastie, mit Sklaven und gemusterter Hanfleinwand als Tributgabe.

Sie erhielt vom chinesischen Kaiser ein goldenes Siegel, mit der Auszeichnung »mit Wei befreundete Königin von Wa«, außerdem Seidengewebe, Gold, Schwerter und 100 Bronze-Spiegel.

Wei unterstützte das Reich Yamatei politisch, als dieses mit dem Land Kuna Krieg führte.

Wenn im Yamato-Raum der Ort der Residenz der Königin Himiko gewesen sein sollte, würde dies den Beginn des altjapanischen Yamato-Staates um mehrere Jahrhunderte in die Vergangenheit zurückverlängern. Himiko ist in einem Grabhügel bestattet worden. Der Grabhügel des Hashibaka-Kofun ist als Himikos Bestattungsstätte vermutet worden. 2009 haben Ausgrabungen bei Makimuku bei Sakurai (Präfektur Nara) in unmittelbarer Nähe dieses Grabhügels eine Anlage von vier großen (Palast?-)Gebäuden in einer Ost-West-Achse freigelegt, die Spekulationen nähren, vielleicht den Sitz der Königin von Wa gefunden zu haben.

Ein Mann versuchte die Nachfolge anzutreten doch habe dies zu kriegerischen Auseinandersetzungen geführt und der Staatenbund der Wa sei zerfallen. Dann wurde ein 13-Jähriges Mädchen namens Iyo (anscheinend ebenfalls eine Schamamin) als Königin eingesetzt. Eine chinesische Gesandtschaft traf sie an und bei einer Gesandtschaft an den chinesischen Hof 266 wird sie als die Königin von Wa angenommen, die die schickte.

Im Yamato-Stata gab es König und Adel, einfaches Volk, Sklaven, ein Heer, Ordnungskräfte, einen Hof und eine Verwaltung, ein Abgabensystem, Kontrollämter für Handel.

Der Staat der großen Könige (Ōkimi) von Yamato besaß nach dem Bericht des Geschichtswerkes Nihonshoki ab Mitte des 4. Jahrhunderts in Südkorea, im Land Kara an der Mündung des Flusses Nakdonggang, das Gebiet Imna (japanisch Mimana) als »Kolonie«. Das Yamato-Reich unterhielt freundschaftliche Beziehungen zu Paekche/* Baekj* (japanisch Kudara), führte Kriege mit Silla (japanisch Shiragi) und Koguryo/* Goguryeo* (japanisch Kōkuri). Auch koreanische Geschichtswerke berichten von Soldaten aus Wa, die in diese Gebiete eingefallen seien.

Die chinesische Schrift ist nach Japan gekommen.

Im 6. Jahrhundert ist von Korea her der Buddhismus nach Japan übermittelt worden.Im 6. Jahrhundert war Mimana nicht mehr zu halten. Ein späterer Versuch, im Bündnis mit dem Kronprinzen von Paekche wieder ein Reich in Korea zu errichten, scheiterte 663 mit einer schweren Niederlage.

Bei Internetseiten sind angegebene weitere Links und Literaturhinweise zu beachten.

Ich empfehle, möglichst auch Bücher aus Bibliotheken heranzuziehen.

Kiyoshi Inoue, Geschichte Japans. Aus dem Japanischen und mit einem Vorwort von Manfred Hubricht. Frankfurt/Main ; New York : Campus-Verlag, 1993, 32 - 37

Josef Kreiner, Ur-und frühgeschichtliche Grudnlagen. In: Kleine Geschichte Japans. Herausgegeben von Josef Kreiner. Aktualisierte 2. Auflage. Stuttgart : Reclam, 2012 (Reclams Universal-Bibliothek : Reclam-Sachbuch ; 18961), S. 25 - 51

Manfred Pohl, Japan. Originalausgabe . 4., völlig neubearbeitete Auflage. München : Beck, 2002 (Beck'sche Reihe : Länder ; 836), S. 9 - 19

Barbara Seyock, Auf den Spuren der Ostbarbaren : zur Archäologie protohistorischer Kulturen in Südkorea und Westjapan. Münster : Lit-Verlag, 2004 (Bunka : Tübinger interkulturelle und linguistische Japanstudien; Band 8). ISBN 3-8258-7236-X (vor allem S. 59 – 58 [Übersetzung Wo jen-Chuan] und S. 135 – 153)

Zeit der Morgenröte - Japans Archäologie und Geschichte bis zu den ersten Kaisern. Alfried Wieczorek/Werner Steinhaus/Makoto Sahara (Hrsg.), Katalog. Mannheim : Reiss-Engelhorn-Museen (Publikationen der Reiss-Engelhorn-Museen ; Band 10). ISBN 3-927774-17-0

Zeit der Morgenröte - Japans Archäologie und Geschichte bis zu den ersten Kaisern. Handbuch. Herausgegeben von Alfried Wieczorek, Werner Steinhaus und dem Forschungsinstitut für Kulturgüter, Nara. Mannheim : Reiss-Engelhorn-Museen (Publikationen der Reiss-Engelhorn-Museen ; Band 11). ISBN 3-927774-18-9

Delmer M. Brown, Introduction. In: The Cambridge History of Japan Volume I: Ancient Japan. Edited by Delmer M. Brown. First published. Cambridge ; New York ; Oakleigh, Victoria : Cambridge University Press, 1993, S. 1 – 47

Delmer M. Brown, The Yamato kingdom. In: The Cambridge History of Japan Volume I: Ancient Japan. Edited by Delmer M. Brown. First published. Cambridge ; New York ; Oakleigh, Victoria : Cambridge University Press, 1993, S. 108 – 162

Okazaki Takashi/Janet Goodwin, Japan and the continent. In: The Cambridge History of Japan Volume I: Ancient Japan. Edited by Delmer M. Brown. First published. Cambridge ; New York ; Oakleigh, Victoria : Cambridge University Press, 1993, S. 268 – 316

http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Geschichte:Kami_Kulte/Himiko

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Eine kurze google-suche zeigt, daß die Quellenlage da äußerst dürftig ist; lediglich eine Erwähnung in einem chinesischen Brief, zwei japanische Quellen und ein paar Keramikfunde.

Daher kann man einfach nicht viel mehr drüber sagen, als du aufgeschrieben hast.

Interessantes Thema übrigens; wie bist du drauf gekommen? Dennoch reichen die Quellen einfach nicht aus und Publikationen finden sich auch nicht wirklich. Was du aber machen kannst, ist, die daran forschenden Professoren (siehe Wikipedia) mal anzumailen und nach Quelltexten zu fragen.

Auf das Thema bin ich gekommen wegen eines spieles Namens Tomb Rider ich fands cool und da bald GFS ansteht wollte ich das machen aber zuwenig information für 10seiten Hausarbeit schade :/

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@BelgTDX

Ha! Da soll noch einer sagen, daß Computerspiele nicht bilden. Find' ich gut.

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Davon hab ich erst gestern gehört, von einer Archäologin die als junge Frau auf der Insel gestrandet ist, ihr Name war Lara Croft :P

Zumindest die Sage über Yamatai ist echt, durchstöbre mal die englische Wikipedia, dann findest du die. Für die fantasievollere Auslegung empfehle ich wie gesagt das neue Tomb Raider.

ich habs schon gezockt uund deswegen bin ich auch drauf gekommen, aber im spiel sind nicht die 1:1 informationen da wurde noch rumgehdreht :/

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