X-Beine

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3 Antworten

Beide schon erstellten Antworten sind richtig, berücksichtigen jedoch nicht die mehrheitlich vorhandenen X-Beinproblemchen, die von einer Fußfehlstellung ausgehen: Knickfüße

Durch den Knickfuß wird der Unterschenkel zwangsläufig schräg zum Knie geführt, der Oberschenkel dann in entgegengesetzter Richtung - hier gilt quasi das Gesetz der Hebelwirkung.

Bei einem zweijährigen Kind sind sowohl Knick- Senkfußstellung wie auch krumme Beine als normal einzustufen,- spätestens zum 4. Lebensjahr sollte der Fersenstand aber gradlinig sein. Ist das nicht der Fall, ist eine Gymnstik- und Einlagentherapie zu empfehlen. Spezielle Einlagen, die die Ferse in der natürlichen Stellung halten, verindern das Einknicken des Fußes und führen dazu, das die Beinstatik positiv beeinflusst wird. Fortan wachsen die Beine normal und die Fußgelenke können sich festigen. Mit regelmäßigen Gymnastikübungen, die man sich zum Zähneputzen angewöhnen kann, fördert man die Festigung der Muskulatur.

Man sollte mit der Therapie so rasch wie möglich beginnen,- spätestens bis zum 14. Lebensjahr angefangen, kann man die Beinachse auf diese Weise korrigieren. Der Erfolg und die Therapiedauer richtet sich nach dem Beginn der Behandlung.

Man sollte unbedingt darauf achten, dass die Einlagen ganz konsequent getragen werden. Je nach Grad des Fußverfalls zwischen 8 und 10 Stunden am Tag. Das bedeutet, das Kind braucht Einlagen für die Straßen- bzw. Freizeitschuhe, Hausschuhe, Kindergarten- oder Schulschuhe und zum Sport (also 3-4 Paar). Wer gesetzlich versichert ist, steht nun vor dem Problem, dass die Kasse wahrscheinlich nur 2 Paar einfache Einlagen genehmigen und bezahlen wird. Die meisten Sanitätshäuser geben maschinell gefertigte Weichschaumeinlagen weiter, die oft einen Wirkungsgrad von weniger als 10% haben oder im schlimmsten Fall den Knickfuß sogar begünstigen. Die Unerfahrenheit der Patienten sind hier eine willkommene Einnahmequelle. Darum empfehle ich, nicht nur auf den Arzt zu vertrauen, sondern sich vorab bezüglich der Materialien und insbesondere den Sinn der Einlage zu informieren. Der Einlagentest online zeigt dieses in Bildern und im Film (Beispiel: http://www.fussgesundheit.info/einlagentest.htm).

Beim Erwachsenen hat man keine Chance mehr, mit konventionellen Mitteln die inwischen verformten Beine gerade zu kriegen. Die Knieprobleme, die oft schon ab dem 16. Lebensjahr regelmäßig werden, kann man jedoch auch mit Maßeinlagen los werden und weiteren Verschleißerscheinungen (auch in der Hüfte) vorbeugen.

Operationen sollten nur der allerletzte Weg sein, denn a). wird durch die OP die Ursache nicht behoben (bei 70% der Patienten sind es Fußfehlstellungen) und b). führt eine OP oft zur "Wetterfühligkeit", was lästig sein kann.

Knick- Senkfüße kann man übrigens ganz einfach erkennen. Dazu gibt es im Web "Selbstdiagnosen", die einfach zu verstehen sind.

X-Beine (Coxa valga) sind eine Fehlstellung, bei der der Winkel des Hüftkopfes - und damit schlussendlich des Knies zu gross ist. Das Ergebniss ist, dass die Beinachse nach innen abweicht.

Säuglinge haben in aller Regel O-Beine, Kleinkinder im Alter von 2-4 Jahren ausgeprägtere X-Beine, und Erwachsene noch 'physiologische' X-Beine, d.h. der Winkel des Knies weicht um ca. 10° von der geraden Linie ab (weil wir ein breites Becken haben und aufrecht gehen...).

Von den kosmetischen Problemen abgesehen, können bei ausgeprägten X-Beinen v.a. durch einseitige Abnutzung der Knie frühzeitige Arthrosen entstehen. Bei ausgeprägteren Fehlstellungen kann eine (ziemlich aufwendige) Operation helfen. Joggen und Muskelaufbau nützt aber beim ausgewachsenen Menschen leider nichts mehr.

X-Beine hat man doch von Geburt an, die entstehen doch nicht mit der Zeit?! Habe noch nie davon gehört, dass man das "behandeln" kann.

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