Wussten wirklich alle in DDR, dass sie bei Fluchtversuch erschossen werden?

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14 Antworten

Es war bekannt das scharf geschossen wird, das haben mir zumindest mehrere ehemalige DDR Bewohner gesagt, auch welche die nicht an der Grenze wohnte oder dort Angehörige hatten.

Da besteht natürlich die Gefahr erschossen zu werden.

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Ob das wirklich alle 16 Mio. DDR.Bürger wussten wird dir niemand mit absoluter Genauigkeit sagen können. Diejenigen aber die sich mit dem Gedanken an einen illegalen Grenzübertritt beschäftigt haben wusste aber sehr genau was sie dort erwartet.

Die Sicherung der Staatsgrenze erfolgte durch die Grenztruppen und wenn es darüber was in der Presse gab wurden die auch so dargestellt wie sie im Grenzdienst auftraten, nämlich mit Waffe.

Was es allerdings nicht gab war ein Schießbefehl. Es gab Schusswaffengebrauchsbestimmungen. Die waren aber nicht anders als die welche es heute auch in weiten Teilen der westlichen Welt gibt. Doch etwas war anders, es war festgelegt das die Schusswaffe nicht gegen Frauen und Kinder anzuwenden ist. Das fehlt heute in den Bestimmungen die z.B. für viele Polizeien gelten.

Außerdem handelten die Grenztruppen in aller Regel nur im Grenzstreifen. Dem vorgelagert war der Schutzstreifen mit entsprechenden Schildern wie unten im Bild 1 dargestellt. Die Begrenzung des Grenzstreifens bildete der GSSZ (Grenzsignal- und Sperrzaun) Bild 2. Spätestens wenn man den überwunden hatte sollte einem klar geworden sein worauf man sich einlässt.

Und selbst im Grenzstreifen wurde nicht einfach drauf los geschossen. Als erstes erfolgte ein Anruf "Halt Grenzposten, stehenbleiben oder ich mache von der Schusswaffe gebrauch" alternativ auch ".., stehenbleiben oder ich setze den Diensthund ein". Wer das immer noch nicht begriffen hatte dem sollte spätestens beim Warnschuss, der auch festgelegt war, klar sein was gespielt wurde.

Sollten dir meine Ausführungen etwas flapsig rüber kommen dann liegt das vermutlich daran das vieles aus der Zeit heute falsch dargestellt wird. Aber der Großteil der Soldaten der Grenztruppen waren Wehrpflichtige die ihre Zeit runter reißen wollten und keine schießwütigen Rambos als die sie heute dargestellt wurden. Viele Westdeutsche verwechseln die Grenztruppen immer mit den Passkontrolleinheiten (PKE) die sie an den Grenzübergängen kennengelernt haben. Sie haben bis heute nicht begriffen das die PKE eigentlich das MfS in GT-Uniformen war. Die hatten mit den GT nichts zu tun.

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Kommentar von Sonnenstern811
29.07.2016, 01:39

Natürlich gab es auch anständige Menschen dort, die nicht auf Sonderurlaub scharf waren. Verhaftungen waren sicher eher die Regel als Tote. Aber wer schon im letzten Zaun dicht unter der höchsten Stelle hing, hatte kaum noch Gelegenheit auf "Anrufe" zu reagieren. Wenn die dann überhaupt noch erfolgten.

Mit Verhältnissen in westlichen Staaten ist das keineswegs vergleichbar. Von den vielen Verstümmelten und Toten durch Minen ganz zu schweigen.

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Ich wusste es . Und wer sich in DDR  Historie gut auskennt : Sagte SED Chef Ulbricht : "Wer sich an unserer Staatsgrenze den Schädel einrennen möchte.. immer zu". Auf jedenfall wussten die Meisten das nur der Zutritt zum Sperrgebiet,und das lag ein Stück von der Grenze weg mit Haftstrafe verfolgt wurde,Geschweige nur der der Versuch sich in den Transitzug zu setzen und einfach Richtung Westgrenze zu fahren wurde mit 1 Jahr mindestens Knast bestraft.Da gab es kein Pardon und beim ersten mal keine Bewährungsstrafe.

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Schießbefehl DDR?

Den sucht man bis heute; also seit rund 26,5 Jahren... Gefunden hat man nichts außer Gerüchten.

Wussten wirklich alle in DDR, dass sie bei Fluchtversuch erschossen werden?

Erstens: Man wurde nicht "automatisch erschossen". Tatsächlich betraf das nur einen winzigen Teil der Fluchtversuche. Wer beim Eindringen in den Grenzbereich erwischt wurde, stehenblieb und sich der Festnahme nicht widersetzte, bekam nicht einmal blaue Flecken.

Aber die Medien - und vor allem die Propaganda - brauchen Sensationen. Und so, wie du heute höchstens noch im Regionalteil einer Zeitung erfährst, dass eine Oma ausgeraubt und dabei schwer verletzt wurde, aber in großen Lettern in allen Leitmedien erfährst, dass ein potenzieller Attentäter vielleicht eine (nicht funktionsfähige) Bombe im Rucksack hatte, die sich später als Attrappe herausstellt, tatsächlich also gar nix passiert ist, war es eben auch mit der Einordnung dieser Vorfälle: Tote lassen sich einfach besser in Geld ummünzen als Verhaftete.

Zweitens: Wer lesen kann, weiß, wie weit er gehen kann. Auch heute noch gibt es "militärische Sperrgebiete", die bei Übertretung der Schilder mit (tödlichem) Schusswaffengebrauch drohen. In den USA und auch in Deutschland. (Beispiel: https://goo.gl/dm10Ri )

Und die deutsch-deutsche Grenze war in der Zeit des Kalten Krieges eine "militärische Sicherheitszone", an deren Rand alle paar Meter Schilder mit "Nicht weitergehen! Schusswaffengebrauch!" standen. 

... Wer dennoch weiterging, der konnte entweder nicht lesen; oder er wusste, dass er sehr, sehr vorsichtig sein muss, wenn es heißt: "Halt! Stehenbleiben oder ich mache von meiner Waffe Gebrauch!" (Das zu rufen ist, im Gegensatz zum "Schießbefehl" tatsächlich eine bestätigte Aufgabe der Grenzsoldaten der DDR gewesen.) 

... und wer dann immer noch weiterlief, der wusste um die möglichen Konsequenzen seines Handelns. 

Drittens: Von den rund 16 Millionen DDR-Bürgern haben sich nur die allerwenigsten mit "Flucht-Gedanken" getragen. Die überwältigende Mehrzahl hat nicht mal an "Ausreise" gedacht. Und wenn doch, dann konnte man einen offiziellen "Antrag auf Ausreise" bei den Behörden stellen und ganz legal das Land verlassen. 

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Damit du es besser nachvollziehen kannst, nehmen wir ein heute noch aktuelles Beispiel: Stelle es dir wie die Grenze zwischen den USA und Mexiko vor. 

Dort sterben jedes Jahr ungefähr so viele Menschen, wie in den 40 Jahren der deutsch-deutschen Grenze insgesamt. Auch dort stehen Schilder, die im Falle des Übertretens der Grenzanlage (auch dort ist es eine "militärische Sperrzone") mit Schusswaffengebrauch drohen.

Übrigens: An dieser Grenze wird man NICHT "zuerst aufgefordert, stehenzubleiben". Hier ist der SOFORTIGE EINSATZ von Schusswaffen erlaubt. 

Insofern ist es wirklich pfiffig, dass, wenn du mal an dieser Grenze stehen solltest, du die Border Patrol (= Grenzsoldaten) nicht nervös machst. Die Jungs zögern nicht. Und sie schießen, wie du in den Nachrichten in den USA immer wieder mal erfährst, auch durch den Zaun auf die andere Seite der Grenze...  

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Kommentar von Unsinkable2
25.07.2016, 13:36

hmm ... ich bekomme diesen Editor nicht überzeugt, den zweiten Link zu einem Bild der Grenze zwischen den USA und Mexiko korrekt aufzunehmen.  Hier noch einmal:

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Kommentar von dataways
25.07.2016, 17:25
Schießbefehl DDR?

Den sucht man bis heute; also seit rund 26,5 Jahren... Gefunden hat man nichts außer Gerüchten.

Vielleicht nicht für die Grenztruppen, aber für die Stasihttp://www.sueddeutsche.de/politik/schiessbefehl-gegen-ddr-fluechtlinge-der-unbeirrbare-1.880581

Drittens: Von den rund 16 Millionen DDR-Bürgern haben sich
nur die allerwenigsten mit "Flucht-Gedanken" getragen. Die
überwältigende Mehrzahl hat nicht mal an "Ausreise" gedacht.

Das ist reine Spekulation Deinerseits. Wir können ja mal ausrechnen, wann die DDR leergelaufen wäre, wenn die Flucht Stand Juli 61 Monat für Monat weitergegangen wäre.

Und wenn doch, dann konnte man einen offiziellen "Antrag auf Ausreise" bei den Behörden stellen und ganz legal das Land verlassen. 

Ich kannte zwei Leute persönlich, die sind erst einmal in den Knast gewandert, als sie ihren Ausreiseantrag stellen wollten.

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Kommentar von TurkisGirly
26.07.2016, 11:40

Warst du Mitglied der SED oder FDJ oder ähnlichem? Es hört sich so an, als ob du sehr linientreu gewesen wärst.

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Kommentar von Sonnenstern811
29.07.2016, 01:32

Du liegst ja voll und ganz auf Margots Linie. Der Person, die Kinder und Jugend in diesem Unrechtsstaat belogen und betrogen hat und nur durch ihre "Ausreise" nach Chile der gerechten Verurteilung entkam Leider. Wenige Ostbonzen hätten das so sehr verdient wie sie. Ich habe Schulbücher dort gesehen. Hätte fast kotzen müssen vor diesen Lügen und Verleumdungen.

Die hat im Interview zum Besten gegeben: "Klar war das hart, aber es musste ja niemand machen." Eklig und menschenverachtend ein Staat, der seine eigene Bevölkerung einmauern, einzäunen und mit Minen "sichern" muss.

Nur die wenigsten wollten ausreisen? Ach ja, der "Antifaschistische Schutzwall" diente ja aussschließlich dem Weltfrieden, oder? Wie blind muss man denn sein, solchen Müll zu denken? Warum war denn die deutsche Einheit zwingend nötig? Eine freie demokratische DDR hätte unter einem Bevölkerungsschwund in Millionenbereichen gelitten. Selbst unter einer tatsächlich demokratischen Regierung

Mit deinen Zeilen beleidigst du die hunderte von Mauertoten und alle, die auf anderen Wegen in die Freiheit elend ums Leben kamen.

Natürlich gab es auch Festnahmen. Und dann 2 oder mehr Jahre Knast für Frauen ins berüchtigte Hoheneck, Kinder gestohlen und in regimetreue Familien gepfercht. Männer nach Bautzen oder in andere menschenunwürdige Haftanstalten. Die hatten aber das "Glück" rechtzeitig erwischt worden zu sein. Wer schon im letzten Zaun hing, auf den wurde verdammt schnell geschossen. Übrigens derselbe Mörderstaat wie die damalige CSSR. Es gibt ein sehr schönes Buch von Ludek Navara. "Vorkommnisse an der Grenze". Das treibt einem die Tränen in die Augen, welche Lumpen da zum Teil Dienst taten.Sie haben doch nur Befehle ausgeführt, na klar.Die Wächter in Auschwitz und Theresienstadt aber auch.

Es gab abe rauch grenzwächter, die nicht morden wollten ode rkonnten und absichtlich daneben geschossen haben. Alle Achtung. Die kriegten dann keinen Sonderurlaub.

Aber für leute wie dich war auch das sicher kein Unrechtssatat.

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Guten Tag TurkisGily,

es ist davon auszugehen, dass der sogenannte "Schießbefehl", dem der Nationale Grenzschutz der DDR folgeleisten sollte, zumindest fast der kompletten Bevölkerug der damaligen DDR bekannt war.

Dies wurde von Seiten der Führungsriege des SED-Kaders auch so in der Bevölkerung kommuniziert, da man sich errhoffte, dass der Schießbefehl die zeitweise große Anzahl an Fluchtwilligen nachhaltig reduziert, was zumindest teilweise auch gelungen ist.

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Kommentar von Nomex64
25.07.2016, 14:30

Merkwürdig das nicht mal die "Grenztruppen der DDR" den Schießbefehl kannten. Woher kannte dann die Bevölkerung einen solchen Befehl?

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Hin und wieder wurden versuchte Fluchten von den Medien aufgegriffen und von der Propaganda verwurstet. Dabei wurde dann auch gesagt, dass die "Provokation" gegen die Grenze der DDR mit Waffengewalt unterbunden wurde. Damit war klar, dass dort mal wieder geschossen wurde. Damit wollte man die Leute abschrecken und ihnen sagen, dass es keinen Sinn hatte auch nur an eine Flucht zu denken.

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Ich bin ehemaliger DDR Bürger.
Ich sag mal, von Kindern vielleicht abgesehen, wussten alle, dass an der Grenze scharf geschossen wird.

LG Lazarius.

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Definitiv JA!

Oder besser gesagt, man wusste, dass geschossen wird. Man kannte also das Risiko, erschossen zu werden.

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Es war allseits bekannt, dass an der Staatsgrenze geschossen wird. Daher verstehe ich den Sinn deiner Frage nicht - sie ist folglich überflüssig.

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ja wussten sie. Oder besser gesagt, das geschossen wird. Und das das Risiko erschossen zu werden doch recht groß ist wenn man auf den Besfelt stehenbleiben nicht reagiert.

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Abgesehen von Kleinkindern und intellektuell Unterbelichteten? Ja.

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Spätestens wenn man vor dem Stacheldraht stand.

Bis man dorthin gelangte, hatte man schon offensichtlich mehrere Verbotsschilder wissentlich übersehen. Wer weiter ging, wußte auf was er sich einließ.

Niemand ist versehentlich beim Überqueren der Grenze plötzlich zu Tode gekommen.

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Nein gab es nicht 

Es gab nur dir Aufgabe wenn jemand unbefugt Rüber wollte und auf Anweisungen der grenz-schützer nicht stehen blieb und sich zurück bringen liess wurde erschossen 

Waffenebrauch waren eben in Militärischen sicherheitszonen auch damals in Gebrauch 

Ich denke wenn man sich dem Zaun in ramstein nähert bekommt man garkeinen Warnung 

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Kommentar von Unsinkable2
25.07.2016, 16:20

wurde erschossen 

Nicht einmal das: Dann wurde GEschossen. Zu zielen war dabei nach Dienstanweisung auf die Beine. Und die Zielstellung war NIE "erschießen", sondern IMMER "handlungsunfähig zu machen".

Dass es dennoch zu Todesfällen kam, hat unterschiedlichste Ursachen: Unglückliche Bewegung des Täters, schlechtes Zielen des Soldaten, Widerstand des Täters (einige brachten eigene Waffen mit zu ihrer Flucht, um "sich wehren" zu können), etc. 

Doch niemand, vor allem nicht die Soldaten, hatte Lust auf die tagelangen intensiven Untersuchungen, die endlosen schriftlichen Berichte und die wochenlange Ausgangssperre, die es nach jedem Todesfall gab. 

Schon allein das dürfte die "Rambos" unter den potenziellen Schützen abgeschreckt haben; wenn es ihre Ethik (es waren in der überwältigenden Zahl einfache Wehrpflichtige, die ihren Zwangs-Wehrdienst abreißen mussten; und der Grenzdienst war in der DDR ein Vorteil, unter anderem, weil der physische Drill etwas weniger hart war) schon nicht tat.

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Kommentar von dataways
25.07.2016, 20:56

Es gab nur dir Aufgabe wenn jemand unbefugt Rüber wollte

Befugt war ja kaum möglich.

Ich denke wenn man sich dem Zaun in ramstein nähert bekommt man garkeinen Warnung

Schlechter Vergleich. Wenn man sein Land verlassen will, aus welchen gründen auch immer, geht man wohl nicht nach Ramstein. Und ich nehme mal, an es gibt Warnrufe. Wieviele Leute wurden denn schon erschossen, als sie den Zaun zur Militärbasis in Ramstein überwinden wollten?

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Ja ein ganz klares ja weil wen einer erschossen wird spricht sich das ja rum ;)

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