Wurden Atheisten im 2 WK vergast?

12 Antworten

Unter den auf diese entsetzliche Weise ermordeten Menschen, auch unter den Juden, waren sicher auch Atheisten, diese wurden aber nicht vergast, weil sie Atheisten waren, sondern wegen ihrer jüdischen Herkunft. Die tatsächliche Religionsausübung ihrer Opfer war für die Nazis zweitrangig. Auch Edith Stein beispielsweise wurde ermordet, nicht weil oder obwohl sie katholische Ordensfrau war, sondern wegen ihrer jüdischen Herkunft.

https://de.wikipedia.org/wiki/Edith_Stein

Zumindest nicht systhematisch. Gezielt, mit dem Ziel sie zu töten, wurden insbesondere Juden interniert. Zuerst in KZs, die sich äußerlich erstmal nicht sonderlich von damals weltweit üblichen Straflagern unterschieden, später in eigens dafür geschaffenen Vernichtungslagern wie das allgemein bekannte Auschwitz-Birkenau.

In den "normalen" KZs wurden neben den Juden auch andere Personen, die nicht ins System passten inhaftiert (politische Gegner, insb. Komunisten und Sozialdemokraten, Homosexuelle, etc.), aber auch "ganz normale" Straftäter, die sich eines Verbrechens, das überall auf der Welt sanktioniert wird, schuldig gemacht haben.

Natürlich wurden in den Konzentrationslagern auch Atheisten ermordet, aber halt nicht wegen des Atheismus.

In den Vernichtungslagern landeten auch viele Politische.

Juden wurden nicht wegen ihres Glaubens verfolgt und ermordet, sondern aus einer kruden Rassentheorie heraus. Die Abstammung war entscheidend. Diese Menschen jüdischer Abstammung konnten Atheisten, Christen oder jüdischen Glaubens sein - das spielte keine Rolle! Viele davon wußten nicht einmal mehr, dass sie jüdische Vorfahren hatten.

Außerdem wurden politische Gegner, Homosexuelle, Zigeuner und viele andere ebenso verfolgt und zum Teil auch ermordet.

Also konnte man in DE geboren worden sein, alle Vorfahren DE und man ist Jude und wurde nicht vergast?

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@PaulSam2612

Da man die jüdische Religion praktisch nur durch Abstammung hat, gab es diesen Fall nicht. Den umgekehrten Fall, jüdische Abstammung, aber keine praktizierte Religion oder sogar zum Christentum konvertiert, gab es dagegen sehr oft.

Übrigens starben Menschen in den KZs nicht nur durch Giftgas.

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@PaulSam2612

Nein. Man konnte in D geboren sein, alle Vorfahren in D, man selbst konnte im 1. Krieg tapfer für das Vaterland gekämpft haben - wenn man Jude war, oder jüd. Abstammung wurde man verfolgt und meistens umgebracht.

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@Dahika

Es gab aber welche, die einfach Glück hatten, dass man gar nicht erkannte, dass sie Juden waren. Eventuell wegen "geschönter Papiere".

Jedenfalls war mein Großvater mütterlicherseits so einer.

Und nicht jeder hatte einen so auffälligen Namen, dass er als Jude erkannt wurde.

Zum Beispiel gibt es eine Familie auf Schindlers Liste, die Müller hieß.

(Literaturhinweis: Stella Müller-Madej: Das Mädchen von der Schindler-Liste)

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@tanztrainer1

Aber viele waren das nicht. Deutschland ist ein durchorganisiertes Land. Und diese Leute waren in ständiger Lebensgefahr. Selbst wenn ein Jude aussah wie ein germanischer gott - oder wie Heydrich (ephraim Kishon) - so mussten sich im Krieg zumindest die Männer sicher ständig ausweisen und die Frage beantworten: haben Sie Urlaub oder warum sind Sie nicht an der Front?" Die blonden jüdischen Frauen hatten es da etwas einfacher.
Mein Großvater war Ford Ingenieur, und da er "wehrwirtschaftlich wichtig" war, kein Soldat. Aber er musste immer seine Papiere dabei haben und auf dem Weg in die Fordwerke musste er sie auch durchaus oft vorzeigen.

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@Dahika

Mein Großvater arbeitete bei Messerschmitt. Seine Tätigkeit war also auch "kriegswichtig" bzw. später nannte nun das sogar "siegentscheidend". Er war Soldat im WK1, für den WK2 wäre er wohl schon etwas zu alt gewesen.

Der Vater meiner späteren Schwiegermutter war der Konstrukteur des hydraulisch wegklappbaren Fahrwerks der BF109 (manchen wohl eher bekannt als Me109).

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Es wurde nach Name und Herkunft entschieden, ob derjenige ein Jude war.

Hier spielte keine rolle, ob er seine Religion auslebte oder nicht

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