Wurden Angehörige der DDR-Volkspolizei als Privatpersonen im Alltag eher gemieden, weil man ihnen nicht über den Weg traute?

4 Antworten

Ja... Da man immer aufpassen musste was man gesagt hat. Mein großvater mütterlicher seits war Jahrzehnte lang im Gefängnis wegen "staatsfeindlicher Äußerungen" meine Mutter wurde deshalb seit ihrer Kindheit streng beobachtet, schikaniert und benachteiligt obwohl sie sich nie irgendwie politisch geäußert hat und obwohl ihre Mutter und später auch sie (um weiterer Schikane zu entgehen) Parteimitglieder waren. Meine Mutter musste immer aufpassen was sie sagte un was sie tat um nicht im Gefängnis zu landen. Einmal stand in der Zeitung um 09:00 morgens das bereits 80% der Bewohner im Bezirk bereits gewählt hätten, obwohl die meisten Menschen die Wahl boykottiert hatten. Darauf hin hat meine Mutter geschmunzelt und wurde von einem zivilem Stasi Mitarbeiter zur Rede gestellt. Sie konnte sich zwar noch rausreden in dem sie gesagt hat das sie sich über die hohe Wahlbeteiligung gefreut hat, aber seit dem hat sie immer aufgepasst was sie vor wem gesagt oder getan hat.

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

so war es leider:(

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Es war wohl unterschiedlich. Allgemein war es aber wohl so, dass es den meisten Menschen gelang, zu ihren Freunden und guten Bekannten das Vertrauen zu behalten, auch wenn sie im Dienst des gefürchteten Staates waren.

Umso größer waren dann Schrecken und Enttäuschung, wenn sie nach der Wende erfahren mussten, wie groß das Ausmaß der Bespitzelung war.

Da fast alle wegen des Drucks und der schlimmen Fälle, von denen man hörte, vorsichtig mit Kritik waren, war man grundsätzlich auf der Hut; aber das Gefühl, dass auch die Staatsbediensteten im Grunde nur nach außen hin Linientreue zeigten, hat manchen in die Irre geführt.

Von einigen bestimmt. Aber man sollte auch bedenken daß das Land auch voller linientreuer Bürger war, die sicher keine bzw. eine geringe Bedrohung durch Staatsbedienstete sahen.

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