Wurde zum Monatsende gekündigt, bis wann darf ich eine Abfindung beanspruchen?

15 Antworten

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Warum bist Du gekündigt worden, wie lange hast Du dort gearbeitet, wie groß ist der Betrieb?

Es gibt keinen "Anspruch" auf Abfindung.

Abfindungen werden i.d.R. vom AG angeboten um schwer kündbare Mitarbeiter "loszuwerden", um lange Kündigungsfristen oder Kündigungsschutzprozesse zu vermeiden.

Dann gibt es noch Abfindungen im Rahmen eines Sozialplans bei betriebsbedingten Kündigungen. Dieser Sozialplan wird zwischen AG und Betriebsrat vereinbart.

Eine weitere Möglichkeit eine Abfindung zu erhalten ist der Kündigungsschutzprozess. Hier schlägt oft der Arbeitsrichter eine Abfindung vor. Meist ist das ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr.

Du kannst vom AG nichts verlangen. Wenn Du die oben gestellten Fragen beantwortest, kann man Dir evtl. sagen, ob Du bei einer Kündigungsschutzklage (so denn sie in Frage kommt) Chancen hast eine Abfindung zu bekommen.

Die Kündigung ist aus Betriebsbedingten Gründen notwendig. Starke Auftragstückgänge in den vergangenen Monaten haben zu einen verringerten Mitarbeiterbedarf geführt. Da wir keine Möglichkeit sehen, Sie an einem anderen, Ihrer Position entsprechenden Arbeitsplatz zu beschäftigen, Sehen wir uns leider in der Situation, die Kündigung aussprechen zu müssen. Aus diesem Grund! Das ist der Grund! 

Ich habe 7 Jahre dort gearbeitet.

Ca 30 man betrieb 

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@Cro1234567890

Wann hast Du denn die Kündigung bekommen? Wenn seit Erhalt der Kündigung noch keine drei Wochen vergangen sind, solltest Du umgehend Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen. Hier hast Du dann die Chance, eine Abfindung zu bekommen.

Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast oder Gewerkschaftsmitglied bist, macht das ein Anwalt für Dich. Du kannst aber auch selbst zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts gehen und Klage einreichen. Bei der Klageformulierung wird Dir geholfen und das ist kostenlos. In der ersten Instanz brauchst Du nicht zwingend einen Rechtsanwalt.

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@Hexle2

Vielen vielen dank für die sehr schnelle und hilfreiche Antwort! Die Kündigung wurde am 25.11.2015 eingereicht. Dann gleich mal los. Bevor es zu spät wird 

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@Cro1234567890

Kündigungsschutzklage muss innerhalb von 3 Wochen eingelegt werden.

Der Rechtspfleger am Arbeitsgericht wird dich bei der Abfassung unterstützen. Ein Rechtsanwalt ist nicht erforderlich. Wenn du trotzdem einen RA beauftragst, musst du ihn auf jeden Fall selbst bezahlen.

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@DerHans

@DerHans,

was Du hier schreibst ist zwar richtig, das habe ich aber ein Stück weiter oben gestern schon ausführlich geschrieben.

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@Hexle2

Danke fürs Sternchen. Hat das mit der Abfindung geklappt?

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Innerhalb von 3 Wochen Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen. Die gesetzliche Kündigungsfrist nach § 622 (2) BGB wären in Deinem Fall 2 Monate zum Monatsende, sofern die Angabe von 7 Jahren zutrifft.

Zur Betriebszugehörigkeit nach § 622 (2) BGB zählen alle Zeiten der Betriebszugehörigkeit, also insbesondere auch eine eventuelle Berufsausbildung, dazu.

Wegen der nicht fristgerechten Kündigung und der vor Gericht vom Arbeitgeber darzulegenden sozialen Rechtfertigung der Kündigung hast Du ganz gute Chancen auf eine Abfindung, wenngleich es darauf keinen gesetzlichen Anspruch gibt.


Eine Abfindung kann aus verschiedenen Gründen und auf verschiedenen Rechtswegen vereinbart werden, weswegen kein grundsätzlicher Rechtsanspruch auf eine Abfindung besteht. Zudem kann die Abfindungshöhe unterschiedlich ausfallen und auch unterschiedliche Konsequenzen für den eventuellen Bezug von Arbeitslosengeld nach sich ziehen.

Abfindungszahlungen können in einem Sozialplan oder Tarifvertrag für den Fall von Betriebsänderungen vorgesehen sein: Nach § 112 BetrVG (Betriebsverfassungsgesetz) kann ein Arbeitnehmer auch eine Abfindung erhalten, wenn ihm aufgrund einer Betriebsänderung betriebsbedingt gekündigt wird, er in einem Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten gearbeitet hat und der bestehende Betriebsrat mit dem Arbeitgeber Abfindungen im Rahmen eines Sozialplans vereinbart hat.

Da die genauen Umstände die zu deiner Kündigung geführt haben nicht bekannt sind kann auch keine genaue Aussage getroffen werden.

Betriebsbedingte Kündigung Praxis?

Ich bin krankenschwester und diabetesassistentin von Beruf und arbeite seit 5jahren in einer Praxis mit derzeit 1vollzeitkraft und 5teilzeitkräften einschließlich mir. Vor 2jahren wurde eine kollegin gekündigt weil sie mit dem AG ein Verhältnis hatte. Jetzt sind die beiden ein paar und der Chef lebt in Scheidung. Sie soll nun wieder in der Praxis anfangen zu arbeiten,weshalb mir der AG betriebsbedingt gekündigt hat. Er nannte private gründe und die auswirkung auf seinen betrieb.Er sprach am 29.9.die Kündigung mündlich zum 30.11.aus da sie dann am 1.12.beginnen wird. (Sie ist arzthelferin und diabetesberaterin(1stufe höher als assistentin bringt somit abrechnungstechnisch mehr) und wird in vollzeit beschäftigt sein)Wegen Überstunden schlug er mir dann den 31.12.vor weil ich keine Auszahlung der Stunden wünschte. Das Weihnachtsgeld dürfe ich behalten.... Vollständigkeitshalber möchte ich noch betonen dass mir nicht angeboten wurde die Arbeitsstunden aufzustocken.auch wurde eine arzthelferin im August noch eingestellt die sich noch Id probezeit befindet ( beide also die neue und seine Lebensgefährtin sind befreundet) Ist eine mündliche Kündigung in Kleinbetrieben rechtens? Und ab wann gilt sie?Das kündigungsschutzgesetz gilt ja erst ab 10mitarbeitern in vollzeit. Darf ich Abfindung verlangen bzw.welche Möglichkeiten habe ich generell noch?! Frage-Themen Kündigungsschutz auch in kleiner arztpraxis , Neubesetzung einer zuvor betriebsbedingten gekündigten stelle

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