Würdet ihr psychisch kranken Menschen ein Psychologie-Studium abraten?

12 Antworten

Zu erst einmal solltest du dein Bild eines Psychologiestudiums anpassen:

Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten (primär von Menschen), d.h. viel Statistik und wissenschaftliches Arbeiten (Experimente, Beobachtungen, Auswertungen etc)

Die klinische Psychologie ist nur ein kleiner Teil der Psychologie (die nichtmal zwangsläufig überhaupt im Studium vorkommt) und nur ein Teil sind da wieder Psychotherapeuten (eine entsprechende Ausbildung nach dem Studium steht auch Ärzten oder im Rahmen von Kinder- und Jugendpsychotherapie auch Pädagogen und Sozialpädagogen offen)

Das man da entsprechende Gedanken und Berufswünsche hat kommt häufiger vor; die Frage ist aber nur: ist dieses evtl vorübergehende Interesse, das evtl auf den eigenen Problemen sowie der Interaktion der Therapieumgebung basiert wirklich eine vernünftige Grundlage, um so ein Studium zu ergreifen?

Für den Bereich der Psychotherapie sollte man natürlich schon psychiisch stabil sein und bei einer akuten psychischen Störung ist das sicher wenig empfehlenswert, da man sich damit wohl nichts gutes tut.

Bei einer Störung die zurückliegt muss man für sich selber entscheiden, ob diese Tätigkeit sinnvoll ist oder nicht. In jedem Falle sollte man sich da aber über die eigenen Beweggründe im Klaren sein.

Danke dir :)

Ich habe mich schon ausgiebig mit Psychologie als Studiengang auseinandergesetzt und weiß, dass es nicht darum geht, Psychologe zu werden. Ich habe Psychologie auch in der Schule und dort haben wir auch viel darüber erfahren, bin also informiert^^ Trotzdem finde ich es interessant:)

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@Maily7

dann würde ich einfach mal abwarten wie das Interesse aussieht, nachdem deine Therapie abgeschlossen ist und du dein Abi hast;

dann kannst du dich ja immer noch entscheiden und überlegen, welcher Weg da der richtige für dich ist ;)

Entscheidend ist jetzt erstmal, dass deine Psychotherapie erfolgreich verläuft und du solltest dir da auch keinen Druck mit der Dauer o.ä. machen.

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@Maily7

Ne. Psychologie in der Schule bereitet dich nicht auf die Psych. vor, da irgendwie in den Schulen eine andere Psych. gelehrt wird, die mit der Psych. in der Uni nichts zu tun hat. Ich habe einmal einer Schülerin der 12. Klasse bei einer Psych.Clausur geholfen, und für sie eine 5 eingefahren. LOL. Weil halt die Psych. die ich studiert hatte, ganz anders war, als der Lehrer lehrte.

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@Dahika

Wir haben in Psychologie über das Psychologie-Studium geredet, so war das gemeint, @ Dahika :)

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Ein Psychologiestudium ist ein normales universitäres Studium eines mathematisch-neturwissenschaftlichen Faches. Da sehe ich keine oder eben genauso viele Probleme, wie bei jedem anderen Studium aus dieser Sparte auch.

Ein Psychologiesstudium ist kein Selbsterfahrungstrip. Die klinischen Inhalte sind für die meisten Studierenden seit dem Bachelor-Master-System verschwindend gering, über Psychotherapie erfährt ein Student gerade mal allgemeine Informationen.

Es macht heute auch wenig Sinn, Psychologie zu studieren, wenn man ausschließlich Psychotherapeut werden will. Zum einen ist die Chance dies zu erreichen, sehr gering (v.a. Master), zum anderen, weil man über 90% des Studiums (auch mit klinischer Ausrichtung) kaum für die Arbeit oder genauer Ausbildung zum Psychotherapeuten verwenden kann. Außerdem wird bis 2017 das PsychThG geändert und Psychologen werden nach Ablauf einer Übergangfrist dann nicht mehr psychotherapeutisch arbeiten bzw. sich nicht mehr entsprechend ausbilden können.

Ich würde auch auf den Prüfstand stellen, ob man Patienten gerecht wird, wenn man selbst zu einer psychischen Erkrankung neigt. Der Beruf des Psychotherapeuten ist recht gefährlich. Auch Psychotherapeuten, die keine prämorbiden Vulnarabilitäten aufweisen, erkranken deutlich öfter an einer psychischen Erkrankung, hier Frauen deutlich mehr als Männer, bei Psychotherapeutinnen ist die Suizidrate drei Mal höher, als in der akademischen Vergleichgruppe aus der Normalbevölkerung (Black, 1992). Auch delhalb schließt das Versorgungswerk (gesetzliche Pflichtversicherung für Psychotherapeuten) neben der Altersvorsorge eine sehr umfassende Berufsunfähigkeitsversicherung ein (was auch die monatlichen Beiträge leider recht hoch ausfallen lässt). Auch die Ansteckung von Psychotherapeuten mit Depression gilt als nachgeweisen, eine Traumatisierung bei der Behandlung traumatisierter Patienten ist sehr gut belegt, wenn das "Containing" nicht funktioniert (und dies erfordert u.a. Stabilität, Gesundheit, eine sehr hohe Affektwahrnehmng, -differenzierung und -regulation usw.).

Ich denke eine gut bearbeitete, überwundene und im Rahmen einer Selbsterfahrung nochmals sehr gründlich durchgearbeitete Erkrankung, so dass diese aus der Behandlung rausgehalten werden kann, und sofern eine ausreichende Stabilität besteht, steht dem Beruf nicht per se entgeben, sollte aber gut abgewogen werden.

Anders ausgedrückt: jemand mit anfällligen Knien und Rückenleiden sollte sich gut überlegen und sich Rat einholen, ob er Leistungsturnen betreiben sollte.

Auch Psychologen sind nur Menschen.
Also allgemein ja.
Kommt allerdings auch etwas auf die psychische Krankheit an finde ich.
Es gibt eventuell auch Krankheiten, die ausschließen, dass du dich um die Psyche anderer Leute kümmerst/kümmern kannst/sie in Ordnung bringst, wenn nicht einmal deine eigene in Ordnung ist.
Im Grunde kannst nur du selbst wissen, ob du dich zu diesem Beruf in der Lage fühlst.
Dass du dich schon mit deiner eigenen Psyche und der Lösung von Problemen...darin beschäftigt hast, kann aber auch schon wertvolle Erfahrung sein. :)

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Nun habe ich aber gemerkt, dass das Psychologie-Studium leider überhaupt nichts für mich ist. Eine Alternative dafür weiß ich aber trotzdem nicht... Ich bin die ganze Zeit am Überlegen; finde den einen Tag einen Beruf gut, der mir am nächsten schon nicht mehr gefällt.

Hier also meine Überlegungen:

Medizin interessiert mich schon super lange, allerdings schreckt mich das lange und anstrengende Studium ab. Blöderweise habe ich damals auch noch Physik und Mathe abgewählt und hatte auch Bio nur als Grundkurs. Außerdem habe ich Angst, als Arzt so viel Verantwortung tragen zu müssen. Ich interessiere mich vor Allem für Neurologie, da ich selbst einen Schlaganfall hatte. Ich könnte mir auch andere Bereiche vorstellen, wie z.B. Pädiatrie. Dann müsste ich mich jetzt schnell für den TMS-Test anmelden.

Jura finde ich auch interessant, da ich ein zweiwöchiges Praktikum im Amtsgericht und der Staatsanwaltschaft gemacht habe, was mir super viel Spaß gemacht hat. Auch hier habe ich vor dem Studium Angst, da ich von jedem höre, wie trocken und langweilig es sei und wie hoch die Prozentzahl der Studenten, die durch die Prüfungen fielen.

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Außerdem würde ich auch gerne irgendetwas Kreatives machen. Ich hätte gerne ein eigenes Schmuckgeschäft oder ein kleines Café, was ich schön einrichten würde... Meine Eltern sagen dafür bräuchte ich eine kaufmännische Ausbildung oder ein BWL-Studium?

Hat irgendjemand vielleicht einen Tipp für mich? Ich bin auch offen für neue Berufsvorschläge, falls es da noch eine Richtung gibt, die ich mit meinen Überlegungen noch nicht abgedeckt habe. :D

Schon einmal danke!!

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