Würdet ihr heute noch einmal Medizin studieren?

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1 Antwort

Moin,

meinerseits ein klares Ja. Schichtdienst und einige der vielen Schattenseiten kenne ich aus meiner vorherigen Berufstätigkeit, auch wenn diese nur bedingt einen Ausblick auf die Zukunft bieten kann, u.a. da man ja nunmal auch älter wird und damit auch allmählich die Fähigkeit, Schlafdefizite o.ä. kompensieren zu können sinkt. Zudem ist z.B. die Persönlichkeit des Menschen nicht zwangsweise ein fixes Konstrukt (z.B. ich bin ein netter Mensch und werde das auch immer bleiben) sondern verändert sich auch mit der Umwelt. Wenn diese permanentes negatives Feedback gibt, dann kann man auch auf kurz oder lang psychisch und physisch daran erkranken. Darüber hinaus sollte man auch die weiteren Aspekte des Lebens wie die Gründung einer Familie, die Berufstätigkeit des Partners etc. ebenfalls irgendwo im Hinterkopf behalten. Es gibt noch weitere Aspekte, die bei der Berufswahl definitiv nicht außer Acht gelassen und durch irgendwelche Traumvorstellungen ersetzt dürfen. Auch wenn der letzte Teil dieses Absatzes recht düster klingt, ist all dies mit einem hohen Maß intrinsischer Motivation Arzt zu sein ein eher geringes Problem.

Meine Motivation beziehe ich zum einen aus dem wissenschaftlichen Interesse, hinter den Vorhang blicken und die Vorgänge verstehen zu können als auch aus der Freude an der Arbeit an sich, der Verantwortung, die sie mit sich bringt und so weiter. Das Studium schenkt einem nichts und die Belastung nach Approbation als Assistenzarzt wird auch nicht grad weniger werden; daher auch meine grundsätzliche Empfehlung, vor Aufnahme dieses Studiums ein berufsorientierendes Praktikum in einer Klinik zu absolvieren.

Hast du sonst noch gezielt Fragen an mich? In dem Fall stell sie bitte gern! :)

Lieben Gruß ;)

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Kommentar von Coccinelle23
30.03.2016, 22:07

Vielen Dank für die ausführliche Antwort, sehr lieb dass du dir die Zeit genommen hast :) das sind alles Fragen, die ich mir auch stelle. Inwieweit man Zeit hat für Familie etc. Ich mache momentan ein orientierendes Praktikum in einem Krankenhaus und die Arbeit macht mir sehr viel Spaß! Trotzdem wirken die Assistenzärzte meist sehr gestresst, viele müssen oft 24 Stunden Dienste machen und da frage ich mich, ob in diesem Beruf noch Zeit zum leben bleibt. Ich denke das hängt alles auch stark von der Fachrichtung ab, kennst du dich da etwas aus? Fällt es dir schwer, Familie und Freunde mit dem Job zu vereinbaren? Mich würde noch interessieren, welche Fachrichtung du persönlich spannend findest :) 

LG!

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