würdet ihr eure kinder auf ein internat schicken?

8 Antworten

Man muss sich immer das Kind anschauen. Wenn ein Kind nicht glücklich ist, in einer großen Gruppe, oder viel Zeit für sich braucht, dann ist es eher eine nicht so gute Idee. Aber sonst: Ein gutes Internat bietet Chancen und Möglichkeiten, die man einem Kind zuhause nie geben könnte: bessere schulische Betreuung, viele Aktivitäten mit Gleichaltrigen - ganz nebenbei lernt man, wie man sich in einer Gruppe verhalten muss -, oft besondere Förderungen ein einzelnen Bereichen (Sport, Kunst, Musik), Erziehung zur Selbstständigkeit. DIe meisten Internate haben zwischen den Ferien regelmäßige Heimfahrtswochenenden, sodass auch die Bindung zur Familie nicht abreisst.

Zwei unserer drei Kinder sind auf einem Internat (auf der Gaesdonck). Wir sind immer wieder begeistert, wie unglaublich gut sie sich entwickelt haben, und welche Noten sie inzwischen schreiben. Und das Schönste: Seit der tägliche Kampf um die Schularbeiten weggefallen ist, verstehen wir uns richtig gut mit unseren Kindern.

Nein, eher auf die Schule eines freien Trägers (das sogar sehr gern). Aber in ein Internat nicht - dazu hatte ich meine Tochter viel zu lieb, als dass ich mich für längere Zeit und vielleicht schon in jüngeren Jahren von ihr getrennt hätte.

Diese Antwort erweckt den Anschein, dass nur Eltern, die ihre Kinder NICHT lieben, ihr Kind ins Internat geben, und das ist mehr als ungerecht. Wir haben unsere Kinder ins Internat gegeben, WEIL wir sie lieben, und wir gesehen haben, dass sie dort Chancen und Möglichkeiten haben, die wir ihnen hier nie hätten bieten können. Natürlich vermisse ich meine Jungs jeden Tag, aber ich bin auch glücklich, weil ich weiss, dass es ihnen gut geht.

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Vor ein paar Jahren hätte ich diese Frage noch kategorisch mit NEIN!!! beantwortet. Dann entwickelte sich meine Tochter auf Grund schwieriger privater Verhältnisse zur Schulverweigerin. Sie blieb sitzen, musste schließlich runter vom Gymnasium. Auch ein Stadtwechsel half nicht, das Kind war nicht dazu zu bewegen, zur Schule zu gehen. Ich suchte mir Hilfe beim Jugendamt, dort empfahl man mir das Internat. Inzwischen ist sie seit über zwei Jahren dort, kommt jedes Wochenende und in den Ferien nach Hause. Das letzte Zeugnis hatte einen Notendurchschnitt von 1,7-(das letzte hier zu Hause 5,1 !!!), unser Verhältnis ist wieder so, wie es sein sollte- Vertrauensvoll und Liebevoll! Sie fühlt sich dort sehr wohl und hat viele Freunde gefunden, ist selbstständig und glücklich. Zeitweise hatte ich das Gefühl, mein Kind im Stich gelassen zu haben, aber sie beweist mir immer wieder, daß dies eine gute Entscheidung war!

P.S.: Bei akuten Problemen finanziert das Jugendamt, bzw. die Wirtschaftliche Jugendhilfe die Unterbringung im Internat. Und um allen Unkenrufern zuvor zu kommen: Das geht NICHT mit einem Sorgerechtsentzug einher!

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