Würdet ihr eure Eltern in einem Altenheim betreuen lassen?

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17 Antworten

Das ist eine Frage, welche ich ehrlich und aufrichtig erst dann beantworten kann, wenn ich selbst in einer solchen Situation bin.

Ich selbst plädiere vehement dafür, Eltern, welche so krank sind, dass sie ständiger Betreuung bedürfen in ihrer gewohnten Umgebung zu betreuen und zu pflegen.

Zur Pflege würde ich mir (wenn ich es für richtig fände) unbedingt Hilfe holen ... Pflegedienst von "auswärts" - sprich professionelle Pflege - gegen Bezahlung.

Aber ... ein ganz großes Aber ...die Praxis zeigt immer wieder, irgendwann kommt sehr oft der Punkt, wo Angehörige (Kinder) selbst komplett am Ende ihrer Kraft (und bereits suizidgefährdet) und am Ende ihrer finanziellen Möglichkeiten sind ... und dann, dann müssen die alten, armen, sehr kranken und unendlich geliebten Eltern in eine 24 Stunden Betreuung ... in ein Altersheim vermittelt werden..

Und das ist gar nicht so selten der Fall ... und zwar auch bei Kindern und Angehörigen, welche IMMER, immer bevor die Situation einfach nicht mehr in und von der Familie selbst zu meistern ist, fest davon überzeugt gewesen sind (und dies durch ihr Handeln immer und immer wieder bewiesen haben), dass sie ihre Eltern nie fremden Menschen in einer fremden Umgebung anvertrauen würden ...

Darum kann ich nur sagen ... ich werde alles, alles mir Mögliche tun, um schwerkranke Familienmitglieder zu Hause menschenwürdig zu pflegen und zu betreuen (auch rund um die Uhr) ... aber ... ob ich das auch bis deren letzten Atemzuge kann, das kann ich nicht voraussagen.

Aber ich bin mir sicher, ich werde die nötige Kraft haben (sollte es so weit kommen, um die richtige Entscheidung u treffen).

Antidevil95 31.10.2012, 16:11

Um ganz ehrlich zu sein: Wunderbare Antwort ;-)

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zum glück oder vielmehr leider habe ich mich nicht näher mit diesem problem beschäftigen müssen, kann aber aus eigener erfahrung etwas dazu sagen: aufgrund eines unfalls, war ich einige monate nicht in der lage mich selbst zu versorgen und "landete" in einem altenheim. natürlich wird von der presse immer gern über missstände in pflegeeinrichtungen berichtet, was nach meinem empfinden ein arg verzerrtes bild der wirklichkeit ergibt (es ist einfach keine schlagzeile, wenn etwas gut funktioniert.) das heim in dem ich mich aufgehalten habe, hatte durchwegs sehr engagierte und freundliche mitarbeiter UND was mich am meisten erstaunte, eine ganz hervorragende küche, die trotz massenabfertigung durchwegs sehr ansehnliche und schmackhafte speisen servierte. wenn ich angehörige im entsprechenden alter hätte; DORT würde ich jederzeit jemanden unterbringen. bezüglich des wortes "betreuung" mußt du grundsätzlich zwei dinge unterscheiden: das eine ist die pflege, die sich auf die rein körperlichen dinge bezieht und das andere ist die "rechtliche betreuung", die die interessen des betreuten wahrzunehmen hat. die muß vom vormundschaftsgericht bestellt werden und sollte nach möglichkeit in enger absprache mit dem zu betreuenden eingericht werden. in beiden fällen halte ICH die betreuung durch familienangehörige für NICHT vorteilhaft: alte und kranke menschen werden manchmal recht ungehalten und "aufsässig", auch irgendwelche alten familieninternen fehden werden gern immer wieder ausgegraben, was im schlimmsten fall damit enden kann, dass mal ein kissen so lange "ungünstig" liegt, bis der "fall" erledigt ist. sofern die wohnung oder das haus des pfleglings groß genug ist, kann man sich ja auch jemanden besorgen, der die pflege übernimmt und falls auch nachts jmd.gebraucht wird, auf abruf im hause zur vefügung steht- ist halt alles eine kostenfrage- wozu man sich immer rechtzeitig beratung holen sollte, und entsprechende maßnahmen bezügl. der pflegeversicherung unternimmt.

Die erste Frage, die zu beantworten ist, würden die Eltern in ein Pflegeheim umziehen wollen? Wenn nein, dann ist zu klären, wann die Eltern Pflege benötigen. Morgens, mittags und abends oder mehrmals am Tag. z. B. beim Toilettengang. Bei Berufstätigkeit ist zu empfehlen, so viel wie möglich der praktischen Pflege an einen Pflegedienst abzugeben. Mit der Betreuung in Geld- und Gesundheitsfragen hat man genug zu tun. Entspannt nach der Arbeit sich um das seelische Wohl der Eltern zu kümmern ist eine sehr wichtige Aufgabe. Diese Hilfen kann man seinen Eltern auch zukommen lassen, wenn sie sich für einen Umzug in eine Pflegeeinrichtung entscheiden. Wichtig Frage. Ist die Betreuung durch eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuung geregelt? Das ist sehr wichtig, um für die Eltern handeln zu können. Infos hierzu finden Sie unter www.umsorgt-wohnen.de.

Wir - meine Familie und meine Mutter - haben meinen dementen Vater 13 Jahre zu Hause gepflegt. Erst als meine Mutter dieser Pflege körperlich nicht mehr gewachsen war, ich merkte, daß ich auf "Reserve" lief (alle unsere Familienmitglieder sind Vollzeitbeschäftigt) und verschiedene ambulate Pflegedienste nicht unseren Erwartungen entsprachen, brachten wir meine Vater schweren Herzens ins Pflegeheim. Dort hat er noch fast 7 Jahre gelebt. Heute - 4 Jahre nach dem Tod meines Vaters - muss ich sagen, es war in Ordnung so. Nochmal 7 Jahre hätte wir alle nicht überstanden. So haben wir meinen Vater täglich zeitversetzt besucht, mussten uns nicht auch noch um die Pflege kümmern und konnten ihm unsere ganze Liebe geben. Ich denke, daß es niemand leicht fällt, die Eltern in ein Pflegeheim "abzuschieben". Leider geht es manchmal nicht anders; denn eine völlig abgearbeitete Familie, die mit den Nerven am Ende ist, hilft dem Pflegebedürftigen auch nichts.

Natürlich würde ich sie in einem Altenheim betreuen lassen - warum auch nicht? Allerdings würde ich dabei dann auch nicht auf jeden Cent schauen und die billigste Unterbringung suchen!

geckobruno 31.10.2012, 14:27

es kommt leider gar nicht auf billig und teuer an - ich habe Heime kennengelernt, da zahlst du einen Haufen Geld und ich hab mich gefragt wofür? Guck dir das Personal an, die Bewohner....daran erkennt man eine ganze Menge...

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schnucki65 31.10.2012, 14:36
@geckobruno

@geckobruno DH .. meine Oma haben sie mit einem heizkissen verbrannt . :o((((

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Kullerkex 31.10.2012, 14:28

aber da hat ja auch die Pflegestufe einen beachtlichen Beitrag,nicht wahr?

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geckobruno 31.10.2012, 14:31
@Kullerkex

sicher zahlt die Pflegekasse, aber meistens muß man selbst noch einen nicht unerheblichen Betrag selber zahlen, und dann muss man auch darauf achten, was in den Leistungen des Heimes drin ist. Denn auch da können versteckte Kosten lauern...

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MK8858 31.10.2012, 15:53
@geckobruno

Mein Vater war in München in einem Pflegeheim. Das Bett im 3-Bett-Zimmer kostete 3.000 Euro. Da reicht das Geld der Pflegestufe bei weitem nicht und die komplette Rente meines Vaters ging ins Pflegeheim. Es handelte sich hier aber - trotz des Preises - nicht um einen VIP-Pflegeplatz. Extraleistungen wie Haareschneiden, Fuß- und Fingernägelschneiden usw. wurden von uns selbst übernommen, sonst hätte das nochmal extra gekostet. Außerdem taten wir das gern für ihn.

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abibremer 31.10.2012, 17:54
@MK8858

für 3000.-euro im monat könnte man sich prima auf irgendeinem kreuzfahrtschiff einmieten, hat erstklassige küche und sieht noch was von der welt.

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ritrick 31.10.2012, 19:00
@abibremer

Wenn man es am nächsten Tag noch weiß, aber dann lernt man täglich neue Leute kennen, auch nicht schlecht. Die Idee mit dem Kreuzfahrtschiff ist klasse.

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Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, da die Zeit durch Arbeit knapp ist, würde ich dies tun. Wenn ich aber genügend Zeit hätte, um mich um meine Eltern zu kümmern, ist das doch wohl Selbstverständlich!

Schwierig. Ich bewundere jeden der seine Eltern selbst Zuhause pflegt, mein Opa hatte Demenz und wurde bis zum schluss von meiner Oma gepflegt, das kann man nicht einmal so eben neben seinem Beruf machen. Es gibt ja auch sehr gute Heime, nicht überall vegetieren die Alten Leute bis zum Schluss vor sich hin, das sollte man nicht vergessen.

Wenn es wirklich nicht mehr anders geht, dann würde ich es schon machen - aber wirklich nur, wenn es nicht anders geht. Ich würde doch erstmal versuchen, noch ein paar Verwandte zu finden (Bruder, Schwester, etc) oder Freunde, die da helfen würden. Ich denke, dass so ein Altersheim nicht wirklich das Gefühl von Zuhause vermitteln kann. In manchen Situationen ist es allerdings dennoch eine bessere Alternative, da es den Eltern ja auch nichts bringen würde, von jemandem gepflegt zu werden, der eigentlich überhaupt keine Zeit hat. Die Eltern würden das dennoch irgendwie merken - auch, wenn sie unter Demenz leiden würden. Und das wäre nicht wirklich hilfreich.

ciao, kullerkex. ich bin immer wieder überrascht und interessiert an den Antworten bezüglich "Eltern" und Altenheim, Seniorenheim, wie auch immer, in Österreich und Deutschland.

Ich kann deine Frage nicht beantworten, aber dir vielleicht einen kleinen Denkanstoss geben:

Ich lebe in Italien, die Renten sind gering (für deutsche Verhältnisse eigentlich nicht existent. Sprich: - und das ist eine Realität einer Nachbarin von mir: Diese Frau arbeitete 45 Jahre lang als Fabrikarbeiterin in Venedig (Tabakfabrik) gebar 4 Kinder, ihr Mann arbeitete sein Leben lang - er starb mit 53 - er wurde als Arbeiter in der PVC-Fabrik in Mestre Lungenkrank - und "sie" erhält eine Rente in Höhe von unter 300 Euro. Es war noch in unserer "Alten" Wohnung, als wir sie husten hörten - jeden Tag, jede Nacht.... Langer Rede kurzer Sinn: Sie hatte doppelseitige Lungenentzündung, aber wegen der hohen Arztgebühren Angst, Hilfe zu suchen. Erst Nachbarschaftshilfe und Eigenintiative brachten ihr die Möglichkeit, Medikamente zu beschaffen und eine Haushaltshilfe.

Hier in Venedig wurden bereits verschiedene Privatinitiativen geschaffen, die meist über die jeweilige katholische Pfarre laufen (ganz egal, welcher Religion man angehört, hier sieht man das nicht so striktiv) - Man betreut Alte privat, und ermöglicht ihnen trotz allen Krankheitserscheinungen, so lange als möglich im eigenen Heim zu leben und sich wohl zu fühlen.

Ich hoffe, meine Antwort hilft dir ein wenig.

Hallo,

es gibt solche und solche Heime....Von meiner Tätigkeit her weiß ich, worauf ich mal achten werde, sollte es soweit kommen....

Vor allem ist es wichtig dort auch zu verschiedenen Tageszeiten vorbeizuschauen, unangemeldet, vlt. auch mit den Bewohnern und deren Angehörigen zu sprechen...

Wenn man als "Kind" arbeiten geht, seine Familie hat, dann ist es wirklich schwer zu schaffen, zumal bei den Pflegediensten auch geguckt werden muß, ob die Betreuung da ausreicht, und wer das schlussendlich bezahlt.....

Ich für mich denke, das, wenn man alles versucht hat, es aber nichtgeht, dann sollte man sich nach einem guten Heim umsehen, ja....

Such ein bisschen - und wenn du ein gutes Altenheim gefunden hast - dann spricht nichts dagegen - gerade auch bei Demenz.

Wenn ich das Gefühl hätte, dass meine Eltern dort gut aufgehoben wären - würde ich kein Problem daraus machen.

Du kannst sie ja regelmässig besuchen - und damit kontrollieren - ob alles OK ist.

Gerade wenn man beruflich stark eingespannt ist - kann man sich nur unzureichend um die Eltern kümmern.

Eine weitere Möglichkeit wäre vllt. noch die Anstellung einer ausländischen Pflegekraft.

Viel Erfolg !

Nein, habe meine Mutter 5 Jahre gepflegt (Krebs) mit allem was da auf mich zu kam und habe gearbeitet. War sehr stressig und anstrengend. Muß aber im nachhinein sagen habe es nicht bereut und würde es immer wieder tun. lg

schnucki65 31.10.2012, 14:37

@ Ann52 SUPER .... alles richtig gemacht ... ;o)

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Ich halte davon garnichts , da die Menschen dort nicht wirklich optimal versorgt werden können , und viele Pfleger einfach nicht die Geduld mit diesen armen Menschen aufbringen können oder wollen und schlichtweg überfordert sind .

Ich tendiere zu einer privaten Pflegerin wenn man selber keine Zeit dafür hat . Man muss auch immer bedenken , was man für sich selber wünschen würde .

Diese arbeiten kann man auch in der Familie aufteilen damit jeder zu seinem Recht kommt .

LG schnucki

Hallo Kullerkex!

Bei uns ist es schon geklärt, dass meine Eltern im Falle des Falles zu mir kämen. Sie haben sich früher gekümmert und später läuft es anders herum.

Oma und Opa wurden auch so versorgt.

Es ist schwierig, aber machbar. Dafür ist man eine Familie.

Schöne Grüße

Kullerkex 31.10.2012, 14:24

sehr lobenswert,wirklich. Aber haben sie keine Angst,das es sie überfordern könnte? Und was dann? Ein ambulanter Pflegedienst?

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BillDung 31.10.2012, 14:27
@Kullerkex

Angst - nein! Ich kenne das ja schon! Natürlich kann man einen ambulanten Pflegedienst dennoch in Anspruch nehmen. Zusätzlich noch eine Putzkraft und/oder Haushaltshilfe.

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Wir betreuen z.Zt. die Eltern auch noch in den eigenen 4 Wänden. Und das, obwohl wir Kinder berufstätig sind. Allerdings kommt täglich auch noch der ambulante Pflegedienst. Solange dies noch zu leisten ist, werden wir so noch weiter verfahren. Wird der Pflegeaufwand allerdings zu hoch, werden wir weitere Schritte überlegen müssen.

Deine Eltern haben das alles auch für dich gemacht , und dich nicht in ein Heim gegeben bis du Erwachsen warst

Kannst sie natürlich auch nicht betreuen lassen, liegt an dir :)

Kullerkex 31.10.2012, 14:26

die Frage ist ja,kann man das alles stemmen

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