Würdet ihr euch von jemandem trennen, weil er keine Verantwortung für sich selbst übernehmen kann?

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12 Antworten

Es ist immer eine Last, wenn der Partner zuwenig Verantwortung für sich selbst übernimmt. Wie schwerwiegend diese Last ist und in welchem
Verhältnis sie zu deiner Belastbarkeit steht, weißt nur du. Bevor du
selbst zusammenbrichst, solltest du schon eine Trennung in Erwägung
ziehen.

Andererseits, was wär das für eine Liebe, wenn sie keiner Belastung standhalten würde. Liebe ist immer auch eine Herausforderung und ein Lernprozess.

Ich habe viele Frauen kennengelernt, die ich bewundert habe. Aber verliebt habe ich mich meistens in eine, die nicht so einfach ist. Eine, mit der ich etwas zu lernen hatte, mit der ich Probleme hatte, die zu lösen waren.

Natürlich hatten sie alle auch positive Eigenschaften und faszinierende
Entwicklungmöglichkeiten, Probleme allein reichen nicht für eine
Beziehung.

So stellt sich die Frage immer wieder neu, ob es sich lohnt, eine Beziehung weiterzuführen. Gibt es Hoffnung, dass sich etwas ändert an der Belastung? Welchen Wert hat das Schöne in einer Beziehung? Gleicht es den Ärger aus ?

Reicht es aus, sich zeitweilig zurückzuziehen, wenn es zu schlimm wird? Oder lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende? Das sind alles Fragen, die du dir selbst beantworten musst. 

Danke für deine Antwort. Sie gefällt mir gut.

Ich lasse mir die Fragen durch den Kopf gehen.

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Ist mir die Person als Freund wichtig, würde ich sie auf dieser Basis nicht im Stich lassen, aber ansonsten ist niemand für einen Anderen verantwortlich, wenn man kein Elternteil desjenigen ist. LG.

Meinst du, es wäre für einen selbst ein viel zu hoher Energieaufwand, wenn man noch versucht, sich mit um den anderen zu kümmern?

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@JackySmith

Ist stets ein Energieaufwand, sich um einen Anderen zu kümmern. Wenn er, oder sie es wert ist - keine Frage, dass man das dann auch macht.

Eine gute Basis für eine Beziehung ist es erstmal nicht unbedingt, aber wenn du stark bist, für den/die Andere mit, kann er/sie sich dadurch auch wieder erholen. Diese Möglichkeit besteht durchaus.

Das muss man abwägen, je nach Situation. Zwei Depressive beispielsweise werden sich gegenseitig in den seltensten Fällen gegenseitig helfen können, ohne zusätzliche, am besten professionelle, Hilfe von außen.

Andererseits, wenn du weißt, dass Der- bzw. Diejenige es wert ist, dann weißt du doch auch bereits, was zu tun ist. Viel Kraft und Erfolg. LG.

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Irgendwie eine komische Frage...

Aber ich würde niemanden wegen soetwas verlassen. Wenn
sie allerdings nicht daran arbeiten möchte und sie sich so selbst zu stark im Weg steht, wäre das schon was schwieriger.

Aber solange sie es ändern möchte würde ich versuchen ihr dabei zu helfen. Aber das gilt für mich auch für einfache Freunde.^^

Ohne weiteren Hintergrund sind Fragen immer etwa schwierig zu verstehen. Das gebe ich zu^^

Vielen Dank, dass du mir trotzdem eine gute Antwort gegeben hast! :-)

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Würdet ihr euch von jemandem trennen, weil er keine Verantwortung für sich selbst übernehmen kann?

Ja definitiv. Potentielle Partner sind nicht dafür verantwortlich was bei anderen schief gelaufen ist und müssen das ausbaden.

Danke für deine Antwort!

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Wenn er keine Verantwortung für sich selbst übernehmen kann kann er auch keine für Dich übernehmen. Eine partnerschaftliche Basis sieht anders aus.

Das "keine Verantwortung für sich selbst übernehmen" bezieht sich meist nur auf Teilbereiche. Es schließt nicht aus, dass er in anderen Bereichen Verantwortung übernehmen kann, sowohl für sich als auch seine Partnerin.

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Wer trägt denn aktuell die Verantwortung für diese Person?

Hat sie einen gesetzlichen Betreuer? ! ?

...Wenn nicht, ist sie wohl doch eigenverantwortlich!!

Du kannst in einer Partnerschaft kurzzeitig "die Verantwortung" für den Partner übernehmen. Dies birgt jedoch längerfristig die Gefahr einer "Rollenverschiebung", die Augenhöhe gerät mehr und mehr ins Hintertreffen...

Einer trägt immer die Verantwortung, der Andere seine Gelähmtheit zur Schau - dies kann nur in die Hose gehen und ist einer Partnerschaft abträglich!

Verantwortung kann jeder nur selber tragen, für sich!

Diesbezügliche Delegationen gehen in der Regel nach Hinten los...^^

nur aus 50 % + 50 % werden 100 % ;)

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@Buddhishi

Nicht per se!
Aber im Prinzip schon!

...Mit gutem Willen auf beiden Seiten :)

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Natürlich ich will doch kein Kind um das ich mich ständig kümmern muss, sondern einen Partner der weiß was er tut und mich beschützen kann und nicht gefährden!

Dank` dir.

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Du meinst jetzt emotional gesehen und nicht wirklich körperlich gelähmt oder?

Können wir das mit Beispielen konkretisieren? Ist einfach viel zu offen gefragt. Was meinst du mit "keine Verantwortung für sich übernehmen"? Gibt er immer anderen die Schuld wenn was nicht klappt? Ist er kurz vorm Dehydrieren wenn man die Person ne Woche unbeaufsichtigt in der Wohnung lässt weil sie net ans Trinken denkt? Damit ich mir besser vorstellen kann in welche Richtung das gehen soll

Emotional gelähmt, nicht körperlich^^


Ja, sagen wir, dass er die Schuld eher von sich weist und nicht versucht, sich selbst in Gang zu setzen, um seine Situation zu ändern, obwohl es möglich wäre.

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@JackySmith

Okay, so etwas finde ich ganz schlimm. Ich kann nicht ad hoc sagen es wäre "definitiv aus", sondern mehr: Bei solchen Charakterzügen ist es fraglich dass ich mich je so weit für eine Person interessiert hätte. Aber selbst wenn bezweifle ich dass so etwas dann lange hält .Das wären Dinge die mich wirklich stören würden. Schuldabweisungen heißt für mich: es wird nie eine normale Diskussion möglich sein, in der die andere Person erkennt dass sie etwas an ihrem Verhalten ändern muss. Und besonders ungerne habe ich "jammerliesen", die nicht in die Puschen kommen etwas an ihrer - unguten - Lage zu ändern. Ich bin keine Babysitterin und ich bin keine Psychologin, ich muss es nicht berücksichtigen dass es vielleicht von vergangenen schweren Ereignissen hervorgerufen worden ist. Fakt wäre: Dieses "schlechte Verhalten" wäre noch da und die Person ist nicht willig etwas daran zu ändern (sondern führt vielleicht auch nur ständig diese schlechte Erfahrung als Grund und Entschuldigung an ohne was zu tun). Führt zwangsläufig zum Aus. Früher oder später

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@Kirschkerze

Schwer das so nachzuvollziehen, wenn dahinter eine so liebe Person mit so viel Potenzial steht^^

Alles in allem ist es ein schwieriges Verhalten, definitiv. Ohne Sicht auf Änderung dessen ist die Situation umso schwieriger... das hast du Recht.

Vielen Dank für deine Sichtweise! :)

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Ja. Denn so ein Mensch will nicht an sich arbeiten, schiebt anderen stets die Verantwortung zu, will sozusagen stets im Rollstuhl geschoben werden, statt selbst zu laufen. (Achtung: das ist eine Metapher!)

Auf die Dauer gesehen hält das keine Beziehung aus.

Meine Zarte ist mir so plötzlich einfach weggestorben. Hätt sie das überlebt, sie würde an Schläuchen liegen und ich wäre bei ihr. Das ist Fakt.

Wir waren fast vierzig Jahre verheiratet, Streit gab es wie überall, aber wir standen zusammen. Solche Partner mag ich. Es ist schwer, solche zu finden.

Mach es Dir nicht zu einfach, dafür ist das Thema zu schwierig.

Schön, das so zu lesen :)

Zu einfach werde ich es mir nicht machen. Keine Sorge.

Ich danke dir für deine Antwort.

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@JackySmith

Das "schön" bezieht sich darauf, dass ihr so eine starke Bindung zueinander hattet.

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Manchen dürfte es schwer fallen damit umzugehen. Der Partner hat somit große Verantwortung und muss ihn helfen / pflegen.
Ich hab damit keine Erfahrung..
Ich finde es ist kein Trennungsgrund, wenn der Rest gut klappt. Man liebt diese Person ja für ihr Inneres und es schön seine Zeit mit der Liebsten zu verbringen, egal wie der Umstand dies bezüglich ist.
Aber man hat eben Verantwortung, wo man mit klar kommen muss, was bei psychischen Erkrankungen noch schlimmer sein kann.

Eine leichte Situation ist es auf alle Fälle nicht. Das hast du Recht. Dann wäre es wohl am besten, wenn man selber gut stabil ist in dieser Situation, oder?

Vielen lieben Dank für deine Antwort! :)

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Ja, direkt.

Ok, danke dir.

Könntest du deinen Standpunkt vielleicht noch für mich begründen?

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@JackySmith

durch vergangene schmerzhafte Erfahrungen diesbezüglich gelähmt

Aber deswegen gehe ich doch nicht noch 70/ 60/50/40 Jahre gemeinsam durch's Leben und habe dann auch noch immer Verständnis dafür. Geht mir zu weit.

Würde ich mich in einem solchen Falle trennen, muss der Ex-Partner sich entwickeln, wenn ihm etwas an dem Partner liegt.

Durch diese Konfrontation wird der Weg des Verlassenen frei zu einer inneren Emanzipation.

Es gilt dann:

Solch einem Mensch neu zu begegnen könnte dann wieder (vorausgesetzt, es hat eine Entwicklung stattgefunden) zu einem Neuanfang führen.

Begründung für meine Haltung:

Bleibt man in der alten Beziehung drin, pflegt man eine in meiner Wahrnehmung "gestörte" Partnerschaft. Einer gibt, der Andere nimmt, meistens bleibt jeder in seiner Rolle.

Das wird, nein, das ist bereits eine Co-Abhängigkeit: Man liebt sich nicht.

Härter formuliert: Man braucht sich.  Und man wird gebraucht.

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Jeder Person möchte jemanden haben, der für einen da ist. Gelähmte wollen auch lieben. Wenn der Partner die nötige Kraft aufbringen kann, ist es kein Trennungsgrund. Es gibt ja auch Hilfen vom Staat.

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