Würdet ihr euch ebenfalls in solch einem Fall (siehe unten) für den Selbstmord eures Freundes schuldig oder versagerisch fühlen?

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9 Antworten

Hallo,

eine traurige Geschichte.

Ich würde mich an Deiner Stelle mal fragen,ob diese Person X überhaupt in der Lage war,eine Beziehung,egal welcher Form, zu führen. So wie ich das auffasse, hatte diese Person mit sich selbst enorme Probleme und ich frag mich weiter,ob sie in therapeutischer Behandlung war.

Leider ist es auch Fachleuten nicht möglich,eine Garantie zu übernehmen, dass sich jemand nicht suizidieren wird.

Jemand,der wirklich aus dem Leben scheiden will,wird Mittel und Wege finden,dies zu tun-egal,was man mit ihm anstellt.

Vor kurzem hat sich ein Freund von uns 1 Tag nach der Entlassung aus der psychiatrischen Klinik,in der er mehrfach und über Jahre wegen bipolarer affektiver Störung behandelt wurde,umgebracht.

Ich würde mich an Deiner Stelle sicherlich sehr betroffen aber nicht schuldig fühlen.

Alles Gute Dir!

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Vermutlich würde ich mich schuldig fühlen, ja. Aber nur, weil ich vorher viel in die Beziehung "investiert" hätte mit entsprechenden Erwartungen auf "Belohnung". Und dann kommt am Ende das absolute Gegenteil bei raus...

Das ist aber nur Theorie und Erklärung für das Schuldgefühl, wenn ich mich in Y hineinversetze. Deshalb antworte ich jetzt als "Außenstehender" direkt an die "Schuldperson":

Nein, natürlich trifft dich keine Schuld. Äußerlich betrachtet hast du nichts falsch gemacht. Du hast sogar Bedingungen geschaffen, die einen Suizid eher verhindern. Die "Schuld" existiert einzig und allein in deinem Kopf. Es ist dein eigener, innerer Konflikt und hat nichts mit den äußeren Ereignissen zu tun:

Du hast dich viel zu sehr für die "Beziehung" verbogen in der Hoffnung, X zu "retten". Hast dich also völlig mit der Retter-Rolle identifiziert. Ein vergebliches Unterfangen, denn der Retter erwartet Anerkennung für seine "heldenhafte" Aufopferung. So sind Enttäuschungen und Schuldgefühle schon vorprogrammiert.

Eine mögliche Lösung für das Dilemma wäre, wenn du dich selbst "rettest", indem du auhörst, den Retter zu spielen. Mach dich unabhängig von der evtl. Belohnung für deine Taten und handle möglichst spontan, ohne Erwartungen. Nur das ist echte Hilfsbereitschaft ohne Verstrickung in die Täter/Opfer/Retter-Dynamik.

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Ausführliche Erläuterung der Frage war nötig – Danke für Umfang und Ausführlichkeit. Ich lese nun jedoch nicht auch noch alle Antworten – bitte entschuldige. Dennoch möchte ich antworten.

NEIN, nein, nein und nochmals: NEIN! Die vorgestellte Person Y (vermutlich darf ich sie so verplatzhaltern) trifft KEINE Schuld. Und JA, ja und ja: Vermutlich würde jede/jeder andere in einer ähnlichen Situation sich ebenfalls schuldig fühlen.

Gewiss hat Y subjektiv alles getan, um X aus dem Loch zu ziehen. Und offensichtlich hat Y das auch so angestrengt und bemüht getan, dass „Fehler“ sich häuften. VOR ALLEM aber KANN (!!!) Y gar nicht das „Richtige“ getan haben, weil Y nicht verstanden hatte, in welcher Situation X sich befunden hat.

X hing der alten Beziehung noch an, weil für X in jener Beziehung hinreichend Kompensation stattgefunden hatte, um der Person X über den inneren Schmerz hinwegzuhelfen. Bewältigt aber wurde dieser Schmerz im Rahmen jener Beziehung (vermutlich) NICHT. Es ist noch viel schlimmer: Dieser Schmerz KANN nicht bewältigt werden. X kann lernen, damit zu leben – oder muss so oder so daran sterben. Und da nun nicht anders (etwa durch eine verheerende Erkrankung als sekundärer Ausdruck des inneren Schmerzes), war „so“ eben der Suizid. Das klingt nun kalt, ist aber so gar nicht gemeint. Denn so einfach ist mit dem Problem dieses Schmerzes nicht verfahren: Erkannt – behandelt – verheilt? Wenn Du die psychischen Probleme vergleichst mit neueren Erkenntnissen der Hirnforschung, dann wird sehr leicht klar, dass frühe Schädigungen an der kindlichen Seele ebenso irreparable Schädigungen im Hirn verursachen können, wie extreme, traumatische Einzelereignisse. D.h.: Der Schmerz bleibt IMMER – und ist Teil von X Leben. Das Unverständnis der Umwelt aber wird irgendwann zum Auslöser des Suizides – nicht der Schmerz selbst. Denn Verständnis schafft Perspektive – Unverständnis aber bedeutet Isolation.

https://www.gutefrage.net/frage/wie-hilft-man-jemandem-der-selbstmord-begehen-will#answer1100101
Schau Dir meine Antwort auf die verlinkte Fragevon 5thElement an. Ggf. hilft es Dir, der suizidalen Problematik näher zu kommen.

Wenn Du den Schmerz besser verstehen möchtest, dann tue Dir einmal ein Buch von Arthur Janov an. Von dem findest Du noch immer das eine oder andere Buch als preisgünstiges Taschenbuch. Er war ein durchaus umstrittener Psychotherapeut – aber mit seinem primärtheoretischen Ansatz hat er eine Sicht auf die menschliche Psyche eröffnet, mit der er übrigens trotz aller Umstrittenheit keineswegs allein dasteht!

Janov ist seine Primärtherapie recht radikal angegangen. Es gibt sanftere Wege, mit dem Ansatz umzugehen. Aber Gesellschaft möchte schnell vorzeigbare „Erfolge“ der Sozialisation haben – und das geht über andere Therapieformen nicht effektiver, sondern erkennbarer.

Zur Richtigstellung muss ich noch erläutern: ICH nenne Janov’s Ansatz den „primärtheoretischen“. Er selbst jedoch hatte sich niemals darum bemüht, wissenschaftlichen Erforderlichkeiten zu genügen – und hat deshalb selbst NIE von einer „Theorie“ gesprochen!!!

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Hallo,

ich arbeite das mal ab.

Die Person hängt noch an der Ex und trauert dieser noch offen in der jetzigen Beziehung nach.

Somit ist der neue Partner nur ein Notstopfen und seelischer Mülleimer, was extrem unfair und egoistisch ist.

Geistig überlegen? Na ja diese Person mag von vielen Dingen eine Ahnung haben, aber dafür hat der andere auch seine speziellen Gebiete, wo er punkten könnte.

Es zeigt aber, das diese beiden Personen überhaupt nicht zusammen passen und wenn sich jemand über den anderen erhebt oder glaubt weas besseres und Klügeres zu sein, hatte das nie einen Nährwert.

Hat oder hätte diese Person den Suizid begangen, dann wäre der Partner bestimmt nicht daran schuld oder sollte sich schuldig fühlen.

Derjenige welcher den Suizid begangen hat oder vornehmen möchte, handelt eigenverantwortlich und vollkommen selbstbestimmt. Manche sind ja halt krank aber auch an dieser Krankheit trifft keinen Dritten die Schuld. 

Weder beim ex Partner, noch dem aktuellen Partner.

Schätzungsweise ist es sehr oft gewollt, das nach einem Suizid die Hinterbliebenen sich schuldig fühlen sollen.

Es war und ist die freie Entscheidung eines Menschen sich aus der Welt zu stehlen und niemand sollte sich da einen Kopf drum machen, was man falsch gemacht hat (Ausnahme beim Mobbing oä.aber auch da gibt es Hilfe, wenn man denn will).

Viel zu oft versucht man das verhalten von Menschen zu entschuldigen oder zu rechtfertigen, statt es nüchtern als das zu sehen was es ist.

Damit sollte man in seinem Leben konsequent sein und dann stellt sich so eine Frage erst gar nicht.

LG

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Kommentar von putzthiernur96
02.02.2017, 21:09

Sich schuldig zu fühlen ist eine logische Reaktion wenn man von der oben genannten Frage ausgeht. Aber einen trifft keine Schuld. Die die anderen schaden wollen mit Schuldgefühlen für ihren Suizid, begehen ihn eigentlich nie. Man begeht ihn vermutlich meist einfach aus einem eigenen Konflikt. Also schuldig ist trotzdem niemand. Sonst stimm ich dir völlig zu, hätte ich auch so geschrieben. :)

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Wenn diese Person wirklich eine echte Depression hatte, kannst Du gar nichts dafür und musst Dich auch nicht schuldig fühlen.

Mir ist mal was in der gleichen Richtung passiert. Eine Kollegin lud mich zum Abendessen bei sich ein, ich hatte irgendwie keine Lust und rief sie an, um es zu verschieben.

Am nächsten Tag erfuhr ich, dass sie sich umgebracht hatte. Ich hatte auch ein Riesenschuldgefühl, vielleicht hätte sie es ja nicht getan, wenn sie die Gelegenheit gehabt hätte. mir ihr Herz auszuschütten. Ich weiß bis heute nicht, welche Probleme sie hatte, dazu kannte ich sie nicht gut genug. Aber Dinge geschehen eben, und abwenden kann man sie manchmal nicht. Sich zu quälen macht sie auch nicht ungeschehen.

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Ich würde mich wohl schlecht fühlen, aber nicht schuldig. Das geht nicht spurlos an einem vorbei, aber die Ursache liegt in der Person selbst 

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Nein, denn es zwingt ja niemand X, sich mit mir abzugeben.

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Du bist garnix schuld, es gibt menschen mit deprisionen die so sind aber die haben psychische probleme.

selbst wenn er sich wegen dir umgebracht hat nicht deine schuld da du dich nicht für X verstellen kannst.

Gib dir nicht die schuld bitte denn du kannst überhaupt nix dafür oder dagegen machen.

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Ok, ich glaube das du m und deine Freundin w ist.
Ich habe keine Beziehung und hatte auch noch keine. Aber wenn man das so höht, höher es sich so an als ob du dich bemühst mit ihr was schönes zu machen und dann ihrgentwann an den pc gehst und was weiß ich zockst.
Da würde ich mich als Mädchen auch bisschen verascht fühlen.
Aber da ich deine Freunden/Freund nicht kenne kann es ja auch ein geistliches Problem gewesen sein.
Rede da aufjeden Fall mit jmd. drüber und lass es nicht in dich hinein fressen, weil sonst werden die Schuld Gefühle schlimmer und das ganze Leben geht Berg ab. (Meine erfährung)

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