Würdet ihr einer Bank Geld bezahlen damit sie euer Geld verwalten?

Das Ergebnis basiert auf 65 Abstimmungen

Ich bezahle dafür nicht und finde eine andere Lösung. 57%
Ich würde die Gebühren bezahlen und das Konto behalten. 28%
Sonstige Meinung zu dem Thema. 15%

35 Antworten

Sonstige Meinung zu dem Thema.

Hi! Man darf hier nicht die Reihenfolge verwässern. Erstens gibt es Negativzinsen schon seit mehreren Jahren, nur haben die Banken das bis letztes Jahr nicht an die Kunden weitergegeben, weil man tatsächlich immer noch Geld mit der Geldanlage verdienen konnte.

Das zweite Thema: wie verdient eine Bank Geld: im wesentlichen durch drei Säulen:

1. Durch das langfristige Ausleihen von Krediten zu einem höheren Zinssatz als das was sie für Einlagen bezahlen. Wir reden hier insbesondere von Baufinanzierungen. Aber hier ist der Zinssatz vielfach unter 1 Prozent gefallen, das reicht oft nicht um das Darlehen kostendeckend heraus zugeben. Sprich diese Erträge sind weitgehend weggefallen.

2. Durch Eigenanlagen: hier erzielt man wie der Kunde selbst auch kaum noch Erträge, weil das Zinsniveau so niedrig ist, also auch hier Ertragseinbruch.

3. Durch Provisionen aus Vermittlungen an Bausparkassen und Versicherungen und aus den Kontoführungsgebühren, aber das rettet die Bank insgesamt nicht, weil jeder glaubt alles müsse kostenlos sein.

Und für jeden Euro mehr, den die Kunden jetzt auf ein Konto einzahlen steigt der Negativzinsaufwand für die Bank. Wenn die Bank könnte, würde sie das Thema nicht in die Hand nehmen, aber das wirtschaftliche Umfeld erfordert das. Das Schliessen von Zweigstellen oder Serviceeinheiten hat nichts damit zu tun, sondern ist eine Reaktion auf das Kundenverhalten, denn Zweigstellen kosten Geld und die Zeiten, zu denen man genug erwirtschaftet hat, um defizitäre Geschäftstellen doch zu unterhalten sind leider vorbei.

Zusammengefasst: Negativzinsen sind wie so vieles andere, mit dem man sich heute rumärgern muss nicht der Wille der Bank vor Ort sondern der von Politik und Ezb. Natürlich ist das ärgerlich aber Du wirst heute kaum noch eine Bank finden, die Neugeschäft ohne NZ macht. Ist leider so. Gruss

nicht der Wille der Bank vor Ort sondern der von Politik und Ezb.

Schuld ist die Einführung des EUROS (politisch durchgedrückt) für viel zu viele Länder, die wirtschaftlich überhaupt nicht zusammen passen! Ein totaler Schildbürgerstreich - Auf Warnungen von Experten, Fachleuten, Uni-Professoren wollte man nicht hören. - Ihre Klagen wurden mehrfach abgeschmettert!

Es ist fast so, als müsste beim Boxen das Federgewicht (51kg) gegen das Schwergewicht (91kg) in den Ring steigen. (Keine reelle Überlebenschance)

Für Deutschland ist der Euro viel zu "weich" - und erreicht dadurch immer wieder gigantische Exportüberschüsse.

Für Griechenland, Italien, usw. ist der Euro viel zu "hart" - sie versinken immer mehr im Schuldensumpf - sind praktisch pleite, können nur noch überleben, weil die EZB den Leitzins auf Null gestellt hat! - Sie fast keine Zinsen für ihre Schuldenberge zahlen müssen.

Vor der Euro-Einführung in den 90ern bekam man für das 6 Jahre gebundene Kapital- oder Vermögenssparbuch noch bis zu 7;5% Sparzinsen!

Jetzt bekommt man entweder gar keine Zinsen, oder man muss fürs Geld noch Verwahrgebühren zahlen. - Noch kann man sich dagegen wehren - das Geld von der Bank holen - das Bargeld zuhause verwahren.

Um diese Geld-Flucht-Möglichkeit zukünftig auszuschließen, wird eifrig an der Bargeldabschaffung gearbeitet!

  • Einführung des Basiskontos für Jedermann (auf für Obdachlose, Asylwerber usw.
  • Abschaffung des 500 Euroscheins.
  • Immer weiteres herabsetzen der Bargeldobergrenze usw. usf.

Ist das Bargeld erst mal weg, können die Banken und auch der Staat, mit uns Bürgern machen was sie wollen!

Abbuchen von Negativzinsen und Spesen in beliebiger Höhe. Aber auch zB. von Solis bezüglich Schuldentilgens o.ä.m. für den Staat usw.

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Schulbücher gehen anscheinend immer noch davon aus, dass Banken für ein Guthaben wenigstens so viel an Zinsen zahlen, dass die Inflation und die Kosten aufgewogen werden. Das ist aber längst nicht mehr der Fall.

Daher verdienen die Banken heute hauptsächlich daran, Gebühren zu erheben. Dein Geld verwalten sie zwar gerne aber die Gewinne die dabei erzielt werden, streichen sie lieber selbst ein.

Schade. Scheint als hätten die Banken dann vergessen wer ihnen es überhaupt ermöglicht ihre Geschäfte zu machen. Scheinbar ist es so selbstverständlich geworden dass sie sich nicht mehr um die Gunst von Kunden bemühen müssen.

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@Neyocife

Noch in die 70er Jahre hinein zahlten viele Firmen (vor allem die, die sowieso viel Bargeld einnahmen), noch die Löhne in einer Gehaltstüte. Da war von Kontoführungsgebühren überhaupt noch keine Rede. Die wurden erst eingeführt, als den Arbeitnehmern gar keine andere Möglichkeit blieb, als ein Konto zu eröffnen. Da wurde das verbleibende Guthaben, selbstverständlich auch verzinst.

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@DerHans

Hmm. Enttäuschend. Diese Art von Zwang sollte es nicht geben. Vermutlich wird es Zeit für ein neues System. Danke für deine Antwort.

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@Neyocife
Scheinbar ist es so selbstverständlich geworden dass sie sich nicht mehr um die Gunst von Kunden bemühen müssen.

Du kannst nur Geschenke machen, wenn Du auch etwas zu verschenken hast…

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Ich würde die Gebühren bezahlen und das Konto behalten.

Banken erbringen Dienstleistungen (Kontoführung, Abwicklung des Zahlungsverkehrs, Beratung) und dafür dürfen sie ein Entgelt verlangen. Bisher war das nicht erforderlich, weil sie über Zinsgewinne genug verdienen konnten. Das ist aber nun seit mehreren Jahren nicht mehr der Fall. Nur hatten sich inzwischen hatte sich alle daran gewöhnt, dass sie die Kontoführung kostenlos erhalten und jetzt kommen die Aufschreie.

Mir erschließt sich diese Diskussion ehrlich gesagt nicht so ganz. Denn es ist ja z.B. völlig normal, an Mobilfunkanbieter, Streamingdienste, Gamingplattformen, Spotify, Kindle, Audible und ähnlichen Anbieter monatlich Gebühren zu zahlen. Rechnet mal aus, was da monatlich zusammenkommt. Und das für ein Angebot, das sehr hohe Skalierungseffekte hat. Aber die 5 € für die Abwicklung eines zuverlässigen und sicheren Zahlungsverkehrs und die damit verbundenen Beratungsleistungen sowie Bereitstellung von Infrastruktur wie online-banking, Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker werden moniert. Noch gibt es auch Filialen mit Beratern, die finanziert werden müssen.

Ich finde es völlig in Ordnung, je nach Service- und Leistungsangebot gestaffelte Gebühren zu zahlen und für ein reines Online-Konto ohne Beratung oder persönlichen Ansprechpartner auch mal gar nichts. Aber den Banken generell die Berechtigung für die Berechnung von Gebühren abzusprechen ist für mich nicht in Ordnung.

Das Verwahrentgelt ist ja etwas anderes, da geht es um hohe Beträge auf dem Konto und diese Negativzinsen kann ich vermeiden, indem ich das Geld, wenn ich denn so viel zur Verfügung haben sollte, anderweitig anlege.

Danke für deine Antwort. Mir hatte sich diese Frage gestellt, weil die Banken ja das Geld der Kunden als Material für ihre Geschäfte nutzen. Also für Investitionen, mit denen sie Gewinn machen und die Kunden dabei minimal am Gewinn durch Zinsen beteiligen.

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@Neyocife

Die Banken können mit dem Geld der Kunden auf dem Girokonto oder Tagesgeldkonto nichts mehr anfangen, weil sie am Markt weder für Anlagen noch für Kredite ausreichend Zinsen dafür bekommen und bei der Bundesbank selber Strafzinsen zahlen müssen.

Investitionen ist an der Stelle ein etwas missverständlicher Begriff, denn die Banken dürfen von dem Geld z.B. keine Aktien kaufen, um Gewinne zu maximieren. Es gibt Vorschriften, in welchem Umgfang welche Art von Kundengeldern wofür verwendet werden dürfen.

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Ich würde die Gebühren bezahlen und das Konto behalten.

Für den Zahlungsverkehr ist ein Konto unerläßlich und die Verwahruung größerer Geldsummen im eigenen Zuhause stellt mangels ausreichend möglichen Eigenschutz bei häuslichen Überfällen oder Einbrüchen ein gewisses Risiko dar.

Die Spaltung der Gesellschaft in arm und reich fördert dieses Risiko durch den fortgesetzten Zuzug von immer mehr Armut in staatlicher Alimentation.

Ich bezahle dafür nicht und finde eine andere Lösung.

Solange es Banken gibt, die für die Kontoführung nichts verlangen, nutze ich dies. Ansonsten ist es schon richtig, dass die Banken für die Dienstleistungen, die sie erbringen, Anspruch auf eine adäquate Geldleistung haben.

Danke für deine Antwort.

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