Würdet Ihr einen Bluttest durchführen lassen, um festzustellen, ob Euer Kind behindert sein wird und es dann ggf. abzutreiben?

Das Ergebnis basiert auf 34 Abstimmungen

Ja 52%
Nein 35%
k.A./Sonstiges 11%

21 Antworten

Nein
  1. Ich finde es steht uns nicht zu darüber zu entscheiden, wer leben darf und wer nicht.
  2. Es gibt viele falsch positive Ergebnisse. Es müsste dann trotzdem noch eine Fruchtwasseruntersuchung gemacht werden, bei der dann ein Risiko besteht, dass ein gesundes Kind durch eine Fehlgeburt abgeht.
  3. Ein Bluttest ist keine Garantie auf ein gesundes Kind. Nur ca. 5 % aller geistigen Behinderungen gehen auf genetische Ursachen zurück. Der Rest entsteht durch Komplikationen unter der Geburt sowie Unfälle und Krankheiten nach der Geburt.
Nein

Ich bin bekennender "Pro-Choicer", habe mich allerdings trotz "Altersindikation" (37 und 39 Jahre) bei meinen geplanten Schwangerschaften bewusst gegen jegliche Pränataldiagnostik entschieden, wohl in dem Wissen, auch ein behindertes Kind physisch, psychisch, finanziell, partnerschaftlich und lebensplanerisch "stemmen" zu können.

Aber ich habe auch jedes Verständnis dafür, wenn sich eine Frau das eben nicht zutraut.

Ich wünsche niemandem, je eine so qualvolle Entscheidung treffen zu müssen, sich gegebenenfalls für oder gegen ein behindertes Wunschkind zu entscheiden.

Wenn es denn aber so ist, kann ich nur hoffen, dass die Frau Unterstützung, Respekt und Verständnis erfährt.

Alles Gute für dich!

Ja

Ich wurde im Bio-Unterricht der 9. oder 10. Klasse von Mitschülerinnen fast gehängt deswegen, aber ich würde es machen, um dem Kind das Leid zu ersparen.

Ein Mensch, der so stark behindert ist, dass er keinerlei Lebensqualität hätte bzw. sein Leben lang auf Hilfe angewiesen sein würde bis er eines Tages irgendwo in einem Heim oder einem Bett, das er nie verlassen hatte buchstäblich verreckt oder der überall nur blöde begafft wird, weil er stark behindert ist, sollte diese Schmach nicht erleben müssen und seine Eltern sollten das auch nicht. Aus dem Holz sind Geschichten, die Beziehungen und Familien zerstören, Menschen an den Rand des Wahnsinns treiben und ganze Lebensläufe zerstören.

Auf mir haben schon genügend rumgehackt, weil ich ein sehr ruhiges Kind und ein ruhiger Teenager gewesen bin und weil ich beim Opa aufwuchs - das war schon hart und es ist 20-25 Jahre her; ein Kind, das heute aufwächst und dann noch behindert ist, hätte keine Ruhe, weil es nicht der Norm entspricht und würde entweder "therapiert" werden, bis alle inklusive den ELtern am Durchdrehen sind, oder in einer Werkstätte weggesperrt werden, weil für solche Menschen entgegen allem hohlen Gefasel von Inklusion kein Platz ist. Ich bekomme es doch bei einer Freundin (auch 28 wie ich), die im Rollstuhl sitzt und beidseitig Oberschenkelamputiert ist, doch letztlich auf ähnlichem Niveau mit: Sie ist nur körperlich behindert, aber wie man sie oft "abtut" spottet jeder Beschreibung; einerseits reden alle von Inklusion und dem "Wert behinderter Menschen", von denen man ach so viel lernen könnte ... und dann kriegt sie nur deswegen eine Arbeit, weil jemand im engen Freundeskreis sich selbstständig macht und eine Büroangestellte sucht, ihr diese Chance gegeben hat - alle Firmen, die immer nur redeten, ließen sie zappeln oder stellten ihr im Vorstellungsgespräch blöde Fragen wegen dem Rollstuhl und ähnlichem, bis es uns gereicht hat.

Vor Jahren gab es hier in der Zeitung zu dem Thema auch mal einen Leserbrief eines hochbetagten Mannes Ü70, der ein behindertes Kind hatte und zuhause in Eigenregie pflegte -----> sinngemäß schrieb er, das behinderte Kind wird ein Leben lang das Sorgenkind bleiben und auf dem Sterbebett wäre die einzige Sorge die, was aus dem Sorgenkind wird. In diesem Fall, den ich sogar kannte war es so, dass das schwerstbehinderte Kind mit etwa 50 Jahren starb, der Senior lebt meines Wissens sogar noch.

So weit muss man auch denken, denn wir bleiben alle nicht jung und die Kinder bleiben es auch nicht.

Beruflich habe ich zudem 2-3mal pro Jahr mit der "Lebenshilfe für geistig Behinderte" zu tun und das, glaubt mir, sind die depressionsförderndsten und schlimmsten Termine für mich im ganzen Jahr und im ganzen Berufsleben. Leider lässt sich das nicht ganz vermeiden, aber was ich da sehe, ist so entsetzlich und zermürbend, dass ich nach wie vor zu meinem damaligen Oberstufen-Biounterrichts-Entschluss stehe. Manchmal denke ich mir ... würde ich heute Jugendlicher sein, wäre ich vllt. auch bei denen gelandet, nachdem damals alle sagten ich wäre zu ruhig und zu introvertiert für eine Lehrstelle - die ich dann doch auf Anhieb erhielt. Aber egal, man denkt halt oft nach...

Schönes Wochenende.

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