Würdet ihr der Aussage zustimmen: "Die Moral passt sich dem Fortschritt an"?

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8 Antworten

Hi,- zuerst wäre es wichtig, Moral von Ethik zu unterscheiden um eine Grundlage für die Klärung zu haben was man eigentlich unter (gesellschaftlichem)  "Fortschritt versteht. Aktuell erleben wir, dass deine Frage so wie sie gestellt ist mit ja beantwortet werden muß da Moral als Psychologie des Lebensalltages eher eine emotional getragene Konvention innerhalb einer Gruppe zu den geltenden Verhaltensregeln und -erwartungen ist.

Betrachtet man das Ganze jedoch auf der Grundlage der Ethik als logische Formulierung von Rechtsnormen (z. B. Menschenrechte) müssen wir feststellen, dass sich die Lebenssituation der Menschen diesen nicht annähert sonder aktuell wieder davon entfernt. Insofern haben wir auch keinen Fortschritt sonder eine Phase des Rückschritts und in diesem Zusammenhang auch eine entsprechende (Un-) Moral, z.B. als "sozialer Kanibalismus" auf der Grundlage einer kognitiven und emotionalen Verelendung "globalisierter" Individuen.

Deine Gedankenverengung auf "Genetik" und Selektion hat mit diesem Thema nur beispielhaft zu tun.

Gruß

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Ich bin durchaus der Meinung, dass sie die Moral anpasst.
Im späteren Mittelalter war es verpöhnt, Menschen zu sezieren, aber über die Zeit hinweg haben Menschen immer wieder die Anatomie untersucht bis sich dieser Umstand nicht mehr aus unserer Gesellschaft herausdenken lässt.

Ich denke aber nicht, dass es irgendwann eine Diskriminierung geben wird, denn mit dem Fortschritt werden auch die Produkte günstiger und für viel mehr Menschen nutzbar.
Ich glaube, dass das Thema Genetik auch mit dem Thema Bionik und dann auch mit Augmentierungen zu tun haben wird.
Momentan sind wir aber auch sehr mit künstlicher Intelligenz beschäftigt, die meiner Meinung nach praktischer wäre als ein "Sklavenmensch", denn sie ist wesentlich früher nutzbar und weniger kostenintensiv.

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Theoretisch kann man das alles heute schon machen. Und es besteht durchaus die Gefahr, dass in dieser Hinsicht irgendwo auf der Welt geforscht wird. Diese "Sklavenarbeiter", von denen Du schreibst, wird es vermutlich nicht geben, da die Modifikationen den Menscheb nicht soweit "verbessern" würden, dass er Maschinen übertrifft. Eher würde man versuchen, "Schönheit, Intelligenz, allgemeine Gesundheit" zu verbessern.

Völlig ausgeblendet wird bei dieser isolierten Fragestellung jedoch der Bereich der Ethik. Diese begrenzt die Möglichkeiten der Wissenschaft, da sie - basierend auf gesellschaftlichem Konsens - vorgibt, welche Art genetischer Manipulationen erlaubt sind. Die Parameter können sich jedoch im Laufe der Zeit verändern, so dass ein Restrisiko für die Durchsetzung verrückter wissenschaftlicher Entwicklungen bleibt.

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Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft sind ständig im Fluss, sind sich wandelnde Prozesse. Was man davon als Fortschritt wertet, ist bereits umstritten. Soweit sie faktisch sind, reagieren die Menschen in ihrem Verhalten darauf und werten. Diese Wertungen münden in Moral und Ethik, d.h. in einer sich wandelnden Gesellschaft wandeln sich auch ständig Moral und Ethik zumindest in Form einer Neubewertung der neuen Potentiale. Das ist nichts Neues. Was in der Tat immer wieder unterschätzt wird ist, dass alte Wertungen oder Strukturen auch in die Gestaltung neuer Entwicklungen einfließen. Ob nur die Reichen eine größere Verfügbarkeit haben, halte ich für eine vorurteilsbeladene Kurzsichtigkeit. Über Verfügbarkeiten können viele Faktoren entscheiden, z.B. Parteizugehörigkeit, Religionszugehörigkeit, Zugehörigkeit zu bevorzugten Gruppen usw.. Manchmal ist Reichtum auch nur Ausdruck dessen, dass man aktuell zur bevorzugten Gruppe gehört. Reich sind z.B. in China aktuell Funktionäre und ihre Kinder. Millionäre sind in Moskau ehemalige Funktionäre, die sich Volksvermögen unter den Nagel gerissen haben. Reichtum kommt nicht von ungefähr. Da ist immer die Frage, welche Leistung dafür steht, selbst wenn es nur die richtigen Beziehungen in den richtigen Seilschaften sind.

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Zunächst: Moral und Ethik zu unterscheiden ist nach meiner Meinung Haarspalterei. Ich halte beide für synonyme Begriffe.

Jetzt zu deiner Frage: Die Moral passt sich nur in Teilen dem Fortschritt an, nicht aber in ihrer unwandelbaren Substanz. Die ins Strafgesetzbuch eingegangene Moral bleibt im Großen und Ganzen bestehen. Verbrechen bleibt Verbrechen.

Doch hat es in Teilbereichen eine Anpassung an die gesellschaftliche Wirklichkeit gegeben; z.B. wird die Homosexualität nicht mehr (gem. § 175 StGB) bestraft, das Gleiche gilt für den Ehebruch. Auch bei der Abtreibung hat es zumindest eine Aufweichung gegeben.

Sollte es durch Züchtung gesunder Embryonen zu der von dir beschriebenen genetischen Diskriminierung kommen, so könnte ich mir vorstellen, dass das zunächst als unmoralisch angesehen bzw. gesetzlich verboten wird. Unter bestimmten Voraussetzung aber (wenn gewisse, an einer solchen "Veredelung" der Menschheit interessierte Parteien an die Macht kommen) wäre es denkbar, dass die entsprechenden (Moral-) Gesetze wieder aufgehoben werden.

 

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Ich glaube eher, Moral ist ein reaktionäres Wirkmoment, das dem Fortschritt regulierend gegenüber gestellt wird. 

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nein, denn echter fortschritt entsteht ausschließlich durch moral

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Ihr Gedankengeflecht ist das Problem; und, um Ihre Frage erschöpfend zu beantworten, ob ich der  Aussage zustimme, daß die Moral  sich dem Fortschritt anpasst,  hier meine Antwort :

JA!




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