Würdet ihr an meiner Stelle eine Reha oder das Studium machen?

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Das Ergebnis besteht aus 8 Abstimmungen

Erstmal eine Reha, später das Studium 75%
Etwas anderes 12%
Alles versuchen, um das Studium zu packen 12%
Aufgeben 0%
Akzeptieren, dass ein Studium nie möglich sein wird und nach der Reha eine Ausbildung machen 0%

12 Antworten

Etwas anderes

Hallo,

ich denke, dass ich bei dir gut mitfühlen kann. Ich selbst habe aufgrund einer chronischen Sehbehinderung vor 2 Jahren meine Ausbildung abbrechen müssen und rutschte in Antriebslosigkeit und Verzweiflung. Keiner konnte mir helfen, für die meisten war ich abgeschrieben. Ich hatte jetzt weniger Diagnosen als du, dennoch habe ich 1 Jahr Pause gehabt und viel an mir arbeiten müssen.

Letzten September begann ich mein Studium Soziale Arbeit, aus eigener Kraft denn keiner wusste so Recht wie sie mich einschätzen sollten - viele meinten ich sei dem nicht gewachsen, der Druck würde mich wieder zurückschlagen. Ich habe mein erstes Semester nun erfolgreich bestanden. 

Ich versuche dir mit der Kurzfassung meiner Geschichte folgenden Rat zu geben. Es ist gut, wenn du auf andere hörst die es gut meinen! Vor allem solltest du aber auf dich selbst hören und deine innere Kraft/sicherheit spüren. Wenn du nicht fest an dich glaubst und zum kämpfen bereit bist... dann höre lieber auf deinen Betreuer.

Uns werden immer und überall Steine in den Weg gelegt, für instabile Menschen sind diese noch schwerer zu überqueren. Der Druck im Studium kann enorm sein, vor allem wenn du vermutlich wie ich sehr hohe Erwartungen mit bringst an dich selbst. Ich vermute den Druck aus deinen Zeilen... deshalb... überlege es dir gut. Ich bin jetzt 23 Jahre alt und finde, dass du mit 21 lieber auf deine Gesundheit Rücksicht nehmen solltest! Deshalb musst du deine Ziele nicht aufgeben, du behälst sie weiter im Blick! 

Naja, ich möchte dir kein Buch schreiben. Hoffe ich konnte dir helfen... Wenn du Fragen hast o.ä. kannst du mir auch eine Nachricht schreiben! 

Liebe Grüße 

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Erstmal eine Reha, später das Studium

Es ist verständlich, dass du dich weiterentwickeln möchtest aber mit Zwang wird das nicht funktionieren. Wenn es nicht gut geht dann sitzt du in einem anderen Bundesland, hast dann zusätzlich Versagensängste, Leistungsdruck und dann kommt noch etwas dazu. Bisher warst du scheinbar nicht arbeitsfähig oder hättest ein Studium hinbekommen und das was du jetzt vor hast ist ein Sprung von einem Extrem ins andere.

Dir muss klar sein, dass man sich auf ein Studium nicht vorbereiten kann und du in Vollzeit mit 40 Stunden konfrontiert bist und das wo du jetzt 1,5 Jahre krank geschrieben warst und auch der Facharzt abratet. Der würde das nicht tun wenn er die Chance sehen würde, dass die Pläne in der Realität umsetzbar sind. Das würde ich mir an deiner Stelle dreimal überlegen.

Im Studium ist viel Eigenverantwortung und Selbstmotivation gefragt. Du musst mit Druck umgehen können. Wirst vermutlich Praktika machen müssen, Referate halten, viel lernen, Prüfungen schreiben. Denk da in Ruhe nochmal drüber nach.

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Du solltest auf Deinen Berater hören! Der kennt sich damit aus. Aus - nicht eigener - Erfahrung weiß ich, dass so etwas nach hinten losgehen kann: Du überforderst Dich nur. Und dann ist die Motivation weg und die Zeit auch und jeder wird an Deinem Lebenslauf erkennen, dass Du nicht durchgehalten hast. Das bringt Dir gar nichts. Mach die Reha und fühle, wie es Dir dadurch besser geht und wie Du dazu lernst!! Das ist das einzig richtige.

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Erstmal eine Reha, später das Studium

Da Du solche großen Probleme hast, ziehe doch lieber erst mal die Reha vor. Vielleicht kannst Du auch in dem anderen Bundesland zum Studium noch eine psychotherapeutische Behandlung oder Sitzungen wahrnehmen.

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Erstmal eine Reha, später das Studium

die hoffnung, dass sich deine probleme während des studiums legt, ist unrealistisch.

gerade ein studium erfordert eigenantrieb- niemand jagt einen morgens aus dem bett usw. ohne antrieb gehtst du bald nicht mehr studieren.

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Erstmal eine Reha, später das Studium

hatte vor vielen jahren auch die wahl zwischen beruf und reha und habe auf die reha verzichtet.

rate dir deshalb auf jeden fall die reha in anspruch zu nehmen. das studium läuft dir nicht weg, aber eine zweite chance auf reha wird sich im sande verlaufen.

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Erstmal eine Reha, später das Studium

Nach dem, was Du erzählst, würde ich Dir unbedingt zur Reha raten. Niemandem wäre damit gedient, wenn Du Dich zum Studium zwingst und dann erst richtig krank wirst.

Dein Körper, bzw. Deine Psyche will Dir mit der Krankheit etwas sagen, und Du solltest darauf hören.

Klingt vielleicht etwas zu sicher bei dem Wenigen, was ich über Dich weiß. Aber meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass man als Psychisch Kranke_r stets die Gesundheit an die erste Stelle setzen sollte. Denn wenn Du die verlierst, verlierst Du meistens auch einiges Andere.

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Erstmal eine Reha, später das Studium

Nen Marathonläufer mit gebrochenem Bein kann zwar auch versuchen auf Krücken einen Marathon zu laufen, aber er wird recht schnell aufgeben. Wartet er aber bis sein Bein gesund ist wird er den Marathon schaffen...

Was ich mit dieser Metapher sagen will? Es bringt nix was anzufangen wenn du nicht gesund bist. Du wirst hin Schmeissen was dich noch depressiver macht. Mach erst die Therapie.

Du bist 21. Hat noch seeeeeehr viel Zeit im Leben und solche Lücken sind nun wirklich nix schlimmes wenn du danach erfolgreich studierst. Wenn du jedoch zum Abbrecher wirst ist das viel schlimmer.. 

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Entspanne dich und versuche es mit mit einem Fernstudium, bei dem du den Zeitrahmen auswählen kannst.

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Alles versuchen, um das Studium zu packen

Ich hab auch Medizin studiert und abgebrochen, wegen einer schweren Depression/Major Depression. Jetzt bereue ich das sehr und will mich auch neu bewerben ... gib nicht auf und vergolde deine Zeit in Rehas !! Das Studium ist wirklich nicht leicht aber es ist ein Ziel... und braucht Ziele im Leben.. also kämpfe weiter und gib nicht auf.. Du packst das schon!! LG Nil

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Hilfesysteme haben die innere Tendenz, die Geholfenen von ihnen abhängig zu machen. Das kommt daher, dass die Geholfenen zunehmend glauben, sie könnten nur mit der Hilfe leben. Kein Wunder: sie machen ja auch keine anderen Erfahrungen mehr!

Aus Dir spricht bereits die Verkindlichung, die das System in Dir erzeugt hat:

"ich finde ich war jetzt geduldig genug."

So spricht ein Kind, das weiss, dass es Dinge nur tun darf, wenn die Eltern es ihm erlauben und es sie durch Gehorsamkeit davon überzeugt, es ihm zu erlauben.

Ein erwachsener Mensch würde so nicht sprechen. Der tut einfach das mit seinem Leben, was er selbst für richtig hält.

Wenn Du Deinem Psychiater, den Pädagogen und was für Helfer auch immer Du sonst hast, immer weiter gehorsam in seinen behütenden Ratschlägen folgst, werdet ihr auch konsequent beide glauben, dass diese väterliche Behütung notwendig sei.

Natürlich kannst Du im selbständigen Leben auf die Schnauze fallen, weil es misslingt. Das muss man in einem erwachsenen Leben aushalten können.

Aber lernen kann man auch das nicht, wenn man es niemals tut. Genausowenig wie man Schreiben lernen kann, indem es man bloss nie tut.

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1,5 Jahre lange Reha ? Ich fass´ es nicht !

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Kommentar von rafffi96
03.03.2017, 23:57

Das ist eine Reha-Maßnahme mit Arbeitstherapie, also mit Belastungserprobung.

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Kommentar von rafffi96
04.03.2017, 21:17

Wieso kannst du das nicht fassen? Was ist den daran?

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