Würdest du sagen in unserer Gesellschaft ist man mit einem Abitur/Studium wertvoller als mit einer Ausbildung?

10 Antworten

Mir gefällt nicht, dass du von "mehr wert sein" sprichst. Ein Gärtnermeister ist nicht weniger wert als ein Apotheker, ein Mechatroniker nicht weniger als ein Konditor etc.

Ein Abitur, wenngleich m.E. nicht zu Unrecht im Ansehen gesunken, ist mehr wert als die Mittlere Reife, ganz einfach, weil sich einem Abiturienten alle Ausbildungswege eröffnen. Ganz abgesehen davon hat ein Mehr an Allgemeinbildung noch niemandem geschadet. Sie ist gratis. Wer diese Chance nicht wahrnimmt, obwohl er das Zeug zum Gymnasium hätte, muss sich diese, wenn er schließlich doch irgendwann einmal merkt, dass sie ihm fehlt, vielleicht unter Mühen selbst erarbeiten. Eine gute Allgemeinbildung hilft auf dem gesellschaftlichen Parkett weiter, aber auch im Beruf kommt es dir zustatten, wenn du ein wenig weißt von der Welt.

Dies sollte man ganz eindringlich auch solchen Eltern sagen, die nicht wollen, dass ihr Kind auf eine höhere Schule geht, obwohl es von der Schule eine Empfehlung fürs Gymnasium oder jedenfalls für die Realschule hat.

Welchen Schulabschluss auch immer du hast, solltest du eine Ausbildung machen oder mit einem Studium beginnen, die bzw. das deinen Neigungen entspricht. Es gibt heute so viele verschiedene Ausbildungswege (z.B. auch die duale Ausbildung), dass ich darauf nicht eingehen kann. Was auch immer du nach der Schule machst, du solltest auf jeden Fall deine Ausbildung zu Ende bringen, und wenn du ein universitäres Studium machst, solltest du natürlich auch eine sich direkt anschließende praktische Ausbildung (Referendarzeit, Praktisches Jahr oder was auch immer) mit Examen zu Ende bringen.

Mit einem Studium allein hast du oft nichts Konkretes vorzuweisen, wenn du ins Berufsleben einsteigen willst, vor allem, wenn du nur den Bachelor gemacht hast. Du hast dann a.) theoretisch noch keine große Ahnung von deinem Fach, und b.) praktisch hast du gar nichts gelernt. Was fängt man mit jemandem an, der keinerlei Ausbildung hat?

Und wenn's um den Verdienst geht: Mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium + Ausbildung wirst du im Beruf (so du nicht arbeitslos bist, weil es zu viele Bewerber gibt!) sicher nicht zu den Geringverdienern gehören, sondern nach einigen Jahren Berufserfahrung ein mittleres Einkommen haben. Klar, wenn du Medizin studiert hast und irgendwann mal Chefarzt werden solltest, dann gehörst du zum oberen Drittel. Bei den meisten Berufen nach universitärer Laufbahn bleibst's aber eher beim mittleren Einkommen.

Bei einem Ausbildungsberuf (nach Haupt- oder Realschule) hängt es sehr von deinem persönlichen Geschick, deiner Klugheit bei Entscheidungen, deinem Willen, dich weiterzubilden etc. ab, wie weit du kommst. Der eine bleibt vielleicht immer Verkäufer, der andere setzt noch die Weiterbildung zum Kaufmann oder Handelsfachwirt drauf, und vielleicht eröffnet er ein eigenes Fachgeschäft.- Früher hieß es "Handwerk hat goldenen Boden." Heute scheint das wieder so zu sein. Hast du also ein Handwerk gut gelernt und schließlich auch deinen Meister gemacht, kannst du einen eigenen Betrieb aufmachen und darfst selbst ausbilden. Wenn du da am Ende des Jahres kein gutes Einkommen hast, dann machst du wirklich irgendwas falsch. Ich kenne keinen Handwerksmeister, der am Hungertuch nagt.

Das war einmal, dass Akademiker als etwas "Besseres" galten. Mittlerweile wird ein Handwerker genaus angesehen wie ein Akademiker. Ich will aber nicht bestreiten, dass es unter beidem, Akademiker wie Ausbildungsberufen, weniger angesehene Jobs gibt.

Alle Berufe sind wichtig. Besonders wichtig sind jene, die mit einer dualen Ausbildung erlernt werden.

Das Abitur alleine ist heute nicht mehr so viel wert, wie früher. Damals haben die Behörden, die Banken und Versicherungen solche Leute aufgenommen und sie in der Arbeit weiter ausgebildet. Heute nehmen diese Organisationen lieber Leute mit einer Handelsakademie - BHS.

Heute benötigt man zum Abitur eine Zusatzausbildung. Beides zusammen ist sehr viel wert. In der Zusatzausbildung sind die Abiturienten schnell, weil sie im Lernen trainiert sind. In den meisten Fällen folgt ein Studium.

Kommt darauf an, was man studiert hat. Ich würde zum Beispiel sagen, dass ein Elektroniker, ein Maurer oder gar ein Lagerlogistiker mehr Wert sind, als jemand der Genderstudies studiert hat. Die haben es auch einfacher einen Job zu bekommen. Aber prinzipiell sind Absolventen oder auch nur Abiturienten mit Ausbildung mehr Wert, als jemand der einen niedrigeren Abschluss und eine Ausbildung hat.

Genderstudies🤣👍

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Ich hatte das Gefühl, dass das lange Zeit so war. Aber aktuell sind Ausbildungsberufe ja wieder sehr begehrt! Also mittlerweile freue ich mich mehr, wenn ich jemanden kennen lerne, der grade eine Ausbildung macht/eine Ausbildung abgeschlossen hat, als wenn da noch ein weiter „Student“ ist..

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