Würde jeder Mensch fremdgehen?

21 Antworten

Bei Umfragen zur Treue wird nicht immer die Wahrheit gesagt. Es geben aber ungefähr 50% der Befragten im Allgemeinen zu, schon mal fremdgegangen zu sein. Ob die Stichproben repräsentativ sind, darf bezweifelt werden. Außerdem müssten die Zahlen bei älteren Menschen höher sein als bei Menschen zwischen 20 und 30.

Es ist aber klar, dass die Untreue mit der Wahrscheinlichkeit, dass man erwischt wird und dadurch Nachteile erleidet, zusammenhängt.

Bei Experimenten, in denen attraktive Frauen fremde Männer auf der Straße angesprochen haben, ob sie für eine schnelle Nummer mit ins Hotel um die Ecke kommen, haben etwa 7 von 10 Ja gesagt und ein oder zwei auf dem Weg zum Hotel wieder einen Rückzieher gemacht.

Wenn man eine höhere Position begleitet, dann nennt sich das auch nicht mehr Fremdgehen. Könige und Kaiser hatten immer Hunderte bis Tausende von Frauen (siehe König Salomo oder David, Dschingis Khan [heute leben 16 Millionen Menschen, die Nachfahren von Dschingis Khan sind, sein Haarem umfasste 500 Frauen], auch andere in der europäischen Geschichte). Markgraf Karl Wilhelm, der Karlsruhe gegründet hat, rühmte sich Tausende von Frauen gehabt zu haben. Angeblich waren an seinem Bett viele Kordeln, mit denen er bestimmte Jungfrauen herbeirufen konnte. Die Historikerin und Anthropologin Laura Betzig schrieb, dass die Kaiser in den sechs ersten Großreichen Tausende von Ehefrauen und Konkubinen hatten, Prinzen Hunderte, Adelige Dutzende und Männer der Oberschicht drei bis vier.

Dieses Thema geht wirklich auf Moral und Urpsychologie der Menschheit zurück. Wie du schon sagst, ist es von der Natur so vorgegeben, dass ein Mann seine Genetik so oft wie möglich weiter Vererbt. Dann aus Sicht der Natur ist der Sinn des Lebens das Überleben.

Solch ein Verhalten geht immer von unserem Stammhirn (auch Liebevoll Reptilhirn genannt) hervor. Dieses Areal sorgt nämlich für das blanke überleben. Leider Greift man auch durch bestimmte Emotionen darauf zurück, man sieht es ab und zu mal, wenn Menschen sehr aggressiv werden, scheint es so als gebe es eine Art Kurzschluss und kurz darauf fangen sie an gewalttätig zu werden.

(Ursache und Wirkung)

Moralisch ist das Fremdgehen natürlich nicht richtig und hierzu muss man auch verstehen, dass jemand der sich für eine Frau entschieden hat um mit ihr zusammen zu sein und anschließend Fremdgeht, nur sich selbst betrügt.

Dieser Jemand wird sich selbst noch nicht erkannt haben und weiß nicht wirklich, was er vom Leben erwartet und was ihm das Leben wirklich gibt.

Ich persönlich bin ja der Meinung, dass solange wir aktiv durch unser Leben gehen und jeden Moment wahrhaftig nehmen und uns nicht die ganze Zeit das gebrabbel von dem Affen im Kopf anhören, nicht zu solchen Handlungen fähig sind.

Denn solange man bewusst lebt, lebt man mit dem Areal namens Großhirn, welches uns in seiner Funktion wirklich zu Menschen macht. Und so mehr wir uns darauf konzentrieren umso weniger neigen wir dazu uns unseren innersten Instinkten hinzugeben. Das ist in jeder hinsicht meist ein Fataler fehler. Erst recht aus spiritueller Sicht.

Um dieses "Drüberstehen" zu erlangen empfehle ich Zazen. Welches Ermöglicht den Geist zu Fokusieren und nicht immer auf das zu hören, was der Verstand in unseren Kopf ruft sondern anfangen ganz wir selbst zu sein.

Ich weiß das es von der Eigentlichen Fragestellung abweicht, aber ich hoffe dieser Exkurs wird dir die wahre Ursache deiner Frage beantwortet haben.

Machs gut :)

Es stimmt, dass der Mann den Trieb hat, seinen Samen möglichste weit zu streuen. Aber das ist so ca. 2 Millionen Jahre her.

Inzwischen hat der Mensch aufgrund der Notwendigkeit, in der Gruppe mit anderen friedlich auszukommen, Tugenden entwickelt wie Emphatie, Loyalität, Treue und das Bedürfnis, andere weder körperlich noch seelisch zu verletzen.

Wenn einzelne Exemplare seelisch noch in der grauen Vorzeit hängengeblieben sind, sollte man sie nicht als Vorbild, sondern als abschreckendes Beispiel betrachten.

Vor allem aber sollte man keine Verhaltensweisen aus der Vorsteinzeit herbeiziehen um das eigene Fehlverhalten im 21. Jahrhundert zu rechtfertigen.

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