Würde ich in DE wegen Mordes angeklagt werden, wenn ich in z.B. den USA jemanden töten würde?

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10 Antworten

Gemäß § 3 Strafgesetzbuch (StGB) gilt das deutsche Strafrecht

zunächst für alle Taten, die im Inland, d.h. innerhalb des Staatsgebiets
der Bundesrepublik Deutschland begangen werden (Territorialitätsprinzip). Zum deutschen Strafrecht zählen dabei sämtliche Normen der Bundesrepublik und der Bundesländer.

Gemäß
§ 9 StGB ist eine Tat dann im Inland begangen, wenn der Täter
(zumindest teilweise) im Inland gehandelt hat oder wenn der Taterfolg im
Inland eingetreten ist oder nach Vorstellung des Täters hätte eintreten
sollen.

Beispiele: Drogenhandel an einem
deutschen Bahnhof (Handlung im Inland), Drogeneinfuhr über die deutsche
Grenze per Post (Taterfolg im Inland), Drogeneinfuhr wird an der Grenze
durch den Zoll verhindert (Erfolg hätte im Inland eintreten sollen).

§
4 StGB erweitert den Anwendungsbereich des deutschen Strafrechts auch
auf alle Taten, die auf einem Schiff oder Luftfahrzeug begangen werden,
das unter der Bundesflagge fährt oder das Staatszugehörigkeitszeichen
der Bundesrepublik führen darf (Flaggenprinzip).

Beispiele: Das
Kapern deutscher Schiffe in ausländischen Gewässern durch Piraten, die
Entführung eines deutschen Flugzeugs während des Flugs.

Bei Taten, die dementsprechend im Inland begangen werden, ist irrelevant, ob der Täter Deutscher oder Ausländer ist. In jedem Fall ist deutsches Recht anwendbar.

b) Im Ausland

Für
Straftaten, die im Ausland begangen werden, gilt zunächst gemäß dem
Territorialitätsprinzip das örtlich anwendbare Strafrecht. Für besonders
schützenswerte inländische (deutsche) Rechtsgüter oder international
geschützte Rechtsgüter sehen §§ 5,6 StGB dennoch deutsches Strafrecht
vor, unabhängig vom Ort der Tat und der Nationalität des Täters.

Beispiele für den Schutz besonderer deutscher Rechtsgüter nach § 5 StGB: Vorbereitung
eines Angriffskriegs auf Deutschland, Hochverrat, Gefährdung des
demokratischen Rechtsstaats, Entziehung eines Kindes, besondere
Straftaten gegen die Umwelt, Organhandel

Beispiele für den Schutz internationaler Rechtsgüter nach § 6 StGB:
Kernenergie-, Sprengstoff- und Strahlungsverbrechen, Angriffe auf den
Luft- und Seeverkehr, Menschenhandel, unerlaubter Vertrieb von
Betäubungsmitteln

Andere Taten, die im Ausland gegen einen Deutschen begangen werden, sind nach § 7 S.1 StGB ebenfalls nach deutschem Strafrecht zu beurteilen, wenn die Tat auch am Tatort mit Strafe bedroht ist oder der Ort keiner Strafgewalt unterliegt.

Beispiele: Ein deutscher Tourist wird im Urlaub in Thailand ausgeraubt. Auch dort ist Raub unter Strafe gestellt, so dass deutsches Strafrecht gilt.

Ebenso
sind Auslandstaten nach deutschem Recht strafbar, wenn sie auch am
Tatort mit Strafe bedroht sind und der Täter bei der Tat Deutscher war
oder es nachher geworden ist, § 7 S.2 1.Alt. StGB.

Beispiel: Ein Deutscher betreibt in Paris illegalen Waffenhandel oder ein Schwede begeht in Stockholm eine schwere Körperverletzung und erhält später die deutsche Staatsangehörigkeit.

Der
letzte Fall von Auslandstaten, die deutschem Strafrecht unterfallen,
sind Taten, die im Ausland von Ausländern begangen werden. Ist die Tat
auch am Tatort strafbedroht und wird der Täter im Inland (Bundesrepublik
Deutschland) betroffen, so kommt es auf die Frage der Auslieferung an.
Das deutsche Strafrecht findet nur Anwendung, wenn das
Auslieferungsgesetz seine Auslieferung grundsätzlich zwar gestattet, der
Ausländer aber nicht ausgeliefert wird, weil das erforderliche
Auslieferungsersuchen des anderen Staates nicht gestellt oder von
deutschen Behörden abgelehnt wird oder aber die Auslieferung nicht
ausführbar ist, § 7 S.2. 2.Alt. StGB.

Beispiel:
Ein Mexikaner betreibt Menschenhandel zwischen Mexiko und USA. Bei
einem anderen Anlass wird er in Deutschland angetroffen und
festgenommen. Die Auslieferung nach Mexiko oder in die USA wäre gemäß
dem Auslieferungsgesetz möglich, kann aber mangels Auslieferungsersuchen
nicht erfolgen.

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Kommentar von MorthDev
06.11.2016, 15:59

Werde mir das gleich durchlesen, wenn ich Zeit finde. Danke;)

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Prinzipiell in den USA. Ansonsten verweise ich auf die Antwort von Nonmon der das Ganze sehr detailliert erklärt.

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Kommentar von dokhdj
24.11.2016, 04:25

rein kopiert hat*

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Dort wo man dich verhaftet. Wenn die Amerikaner dich erwischen, klagen sie dich an. Wirst du in Deutschland verhaftet, kommst du auch hier vor Gericht. Deutschland würde dich nicht an die USA ausliefern.

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Da die Bundesrepublik Deutschland mit den Vereinigten Staaten von Amerika ein Auslieferungsabkommen abgeschlossen hat, würdest du an die USA ausgeliefert werden und dort vor Gericht gestellt werden.

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Kommentar von MorthDev
06.11.2016, 15:45

Danke

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Kommentar von furbo
06.11.2016, 16:26

Quatsch.

Sh. Art. 16 Abs. 2 GG. 

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Ja wirst du. Es ist egal wo du jemanden ermordest du bekommst immer ein Strafverfahren.

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Kommentar von MorthDev
06.11.2016, 15:50

Es ging darum, nach welchem Gesetz ich verurteilt werde..

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Du wirst in den USA angeklagt und verurteilt.

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Kommentar von MorthDev
06.11.2016, 15:44

Ok, danke ;)

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Kommentar von Bitterkraut
06.11.2016, 16:25

Aber nicht, wenn man in DE ist. Bzw. nur, wenn man in den USA erwischt wird. 

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Wenn sie dich in den USA kriegen, würdest du auf jeden Fall in den USA vor Gericht gestellt. 

Sollte es dir gelingen aus den USA bis nach D zu flüchten und die deutsche Justiz bekommt von deinem Verbrechen Kenntnis, dann zieht § 7 Abs 2 Nr. 1 StGB:

"Für andere Taten, die im Ausland begangen werden, gilt das deutsche Strafrecht, wenn die Tat am Tatort mit Strafe bedroht ist oder der Tatort keiner Strafgewalt unterliegt und wenn der Täter (...)zur Zeit der Tat Deutscher war (...)."

Das heißt, kurz gesagt,  dass du auch wegen einer Straftat im Ausland  in Deutschland von der deutschen Justiz nach deutschem Recht bestraft werden kannst. 

Ausgeliefert in die USA würdest du nicht.

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Kommentar von LouPing
06.11.2016, 17:17

Hey furbo

Wie habe ich dann das zu verstehen? : 

Ein Auslieferungsabkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen zwei Staaten oder Staatenverbunden (z. B. die EU) über die Auslieferung von jeweils eines im anderen Land per Haftbefehl gesuchten Verdächtigen.

Auslieferungsabkommen sind regelmäßig bilateraler Natur. In einem Auslieferungsabkommen wird geregelt, bei welchen Straftaten und welcher zu erwartender Strafe ein Verdächtiger ausgeliefert wird.

Ein Beispiel für ein wichtiges Auslieferungsabkommen ist das im Juni 2003 zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten geschlossene Abkommen, das im Oktober 2009 durch ein neues Abkommen ersetzt wurde. Verdächtige aus einem EU-Land werden nach dem neuen Abkommen nur dann in die Vereinigten Staaten ausgeliefert, wenn ihnen dort nicht die Todesstrafe droht.

Quelle Wp. 

Keine Auslieferung bei Gefahr auf Todesstrafe, das ist klar.

Aber generell keine Auslieferung bei einem Mord der in der Staaten  zu verantworten ist? 

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Das Verfahren findet in den USA statt, allerdings muss dich Deutschland erst ausliefern wenn du hier wohnst und überführt werden sollst

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Kommentar von MorthDev
06.11.2016, 15:45

Danke

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Kommentar von Bitterkraut
06.11.2016, 16:24

De muß nicht ausliefern und tut es auch nicht. In dem Fall wird sich die Staatsanwaltschaft um das Beweismaterial aus den USA bemühen, ggf. Zeugen einfliegen lassen und hier anklagen. 

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Kommentar von archibaldesel
06.11.2016, 18:49

Stimmt so nicht. Deutschland liefert nicht an die USA aus, wenn die Tat auch in Deutschland verfolgt wird. Zudem liefert Deutschland nie aus, wenn bei einer Verurteilung im Ausland die Todesstrafe droht.

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In den USA. Allerdings könnte es sein, dass Deutschland dich nicht ausliefert, wenn dich in den USA die Todesstrafe erwartet. Falls dir diese nicht droht wirst du wohl an die USA ausgeliefert.

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Kommentar von Bitterkraut
06.11.2016, 16:22

Deutschland liefert Deutsche Staatsbürger nicht in die USA aus. Nur innerhalb der EU oder an den Internationalen Gerichtshof.

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Ja, würdest du, wenn du nicht in den USA vor Gericht gestellt würdest.

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