Würde die Zahlung von Aufwandsentschädigungen an Übungsleiter/innen das Problem des Mangels an Übungsleitern/innen in deutschen Sportvereinen langfristig lösen?

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5 Antworten

Ob das Problem des Mangels an Übungsleiter_inne_n dadurch tatsächlich gelöst würde, kann ich nicht endgültig beurteilen.  In meiner Stadt scheint er jedenfalls nicht eklatant zu sein und ja, es werden Aufwandsentschädigungen  in der zulässigen Höhe bezahlt, und das ist gut so.

Voraussetzung ist freilich, dass die Übungsleiter_innen auch die zum Beispiel vom Deutschen Turnerbund anerkannten Trainerscheine machen und ihre Qualifikation dazu ständig durch Lehrgänge erneuern. Der Aufwand dafür ist doch recht groß. 

Im Übrigen dürfte es viele Übungsleiter_innen geben, die das Geld echt brauchen, weil sie sonst keine Arbeit oder nur eine halbe Stelle haben.

Im wesentlichen auch aus diesem Grund erhalten Sportvereine ja auch einige staatliche Unterstützung.

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Mit Geld allein kann man die Sportvereine nicht am Leben erhalten. Denn dann müsste man sich auch fragen, welchen Gegenwert diejenigen kriegen, die an der Kuchentheke Dienst haben, den Sportplatz pflegen oder die Trikots waschen.

Es gibt ja das Instrument der steuerfreien Übungsleiterpauschale und ich will es auch nicht von der Hand weisen, dass man es benutzt. Dafür würde ich von einem Übungsleiter aber auch erwarten, dass er eine Ausbildung hat oder zumindest Fortbildungen besucht.

Ich selbst hab jahrzehntelang Jugendmannschaften trainiert, auch eine Lizenz erworben, aber nie Geld dafür bekommen. Dafür hab ich mir aber wohl das Bewusstsein dafür erhalten, wie viel einem diese Tätigkeit geben kann und wie positiv sie einem prägen kann. Viele positive Erlebnisse, viele langandauernde Bekanntschaften und das schöne Gefühl, dass etliche der damaligen Schützlinge heute dem Verein etwas zurückgeben und schon selbst Betreuer oder Vorstandsmitglied sind, das sind Dinge, die man nicht für Geld bekommt.

Leider ist aber unsere Gesellschaft vielleicht auf einem Weg, den Sinn für solche Dinge zu verlieren. Es macht sich eher der Gedanke breit "Ich zahl dafür, also will ich eine Leistung dafür haben" oder "ich bringe eine Leistung, also will ich Geld dafür."

Der Gedanke des Vereins, in dem jeder sich einbringt, nicht um selbst etwas zu gewinnen, sondern der Gemeinschaft einen Gewinn zu ermöglichen, tritt in den Hintergrund. Leider.

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Ob das faktisch so ist müsste ein Versuch zeigen.

Andererseits könnte es dazu führen, dass die Vereine zu Finanzierung gezwungen sind die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen. Das würde nicht nur dem Ziel widersprechen auch Kindern aus finanzschwachen Familien die Mitgliedschaft in einem Sportverein zu ermöglichen.

Denkbar wäre auch ein Mitgliederschwund wegen dieser erhöhten Beiträge und dann stellt sich die Frage "Braucht man noch einen Übungsleiter?"

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Falsche Theorie. Eine Aufwandsentschädigung ist kein finanzieller Anreiz. 

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Kommentar von zitroneningwer
29.08.2016, 14:00

Naja finde ich schon, da diese Aufwandsentschädigung mit dem Engagement gleichgesetzt wird und sich der Freiwillige dann denkt: ach meine Arbeit ist euch nur 20€ im Monat wert? Ich würde sagen: lieber nichts zahlen als paar Euro, da ansonsten eine Gleichsetzung mit der getaner Arbeit stattfindet

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Meinst du tatsächlich die Aufwandsentschädigungen oder Entgelte der Übungsleiter?

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Kommentar von zitroneningwer
29.08.2016, 13:55

tatsächlich die Aufwandsentschädigungen

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