Würde die Legalisierung einer Droge dazu führen das mehr Menschen diese konsumieren?

19 Antworten

Nein.

Die Errichtung von Heroinvergabestellen in der Schweiz in den 80ern hat gezeigt, dass das nicht der Fall ist. Im Gegenteil, der Konsum konnte dadurch vermindert werden, in diesen Vergabestellen gab es auch ärztliche Beratung.

In Portugal kam es zur Entkriminalisierung von Drogenbesitz, heißt: Drogenbesitz wird dort nicht als Straftat gehandelt, sondern man sieht in Konsumenten Hilfsbedürftige, keine Kriminelle.

Der Krieg gegen die Drogen, wie ihn der damalige US-Präsident Richard Nixon in den 70ern ausgerufen hat, ist gescheitert. Er hat einen großen zivilen Schaden angerichtet, die Produktion noch weiter angekurbelt und radikalisiert.

LG

In der Schweiz wird der Stoff aber nicht an Jedermann abgegeben, sondern nur an Schwerabhängige. In Portugal ist nur der Besitz straffrei, der Handel jedoch weiterhin verboten bzw. gibt es keine legalen Verkaufsstellen. In vielen Teilen Deutschlands, z. B. in Berlin, wird das in der Praxis ähnlich gehandhabt, der Besitz von ein paar Gramm Gras oder einer Ecstasy-Pille wird toleriert, der Verkauf findet aber ausschließlich auf dem Schwarzmarkt statt.

Interessant wäre zu wissen, welche Auswirkungen es auf den Konsum hätte, wenn Drogen frei und legal verkauft werden würden wie Alkohol und Zigaretten.

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Ja, sicher. Wenn Alkohol illegal wäre, würde ich mir keinen beim Schwarzbrenner oder Straßendealer holen, das wäre lebensgefährlich und gesundheitsgefährdend. Auf das Bier-, Wein- und Spirituosenangebot bei Rewe kann ich mich hingegen zu 100 % verlassen.

Und wenn Gras, LSD und Ecstasy im Drogeriemarkt neben dem Kaugummi stehen würden oder zumindest in jeder Apotheke in guter Qualität frei erhältlich wären, würde ich gelegentlich mal zugreifen. Ich habe keine Lust darauf das Zeug illegal im Park zu kaufen, dabei abgezogen oder ausgeraubt, von der Polizei verhaftet und vorbestraft zu werden und will mich auch nicht wie ein Krimineller dabei fühlen. Geht sicher vielen so.

Stimmt nicht. In den Niederlanden kann man Gras in Coffeeshops erwerben wie jeder weiß aber trotzdem ist der Konsum dort nicht höher als in Deutschland. In Portugal sind alle Drogen entkriminalisiert und der Konsum ist dort sogar niedriger als in Deutschland oder Frankreich(meines Wissens die Länder mit den strengsten europäischen Drogengesetzen)

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@NeuerNutzer99

Der Konsum von Cannabis ist aus naheliegenden Gründen in der niederländischen Bevölkerung weitaus höher als in Deutschland. Touristen, die den Großteil der Kundschaft der Coffeeshops ausmachen, nicht eingerechnet.

https://en.wikipedia.org/wiki/Annual_cannabis_use_by_Country

In Portugal ist nur der Besitz entkriminalisiert, der gewerbsmäßige Verkauf ist weiterhin verboten und es gibt keine legalen Verkaufsstellen. De facto unterscheidet sich die Situation nicht von derjenigen in vielen Teilen Deutschlands, z. B. Berlin, wo der Besitz und Konsum kleiner Mengen toleriert und strafrechtlich nicht verfolgt wird, während der Verkauf ausschließlich auf dem Schwarzmarkt stattfindet.

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@barfussjim

Wieso habe ich dann von mehreren Menschen gehört die wegen 2 oder 3 Gramm Geldstrafen oder sogar Sozialstunden aufgebrummt bekommen haben? Einer musste wegen 0.3 Gramm!! 20 Sozialstunden ableisten, wenn das nicht krank ist weiß auch nicht mehr.

In Deutschland ist der Besitz illegaler Drogen in jeglicher Menge strafbar, anders als in Portugal wo geringe Mengen entkriminalisiert wurden oder Spanien wo der Besitz von Gras nur eine Ordnungswidrigkeit ist auf die ein kleines Bußgeld steht, kommt anders als in Deutschland auch nicht ins Führungszeugnis.

In den Niederlanden ist der Konsum von THC ca gleichhoch wie in Deutschland.

https://www.alternative-drogenpolitik.de/2012/04/06/pravalenz-des-cannabiskonsums-in-der-allgemeinbevolkerung-in-deutschland-frankreich-den-niederlanden-und-im-europaischen-durchschnitt/amp/

Auch eine neue Studie aus den USA bestätigt dass das Verbot von Gras den Konsum nicht senkt, der Konsum sank nach der Legalisierung in mehreren Staaten.

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@barfussjim

Woher kommen dann die Fälle die ich aus NRW und Bayern gelesen habe(Geldstrafen oder Sozialstunden bei Mengen unter 1 Gramm teilweise)

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