Wrum spricht man in der Finanzwelt davon daß ein Börsen-Crash "Geld vernichtet"?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Deine Gedankengänge sind - unabhängig der anderen hier stattfindenden Diskussionen - richtig.

Ein Börsenwert ist virtuell. Wenn ein Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 10 Milliarden hat, würde im Normalfall niemand diese 10 Milliarden bekommen. Denn sobald die entsprechende Aktie in großen Mengen auf den Markt geworfen wird, sinkt der Kurs. Fällt der Kurs der Aktie, bleibt ihr tatsächlicher Wert (Anteil an Gebäuden, Maschinen, Waren, Geldbeständen, Forderungen, Teilhabe am Gewinn etc.) davon unberührt und man hat im Grunde nichts verloren.

Umgekehrt ist es so: Der Anleger hat mit seiner Aktie, selbst wenn sie sich seit dem Kauf vervielfacht hat, noch nichts gewonnen. Einen Gewinn hat er erst, wenn er diesen per Verkauf realisiert hat.

Gut, dann findet "Realität" einfach nicht statt, und ihr zieht demnächst bei Pipi Langstrumpf ein ...

"Ich mach mir die Welt - widdewiddewitt - wie sie mir gefällt ..."

Auch bei Dir wiederhole ich gerne noch mal folgende Fakten: Wenn ich mir eine Aktie für 100 Euro kaufe, und diese um 80 Euro im Kurs sinkt, habe ICH in dem Moment 80 Euro verloren ...

Das heißt das Geld ist futsch, vernichtet, nicht mehr da. Welche Mechanismen dazu führen, also "warum" das passiert, ist egal. Genau das ist jedoch mit "Börsencrash vernichtet drei Billionen Euro Privatvermögen" gemeint.

Natürlich kann man das auch anders verstehen wollen, das geht ganz sicherlich, wie ihr Euch hier gegenseitig beweist, aber dafür ist der Schreiber dieser Zeile nicht verantwortlich. Denn wenn man will KANN man verstehen, was er sagt ... ^^

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@Eulenspiegel

Es gibt natürlich verschiedene Betrachtungsmöglichkeiten. In deinem gewählten Beispiel habe ich zunächst zuviel gezahlt und bin nun im Minus. Ich kann temporär also nur mit Verlust verkaufen. Buchhalterisch könnte man hier nach dem Niederstwertprinzip bereits einen Buchverlust geltend machen. Okay.

Andererseits bleibt der innere Wert, der hinter der Aktie steckt. Ich besitze mit der Aktie Teilhabe an realen Werten und partizipiere am Gewinn. Und wenn diese Werte stimmen, kann ich jede Bewertungskrise aussitzen und habe nichts verloren. Und meines Dafürhaltens ist dieser Wert der realere, denn die Börse ist wankelmütig, launisch, übertreibend und irrational.

Für das Handeln eines Anlegers zählt die Kombination aus beiden Werten. Wenn der tatsächliche Wert des Unternehmens weit höher ist als der Aktienwert, dann kaufe ich die Aktie. Zumindest verkaufe ich sie nicht.

Die Aktien haben in der letzten Zeit heftige Abschläge hinnehmen müssen, das Kapital ist aus der Börse geflüchtet. Aber dieses Kapital verschwindet nicht, es ist gerade nur woanders. Und es muss irgendwann wieder zurück auf den Markt kommen...

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@napoloni

Nene... das Kapital ist nicht nur aus der Börse geflüchtet, es ist auch mit den sinkenden Werten "vernichtet" worden. Wir sind ja immer noch bei dem Artikel aus dem Spiegel:

Wenn Du global angelegtes Kapital betrachtest, dann bedeutet ein Kurssturz auch immer, das Kapital vernichtet wird. Und zwar nicht das der professionellen Spekulanten, die ihr Geld sofort aus einem Markt ziehen wenn der einzubrechen beginnt. Sondern eben das Kapital, der privaten Anleger, die ihre Verkaufsgrenze unter die der professionellen Anleger setzen (u.a. weil sie keine Zeit dafür haben, ihre werte 24/7 zu beobachten.) Und so geht dann auch faktisch Kapital (dieser Anlegergruppe) verloren. Und darum geht's bei dem Artikel^^

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@Eulenspiegel

Falsch. Um nochmal auf dein Beispiel zurückzukommen: Im Artikel geht es nicht darum, dass jemand eine Aktie für 100 Euro kauft und diese nun nur noch 80 Euro wert ist. Es geht darum, dass jemand eine Aktie hat, die kürzlich 100 Euro wert war, nun aber nur noch 80.

Ich darf dir versichern: Er hat die Aktie nicht für 100 Euro gekauft. Nicht einmal 80 Euro hat er dafür bezahlt. Die 3000 Milliarden, die "verloren gegangen sind", sind zuvor genau so aus dem Nichts erschienen. Diese, und noch einige mehr.

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@napoloni

Du kannst das drehen und wenden wie Du willst: Hier geht es darum, das Kleinanleger Geld verloren haben. Du kannst jetzt behaupten, das dem nicht so sei. Der Spiegel ist aber nicht für wirklich schlechte Recherche bekannt ... insofern würde ich dann -im Zweifel- mein Vertrauen in die Presse setzen.^^

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@Eulenspiegel

Das Leute in einer Börsenkrise verlieren finde ich jetzt auch ohne journalistische Recherche nicht so überraschend...

Aber wo hast du gelesen, dass es dort um Kleinanleger geht?

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@napoloni

"Privatvermögen" impliziert das ...^^

(Ja, es gibt auch "Privatleute" die keine Kleinanleger sind ...)

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@Eulenspiegel

Das ---> ^^ bedeutet wahrscheinlich, dass du deine Aussage selbst nicht so ernst nimmst.

NEIN, es geht in diesem Artikel NICHT um Kleinanleger. Privatvermögen umfasst das Vermögen aller Leute. Die 3.000.000.000.000 Euro Vermögensschmälerung verteilen sich auf die ganze Welt. Die Deutschen als Volk von Aktienmuffeln und mit noch immer starkem Mittelstand (anteilig weniger Aktiengesellschaften) sind davon naturgemäß geringer betroffen. Unter unseren Betroffenen trifft es besonders den Geldadel (Schaeffler, Quant, Schickedanz und Co.). Und es gilt weiterhin, dass Geld nicht vernichtet wurde.

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@napoloni

Danke Napoloni. Endlich jemand der die Fragestellung verstanden hat und kritisch mitdenkt, nicht nur das blah blah der Börsenjournalisten nachplappert.

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@peterparker72

Man könnte auch sagen: Endlich jemand der Deiner Meinung ist^^

So werden Sterne allerdings häufig vergeben^^

DOCH, Privatvermögen heißt: Es gehört einer natürlichen Person - sprich einem "Privatmann". Sprich alles was "Bank" oder "Firma" oder "Holding" oder, oder, oder ... ist raus.^^

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@Eulenspiegel

Wofür steht das "Doch"?

Schaeffler, Quandt, Schickedanz und co. sind Privatpersonen.

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Geb ich Dir ein einfaches Beispiel: Nehmen wir an Du bist ein Aktionär wie anderen vielen Millionen Menschen. Du kaufst eine Aktie XY AG für 100€, weil Du glaubst die Aktie wird noch auf 150 oder 200€ steigen. In der gleichen Zeit der Aktionär, der seine Aktien durch die Börse und Makler an Dich verkauft hat, ist der Meinung: Die Aktie von XY AG wird nicht mehr steigen. Die Nachfrage und das Angebot nach XY AG Aktie macht einen Preis in Höhe von 100€. Nun dieser Verkäufer hat sich für eine andere Aktie entschieden, wie Du dich für XY AG entschieden hast. Soweit alles ein ganz normaler Prozess. Jetzt kommt eine schlechte Nachricht über eine französische Bank in den Medien. Viele Fonds und Hedgfonds ect., die viele Hunderte Millionen Euro in den Aktien investiert haben, bekommen Panik. Alle auf einmal verkaufen ihre Bestände. Das Angebot an Aktien steigt, die Nachfrage sinkt. damit die Aktien überhaupt verkauft werden können, gehen die Preise massiv runter. Deine XY Aktie,welche Du für 100€ gekauft hattest, steht jetzt bei 20€. Die Aussicht, dass die Aktie wieder auf 100€ steigt, steht in den Sternen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie auf 5€ absagt, ist aber sehr groß. Aus Angst, dass du nicht noch mehr Geld verlierst, verkaufst du bei 20€. Somit hat der Crash 80€ deines Kapitals vernichtet. Wenn Du dieses Beispiel auf Gesamtmarkt übertragen würdest, dann kommt man auf diese Billionen Beträge. www.gomcmoney.de Grüße, Salim Rafat

Weil bei Kursstürzen einer Aktie schlagartig der Wert der Aktien dieser Firma sinkt - und damit der Wert der ganzen Firma.

Aber es wurde ja kein Privatvermögen vernichtet, wie alle behaupten. Haben doch alle noch genauso viel geld wie vorher?

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@peterparker72

Nein, definitiv nicht. Für 100.000 Euro Euro die Du reingesteckt hast, bekommst du nach dem Kurssturz nur noch 20.000 Euro (um in meinem Beispiel zu bleiben) ...

Das betrifft dann dein Privatvermögen. Vorher konnteste Dir dann davon noch ein großes Auto kaufen, jetzt reichts nur noch für einen Kleinwagen.^^

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