Wir gucken morgen im Theater "Frühlingserwachen" - fühle ich mich zurecht unwohl deswegen?

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10 Antworten

Ich habe "Frühlingserwachen" einmal gesehen, in dieser Inszenierung damals waren keine wie auch immer explizite Handlungen zu sehen. 

Wie auch immer. Für mich ist das Stück primär anti-bürgerlich, oder besser es stellt Fragen, die in einer braven bürgerlichen Gesellschaft nicht gestellt werden sollten. Das Christentum ist mit dieser "braven bürgerlichen Gesellschaft" nicht ident, aber es gibt gewisse Berührungspunkte.

Ich persönlich denke mir:

  • Jeder Schüler/jede Schüler hat ein Recht auf Religionsfreiheit und die Freiheit, etwas schön zu finden, abzulehnen usw. - das wird üblicherweise vom Schulsystem akzeptiert.
  • Kein Schüler/Schülerin hat das Recht, selber zu bestimmen, was Unterrichtsstoff sein soll und was nicht.
  • Du hast offensichtlich das Stück bereits gelesen, also dich damit beschäftigt. Es ist kein wesentlicher Unterschied, ob du das jetzt siehst oder nicht.
  • Es tut unserem Glauben sehr gut, wenn es Christen gibt, die sich mit Kunst und Literatur beschäftigen - und sich ihre eigene Meinung bilden.
  • Ich nehme an, dein Glaube und deine Anständigkeit halten ein Theaterstück aus, das du nicht magst.

Hallo,

sei mir bitte nicht böse, aber du übertreibst maßlos. Dir persönlich will sicher niemand etwas "unter die Nase reiben". Da nimmst du dich wohl etwas zu wichtig! 

"Frühlingserwachen" ist ein Theaterstück, nicht mehr und nicht weniger. Du solltest es völlig wertfrei anschauen und nicht schon mit jeder Menge Vorurteile hineingehen. Selbst wenn dich die Thematik nicht anspricht, schau es doch zumindest aus der Perspektive an, wie Schauspieler es schaffen, den sicher nicht einfachen Text zum Leben zu erwecken. Es ist auch immer interessant zu sehen, wie Schauspieler und Regisseure das Stück interpretieren.

Abgesehen davon geht es in dem Stück doch darum zu zeigen, mit welchen Schwierigkeiten Jugendliche mit ihrer erwachenden Sexualität und dem Erkennen ihrer sexuellen Identität haben. Vielleicht hilft es dir ja auch dabei, noch einmal zu überdenken, ob die Kirche, der du angehörst - ich nehme an, du bist römisch-katholisch - gerade in Sachen Homosexualität wirklich so richtig liegt, immer noch zu denken, es sei Sünde und abnormal. Die sexuelle Ausrichtung ist angeboren und somit wohl in all ihren Spielarten gottgewollt. Ich habe übrigens einen sehr lieben, sehr gläubigen Freund, der homosexuell ist und ich kenne viele heterosexuelle Menschen, die trotz christlicher Erziehung, mit dem Glauben überhaupt nichts am Hut haben. Vielleicht denkst du darüber einmal ein bisschen nach. 

Mein Rat an dich noch einmal: sei offen, sieh dir das Stück vorurteilsfrei an und schau, ob du nicht doch für dich etwas daraus mitnehmen kannst. Und wenn es dich tröstet: nichts, was du auf der Bühne siehst, geschieht in dem Moment wirklich. Es sind Schauspieler, die das Stück in Szene setzen und dabei versuchen, glaubwürdig darzustellen. Du wirst "Bühnenküsse" und eine vorgetäuschte Masturbation sehen. Vielleicht beruhigt es dich ja ein bisschen, das zu wissen. 

Alles Gute, ein schönes Theatererlebnis für morgen und liebe Grüße!

Die Bibel ist klar was Homosexualität angeht, nur weil etwas angeboren ist muss man diesem Verlangen nicht unbedingt nachgehen.

Das Verlangen jemandem weh zu tun ist ja auch Angeboren aber das heißt nicht dass man jemandem deswegen auch wehtuen sollte.

Jedenfalls danke für deine Antwort, sie hat mir ein gutes Stück weitergeholfen !

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@tamashiinekun

Da hast Du schon recht, dass man nicht allem nachgeben muss, was angeboren ist. Allerdings ist die Sexualität ja kein angeborener Impuls, sondern ein wichtiger Teil des Lebens. Lieben und geliebt zu werden, ist ein Grundbedürfnis des Menschen und da frage ich mich schon, warum das jemandem, der eben mit homosexueller Prägung geboren wurde, versagt bleiben soll. Der Freund, der sehr gläubig ist, und den ich vorhin erwähnt habe, lebt seit vielen, vielen Jahren, inzwischen auch schon fast acht Jahre offiziell verpartnert, mit seinem Partner in einer wunderbaren Beziehung, die ehrlicher und besser ist, als so manche heterosexuelle Ehe, die ich so kenne. Das sollte man vielleicht schon auch sehen. Er ist übrigens nicht nur sehr gläubig, sondern auch ein wunderbarer Kirchenmusiker und arbeitet in einem großen Stift als Sales Manager. So gesehen habe ich doch Hoffnung, dass sich die Kirche ein wenig öffnet, denn er hat nirgends ein Geheimnis aus seiner Homosexualität gemacht. 

Abgesehen davon freut es mich, wenn ich dir ein bisschen helfen konnte. 

Lieben Gruß und trotz allem einen schönen Tag morgen!

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Nein, gläubig kannst Du nicht sein. Denn wärest Du gläubig dann würdest Du die Antwort auf die Frage an Jesus, g.s.S.N., kennen, ob nur Menschen eine Seele haben oder nicht. Bitte suche nach ihr. 

Homosexualität ist ein in der Natur sehr häufig vorkommendes Phänomen. Mir fallen dazu tatsächlich Delphine ein, Enten, manche sogenannten Nutztiere .... .

Hast Du die Antwort Jesu, g.s.S,N., gelesen? Ich habe ihr Nichts hinzuzufügen. Zumindest was das Thema Christentum und Gläubigkeit angeht. 

Was Schule angeht: Wenn diese eine Veranstaltung für die ganze Klasse plant und zur Teilnahme auffordert dann ist es in der Regel eine verbindliche Aufforderung. Lese im Landesschulgesetz nach. 

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