Wozu noch Html + CSS lernen?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Weil du mit WYSIWYG und Baukastensystemen nur mäßige Websites bauen kannst, die sich eigentlich überhaupt nicht von der Masse abheben.

Du wirst sofort an die Grenzen deines Systems stoßen, sobald du etwas machen willst, was NICHT im Baukasten / Editor vorgesehen ist.

Außerdem ist der Code bei solchen Dingen verdammt aufgeblasen. Das, wofür man nur 2 bis 3 Zeilen Code per Hand benötigen würde, liegt dort in einer zich KB großen Bibliothek.

Diese Frage ist so alt wie das Web.

Früher war es Dreamweaver, heute sind es irgendwelche Baukstensysteme von 1&1. Aber wie du merkst gibt es html und css heute noch und die Webentwickler sind nicht ausgestorben.

Wieso? Weil du mit dem Baukastenzeugs halt nicht alles hinbekommst. Oder du musst im Detail eingreifen. Oder es gibt neue Funktionen, die dein Baukastenzeugs nicht unterstützt und so weiter...

Anders als eine andere Antwort hier würde ich die Codequalität nicht mal als Kriterium nennen, denn das hängt sehr stark von der Erfahrung des Webentwickler bzw. von der Sauberkeit des Baukstensystems ab. 

Herunter gebrochen - Qualität vs. Quantität. Eine Website kann man wunderbar mit einem Uhrwerk vergleichen. Es gibt einmal die billigen, industriell gefertigten die die Zeit anzeigen (Gestaltung), jedoch im inneren (Programmierung) nicht so filigran sind, wie bei handgefertigten Uhren eines Uhrmachers. Optisch können die mit einem WYSIWYG Editor erstellten Websites also ganz ansehnlich aussehen. Wenn man als erfahrender Entwickler jedoch unter die Haube schaut, man bei (fast) allen eigentlich nur mit dem Kopf schütteln kann und die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. 

Optisch hui, dahinter pfui. Kurz und knapp zusammengefasst: Ein Salat aus unnötigen Verschaltungen, Klassen und ID's. Semantisch alles andere als perfekt und nicht immer valide. In den vergangenen Jahren gab es da auch keine nennenswerte Verbesserung. Egal welche Software man da auch ins Feld führen mag. Lediglich die Ergebnisse von Adobe Muse halbwegs vertretbar sind. Trotzdem auch nicht das Gelbe vom Ei und noch viel Luft nach oben. Wenn du HTML und CSS beherrscht, würde ich einen großen Bogen um derartige Werkzeuge machen. Statt dessen dein Wissen weiter vertiefen und dich mit der Client- (JavaScript) und Server-seitigen Programmierung (PHP + MySQL) anfreunden. 

Um es mit Mina Markhams (Entwicklerin) Worten zu sagen - CSS is Bullshit! Dir also nur dazu raten kann, dich mit Preprocessoren anzufreunden. Sei es Haml oder Jade für HTML, Sass, Less oder Stylus für CSS, oder CoffeeScript für JavaScript. Ebenso solltest du dich mit Frameworks wie Bootstrap, Foundation oder einem Grid-System wie Base anfreunden. Wenn du kein Bock auf Klassen-Salat im Markup hast, dir mal Neat (http://www.neat.bourbon.io) anschauen solltest. Ich selber arbeite nur noch mit Sass samt Compass und/oder Bourbon und lege großen Wert auf Qualität. Google tut dies (mittlerweile) auch. Vereinfacht gesagt straft Google schlecht entwickelte Seiten im puncto Page-Ranking ab.  

Im ganzen spricht mehr gegen einen WYSIWYG Editor als dafür. Für weniger versierte User mag es vielleicht ganz nett sein, sofern der eigene Webauftritt keine gewerblichen Interessen (Firmen-Portfolio u.d.G.) verfolgt. Wenn dem doch so ist, man eher eine/n Mann/Frau vom Fach aufsuchen sollte. Wenn das eigene Budget es nicht hergibt, lieber ein solides CMS (Content-Management System) installieren und ein in Frage kommendes Template erwerben. Alle mal besser als halbherzig zusammengeklickte »Kaninchenställe«. Kaviar oder Dosenfutter? Entscheide selbst wie viel es dir wert ist! 

Lg medmonk  

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