Wozu führt Pazifismus und wozu führt Bellizismus?

4 Antworten

Das ist eine wie ich finde doch stark übertriebene Einschätzung der Begriffe Pazifismus und Bellizismus.

Grundsätzlich lehnt der Pazifist Gewalt als politisches Mittel ab. Löst seine Konflikte also gewaltfrei.

Der Bellizist ist zwar ein Kriegsbefürworter und nutzt gewaltsame Mittel zur Lösung internationaler Konflikte, aber solange kein Konflikt besteht, besteht auch kein Grund für einen Krieg. Es ist nämlich nicht so, dass sie den Krieg wie eine Droge zum Überleben benötigen. Wenn er notwendig wird, ist der Krieg das Mittel der Wahl. Aber auch nur dann.

Auch das Bellizisten Angsthasen sind und schlecht gebildet sind, ist nicht wirklich zutreffend. Bekannte Vertreter des Bellizismus sind u.a. Helmuth Karl Bernhard von Moltke (Generalfeldmarschall,  hatte wesentlichen Anteil an den Siegen in den drei Einigungskriegen.),Ernst Jünger (Schriftsteller).Erich Ludendorff (prägte den Begriff des totalen Krieges als vollkommenste Willensanstrengung eines Volkes)

Wie man es schaffen kann, das ein Bellizist friedlich bleibt ?

Nun, eine gute Möglichkeit gibt es, welche auch schon seit vielen Jahren funktioniert. 

Massive Vergeltung

Durch den massiven Einsatz von Nuklearwaffen ist ein Krieg zwischen Großmächten unmöglich geworden, weil es keine Sieger geben kann. Nur wenn der Sieg auch in Aussicht ist, wird ein Bellizist auch den Krieg befürworten. Wäre er vollkommen sinnlos, würde auch ein Bellizist seine Motivation überdenken.

So hat doch die schrecklichste aller Waffen den Menschen vor einem weiteren Großen Kriege bewahrt.

Stimmt - in dem Sinne ist die Erfindung der Atombombe keine schlechte Sache mehr.

Meine Beispiele sollten ja auch 100%ige Typen dieser beiden Varianten darstellen, welche wohl so extrem eh nicht existieren.

Krieg ist eigentlich völlig unnötig - alle Konflikte könnten durch Gespräche gelöst werden. Es könnte ja auch bei Notwehr bleiben, wenn man angegriffen wird und dann sucht man mit allen Mitteln das Gespräch mit dem Angreifer, was das sollte - falls man den Angriff überlebt.

Wann ist Krieg notwendig? Selbst wenn der "Gegner" Gespräche verweigert, greife ich ihn nicht gewaltsam an. Es bringt ja doch nix. Nur Problemlösung in Form von Gesprächen macht Sinn.

Ein Pazifist, der sich für Frieden einsetzt, erscheint mir aber wesentlich mutiger als ein Bellizist.

Ich halte Krieg nicht für klug - und wenn man eine Pro- und Kontra-Liste macht, werden wohl immer friedliche Varianten gewinnen. Ich kenne diese berühmten Kriegsmenschen alle nicht.

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@DBKai

Um Carl von Clausewitz zu zitieren ist Krieg "die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln"

Der Krieg mag durchaus keine schöne Sache sein, doch hier muss man abwägen, ob er nicht doch seine Rechtfertigung hat. Was wäre gewesen, wenn die Sowjetunion beim Einfall der Wehrmacht vollkommen auf Pazifismus geschaltet hätte: Das Ergebnis könnten noch viel mehr Tote sein.

Vor allem ist irgendwann das Reden nicht mehr möglich, wenn die eine Seite sich dazu entschließt Gewalt anzuwenden. (Nicht alle haben Pazifistische Züge) 

Aber manchmal reicht es schon Gewalt nur in kleinen Mengen ein zusetzten, um Größere Konflikte schnell zu eliminieren.

Weiterhin gibt es das Sprichwort, dass die Armee am Erfolgreichsten ist, die keinen schuss tun muss, um den Krieg für sich zu entscheiden (siehe Säbelrasseln, Androhung der massiven Vergeltung)

Vlt werden wir in Zukunft Kriege aus der Politik verbannen, aber bis dahin wird auch weiterhin gerüstet.

Vlt kannst du an dieser Stelle ein Beispiel für eine Situation geben (real oder fiktiv) bei welcher große Konflikte durch Gespräche entschärft wurden, oder wo Pazifisten mit einer kriegerischen Partei Verhandlungen führen.

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@Skarger

Schließt Pazifismus Notwehr aus? Ich denke, wenn man angegriffen wird, dann darf man sich schon auch wehren. Doch bevor ein Krieg stattfindet, sollte mit allen Mitteln das Gespräch gesucht werden. Warum greifen sie uns an? Was wollen/brauchen sie? Können wir ihnen einfach geben, was sie brauchen oder ihnen helfen, eben dieses auch in ihrem Land zu entwickeln? Dem Gegner sollte Interesse signalisiert werden, die Angelegenheit friedlich auszutragen oder von mir aus auch durch sportliche Wettkämpfe mit fairen Regeln.

Ich würde sagen, dass alles, was auf dieser Welt "gut" und nützlich ist, von Pazifisten oder Menschen mit pazifistischen Tendenzen geschaffen wurde. Es gibt Geschichten über Menschen, die friedlich leben - Bilder über Harmonie und schöne Musik - das sind alles pazifistische Werke, die ein gutes Gefühl in einem hinterlassen können und von denen man auch etwas lernen kann. Kinder, die in so einer Welt aufwachsen, empfinden diese dann als "normal" und übernehmen den gelebten Pazifismus automatisch - genauso ist es, wenn Kinder in eine kriegerische Umgebung geboren werden.

Ein totaler Bellizist findet doch nie die Ruhe um etwas Nützliches zu erfinden - er muss sich ständig Gedanken machen, wie er gegen seinen Gegner am besten vorgeht oder wie er sich schützen kann. Sein Gedanken müssten also um Krieg kreisen - eventuell noch um die Erschaffung von Waffen - die ja auch keinen Beitrag zum Weltfrieden leisten. Außerdem muss er den Eindruck haben, dass Krieg der einzige Weg ist um das zu bekommen, was er will/braucht. Warum sonst so anstrengen, wenn die Möglichkeit für Gespräche da ist und man auf verständnisvolle Ohren trifft, die gerne bei der Lösungssuche von Problemen helfen? Ohren, die auch kritikfähig sind und nicht davon ausgehen, dass sie alles wissen - sondern nie aufgehört haben zu hinterfragen. Doch es ist unüblich, dass man auf solche Ohren trifft - eher das Gegenteil ist der Fall, weshalb die Möglichkeit für ein Gespräch von vorne herein ausgeschlossen wird.

Auch die Zeiten haben sich geändert - früher war die Kommunikation noch wesentlich schlechter - bestimmte Völker konnten sich, wenn überhaupt, nur mit Zeichensprache verstehen. Doch heute sind wir durch das Internet weltweit verknüpft und es ist viel besser möglich Gespräche zu führen.

Nenne ein Beispiel, wo Gewalt in kleinen Mengen größere Konflikte eliminiert hat.

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Ein Mensch wird aus seinen Erlebnissen geformt also ein Pazifist hat wahrscheinlich als Kind schon Krieg oder Gewalt miterlebt und stellt sich dann dagegen. Bellizist könnten Leute mit "Psychestörungen" sein oder auch Leute die ein Traumatisches Erlebnis erlebt haben. Pazifisten könnten im schwerstfall wie du sagst für ihre Überzeugung sterben. Bellizisten könnten sogar zu Terroristen werden oder sonstige Gewaltverbrechen begehen.

Das seh ich wie du.

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Mit wollen hat das nicht viel zu tun. Beides sind Idealisten, nur Idealisten verschiedener Extreme. Nun hat jeder Mensch seine Überzeugungen, je nach Prägung, die er sein ganzes Leben lang erfahren hat.

Zudem denke ich, hast du Bellizismus nicht genau getroffen. Es heisst nicht, dass ein Bellizist allem und jedem gegenüber feindlich eingestellt ist. Es bedeutet lediglich, dass er an einer friedlichen Lösung bestehender Konflikte kein Interesse hat und stattdessen eine militärische Lösung bevorzugt.

Aus deinen Beschreibungen spricht zudem bereits eine sehr starke Wertung: Pazifismus = gut und erstrebenswert

Bellizismus = schlecht, minderwertig

Natürlich kann man das so sehen, aber dadurch, dass du bereits Partei ergriffen hast, kannst du vielleicht nicht mehr objektiv an die Auseinandersetzung herangehen.

Eine Welt voller Pazifisten würde vielleicht funktionieren, aber wir haben immer beides. Von daher kann man nicht pauschal sagen, dass diplomatische Lösungen immer die besten sind, da nicht garantiert ist, dass sie überhaupt möglich sind. Nehmen wir aus aktuellem Anlass den Islamischen Staat. Eine friedliche Lösung des Konfliktes ist nicht möglich und jeden Tag sterben Zivilisten völlig unverschuldet. Verhandlungen und eine einvernehmliche Lösung ist unmöglich, also was tun?

Die Verweigerung des Einsatzes jeglicher Gewalt kommt hier Nichtstun gleich und kostet täglich Menschenleben. Ein Bellizist würde hier natürlich für eine möglichst schnelle, militärische Lösung sprechen. Also die Gegner töten oder unterwerfen um die Kontrolle zu gewinnen. Dabei würden natürlich Menschen sterben, sicherlich auch wieder Zivilisten, aber mit der Aussicht, das Problem beseitigt zu haben und friedlicheren Zeiten entgegenzublicken.

Du siehst, man kann nicht alles nur schwarz-weiss betrachten, es ist sehr situationsabhängig. Und auch hier natürlich spielt die persönliche Überzeugung eine sehr grosse Rolle.

Ja - ich bin klar auf der pazifistischen Seite. Das stimmt.

Nur sie ergibt für mich Sinn.

Früher gab es ja auch Folter, Hexenverbrennung und Todesstrafe bei uns - heute ist das in Österreich nicht mehr der Fall und das ist gut. Es ist sozusagen pazifistischer geworden.

Bezüglich des Islam - auch ein militärischer Einsatz bringt 0 - macht nix besser - ein vorhandenes Problem wird nicht gelöst.

Ich würde eher dazu tendieren, dass Österreich daran arbeitet ein Vorbild-Land zu sein und dann können sich andere Staaten, die womöglich selber erleben, dass es hier angenehmer ist, ein Beispiel nehmen. Wir helfen ihnen doch dann sicher gerne Annehmlichkeiten, die wir hier durch nachhaltiges, faires, zukunftsorientiertes Wirtschaften und bald hoffentlich ohne kriminellen Kapitalismus, haben - auch bei ihnen einzuführen.

Ich bin dafür, dass wir an uns arbeiten und das wir Gespräche suchen - anstatt selber asozial, hirnlos und kriminell zu agieren.

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