Wozu extra Direktversicherung?

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4 Antworten

Ich stehe als Firmenchef eines kleineren Unternehmens gerade vor der
Entscheidung Direktversicherung oder Kapital-, Renten- bzw.
fondsgebundene Lebensversciherung als betriebliche Altersvorsorge zu
verwenden. 

Ich glaube hier ist etwas in der Beratung nicht gut gelaufen, bzw. es hat keine stattgefunden.

Die Durchführungswege, die dir offenstehen sind

  • Direktversicherung (als Lebens- bzw. Rentenversicherung, fondsgebunden oder klassisch)
  • Pensionskasse
  • Pensionsfonds
  • Direktzusage
  • Unterstützungskasse

Bei allen gibt es Unterschiede in der Ausgestaltung, Bilanzberührung, und Arbeitgeberhaftung, sowie der Situation für den Arbeitnehmer.

Du solltest dich z.B. mit einem Versicherungsmakler mit Erfahrung in der bAV auseinandersetzen. Ggf. kommt aufgrund der Branche und eines Tarifvertrags ein Versorgungswerk zum Tragen (z.B. MetallRente), ansonsten hilft dir der Makler bei der Anbieterauswahl und berät auch über Für- und Wider der einzelnen Durchfürhungswege.

Im zweiten Arbeitsschritt stünde dann die Arbeitnehmerberatung an. Wenn möglich sollten Gruppenverträge angeboten werden.

Nicht überstürzen.

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Seit 1.1.2002 haben alle AN in Deutschland Anspruch auf ein
betriebliche Altersversorgung. Der AG sollte in seinem Unternehmen die MA
aufklären das es eine betriebliche Altersvorsorge gibt.. Es gibt hier 5
Durchführungswege.

  • Direktversicherung
  • Unterstützungskasse
  • Pensionskasse
  • Pensionsfonds
  • Pensionszusage (Direktzusage) 

Den Weg und den Anbieter kann allerdings der AG bestimmen. Eine betriebliche AV läuft immer über das Unternehmen. D.h. Der Unternehmer
(Versicherungsnehmer) schließt für seinen MA (Versicherte Person) etwas ab und bezahlt diesen Beitrag. Dies geschieht meist in Form einer Entgeltumwandlung seltener mit einem vom AG finanzierten Beitrag

Für die Beiträge fallen keine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an. Die Besteuerung ist nachgelagert erst ab Leistungseintritt zu bezahlen. Für die Rente ist auch Krankenversicherung zu zahlen. 


Mit Direktversicherung ist der Durchführungsweg gemeint.  Eine Direktversicherung kann eine klassische Rentenversicherung, eine klassische Kapitallebensversicherung oder eine Fondspolice sein.

Mir scheint dein Berater hat dich nicht richtig beraten und aufgeklärt.

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Hallo
Mathias,

Deine Frage
ist hochinteressant, allerdings möchte ich die Frage noch toppen: Wozu
überhaupt Versicherung?

Zum einen ist die gesamte Presse derzeit voll mit Meldungen darüber, dass
Versicherer neben den wegfallenden Überschüssen z.Z. noch nicht einmal ihre
Garantiezinsen erwirtschaften können. Die ersten Pensionskassen wie NeueLeben (NLP), Deutschlands gößte - die BVV (Bankgewerbe) senken sogar ihre bestehenden(!) Garantiezinsen Und die DeHoGa (Deutscher Hotel- u. Gaststättenverband) hat nach jüngstem Ausstieg von ERGO und HDI gar keine Deckung mehr. Die Frage, die sich nun stellt ist, wer muss am Ende dafür einstehen? Und hier sind wir beim Arbeitsrecht - genauer beim Betriebsrentengesetz (BetrAVG) §1 Abs.1 Satz 3 - was dies ziemlich nüchtern beantwortet:
"Der Arbeitgeber steht für die Erfüllung der von ihm zugesagten Leistungen
auch dann ein, wenn die Durchführung nicht unmittelbar über ihn
erfolgt." 


Übrigens muss ich meinen Vorrednern Recht geben, der richtige Berater ist
entscheidend - allerdings setze ich auch hier einen drauf: es sollte schon
jemand sein, der sich eher mit Arbeitsrecht und Versorgungswerken als mit
Produkten u. Tarifen auskennt, also am besten gar keine Produkte vermittelt. Jetzt aber erst mal genug davon.

In einigen Antworten wurden bereits die 5 möglichen Durchführungswege bei der bAV genannt, daher muss ich sie nicht nochmal aufzählen. Interessant dabei ist der Weg der "Unterstützungskasse". Warum? Weil nur wenige wissen, dass dieser Weg nochmals unterteilt ist und zwar in a) die, meist wieder durch Versicherungen, "rückgedeckte U-Kasse" und b) die "pauschaldotierte U-Kasse" - schrecklicher Begriff, daher nennen Insider diesen Weg auch 'Betriebssparen', 'Unternehmensbank' oder ähnlich - und
genau um die geht es im Folgenden.

Ich würde auf eine, seit 150 Jahren bewährte, echte betriebliche Vorsorge als
Win-Win-Modell zwischen AG und AN setzen. Also, als erstes wird - nur von
Juristen - eine eigene "Mathias GmbH"-Versorgungsordnung erstellt, in
der festgelegt wird, wer, wann, wieviel bekommt, was im Sterbefall passiert
etc. etc.

Z. B. eine Zinszusage von echten 1,25% p.a. ohne langwierige Abschluss- u.
laufende Verwaltungsgebühren, also transparent. Dann wird in einer
Betriebsversammlung das eigene Versorgungswerk vorgestellt und die Mitarbeiter inspiriert, mitzumachen. Erfahrungsgemäße Teilnahmequoten liegen bei ca. 80 bis 100%, da das Geld ja nicht irgendwohin geht, sondern im Betrieb bleibt, also quasi in den Arbeitsplatz investiert wird. Wenn Du Deine Mitarbeiter magst und Du die Vorsorge ernsthaft etablieren willst, dann könntest Du Deinen Beschäftigten durch eine geschickte 'Entgeltoptimierung' sogar die ‚bAV zum Nulltarif‘ anbieten, also jeder Mitarbeiter wandelt 150 - 200 Euro mtl. um, ohne weniger Netto als vorher zu haben - Begeisterung garantiert! Und durch die gewonnene Lohnnebenkostenersparnis geben die meisten AG noch was dazu - bleibt ja alles in der Firma! Und was hat der Chef davon? Naja, kontinuierlich wachsende Firmenliquidität zur freien unternehmerischen Verwendung - und glaub mir, wenn erst mal genug in der Kasse ist, fällt nahezu jedem Unternehmer etwas damit ein . . .

Die einzige Frage, die sich die Mitarbeiter (immer!) stellen ist, was ist mit
unserer Rente, wenn die Firma mal insolvent sein sollte? Nun, in einem solchen Fall springt per Gesetz der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) ein.

Zusammengefasst: Mitarbeiterfinanzierte Firmenliquidität mit staatlicher
Ausfallgarantie als betriebsWIRTSCHAFTLICHES Versorgungsmodell wie es börsennotierte Firmen schon seit 150 Jahren machen.

Bei Win-Win gibt es eigentlich nur einen Verlierer: die Versicherung. Die
braucht man für eine arbeits- u. steuerrechtlich sauber installierte
betriebliche Vorsorge gar nicht.

Für den Fall, dass sich das alles exotisch anhört, gibt es einen tollen Artikel
von FOCUS aus 2014 http://www.focus.de/finanzen/news/betriebsrente-fuer-alle-seite-2-nur-eine-minderheit-erwartet-bislang-ein-ruhegeld-vom-betrieb_id_3542550.html oder schau mal hier: https://betriebssparen.de

Egal wofür Du Dich am Ende entscheidest - viel Glück dabei!

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Das Problem mit diesen Produkten ist, dass man von jedem Euro, den man einzahlt, ungefähr 20 bis 50 Cent an Kosten verliert (Verwaltungskosten, Provisionen, versteckte Gebühren deren Höhe unklar ist,  ...) Das sagt einem bloß keiner.

Gute Produkte bietet z.B. die Kölner Pensionskasse (ein Ableger der Pensionskasse der Katholischen Kirche, angeblich verstehen die was vom Geld anlegen, zumindest meint das Finanztest.) http://www.koelner-pensionskasse.de/

Die zahlen zwar auch Provisionen für Vermittler. Aber angeblich soll es dort auch provisionsfreie Produkte geben, wenn man direkt anfragt.


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Kommentar von kevin1905
07.09.2016, 13:21

Dann muss der Vermittler per Honorar bezahlt werden, niemand arbeitet umsonst.

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