Wozu braucht man ein Kassenbuch, wenn man in der Buchführung das Konto "Kasse" hat?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo DerkaDerr,

das Finanzamt schreibt vor, dass bei allen Bargeschäften ein physisches Kassenbuch geführt werden muss (teilweise sogar täglich, z.B. bei Restaurants, Einzelhandelsgeschäften, Friseuren etc.). In dieses Kassenbuch kommen die einzelnen Aufzeichnungen tagesgenau rein, man rechnet den Kassenstand aus und kontrolliert ihn. Die Belege werden dazu geheftet.

Das sind dann die korrekten Geschäftsunterlagen oder auch "Bücher" genannt (früher wurde das nur in Büchern aufgezeichnet, daher noch die alte Bezeichnung).

Und das Ganze wird dann später eingebucht. Das jeweilige Buchungs-Konto nennt sich auch Kasse, ist aber nicht zu verwechseln mit dem tatsächlich vorhandenen Kassenbuch.

Es ist nicht erlaubt, einfach Belege nur über das Kassenkonto einzubuchen. Wie eine andere Antwort hier schon gut beschreibt: Keine Buchung ohne Beleg!

Hope that helps!

Das Finanzamt schreibt da nichts vor. Buchführung hat die Lebensrealität zu spiegeln. Führt jemand eine Kasse, dann hat er die Aufzeichnung entsprechend zu führen. Bargeld im Betriebsvermögen ist automatisch die Begründung einer Kasse, soweit vorher keine da war.

Jede Buchführung ist zeitnah zu führen. Das bedeutet, dass jeder Geschäftsvorfall verzeichnet werden muss. Vereinfachungen in der Ermittlung der Einnahmen wie Kassen-SB des Tages abzügl. EB-Wert des Tages zzgl. der Privatentnahmen und abzügl. Privateinlagen sind nur dann erlaubt, wenn die Vielzahl der Einnahmen zu einem unzumutbaren Aufwand führen.

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@Dirk-D. Hansmann

Werter Kollege, das steht in § 146 AO (1) Satz 2: Kasseneinnahmen und Kassenausgaben sollen täglich festgehalten werden.

Heißt übersetzt, wo täglich Bareinnahmen sind, muss auch ein Kassenbuch geführt werden. Und die oben aufgeführten Beispiele sind genau die, die täglich Bareinnahmen haben.

Unabhängig davon, ob man per Handelsrecht zur Führung von Büchern verpflichtet ist (eingerichteter Handelsbetrieb) gilt die Steuervorschrift für alle Unternehmen. Selbst wenn man nur eine Einnahmen-Überschußrechnung machen muss, trotzdem aber Bareinnahmen hat, muss ein Kassenbuch geführt werden.

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Für den Wirtschaftsprüfer?

Aber was findet der Wirtschaftsprüfer im Kassenbuch, das er nicht schon im Konto "Kasse" der Buchhaltung findet?

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@DerkaDerr

Das kommt auf die Aufberwahrungsfrist von kaufmännischen Belegen an. 10 Jahre. Ein kontroverses Thema. Oft möchte man zu der IT-Aufzeichnung auch den alten Weg der Papieraufzeichnung haben.

Werden denn die IT-Belege auch 10 Jahre archiviert? Ich weiß leider nicht, ob die 10 Jahre noch so up-to-date sind :-)

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@safur

Guck mal da:

http://de.wikipedia.org/wiki/Aufbewahrungspflicht

Ich kenne das Problem auch persönlich. Oft sieht man aus der IT-Sicht deutlich mehr, als nur den reinen Beleg. (z. B. ob das beglichen wurde) Es gibt da auch verschiedene Empfehlungen. Man muss das wohl im Einzelfall betrachten

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10 Jahre sind soweit noch aktuell. Soll aber verkürzt werden.

Aber 10 Jahre beziehen sich nicht auf die daten im System sondern auf die dazugehörigen Belege.

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@faiblesse

Da bist du schonmal richtig. gesetzlich

Das ist oft ein Streitthema. Ich kenn das System nicht. In verschiedenen Systemen möchte man nicht nur die Nachricht, sondern den Verarbeitungsstatus sehen.

Es gibt auch Systeme die eine Antwort senden "erhalten". In der Automobilindustrie, Pharmaindustrie gibt es Formate wie Edifact, die eine CONTRL senden. Man möchte also wissen, ob der Marktpartner die "Bestellung" "Rechnung" auch erhalten hat.

Es ist also die Frage, hat man nur die Rechnung versendet, oder wurde diese auch bestätigt? Das ist bei einer Mahnung echt interessant.

Gleiches gilt natürlich für eine Bestellung. Wurde diese bestätigt? Das siehst du an der reinen Buchung nicht.

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@faiblesse

Die Aufbewahrungsfrist ist gerade auf einheitlich 10 Jahre erhöht worden, da ist von einer Verkürzung wohl nicht die Rede.

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Ich meine mit System nicht die digitale Archivierung der Belege. Sondern das buchhaltungsprogramm. Da sieht man nur die Buchung. Zb Porto an Kasse, deswegen weiß man aber nicht ob dies korrekt ist. Dazu muss man den (Kauf)beleg haben. Ob der nun abgeheftet oder gescannt ist, ist dabei egal.

Ich hatte die frage so verstanden, warum man das Papier noch Brauch, wenn die Information doch aus dem buchhaltungsprogramm hervorgeht.

Vielleicht habe ich dies ja falsch verstanden.

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