Wozu brauchen wir Wirtschafts Wachstum

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

stell dir ganz vereinfacht das komplette Volkseinkommen in zwei Klassen eingeteilt vor, in Arbeitseinkommen und Kapitaleinkommen. (alle Einkommen lassen sich irgendwie einem der beiden zurechnen). Kapitaleinkommen wachsen in der Regel, wenn sich genügend Schuldner guter Bonität finden, exponentiell, der Einfachheit halber sagen mir mal, pro Jahr um 3%. Wenn nun als Rechenbeispiel das gesamte Volkseinkommen 100€ beträgt, die Kapitaleinkommen 30€ , die Arbeitseinkommen 70€, dann sieht die Sache nach einem Jahr bei Nullwachstum der Wirtschaft so aus:
Volkseinkommen = 100€. Kapitaleinkommen = 30€*1,03 = 30,90€. Arbeitseinkommen = 100€ - 30,90€ = 69,10€.

Da die Kapitaleinkommen bei der Minderheit der Leute konzentriert sind, die meisten aber vom Arbeitseinkommen leben müssen, wird die Mehrheit bei Nullwachstum also ärmer, wohl gemerkt: Sie werden ärmer, obwohl die Wirtschaft genauso viel produziert wie ein Jahr früher.

Gruß, Marco.

Gute Antwort! Sehr viel Fachwissen dahinter. Dh! Aber auch hier stellt sich mir eine Frage: Wenn ich in die Betriebe schaue und mir (wie in meiner firma) eine betriebsversammlung mit der geschäftsleitung vorstelle und es geht um die frage wachstum oder wir sind so zufrieden und optimieren nur noch intern, dann wird doch deutschlandweit in den betrieben kein gesamtvolkswirtschaftliches modell den ausschlag für die entscheidung geben. es muss etwas sehr viel existenzielleres geben, was die betriebe zum ständigen wachstum treibt. deine erklärung ist einleuchtend und richtig, aber doch sehr theoretisch und realitätsfern. wenn man sich ansieht, dass eine katze zwei augen hat, dann wundert man sich ja auch nicht erst, dass erstaunlicherweise genau an der stelle im fell zwei löcher sind, wo die augen sind. die wirtschaft wächst stetig, aber nur erst dadurch, dass sie wächst kommt man auf ein solches modell, wie von dir beschrieben, darum kann es nicht die begründung dafür sein, dass sie wächst...

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Hallo,

dein Argument ist zunächst einleuchtend und klingt sehr verständlich, es ist eigentlich das Standardargument gegen meine Argumentation oben. Menschen handeln betriebswirtschaftlich, also können volkswirtschaftliche Argumente höchstens Folgen der menschlichen und summierten Handlungen sein. Dieser letzte Satz ist einleuchtend, aber meistens zu kurz gedacht! Eine Firma hat ja alle möglichen Ausgaben, meistens auch Kapitalausgaben (verzeihe mir, wenn ich einige Fachausdrücke nicht weiß, ich habe Mathematik studiert, habe also von Wirtschaft keine Ahnung :-)). Wegen der ständig steigenden Guthaben (durch Zinseszins) müssen spiegelbildlich dazu auch die Verbindlichkeiten der gesamten Volkswirtschaft steigen, da ein Kredit ja einfach durch eine Bilanzverlängerung in der Bank passiert, zwei Zahlen: +100€ an Girokonto, -100€ auf das Kreditkonto. Zwar interpretiert eine einzelne Firma ihre Kapitalkosten als monatliche Fixkosten, allerdings laufen während der Kreditlaufzeit ja Kredite bei den Zulieferern und allen anderen Firmen aus und neue wieder an. Wenn bei einer Zulieferfirma aber ein neuer Kredit ansteht, die Kapitalkosten steigen, dann müssen sie diese Kapitalkosten ja irgendwie wieder hereinholen, damit werden zum Beispiel deren Produkte teurer, also auch die Ausgaben (deren Einnahmen) für eure Firma. Wenn eure Firma darauf reagiert und den Preis der Produkte erhöht, hat das wieder irgendwo anders eine Konsequenz.

zweites Beispiel folgt (die haben gerade meinen Kommentar gestrichen, weil er über 2000 Zeichen hatte)

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@lks72

Ein zweites Beispiel: Jemand nimmt einen Kredit über 50000€ auf, um eine Firma zu gründen, er rechnet mit einem Gewinn von 6%. Die Kapitalkosten samt Tilgung sollen 5% betragen, sein Gewinn ist demnach ungefähr 1%. Bekäme er das Geld geschenkt mit der Auflage, es investieren zu MÜSSEN, dann würde ihm natürlich auch eine Rendite von 2% reichen, er hätte immer noch mehr als vorher, der Wachstumsdruck wäre aber sehr viel kleiner. Wenn er aber 50000€ im Lotto gewinnt (ohne Auflage) und vor der Entscheidung steht, dies in eine Firma zu investieren, dann reichen ihm die 2% plötzlich nicht mehr, denn auf der Bank würde er für die 50000€ risikolos 3% bekommen. Auch Eigenkapital führt zu einer Verzinsung und genauso zu einem Wachstumsdruck wie Fremdkapital.

drittes Beispiel folgt.

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@lks72

Ein drittes Beispiel betrifft Aktiengesellschaften. Wenn jemand Aktien von X hält und vor der Entscheidung steht, X zu halten oder Y zu kaufen, dann sind alle Dinge aus der Vergangenheit egal, selbst die Kurshöhe von X und Y spielt keine Rolle, sondern einzig die zukünftige vermeintliche Änderungsrate der beide Aktien zählt. Es ist also egal, ob X bei 100€ steht und Y nur bei 10e, wenn Y in der Zukunft vermeintlich stärker steigt als X, dann verdient man mit den Aktien von Y besser. Da das Management einer Aktiengesellschaft von Natur aus hauptsächlich den Eigentümern verpflichtet ist, und diese die Aktien halten und jederzeit verkaufen können, resultiert daraus auch wieder ein gewaltiger Wachstumsdruck.

Gruß, Marco.

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Gute Frage! Und schwere Frage: Eigentlich wären viele Firmen froh sie müssten nicht wachsen, denn Wachstum bedeutet immer Investition und Risiko. Manche Firmen haben eine Punkt erreicht, wo sie mit regelmäßigem hohen Gewinn am liebsten in der Größe bleiben würden und nur noch Optimieren. ABER: Wir haben in Deutschland die freie Marktwirtschaft und in der freien Marktwirtschaft entscheidet der Kunde bei welchem Marktteilnehmer er kauft und dabei wählt er meist den für ihn besten nach Kriterien wie Preis, Lieferzeit, Qualität, Lokalität (also wie nah ist der Betrieb bei mir) und so weiter. Wachstum ist also eine Folge von Wettbewerb. Es gibt viele Theorien, dass es theoretisch auch ohne Wachstum gehen würde. Theoretisch ist es auch quatsch, dass sich länder heute noch bekriegen.

es ist doch klar: wächst die wirtschaft, dann kann diese mehr gäste aufnehmen. das bringt dem gastwirt mehr umsatz. deshalb ist ein wirtschaftswachstum anzustreben.

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