Wovon haben die Menschen in den dritte Weltländern gelebt bevor die westlichen Konzerne ins Land kamen?

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7 Antworten

Ich vereinfache die Geschichte mal extrem an zwei Beispiel um sie verständlich zu machen:

Ich kaufe als Konzern in einem Land alle Rechte für Wasser auf. Vorher mussten die Leute nichts dafür bezahlen, weil sie es einfach aus dem Boden pumpen konnten. Ab sofort müssen sie nun das gleiche Wasser abgefüllt in Flaschen teuer von mir erwerben.  Das Geld das sie mir dafür zahlen müssen, muss irgendwo erwirtschaftet werden. Durch diesen Zwang müssen die Menschen diese Arbeitsbedingungen eingehen.   Google mal:  Nestlé  und Wasser   


Anderes Beispiel:

Früher haben Menschen einen Teil ihrer Ernte als neues Saatgut benutzt um dann im neuen Jahr erneut anbauen zu können.  Mit dem Zwang, höhere Absätze zu schaffen, hat man sich auf Saatgut von großen Industriefirmen eingelassen. Dieses Saatgut ist erheblich ergiebiger als herkömmliche Sorten, hat aber einen entscheidenen Unterschied: Man kann es nur ein Jahr lang verwenden. Die Ernte kann man nicht als Saatgut verwenden da dann nur noch kümmerliche Pflanzen entstehen. Also sind die Bauern darauf angewiesen immer wieder dieses Saatgut zu verwenden. Alternativen? Aus vielerlei Gründen  schwierig.    Google mal:  Monsanto hybrit


Fazit.   So einfach wie du dir das vorstellst ist es nicht. 

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KDWalther 27.10.2016, 13:46

Die beiden Beispiele wären mir auch als erstes eingefallen. Traurig für diese Konzerne!

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Bevor die westl. Konzerne sich in den Trikontstaaten breitmachten, lebten die Menschen hauptsächlich von der Landwirtschaft, entweder als Landarbeiter bei den Großgrundbesitzern, oder aber als Kleinbauern sowie zudem als Pächter. In den Städten verdingten sich etliche Menschen ihr Dasein mit Handwerk oder sie waren Händler.

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Gründe gibt es verschiedene. Gute Beispiele hat Manioro genannt. Aber es gibt auch andere, wo durch Konzerne aus westlichen Ländern Märkte in Entwicklungsländern zerstört werden.

Beispiel Export unseres überschüssigen, subventionierten Milchpulvers in die dritte Welt unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe. Dann wird es für dortige Bauern immer schwerer, mit den Preisen zu konkurrieren.

Oder Beispiel Tiefkühlhühner. Diese überschüssigen Hühner aus Europa werden für sehr niedrigen Preis nach Ghana verschickt. Die dortigen Hühnerbauern können mit diesen Preisen nicht konkurrieren. Als die Ghanaische Regierung erwog, höhere Einfuhrzölle auf eben diese Hühner zu legen um den Missstand zu beseitigen, sagte die Weltbank "Könnt ihr gerne machen, aber dann gibts auch keine Kredite mehr."

Letztendlich befinden sich alle Menschen im Kampf um Ressourcen. Sch**ße fällt immer von oben nach unten und der schwächste bekommt sie auf den Kopf... ;-)

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Hallo Lessuelsch,

du sprichst mit deiner Frage wirklich ein sehr ernstes Problem an, das sehr alte Wurzeln hat, nämlich etwa in der "Kolonisierung" vieler außereuropäischer Länder durch europäische Mächte und Händler in den vergangenen Jahrhunderten. Auch die Sklaverei gehört in dasselbe Kapitel.

Nun brachte zwar diese Kolonisierung auch manche modernen Errungenschaften, insbesondere etwa in der Medizin, in Länder, die in mancher Beziehung (technische Effizienz, Industrie) noch lange weit hinterher hinkten gegenüber den Industrieländern in der "westlichen" Welt. Vielerorts wurden die doch allmählich erreichten Erfolge praktisch wieder zunichte gemacht durch ein starkes Bevölkerungswachstum (natürlich auch infolge des "Fortschritts" bei der Bekämpfung der vorher hohen Kindersterblichkeit), dem der Aufbau von Versorgungssystemen und vor allem auch von Bildungsinstitutionen nicht nachkam. Und so stehen wir heute in einer Welt, in welcher es in manchen Ländern, in welchen es in früheren Zeiten einer Mehrheit der Menschen gelang, ein wenn auch nicht besonders komfortables, aber doch menschenwürdiges Leben zu führen, heute Massen von Slum-Bewohnern gibt, die um jeden Strohhalm froh sein müssen, der ihnen das Überleben sichert.

Manche der heutigen Industriellen, die heute vom Westen aus (und zum Teil unter aktiver Mithilfe korrupter Politiker und Geschäftsleute in den Ländern) Produktionsbetriebe in solchen Ländern betreiben, handeln im Wesentlichen noch nach recht ähnlichen Prinzipien wie damals (vor 80 bis 200 Jahren) die Kolonialherren. 

Die sogenannte "Globalisierung" wurde bisher fast nur von den ökonomisch orientierten Kräften als "neue Chance" verstanden, noch mehr Profit zu scheffeln.

Was wir sehr dringend benötigen, ist endlich eine Globalisierung von Werten wie Verantwortung, Gemeinschaftssinn und auch Bescheidenheit !

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Als die Kolonialmächte sich in der Welt ausgebreitet hatten, waren sie mit den modernsten Techniken ausgerüstet, ob es nun für militärische oder zivile zwecke war spielt nicht so eine grosse Rolle. Sie haben die Stämme bzw Reiche der Eroberten/Kolonisierten Gebiete auf ihren Willen verändert und führten dort die Währung ein. Natürlich liessen sie die ungebildeten die harte Arbeit machen, sodass sie sich zurück lehnen konnten. Das hat sich bisher auch nicht geändert.

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Es gibt viele Gebiete auf der Erde, in denen die Bewohner nur folgende Alternativen haben:

- sich von Konzernen ausbeuten zu lassen
- nach Europa zu fliehen
- zu verhungern

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die gleiche Frage könntest du auch auf Deutschland beziehen, wenn eine Putzfrau nicht für 8,5 € arbeiten möchte, warum sucht sie sich nicht ne Arbeit, wo sie mehr verdient? Weil es keine Gibt. In den armen Ländern gibt es wenig Investoren, die in ein Gewerbe investieren könnten. Daher nutzen die westlichen Unternehmen diese chance. Sie kaufen dort billig Rohstoffe und haben billige Arbeitsplätze und verkaufen die Produkte im Westen dann teuer. Wenn diese Länder sich erholen sollen, dann müssten sie sich fast komplett von der Weltwirtschaft abkoppeln, und nur da Handel betreiben, wo es ihnen nützt. Stattdessen machen die westlichen Unternehmen dort was sie wollen, und wo es nötig ist, bestechen sie einfach die korrupte Verwaltung. So geht das schon seit Jahrhunderten. Einige wenige bereichern sich auf Kosten des Volkes und wir bestechen sie schön weiter. Heutzutage, wenn du als armes Land Wohlstand gernerieren willst, musst du es wie China machen. Mit einer protektionistischen, sozialistischen zentral gesteuerten Wirtschaftspolitik anfangen, alle Ausländern erstmal rausschmeißen, und sich dann langsam der Marktwirtschaft öffnen. Ein armes Land, das komplett den Regeln der Weltwirtschaft folgt, wird niemals reich werden, weil keine Mittel hat, um sich gegen die ausländische Konkurrenz zu wehren.

Und zu deiner anderen Frage, früher haben diese Ländern hauptsächlich von Agrarwirtschaft und kleinem Handwerk gelebt. Nur können diese kleinen  Gewerbe nicht mit der ausländischen Konkurrenz mithalten. Und es ist ein natürlicher Instinkt der Menschen, dass man da einkauft wo es am billigsten ist. Dass dadurch das Land verarmt verstehen die wenigsten.

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