Worin unterscheidet sich die lokale Kontamination einer Atombombe von der einer Kernschmelze?

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8 Antworten

Damals hatte ja noch niemand eine Ahnung, wie die Radioaktivität genau wirkt. Auch die USA nicht, die die Bombe geworfen haben.

Dass der Boden und das Land jahrelang verseucht waren, war damals noch nicht wirklich bewusst. Deshalb sind ja auch Jahrzehnte danach noch Menschen gestorben.

Im Grundsatz haben wir bisher mit den von dir erwähnten Szenarien zwei völlig unterschiedliche Szenarien.

Sollte man es in Fukushima (wovon man hoffentlich ausgehen kann) verhindern können, dass sich eventuell ganz oder teilweise geschmolzenes radioaktives Material aufgrund seiner Temperatur und Strahlung durch den Containmentboden in das unter dem Reaktor liegende Erdreich "durchfrisst", kann eine wirklich katastrophale Kontamination verhindert werden.

Da es in Fukushima (bisher) nicht - wie etwa in Tschernobyl oder bei Atombomben - zu einer "prompt überkritischen" ("Nuklear-")Explosion des Reaktorkerns gekommen ist, sondern die Brennstäbe mangels Kühlung "nur" zu heiß wurden und teilweise oder ganz geschmolzen sind, wird wohl in der Hauptsache Iod oder Cäsium freigesetzt werden, und das im Vergleich zu Tschernobyl in weitaus geringerem Maß.

Bei einer Atombombenexplosion (Fissionsbombe) kommt es hingegen in jedem Fall zur Freisetzung großer Mengen sämtlicher Spaltprodukte aus dem Uran- oder Plutoniumzerfall, in jedem Fall auch zur Freisetzung gerade von Plutonium.

Bei schmutzigen Bomben witd nun gezielt Material wie Kobalt in die Umhüllung zugegeben, welches durch die Bestrahlung bei der Explosion der Bombe in extrem hochkontaminierende Substanzen gewandelt wird, welche in herkömmlichen Atombomben nicht oder nur in geringem Maß entstehen können.

Hab ich mich auch schon gefragt. Ich denke, die Bombe von Hiroshima ist in einer gewissen Höhe explodiert, so dass sich der Fallout durch den Wind so über die Region verteilt hat, dass es keine explizite Stelle am Boden gab, die kontaminiert wurde. Es hat sich halt mehr auf eine sehr große Fläche verteilt. Die Menge des angereicherten Urans war in Hiroshima sicher wesentlich geringer als die im Reaktor von Tschernobyl.

Ich glaube, dass in Hiroshima heute immer noch erhöhte Strahlenwerte gemessen werden können. Damals hat man sich noch mit "duck and cover" geschützt, den Japanern heute rät man zumindest, in einen Keller zu gehen.

Angeblich entsprechen die heutigen Strahlenwerte denen der überall vorhandenen Hintergrundstrahlung, wer weiss... muss Dir mit Deiner Antwort Recht geben, und ich denke, die Art der Reaktion bei einer Bombe ist anders als die im Reaktor. Bei der Bombe ist weniger spaltbares Material unter den Voraussetzung einer kurzen, sehr heftigen Kettenreaktion vorhanden. Das ist im Vergleich zum Material im Reaktor gar nichts.

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Die Bombe ist einfach in der Stärke nicht vergleichbar. Es gab aber sehr wohl eine Explizite Stelle am Boden. Bei jeder Atomexplosion gibt ein Epizentrum, dass die meiste Strahlung abkriegt, und mit der Menge des Brennstoffs hat das nur bedingt zu tun.

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Eine Atomexplosion gab es in Japan nicht und kann es nicht geben. Kernsmelze ist ein techmischer BEgriff, kein physikalischer. Im Reaktor ist eben radioaktives Material, wenn die Decke wegfliegt(Bei Kernschmelze kann sie wegen entstehender Hitze einfach einbrechen oder es explodiert ein sich ansammelndes Gas(Wasserstoff) wie in Japan passiert) kommt's raus und das ist auch garnicht gut und verschmutz die Umgebung mit radioaktivem Material. Aber in Stärke und Strahlung ist es mit einer echten Atomexplosion garnicht zu vergleichen. Bei so einem Unfall wie in Japan entsteht eben(auch weniger als bei einer A-Explosion) "nur" die VErschmutzung, die nach der A-Explosion auch da wäre. Die Zerstörungskarft der Explosion und die Tatsache, dass bei der Explosion einer A-Bombe direkt im Freien eine Menge Radioaktität freigesetz wird macht die A-Bombe unvergleichbar gefählicher.

Also das was in Japan abläuft ist schlimm, aber bei weitem nicht so schlimm wie eine Bombe.

In Tschernobyl ging es etwas heftiger zu einfach. Der Reaktor stand komplett offen und brannte(Der Rauch, der dann rauskommt ist radioaktiv). Es gab eine Explosion(keine A-Explosion), die radioaktives Material in der Gegend verteilte. Da dauerte eine Weile bis unter Einsatz von Menschenlebn der Reaktor wieder mit Beton, Sand usw. wieder gesclossen werden und ein Überbau aus Beton gebaut werden konnten. In Japan ist radioaktives Material ausgetreten, aber nicht in solchen Mengen und die Reaktoren selbst sollen noch intakt sein. Wenn die Reaktoren selbst in die Luft fliegen, dann kann es schlimmer als in Tschernobyl werden.

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@aptem

Ausserdem brannte in Tschernobyl (wie auch in Sellafield 1957) der Graphitblock mit zwangsweise recht hohen Temperaturen, was eine Freisetzung des radioaktiven Brennstäbeinhaltes bis in die Stratosphäre bewirkte, weswegen der Fallout auch weite Verbreitung fand.

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@thufir1971

Was Fukushima angeht, kam es dort bisher nicht zu einer "Atomexplosion", wie etwa in Tschernobyl.

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http://www.gutefrage.net/tipp/wie-gefaehrlich-ist-das-atomunglueck-in-japan

Grundlegendes zum aktuellen Thema mal.

Im Fall Tschernobyl hat der Kern und alle drumrum wochenlang gebrannt. Durch die Explosion (nicht nur sone popelige Knallgasreaktion) wurden überall schwer radioaktive Materialien verteilt.

Die Atombombe dagegen war nicht "schmutzig" sondern vor allem auf Explosionskraft bei geringem Fallout ausgerichtet (soweit dies eben damals schon möglich war).

Der sogenannte "Atompilz"saugt Patikel in die obere Atmosphäre und hinterher gibt es auch einen radioaktiven Fallout.Nix mit sauber.

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@cueyatl

Du solltest dich vorher erst mal mit den Begrifflichkeiten auseinandersetzen, bevor du hier einen auf Besserwisser machst.

Eine schmutzige Atombombe ist darauf ausgerichtet möglichst viel radioaktives Material zu verschleudern. Unter anderem stopft man quasi einfach irgendwelche Nebenprodukte, Cobalt oder Uran238 mit hinein. Wo so etwas hochgeht kannst du Hunderte von Jahren nicht mehr hingehen. Wenn man auf dem Boden zündet ist es ähnlich.

Little Boy wurde meines Wissens jedoch in dert Luft gezündet, weshalb sich der Fallout in Grenzen hielt (aber selbstverständlich dennoch da ist).

Beim nächsten Mal achtest du beim Lesen vielleicht auf so Wörter wie "geringem".

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@cueyatl

Mit "sauber" ist wirklich nix. Es gab genügend Fallout bei der Hiroschima-Explosion. Ob in der Luft odeb am Boden spielt dabei gar keine Rolle.

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@aptem

Tut mir leid, wenn ihr nicht in der Lage seid zu lesen.

Ich habe nie geschrieben, dass sie sauber waren.

Und doch es spielt eine erhebliche Rolle. Wenn du 3 Minuten einen Wikipedia Artikel lesen würdest, bevor du mir hier mit deinem Halbwissen widersprichst, würdest du sie auch kennen.

Habe die Ehre.

Zagdil.

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is ja schon 50 jahre her. damals hätte man, so denke ich, eigentlich ne sperrzone errichten müssen. nur haben die damals noch nicht so den plan von radioaktiven spätfolgen gehabt. kann mich auch irren. aber eig irre ich mich nie;p

Zu der Zeit Hiroshimas waren kaum Kenntnisse über diese Probleme vorhanden.

weil Hiroshima vor über 60 jahren war und es mittlerweile dort so gut wie keine Strahlung mehr hat.

? Allein die Halbwertszeit beläuft sich auf einige tausend Jahre.

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@critter

Die Halwertszeit der in Hiroschima vermutlich verwendeten Isotope liegt bei 50-80 Jahren. Nicht jeden Medien-Bonbon schlucken. Klar gibt es Isotope, die über Tausende von Jahren zerfallen. Sie sind auch weniger radioaktiv und davon gab's in Hiroshima nix. Ausserdem hat die NAtur ihre Arbeit in Hiroshima gemacht über die Jahre und ausgeweht und ausgewaschen. Die Menschen habe auch nachgeholfen , indem sie kontaminierten Boden abgetragen haben. In Hiroshima kann man sich wirklich problemlos aufhalten heute. Und die Tausende von Jahren greifen die Medien immer wieder gerne auf ohne die physikalischen Tatsachen genau zu erklären.

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