Worin unterscheidet sich christlicher Glaube von einer für wahr gehaltenen Hypothese?

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10 Antworten

Das hat miteinander so gar nichts zu tun.

Der christliche Glaube basiert ganz grob vereinfacht darauf, dass Jesus Gottes Sohn ist, er für uns starb, damit wir das ewige Leben haben können. In der Bibel steht, wir sollen diese frohe Botschaft vom bedingungslosen Geschenk der Liebe und Vergebung weitertragen.

Entweder nimmst Du dieses Geschenk an, oder Du sagst "Interessiert mich alles nicht".

Eine Hypothese hingegen ist eine Art Vermutung, eine wissenschaftliche Theorie. Diese kann verifiziert werden (also deren Richtigkeit bewiesen werden) oder falsifiziert werden (also als Mumpitz entlarvt werden).

Glaube an Gott und Wissenschaft sind zwei Dinge, die nicht viel mit einander zu tun haben. Aus der Wissenschaft muss ich Gott herauslassen. Sonst laufe ich Gefahr, bei unverstandenen Zusammenhängen einfach zu sagen "Naja, Gott hat sich das eben so ausgedacht". Dann könnte ich die Wissenschaft gleich vergessen. Wohl aber kann ich über Gottes wunderbare Schöpfung ehrfürchtig staunen.

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Kommentar von hamking
03.03.2016, 11:55

Der christliche Glaube basiert auch nur auf einer Vermutung. Oft untermauert mit pseudowissenschaftlichen Fakten.

Jede Religion ist nur eine Hypothese. Die von den Anhängern der jeweiligen Religion als wahr angesehen wird. Beweisen lässt sich jedoch keine davon.

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Kommentar von NewKemroy
03.03.2016, 18:00

Sehr gut. Das bringt ja schon etwas Licht hinein. Demnach begründet sich der christliche Glaube durch einen Text in einem Buch, einer Gemeinschaft die das immer wieder repetiert und einigen Indizien, welche als Beweis nicht hinreichend sind (z.B. Ausgrabungen). Das Gleiche trifft doch z.B. auch auf die These von der Dunklen Energie in der Physik zu. Da gibt es mittlerweile Bücher in denen man darüber lesen kann. Da gibt es wie bei den Christen das Fachpublikum, welches sich in fortwährender Repetition übt. Und last not least gibt es das Indiz, dass mathematische Gleichungen nur dann die Wirklichkeit angemessen beschreiben können, wenn man Dunkle Energie als tatsächlich existent annimmt.

Richtig spannend wird das Ganze aber erst, wenn man beim christlichen Glauben den Faktor Gnade mit hinzuzieht. Stützt sich in den allermeisten Fällen der Glaube auf Einübung, Repetition und Reflexion so lernt er doch erst richtig "zu laufen", wenn er auch ohne diese Stützen auskommt. Also ich stelle mir das wie bei einem Kind vor, das schwimmen lernt. In der Anfangsphase ist das Stützen, die Einübung und die Wiederholung wichtig und legitim. Aber im weiteren Fortgang muss dann irgendwann die Unterstützung, die Einübung und die Wiederholungen wegfallen können. Denn sonst kann man das keinesfalls Schwimmen nennen.

Wenn der Glaube nur dadurch aufrecht erhalten werden kann, dass ich ihn ständig einübe, reflektiere (mit anderen die das auch nötig haben) und wiederhole, dann unterscheidet er sich doch nicht vom Glaube an eine nichtbeweisbare physikalische Theorie.

Umgekehrt wird ein Glaube doch erst dadurch gefestigt und lebendig, wenn er tatsächlich durch einen göttlichen Einfluss emporgezogen wird.

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Interessante Frage!

Ich vermute, der Unterschied liegt im grundsätzlichen Konzept.. 

"Hypothesen" ist so weit  ich weiß eine ziemliche moderne Vorstellung in der Wissenschaftstheorie im Gefolge von Sir Karl Popper.

"Christlicher Glaube" hingegen gibt es seit 2000 Jahren und wird auch seit 2000 Jahren  immer wieder neu gedacht. Um als Mensch den Glauben anzunehmen, müssen wir vertrauen - das heißt in dem Zusammenhang, dvon ausgehen, dass er eben nicht nur eine Hypothese ist. 

Es ist eine Sache, eine Theorie über Strömungsverhalten von Luft als Hypothese interessant zu finden, es ist eine ganz andere Sache, sich wirklich in das Flugzeug zu setzen und der Technik sein Leben anzuvertrauen!

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Kommentar von NewKemroy
03.03.2016, 19:05

"müssen wir vertrauen" sagst Du. Aber das funktioniert ja nicht so "schnipp!" und dann vertraut man. So wie ich das kenne, wird das von Klein auf eingeübt, rezitiert, repetiert und resorbiert bis entweder das Vertrauen da ist oder gänzlich kaputt ist.

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Christlicher Glaube ist ja nicht gleich christlicher Glaube.

Für manche Christen ist es sicherlich wichtig, zum Beispiel daran zu glauben, dass Jesus in genau dem Sinne auferstanden ist, in dem wir alle "am Ende der Zeit" auferstehen werden, wie es ja auch Paulus in der Bibel schreibt.

Oder daran zu glauben, dass Jesus für die Sünden der Welt gestorben ist - was schon nicht mehr ganz so historisch ist.

Für Andere erfüllt sich das Christentum vor allem in einer Beziehung zu Gott, die sich am Beispiel Jesu und Anderer orientiert. Da geht es dann nicht mehr vorrangig darum, irgendetwas für wahr zu halten - sondern eher darum, wie man lebt und wovon man sich leiten lässt. Und vor allem - wo hier schon das Wort "Mystik" genannt wird - um die innere Erfahrung Gottes.

"Glauben" kann eben einerseits bedeuten, etwas für wahr zu halten - und andererseits, sich schicksalhaft mit etwas zu verbinden.

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Man könnte sagen, der Unterschied ist zunächst mal nicht sehr groß, da beides auf Annahmen basiert. Im ersten Fall nehme ich an, dass ein höheres Wesen (ein Gott) die Geschicke auf Erden lenkt, im zweiten Fall nehme ich an, dass sich meine Hypothese auf wissenschaftliche Fakten (nach dem Stand des verfügbaren Wissens) stützt.

Beides müsste bewiesen werden, wobei die wissenschaftliche Hypothese die besseren Karten hat. Mit fortschreitendem Wissen kann diese möglicherweise be- oder entkräftet werden.

Beim Glauben ist das nicht möglich. Entweder ich glaube an etwas, oder ich tue es eben nicht. Die Existenz eines Gottes wird sich wohl kaum beweisen lassen.

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Kommentar von NewKemroy
02.03.2016, 16:31

Wenn nun aber der religiöse Glaube nicht die Bohne, die spirituelle Dimension berührt, wie z.B. der Glaube an ein geozentrisches Weltbild dies auch nicht tut, dann unterscheidet er sich ja nicht mehr von einer bloßen Einbildung (und daneben kann Gott trotzdem existieren). Also rein hypothetisch gesprochen steht auf der einen Seite der Mensch, der an Gott glaubt, aufgrund einer von außen initiierten Feedbackschleife und auf der anderen Seite steht Gott und wundert sich auch, warum der Mensch sich immer nur im Kreise dreht.

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Kommentar von danhof
14.03.2016, 14:17

Ich würde nicht sagen, dass Gott die Geschicke auf Erden wirklich aktiv lenkt. Denn sonst müssten empirische wissenschaftliche Experimente zu unterschiedlichem Ausgang führen.

Ich glaube eher, dass das Lenken, das Eingreifen auf einer Metaebene stattfindet. Jedenfalls auf einer Ebene, die über die Naturwissenschaftlichen hinausgeht. Es erfüllt mich selbst. Innerlich. Schwer zu beschreiben...

Die Bibel spricht da von Heilung. Und sie meint nicht (nur) die körperlichen Gebrechen "Blinde können sehen, Lahme können gehen", sondern vielmehr das innere Reinwerden. Bei Esoterikern heißt es vielleicht "Das Einswerden mit meiner Umwelt" oder so...

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Gar nicht.

Denn der christliche Glaube ist, wie jede andere Religion, auch nur eine "für wahr gehaltene Hypothese". Zumindest von den Gläubigen.

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Kommentar von joergbauer
02.03.2016, 17:28

Nicht ganz, sondern ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht und ein Überzeugtsein von Wahrheiten, die über die eigene Hutschnur gehen - gehen müssen, damit sie etwas bewirken!

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Eine Hypnose hört irgendwann auf, ein glaubender Mensch würde auch nach einer Hypnose weiterhin glauben. Zudem hinkt der Vergleich doch sehr, denn der Glaube bezieht immer den ganzen Menschen mit ein und blendet nichts aus um ihm etwas vorzugaukeln oder durch Fremdeinwirkungen zu manipulieren. Hypnose ist für mich zudem eine pseudowissenschaftliche Sache, die meist nur von Esoterikern und daran interessierten Leuten in ihrem Beruf verwendet wird (Zahnärzte zum Beispiel die manchmal anstatt einer Spritze zur Hypnose greifen). Darauf würde ich mich nicht verlassen.

An Gott zu glauben, bedeutet sicherlich nicht etwas gegen Wissenschaft zu haben. Falsch verstandener Glaube kann aber bestimmt auch so manches ausblenden (wie z.B. daß die Erde eine Art Kugel war und immer noch ist). Das hat aber nichts mit der Existenz Gottes zu tun, wenn manche Menschen oder Kirchen sich irren und meinen im Namen Gottes Unsinn zu reden oder Böses zu tun (z.B. Inquisition). Die Bibel thematisiert das Verborgene im Menschen sehr klar. Dazu muss ich mich nicht in Trance setzen lassen.

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Kommentar von NewKemroy
02.03.2016, 17:13

Hallo. Nicht Hypnose sondern Hypothese (Annahme) war das Wort.

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Kommentar von Mark1616
02.03.2016, 21:18

Gottglaube und Schriftglaube ist etwas komplett anderes. Du, wie soviele andere Menschen auch, sind einzig und allein Schriftgläubige.

Du glaubst an ein Buch, welches der Wissenschaft und den Fakten widerspricht. Solch ein blinder Glaube ist es, der zu den schrecklichen Dingen geführt hat, die viele "wahre" Gläubige an der Kirche, oder ähnlichen Organisationen kritisieren.

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Der ganze Aufwand deswegen, weil nach Aufgeben der zentralen Hypothese - "Gott existiert" - das ganze Glaubensgebäude zusammenkracht. 

Die These bedarf also immer und immer wieder der Wiederholung und der Ausschmückung.

Gruß, earnest

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Zu glauben bedeutet, einige Aussagen für wahr zu halten, ohne einen Beweis für ihre Wahrheit zu haben.

Welchen Inhalt jene Aussagen haben, ist unerheblich.

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Kommentar von Eselspur
03.03.2016, 19:06

Nein, religiöser Glaube meint "Vertrauen". 

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Eine Hypothese ist eine Annahme, die man für gültig hält, die aber noch nicht bewiesen bzw. verifiziert wurde.

Der christliche Glaube ist dagegen keine Hypothese, sondern eine Annahme, deren Gültigkeit man experimentell reproduzierbar belegen kann.

Jeder gläubige Christ reproduziert dieses Experiment bei jedem Gebet  und erlebt subjektiv, dass die Annahme, die Zusagen der Bibel seien wahr, zutrifft.

Deshalb führen viele Millionen Menschen seit Jahrtausenden immer wieder dieses Experiment durch.

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M. E. gibt es viele Unterschiede. Einige davon werden z. B. hier aufgeführt: http://gottesbotschaft.de/?pg=3048

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Kommentar von hamking
03.03.2016, 11:46

Nein gibt es nicht. Die Beispiele auf dem Link den du angegeben hast sind auch nur Hypothesen. Aussagen und Geschehnisse die du so interpretierst, als ob sie wahr wären.

Der christliche Glaube (wie jede andere Religion) lässt sich nicht Beweisen. Darum heisst es ja "Glauben" und nicht Wissen.

Somit ist jeder Glaube nur eine Hypothese.

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