Worin unterscheidet man beim lat. Gerundium und Gerundivum?

3 Antworten

Hallo,

das Gerundium ist eine substantivierte Verbform, wie sie es auch im Deutschen gibt, z.B. das Lieben, des Liebens usw, lat.: amare, amandi etc.

Der Nominativ des Gerundiums gleicht dem Infinitiv, die restlichen Kasus werden gebildet, indem man an den Wortstamm ein nd plus die entsprechende Endung der o-Deklination anhängt. Ein Gerundium kommt nur im Singular als Neutrum vor. Das Gerundivum dagegen kommt auch im Plural und in allen drei Geschlechtern vor. Außerdem hat es auch Formen für den Nominativ.

Es bezeichnet Dinge oder Personen, an denen eine Handlung geschehen muß. So ist amandus jemand, der geliebt werden muß, bzw. liebenswert ist; es gibt auch amanda, die liebenswerte (Frau), oder amandae, liebenswerte (Frauen) usw. Verwechslungen zwischen beiden Formen kann es nur im Gen., Dat., Akk. und Ablativ Singular Neutrum geben, alle anderen nd-Formen sind dem Gerundivum vorbehalten. Außerdem kann sich das Gerundivum wie ein Adjektiv auf Substantive beziehen, vgl. das berühmte 'Ceterum censeo Cathaginem esse delendam', 'im übrigen bin ich der Meinung, daß Karthago zerstört werden muß' des älteren Cato.

Herzliche Grüße,

Willy

Gerundium (substantiviertes Verb): portare = das Tragen, portandi = des Tragens, ... (nur Neutrum Singular)

Gerundivum (adjektiviertes Verb, futurisch, passivisch): portandus, -a, -um = der/die/das zu tragende ...

oder: ..., der/die/das getragen werden wird oder soll

zum Schnellmerken!


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