Worin besteht der größter Unterschied zwischen Schlager in der BRD und DDR?

3 Antworten

Hallo!

Ich persönlich höre recht viel Musik aus der DDR & habe etliche Amiga-Platten zuhause. Ich verbringe an Wochenenden & freien Tagen viel Zeit mit Platten und Musik.

Insgesamt bin ich persönlich der Ansicht, dass Schlager aus Ostdeutschland rein textlich oftmals deutlich tiefsinniger und subtiler gewesen sind, zudem waren die Sänger stimmlich oft besser ------> wenn in Westdeutschland nahezu jeder sang, der "gut aussah", mussten die Ost-Sänger oftmals jahrelang richtig perfekt ausgebildet werden, bis sie Schallplatten- oder Rundfunkaufnahmen machen durften oder gar wirkliche Platten bekamen, denn auch Aufnahmen waren kein Garant für Plattenveröffentlichungen ... Ekkehardt Göpelt etwa, der auch nach der Wende im "Westen" bekannt wurde und Hits landen konnte, hat zwar in der DDR schon seit mindestens 1970 gesungen und musiziert, bekam aber 1988 (!) seine erste Amiga-Platte, und ich glaube dass sogar das lediglich eine "Amiga Quartett" EP mit vier Titeln war (lasse mich gern eines Besseren belehren).

Musikalisch war der Unterschied aber relativ gering: In den 70ern gab es im Westen bei Jack White und Ralph Siegel eben Studioorchester unter Leitung von Werner Becker, Jo Plée, Christian Bruhn oder Norbert Daum & bei Amiga im Osten dafür die Helmar Federowski Band oder den Cantus-Chor von Vlady Slezak als Backgroundsänger. Auch in den 80ern gab es kaum Unterschiede.

Es gab eigentlich keinen großen Unterschied. Die Bundesrepublik hatte nur den Vorteil, dass viele Schlagersänger aus dem Ausland dort richtig Kohle verdienen konnten, deswegen haben sich dort Stars wie Wencke Myhre, Dahlia Lavi, France Gall, Vicky Leandros, Gitte Henning, Iren Sheer und Howard Carpendale niedergelassen und nicht in der DDR.

Ganz wenige DDR-Schlagerstars haben ihr Publikum in der Bundesrepublik gefunden, z.B. Frank Schöbel.

Ja,dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.Wie gesagt,in der Schlagerbranche waren viele DDR -Schlagersänger den Westdeutschen ebenbürtig,hatten sie doch meistens eine Gesangsausbildung absolvieren müssen.Aber,und das ist der springende Punkt,sie konnten einfach nicht bekannt werden außer in den sozialistischen 'Bruderländern.Und das war Pille Palle.

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In der DDR gab es ein "Tanzmusikgesetz", das den imperialistischen Schlager verbot, denn die auf Absatz und Verkauf ausgerichtete Komposition der Westschlager war im Osten opportun. In der DDR wollte man sich vom Westen absetzen und den kuturell wertvolleren DDR-Schlager erfinden und etablieren. DIe DDR-Bürger zeigten den SED-Oberen einen Vogel, hörten deshalb Westschlager im Westradio und ignorierten in der Lebenswirklichkeit diese politische Vorgabe. In den Discotheken war eine 40/60%-Regel vorgeschrieben, also 60% Ostmusik. heimlich wurde auch dies in der DDR ignoriert.

Unter diesem kulturpolitischen Druck entstanden dann aber in der DDR eine Ostmusikszene, die auch im Westen Achtungserfolge erzielen konnte. Heute baut man in den neuen Bundesländern auf diese Ostalgie, die Schlagerstars des Ostens und die Rockmusiker im Osten beuteten diese "Ostmugge" finanziell nach der Wende aus, auch aus Not.

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