Worauf muss ich mich einstellten wenn ein Tier eingeschläfert wird?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo liebe Lucia01832,

vor etwa 2 Jahren musste ich auch nach langer Krankheit mein altes Stütchen einschläfern lassen....

Wir haben damals ein ruhiges Plätzchen neben der Koppel gesucht, in Sichtweite ihrer Pferdefreunde. Nur der Tierarzt, der sie schon jahrelang betreut hat, war mit da und ich natürlich.

Mein Tierarzt hat sie nochmal untersucht, während ich sie am Strick gehalten habe, dann kam die erste Spritze (Betäubung), es dauerte nur ein paar Momente und sie wurde wacklig auf den Beinen und hat sich hingelegt (sie war auf Grund ihrer Erkrankung schon sehr geschwächt).

Dann hab ich mich zu ihr auf den Boden gelegt, ihren Kopf in meinen Schoß gelegt und sie gestreichelt, mit ihr geredet und mich verabschiedet...

Das war auch der Moment als ich zu hundert Prozent sicher war, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, es tut unheimlich weh loszulassen, aber manchmal geht es nicht anders....

Als der TA die zweite Spritze gesetzt hat, hat es nur wenige Sekunde, vielleicht eine halbe Minute, gedauert bis sie aufgehört hat zu atmen, der TA hat nochmal kontrolliert, ob auch wirklich das Herz aufgehört hat zu schlagen und dann war es vorbei....

Ich kann nicht sagen, wie lange das alles zusammen gedauert hat, dafür war ich einfach zu sehr durch den Wind.

Was mir allerdings sehr geholfen hat, dass mein Tierarzt mir im Voraus den ganzen Ablauf erklärt hat und auch während des Einschläferns, er hat iwie ein beruhigende Art auf mich und meine Stute gehabt, dafür bin ich ihm bis heute dankbar!

Danach hab ich die anderen beiden Stuten zu ihr gelassen, damit sie sich verabschieden konnten...

Der traurigste Moment war als mein Katerchen sich zu ihr gelegt hat, er saß einige Stunden bei ihr....

Was nicht schön anzusehen war, als der Abdecker kam, das würde ich mir an deiner Stelle wirklich nicht antun!

Ich wünsche dir alles Gute und vorallem viel Kraft!

Lg kruemel

Das das Pferd krank ist tut mir sehr leid für dich. Und ich finde es super das du auf seinem letzten Weg bei ihm sein möchtest.

Das Einschläfern muss an einem Platz geschehen, an dem das Pferd später gut weg transportiert werden kann. Es eignet sich z.B. die Koppel, da das Pferd dann in gewohnter Umgebung ist und weniger Stress hat. Zuerst spritzt der Tierarzt dem Pferd was zur Beruhigung. Es wird sich dann hin legen. Erst dann bekommt es die Spritze, die es letztendlich tötet. Im Idealfall schläft das Pferd dann einfach ein, bzw. stirbt ohne weiteren Kampf.

Nun zu den unschönen Möglichkeiten: Oft reißen Pferde kurz bevor sie sterben panisch die Augen auf. Manche wehren sich, treten um sich und strampeln. Ich habe mal ein Pferd gesehen, der hat das Beruhigungsmittel nicht vertragen und hat um sich geschlagen wie ein Epileptiker, er ist auch immer wieder umgefallen. So etwas ist sehr selten! Meist läuft alles friedlich ab. Ich möchte dir keine Angst machen, nur dich auf diese Möglichkeit hinweisen.

Ich wünsche euch das es schnell geht und dir viel Kraft!

Die unschönen Möglichkeiten werden durch das T61 verursacht!

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@Beutelkind

Habe gerade danach gegoogelt und den Beitrag durchgelesen den du gepostet hast. Danke, habe wieder was gelernt! Es lohnt sich auf jeden Fall sich mit Alternativen auseinanderzusetzen. Auch wenn es für viele eine schlimme Vorstellung ist: Der Schlachter tötet durch Bolzenschuss. Das stelle ich mir weniger schlimm fürs Pferd vor. Habe aber auch schon gesehen wie Pferde ohne Kampf eingeschläfert wurden. Kommt vielleicht darauf an, wie gut und aufgeklärt der Tierarzt ist.

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@CeLiincHen

Durch Bolzenschuss kann nicht nur der Schlachter töten. Da gibt es auch weitere Möglichkeiten. Am besten dazu einen Tierarzt dazu interviewen.

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@CeLiincHen

Es steht und fällt auf jeden Fall mit der Vertrauenswürdigkeit des Tierarztes!

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Ich war bis jetzt bei 5 Pferden bei der Euthanasie dabei. Alle wurden per Spritze getötet. Bei meinem eigenen Pony wurde damals leider noch das T61 genommen. Aber selbst da trat der Tod fast augenblicklich ein.

Die Pferde bekommen vorher eine Beruhigungsspritze, und danach erfolgt erst die tödliche Injektion. Kein Pferd hat sich bei der Beruhigungsspritze hingelegt, allerdings sind alle bei der zweiten Spritze nach ca. 20 Sek. wie vom Blitz getroffen zusammengesackt.

Wichtig ist vor allen Dingen, dass vorher eine ruhige Atmosphäre herrscht. Das erreicht man am besten mit einer guten Freundin oder Freund an der Seite, die so etwas aushalten kann. Außerdem würde ich dem Pferd alles das geben, was es schon immer gern gefressen hat.

Das Pferd (stute) meiner Freundin wurde vor 3 Wochen eingeschläfert. Es wurde von allen die letzten Tage mit allen möglichen Leckereien vollgestopft, da es ihr ja eh nicht mehr schaden konnte.

Als die TÄin kam, ist meine Freundin mit dem Pferd auf ein kleines Grasstück vorm Stall gegangen, was mit Möhren und allen möglichen Leckereien gespickt war. Vor lauter Fressen kam Ihr Tod für sie völlig überraschend.

Es gibt Tierärzte, die mit dem Einschläfern von Tieren ein Problem haben. Die sollte man mit so einer Aufgabe verschonen, da sich diese Einstellung auch auf das Tier überträgt. Ein Tierarzt sollte auch in dieser Hinsicht souverän handeln, und vor allen Dingen nicht bei der Dosierung schlampen bzw. die Dosis zu knapp bemessen.

Genau dann passieren halt solche Katastrophen, dass Pferde noch steigen oder selbst am Boden liegend noch um sich schlagen.

Bedenke bitte, dass das Pferd an einem befestigten Weg liegen muß, denn der Abdecker darf wegen der Seuchenverordnung nicht auf die Wiese fahren.

Hier wurde ja auch die Tötung durch Bolzenschuß erwähnt. Dazu muß man allerdings sagen, das mit dem Bolzenschußgerät nur eine Betäubung erfolgt.

Der Tod tritt hier durch ein Ausbluten des Tieres ein. Das ist nicht unbedingt ein schöner Anblick für den Tierbesitzer.

Bei Bedarf kannst Du dir beigefügten Link durchlesen : https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=2ahUKEwiy8rKGjqHhAhUHNOwKHVh6Bm8QFjAAegQIARAC&url=https%3A%2F%2Fwww.tierschutz-tvt.de%2Findex.php%3Fid%3D50%26no_cache%3D1%26download%3DTVT-MB_142_Bet%25C3%25A4uben_und_T%25C3%25B6ten_von_Pferden__Jan._2015_.pdf%26did%3D79&usg=AOvVaw3OzcB_kuvSh6r_lt1nUmmg

Viel Kraft für Dich und Du schaffst das schon !

In den letzten 45 Jahren habe ich schon etliche Pferde auf dem letzten weg begleitet.

Ich habe am vorletzten Tag einige Zeit mit ihnen allein verbracht: einen letzten kleinen Spaziergang, ein letztes Mal grasen gehen, gründlich putzen DAS tätige beisammen sein hat mir gut getan, auch wenn es nicht ganz einfach war.

Mindestens ein Pferdekumpel sollte immer dabei sein, ideal: die ganze Herde hinterm Zaun.

Lass das Pferd auf ebenem Boden stehen, auf einer Schönen besteht die Gefahr, dass es sich beim fallen überschlägt.

Normal wäre, dass es einfach umfällt nach der Narkose. Der Profi stellt das pferd so, dass vorhersehbaren ist, wohin es fällt oder dass ringsum genug Platz ist und es überall hin fahren kann. Das dauert nur Sekunden. Dann erst kommt die toetliche Dosis. Nach 2-6 min hört das herz auf zu schlagen.

Das Pferd macht eventuell noch einen sichtbaren Atemzug in dieser Zeit.

Die Seele braucht 20 min, um sich zu lösen. Das erkennst du daran, dass die anderen Pferde wieder fressen gehen.

Meine Katzen halten danach aber noch 2 Stunden Totenwache! Immer! Sie lieben ihre grossen Freunde sehr und sind die besten begleiter zum Fuss der Regenbogenbrücke...

Ich benachrichtige dann die abdeckerei und überlasse ihnen ihren Job.

Die Abholung solltest du dir NICHT ANSEHEN !

P.s.

Im www gibt es schöne gedenkseiten, wie ein virtueller Friedhof, da kannst du ein Andenken bewahren, wenn du magst.

Ich wünsche dir viel Kraft.

P.p.s.:. Weine! Das ist okay !!!

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Reiten-Haltung-Zucht-Ausbildung n.LTJ u.ä.

Das kann ich genauso unterschreiben! Auch zum Thema Abholung... Und wie im anderen Post schon mal geschrieben - du solltest mit 15 jemanden an deiner Seite haben, der dich bzw. euch begleitet. Denn es ist schon ein sehr einschneidendes Erlebnis. Viel Kraft und alles Gute!

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Warum sollte man sich die Abholung nicht anschauen?

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Hallo 👋

Das ist natürlich sehr traurig ! All meine 3 Pferde wurde in den letzten beiden jahren eingeschläfert ! Du musst dir einfach vorstellen , dass es zwar traurig ist , du aber deinen Freund bis zum letzten Atemzug begleiten kannst . Wichtig ist nur dass du weißt , dass das auch für das Pferd ungewöhnlich ist ( du musst es dir vorstellen dass dir der teppich unter den Füßen weggezogen wird und du nicht mehr hochkommst ) und es in diesem moment nicht von dir gestreichelt werden möchte sag ihm also vorher schon auf wiedersehn . Eigentlich glaube ich auch nicht an Wiedergeburt aber mir hat es geholfe , mir vorzustellen , dass mein neues Pferd zwar anders aussieht und ein anderes themperament hat , aber alle Erinnerungen geblieben sind . Ich hoffe du kannst ihn bis zum Ende gut beistehen

Lg Katharina

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Darf ich dich mal fragen, fallen Pferde um oder sind die ersten Narkosen auch so „schwach“ das sie sich noch legen?

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@Repwf

Ich kann ja nur sagen wie es bei meinen war ! Meine ( alle 3) waren bei der ersten Narkose sehr nervös und deshalb durfte ich auch nicht zu ihnen erst als sie sich beruhigt haben durfte ich in die nähe und mein Pferd streicheln bis das herz aufgehört hat zu schlagen

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@Ivylover

Das ist klar, das ist verständlich - mich würde aber interessieren wie sie „auf den Boden kommen“ ... nen Hund lässt du vorher schon Platz machen, katzen sind nicbt so hoch... bei einem Pferd stell ich mir das sehr schwer vor - die legen sich ja nicbt auf Kommando...

Geht noch nichtmal jetzt gezielt ums einschläfern - finde das gerade eher in Bezug auf eine „normale“ op Narkose auch interessant

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@Repwf

Die Pferde, deren OP-Narkose ich mitbekommen habe, sind im Prinzip so zu Boden gesunken wie wenn sie sich hinlegen, nur unkoordinierter, weil sie die Beine nicht mehr zusammengestellt haben. Aber es war auch ein Abknicken und Vorder- und Hinterbeinen, die sie niedersinken hat lassen. Deshalb sollten sie schon relativ weich fallen können, weil durch die Unkoordiniertheit der Aufprall auch etwas kräftiger ist als normal.

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