Worauf muss ich achten beim Kauf von Tonabnehmern für meine E-Gitarre?

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2 Antworten

Gehe bitte mal davon aus, dass neue Tonabnehmer nichts bringen würden.

Ich bin immer wieder leicht genervt, wenn relative Anfänger, die nicht gleich auf Anhieb mit ihrer preisgünstigen Ausstattung den supertollen Sound der Gitarrengötter hin kriegen, meinen, dass neue Pickups wie ein Zauberstab plötzlich Wunderklang erzeigen könnten.

Nein. Das ist nicht so.

Ich wette zudem, dass von allen Hobbygitarristen, die sich in ihre Gitarren neue PUs klatschten, weit über 90 Prozent bei einem Blindtest keinen Unterschied hören würden.

Der wichtigste Punkt für "Sound" ist, dass man gut genug spielen kann, um überhaupt einen typischen, reproduzierbaren Sound zu erzeugen. Das komplexe System Saite-Tonabnehmer-Gitarre-Kabel-Effektgeräte-Verstärker-Lautsprecher reagiert auf feinste Reize des Benutzers. Wie du dein Plektrum hältst, hat dabei meiner Meinung nach einen größeren Einfluss als die Wahl des Pickups. Um es mal extrem zu sagen. Anschlagdynamik, Muting, linke Hand, deine gesamte Spielweise beeinflusst den Sound.

Beispiel:
Vor vielen Jahren passierte es dem großartigen Brian May bei einem Queen-Konzert, dass er beim Auftritt seine geliebte und einzigartige "Red Special" gegen eine Backup-Gitarre wechseln musste. Damit kam er dann aber nicht klar, irgendwas nervte ihn an dem Ding, so dass er sie wegwarf, wobei sie zerbrach (ja, der ruhige Gentleman Dr Brian May hatte früher auch mal so Phasen). Danach spielte er das Konzert mit der Backup-Backup-Gitarre, einer Gibson Flying V, zu Ende. Die Gibson hatte zwei Humbucker, während seine eigentliche Gitarre drei Singlecoils (Burns Trisonics) hat. Völlig andere Tonabnehmer. Dennoch klang Brian May mit der Flying V genauso, wie er immer klingt. Seine Verstärker und seine einzigartige Spielweise sind eben für den Sound wichtiger als Tonabnehmer.

Deswegen mein Rat:

Anstatt dich auf so Dinge wie "bessere Tonabnehmer" zu stürzen, investiere lieber mehr Zeit und übe mehr.

Ach ja - diese Bastelsätze sind zudem von der Qualität meiner Ansicht nach keine Grundlage, dass man da irgendwelche Qualitätspickups einbauen sollte, das lohnt sowieso nicht. Lege das Geld für PUs lieber beiseite und spare für eine bessere Gitarre.

Und natürlich für einen vernünftigen Verstärker, wozu du gar nichts gesagt hattest.

Und bevor ich's vergesse: Schönen Gruß an deinen "Gitarrenlehrer", er möge bitte aufhören, dir solche dummen Ideen aufzuschwatzen.

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Kommentar von Penk0
18.11.2016, 19:03

Zu deiner Info:
-Ich spiele seid 2 Jahren
-Ich bin nicht wirklich schlecht
-Ich bin im Besitz einer sehr guten Gitarre
-Ich übe mindestens eine halbe Stunde am Tag, so mit Schule und so ist nicht viel mehr drin
-Und ich habe diesen Bausatz vor 1 1/2 Jahren von meinen Großeltern bekommen und mir liegt diese Gitarre sehr am herzen

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Jetzt hast Du einen Bausatz um € 70,- gekauft und willst die keramischen Tonabnehmer tauschen? Tausche besser den Gitarrenlehrer, der Dir dazu geraten hat.

Der Tausch gegen z.B. Fender FAT50 Single Coil TA`s kostet Dich etwa € 200,-. Du wirst aber keinen großen, wenn überhaupt Unterschied hören.

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