Worauf achtet ihr bei der Auswahl einer Reitschule?

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9 Antworten

Wie werden die Pferde gehalten. Kommt in Stall viel Licht und hat gute Frischluftzufuhr, oder ist es ein dunkles Loch ohne Fenster.

Hat das Pferd ständigen Kontakt zu anderen Pferden, oder stehen sie allein irgendwo aufgeteilt

Bekommen die Pferde auch regelmäßig Koppelgang und es wird ihnen auch mal ne Pause gewährt? Also mal nen Ruhetag.

Wie viele Schulpferde sind es, je nachdem wie groß der Betrieb ist, braucht es auch dementsprechend Schulpferde. Ich kann ein Schulpferd nicht täglich 4 - 5 Stunden im Kreis laufen lassen. Die Reitstunden der Schüler sollten so gelegt werden das nach 2 Stunden das Pferd ausgetauscht wird.

Gibt es auch genügend Abwechslung für die Pferde, wird z.B. auch mal ein Austritt geplant?

Wird darauf geachtet das das Pferd dem Reiterlichen können auch angepasst wird? Oder wird da je nachdem was gerade für ein Pferd rum steht genommen.

Wie sind die Pferde verschnallt beim Unterricht. Oft sieht man das Pferde extrem mit Ausbinder runter geschnallt werden. Das die Nase des Pferdes fast an der Brust liegt.

Dürfen dort Schüler die noch unsicher sind mit Sporen reiten? Reiten sie mit Sporen und Ausbinder oder ähnlichen? Das sollte nicht der Fall sein. Sporen muß man sich verdienen, da ist ein extrem ruhiges Bein gefragt und mit sämtlichen Hilfsmittel wie z.B. Ausbinder haben Sporen nix verloren!

Benutzen die Schüler bereits an der Longe eine Gerte? Die hat dort ebenfalls nix verloren. Wie das Pferd läuft hat derjenige in der Hand der Longiert. Dies ist ein Zeichen für mich das der Longierer keine Ahnung hat, keine nötige Ausbildung oder das Pferd nicht dementsprechend ausgebildet ist. Ein Reitanfänger muß sich auf sich konzentrieren und nicht auf die Gerte auch noch!

Wie viele Pferde nehmen gleichzeitig am Unterricht teil? Drei allerhöchstens 4 sind okay. Mehr sollte es nicht sein. Umso weniger um so besser.

Wie sehen die Pferde aus. Haben sie glänzendes Fell, sauber gepflegte Hufe? Oder hängen die Franzen an den Hufen weg und müssen dazu noch Stunden evtl mit einem fehlenden Eisen mitlaufen.

Wie ist es mit der Ausrüstung? Sind die Sattel gut gepflegt oder hängen die Fetzen von Zämung und Sattel weg wo Scheuerstellen möglich sind

Wie macht der Lehrer den Unterricht, ist er Geduldig und lacht mal zwischendurch und erklärt auch dieses Warum oder brüllt er nur in der Gegend rum.

Was tut der Lehrer während des Unterrichts. Sitzt er nur in der Ecke, trinkt gemütlich seinen Kaffee hält vielleicht noch nen Tratsch mit jemand, oder konzentriert sich auf Seine Schüler steht in der Mitte um jeden kleinen Fehler zu sehen. Ist oft nicht möglich wenn der Reiter direkt auf der anderen Seite reitet und der Lehrer unten sitzt.

Gut ist es auch wenn Dir die Schulpferde gleich am Anfang vorgestellt werden.

Es muß sich für Dich Zeit genommen werden. Bereits beim Aufhalftern. Jedes Teil vom Putzzeug sollte Dir genau erklärt werden für was es ist und wie es angewendet wird. Das selbe gilt für die komplette Ausrüstung
Am Anfang solltest Du bei jedem Schritt wo Du machst begleitet werden. Man sollte Dich nicht mit einem Pferd allein lassen

Fängt jemand komplett neu an, werden ihm zuerst die Schulpferde gezeigt. Dann wird die Reitanlage gezeigt auch die Sattelkammer usw. Interessiert auch oft die Eltern da sie dann wissen was eigentlich Pferd und Reiter geboten wird.
Ist man eine gute Reitschule muß man auch nichts verstecken.
Dort kommen dann oft die ersten Fragen, werden diese korrekt erklärt und beantwortet bekommt man schon den ersten Pluspunkt. Dies ist auch ein guter Beginn seinen Lehrer etwas kennenzulernen und Sympathie aufzubauen. Sympathie ist wichtig für das Vertrauen zum Lehrer.

Dann wird das Pferd aus der Box geholt. Der Schüler darf sofort in meiner Anwesenheit und Anweisung alles selbst tun. Stehe aber immer so bereit das ich sofort helfen kann. So zusagen wie eine dritte Hand, braucht man sie nimmt man sie.

Der Schüler darf auch das Pferd führen, dabei wird auch viel erklärt. Dann geht es weiter vom Anbindeknoten angefangen, alles wird detailliert erklärt. Von den Nüstern bis zum Schweif. Vom Gebiss bis zum Sattelgurt.

Dann wird das Pferd in die Halle geführt. Platz möchte ich am Anfang nicht da es dort zu viele Dinge gibt die Ablenken. Und in einer Halle ist es wesentlich ruhiger.

Ich achte darauf das man auch allein in der Halle ist. Dort geht es weiter mit erklären. Wie z.B warum sollte man den Sattelgurt nicht gleich im Stall komplett fest machen usw.

Der Schüler darf sich dann auch auf's Pferd setzen und mal das Gefühl bekommen wie es eigentlich ist oben zu sitzen. Das der Schüler die Sicherheit behält fange ich nicht gleich mit dem Longieren an sondern bleibe immer am Schüler seiner Seite. Das beruhigt Eltern und Schüler. Ich führe ihn das ca 15 min in der Halle. Nicht nur außen rum sondern in Bahnfiguren. Erkläre auch bissi was dazu.

Es ist sehr viel für'n Anfang aber ich bin für alle Fragen da. Am Anfang lieber langsamer viel Fragen!

Für mich zählt immer in erster Linie eine möglichst pferdegerechte Haltung u. ein guter Umgang mit den Tieren. Stehen die in Gitterboxen, welche grad mal das Mindestmaß erfüllen u. haben keinen Weidegang bzw. wenigstens Paddock (ausreichende groß), wäre es das bei mir schon gewesen, da kann dann der Unterricht auch noch so gut sein... (was er dann meist auch eh nicht ist). 

Ein fairer u. respektvoller Umgang mit der Kreatur Pferd, der auch den Reitschülern vermittelt wird, gehört für mich ebenfalls grundlegend dazu. Die Pferde sollten nicht nur als Brötchenverdiener o. Sportgerät angesehen u. behandelt werden. 

Zum Unterricht selbst: am besten zuschauen u. zwar wenn möglich öfter an verschiedenen Tagen. Es sollte ein Konzept geben, die Pferde nicht nur gelangweilt in der Halle rumschlurfen, der RL iwo in der Ecke seine Zeit absitzen. Sind die Schulpferde bis zum Anschlag ausgebunden u. mit allen möglichen Hilfszügel versehen, halte ich persönlich davon nix. Wenn mehr als 4-5 Reiter in einer Abteilungen reiten (Anfänger) ist das auch nicht optimal.

Anfangs sind auf jeden Fall Longenstunden sinnvoll, mir ist auch wichtig, dass die Kinder “ihr“ Pferd vor dem Unterricht selbst fertig machen u. hinterher versorgen - selbstverständlich je nach Alter u. Wissensstand mit Hilfe.

Nicht maßgebend aber zählt trotzdem ins Bild: wie ist der Umgangston im Stall? Wird gegrüßt? Wird Wert auf ein Gemeinschaftsgefühl gelegt? Gibt es auch Privatreiter, wie sind die zu den Kindern? Gibt es direkt Zoff, wenn die Kids mal ein bisschen lauter sind o. über die Anlage sausen?

Ihr findet sicher was passendes, viel Spaß der Reitanfängerin :)

Geht es um dein Kind? Also ich würde mir mal den Unterricht anschauen. Dann würde ich mir anschauen, wie die Pferde untergebracht sind, ruhig auch mal in die Boxen reingehen und alles in Ruhe einwirken lassen, ob das zusammen passt. 

Wenn das positiv befunden wurde, würde ich dem Kind ein Voltigierkurs anbieten. Das ist, im Unterschied zum reiten, der sichere Weg einen ersten Kontakt zwischen deinem Kind und dem Pferd herzustellen und zu schauen, macht das Sinn. Spielerisch lernt dein Kind dann erst mal sich auf das Pferd einzulassen und eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Das "reiten" ist erst mal zweitrangig. Es geht darum, seine Bewegungen kennenzulernen und ein gewisses Maß an Sicherheit zu entwickeln, in seinem Lauf Übungen auf seinem Rücken zu vollführen, die Nähe zu erleben, das beinhaltet gegenseitiges Vertrauen und eine gute Kenntnis der Bewegungsabläufe nicht zuletzt eine gute Balance zu entwickeln.

Danach würde ich mit dem reiten anfangen. Das erste (Schul-)Pferd sollte ein Maximum an Erfahrung haben um die Unerfahrenheit des Kindes aufzufangen, dann kann nicht allzu viel schiefgehen :-) Gruß, Cliff

Das Kind meiner Schwester :)

Ich hätte erwähnen sollen, dass ich selbst Pferdebesitzer bin und die Kleine schon Grunderfahrungen gesammelt hat. Putzen, Führen, Zirkustricks und auf jeden Fall ziemlich Lust drauf hat. 

Den Voltigierkurs finde ich eine super Idee! Wobei das vielleicht nicht ganz ihren eigenen Geschmack treffen könnte. Und den Unterricht zu besuchen halte ich sowieso für sehr sinnvoll, allein um die Reitlehrer mal 'in Aktion' sehen zu können. 
Vielen Dank für deine Antwort! :)

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@Negatively

ah, dann brauchst du ja gar nicht mehr so viele Antworten wenn du selbst welche hast :D Ich hatte insg. 4 Pferde in Form von Reitbeteiligungen zwischen 12J und 17J, weiß nicht meine Kumpels gingen Fussballzocken oder Handball, aber mir stand der Sinn irgendwie nach etwas anderem... Ein eigenes hätte zuviel Zeit und vielleicht auch zuviel Geld verschlungen, aber Beteiligungen sind ideal, die jeweiligen Besitzer hatten selbst zu wenig Zeit dem Pferd die nötige regelmäßige Bewegung zukommen zu lassen, da kam ich dann auf den Plan. Da ich 5J Unterricht hatte, bin ich über die Abläufe bestens im Bilde und wir hatten immer einen Voltigierkurs für die Kleinen :)  

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Also ich bin mal reiten gewesen und mich hat es geschockt, wie die Reitlehrer teilweise mit den Pferden umgegangen sind :o

Ich würde darauf achten, dass die Tiere gerecht behandelt werden, viel Auslauf haben usw.

Außerdem sollten die Reitlehrer auch gut mit den Kids umgehen können:)

Ihr könnt ja mal fragen, ob ihr zugucken dürft.

1) safty first. Am wichtigsten wär mir, dass in dieser Reitschule der Unterricht auf entsprechenden Pferden so gestaltet wird, dass die Gefahr, gleich runter zu fallen, nich größer ist als die, die Treppe runter zu fliegen.

2) ob gleich reiten oder erst " Bodenarbeit" , käme auf die Ambitionen des Kindes und die Verfügbarkeit an

3) nach Möglichkeit würde ich auf Vorlieben achten.  Kleiner " Indianer", Immenhof - Romantik  oder eher sportlich ( springen) oder elegant ( Dressur)? Natürlich kann man später wechseln, aber wenn man die Auswahl hätte...

4) Haltung und Umgang mit den Pferden. Dies setze ich bewußt eher hinten an - denn die ( Pferde-) welt verändern kann man nur, wenn man erst mal anfängt. Alle Kriterien erfüllt kaum ein Reitschule, und wenn man gar nicht anfängt, weil es nirgends genau passt, kommt man auch nie in die Situation, wo man mehr Einfluss nehmen kann als durch bloßes Fernbleiben.

5) Je nach Charakter des Kindes würde noch sehr auf den Umgangston im Stall achten. Wenn das Kind sensibel ist, wird es weder mit einem Reitlehrer alten militärischen Schlags ( und das sind seltsamerweise oft die Jüngeren) noch mit Zickenkrieg klar kommen. Und ich finde es schade, wenn so was den Spaß verdirbt.

Ach so, und was die Beteiligung der Mutter angeht: jedenfalls ein gewisses Interesse zeigen, in dem Maß, wie es Das Kind und auch der Reitlehrer wünschen.

Ich persönlich würde für mein Kind, so ich denn eines hätte, alles ausschließen, worauf ich mich nicht mehr freiwillig setze:

- Pferde, die in Boxen gehalten werden oder welche, deren Auslauf zu weiche, tiefe Böden hat, denn ich mag welche, deren Bewegungsapparat die Chance hat, gesund zu sein, nur solche bewegen sich so, dass ich drauf lernen und vor allem selbst gesund bleiben kann

- Pferde, die zuckerhaltiges Krippenfutter bekommen, denn das liegt ihnen im Magen und wenn sie sich selbst nicht bewegen können, muss ich auch nicht drauf sitzen

- Pferde, die beschlagen sind. Solche Anforderungen, dass ich Stollen brauche wie in der Vielseitigkeit in schweren Prüfungen, habe ich nicht. Alles andere ist für mich kein Grund für Beschlag. Und auch hier reite ich lieber Pferde, die die Nebenwirkungen nicht selbst spüren und direkt in meine Wirbelsäule weitergeben

- Pferde, die ausgebunden werden. Egal, womit. Man erlernt damit einen umgekehrten Bewegungsablauf (Hüfte beobachten!), den man später revidieren muss und die Nebenwirkungen der Ausbinder muss ich den Pferden nicht antun, ich habe ohne gelernt, dann schaffen es Kinder heute auch

Dann würde ich unbedingt wollen, dass das Kind erst in der Theorie die Dinge lernt, dann vom Boden aus und dann auf dem Pferd. Alles andere ist Abfertigung und nicht Lehre. Ist heute aber nicht mehr einfach, dass man zum Unterricht beobachten und daraus lernen kommt, weil da sofort nach Aufsicht und Versicherung und so geschrien wird.

Die Eltern müssen nicht einbezogen werden, waren meine auch nicht. Bei uns war das auch nicht üblich, dass einen die Eltern hin gebracht haben. Spätestens zum Schulbeginn lernte man Fahrrad fahren und ab dann kümmerte man sich selbst drum, wohin man wollte und wir man da hin kam.

Was mir wichtig wäre, ist dass im Gruppenunterricht jeder Schüler für sich alleine eine Zeitscheibe vom Lehrer bekommt, in der er mit dem Lehrer neues erarbeitet. Die Zeit, die die anderen dann dran sind, kann er das üben, was er grade gelernt hat. Denn man muss die Zeit haben, die Dinge für sich setzen zu lassen, nochmal zu probieren etc. Ein Lehrer, der ständig alle im Auge hat, sieht nicht alles und man kommt nie dazu, sich die Dinge selbst bewusst zu machen.

Ich finde auch die Haltung der schulpferde immer einen wichtigen Punkt. Wenn ein Stall kleine Boxen, keine paddocks / Weide hat und sich die reitstunden zu 95% in der Halle abspielen, finde ich sollte man die Betriebe nicht mit Geld unterstützen.....schulpferde haben meist eh ein hartes Leben, dann sollten wenigstens die Umstände angemessen sein 

Ich würde bei einer Reitschule anfangen, bei der die Kinder nicht gleich auf gut Glück in den Sattel gesetzt werden. auch Longe zählt dazu. Der Umgang sollte erst mal Vorrang haben. Vielleicht sollte der Unterricht mit Führen beginnen. Es gibt ein gutes Konzept namens "Hippolini"

Ich finde es gut, wenn das Kind lernt dich selbst zu vertrauen und reiten geht, sobald es selbst möchte. Deshalb vielleicht erstmal vertraut machen mit den Pferden und langsam annähern. ;)

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