Woran stirbt ein Kaninchen mit aufgeblähtem Bauch?

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Hallo beneful1706,

das mit deinem Kaninchen tut mir leid :-(

Magen-Darm-Probleme bei Kaninchen sind sehr vielschichtig, sowohl die möglichen Ursachen, als auch die Folgen, also wie es sich weiterentwickeln kann. Zum Beispiel können leichte Blähungen vom Futter kommen und von selbst wieder weggehen, wenn das Kaninchen im Anfangsstadium viel frisst, was das Gas rausschieben kann (rohfaserhaltiges Futter) und sich viel bewegt (die Magen-Darm-Muskeln sind sehr schwach ausgeprägt, Bewegung hilft neben dem Futtern beim Rausschieben des Gases). Es kann aber genauso gut sein, dass sich zu schnell zu viel Gas entwickelt und das Kaninchen das nicht mehr in den Griff bekommt. Die Schmerzen werden zu schnell zu groß, das Tier frisst deshalb kaum noch oder gar nicht mehr und es mag sich nicht mehr bewegen wegen der Schmerzen. Eine verständliche, aber fatale Reaktion auf den Schmerz, denn so wird alles innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich. Der gärende Brei wird nicht weitergeschoben und gärt immer weiter, es entsteht immer mehr Gas und letztendlich stirbt das Kaninchen dann unter extremen Schmerzen an einem Kreislaufversagen. Da man vorher nie weiß, wie sich Blähungen entwickeln, ist schnelle Hilfe bei den ersten Anzeichen u.U. lebensrettend.

Neben Blähungen, die vom Futter kommen, gibt es viele andere mögliche Ursachen. Zum Beispiel kann eine Magenüberladung der Anfang sein (dann ist der Bauch übrigens auch nicht besonders auffällig, nur der Magen fühlt sich anders an). Ausgelöst werden kann so eine Magenüberladung zum Beispiel von quellendem Futter (insbesondere Trockenfutter ist in dieser Hinsicht sehr gefährlich) oder von zu vielen verschluckten Haaren (die dann zusammen mit dem Futterbrei zu einer zähen Masse werden). Diese zähe Masse rutscht dann kaum noch weiter in den Darm, der Magenausgang kann sogar komplett verstopft werden (Haarballen). Als Folge gärt der zähe Brei dann extrem, weil er viel zu lange im Körper verbleibt, zu dem Ursprungsproblem kommt eine Aufgasung (im Magen und/oder auch im Darm).

Dann können z. B. auch Parasiten im Darm eine Ursache für Aufgasungen sein (Kotprobe mitnehmen zum TA). Die Darmflora ist gestört, zu den Parasiten kommen schnell weitere Probleme wie vermehrte Hefepilze etc., und auch hier kommt es (neben Durchfall oder Verstopfungen) schnell zu einer Aufgasung.

Es gibt noch mehr mögliche Ursachen, und es ist immer extrem wichtig, vor der Behandlung die genaue Ursache zu kennen. Deshalb sollte immer als erstes ein Röntgenbild gemacht werden. Nur so kann der Tierarzt erkennen, wo genau was nicht in Ordnung ist. Ist das Problem hauptsächlich im Magen oder im Darm, ist es hauptsächlich eine Verstopfung (Magen, Darm, wenn Darm, wo da …) mit Gas als Folge, oder ist eine Aufgasung das ursprüngliche Problem? Wie ist die Konsistenz des Magen-Darm-Inhaltes (danach richtet sich zum Beispiel, in welcher Art eventuell zugefüttert werden muss, um den Abtransport zu unterstützen …) und so weiter … Schwere Magen-Darm-Probleme sind immer eine Kombination von Ursprungsproblem und Folgeproblemen, alles hängt miteinander zusammen. Das Verdauungssystem von Kaninchen ist sehr komplex und leider auch recht anfällig, das System bricht sehr schnell komplett zusammen, und dadurch dann der Kreislauf. Eine schnelle und genaue Diagnose ist unerlässlich, um richtig behandeln zu können.

Wenn du noch Fragen hast, gern.

LG von Ninken

P.S.: Was die Sache übrigens erheblich erschwert, ist, dass Kaninchen Krankheiten verbergen, solange es irgendwie geht. Weil kranke Kaninchen in der Natur zum Schutz der Gruppe vertrieben werden (kranke Tiere locken Fressfeinde an). Dieses Verbergen von Krankheiten führt leider oft dazu, dass Hauskaninchen-Halter sehr spät merken, wenn etwas nicht stimmt. Deshalb ist immer gleich "Alarmstufe Rot", wenn ein Kaninchen mal nicht frisst (oder auch nur viel weniger frisst als normal). Ein apathisches Verhalten ist ein äußerst heftiges Signal, dann ist in der Regel schon der Kreislauf betroffen und es zählt jede Stunde, manchmal jede Minute.

Was ich noch sagen wollte: Ich würde mal vorsichtshalber von den anderen eine Sammelkotprobe abgeben (über drei Tage gesammelt). Theoretisch könnten ja auch Parasiten die Ursache gewesen sein. Ist zwar nur eine von vielen Möglichkeiten, aber ich persönlich würde zum Schutz der anderen eine Probe abgeben.

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Hat es denn ganz normal gefressen und Kot abgesetzt? Mit Blähungen kommen auch oft Schmerzen, Fressverweigerung und Verstopfung einher, was für die Kaninchenverdauung einfach fatal ist. Was genau dann die Todesursache ist, weiß ich nicht, mein Ninchen hat das Ganze zum Glück gut überstanden.

Es könnte nasses Gras gefressen haben. Alles, was nass und vielleicht leicht angegoren ist, kann für Kaninchen tödlich sein.

Deshalb fressen wildlebende Kaninchen nach einem Regen solange nicht, bis alles wieder trocken ist.

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Was das Kaninche vorher gefressen? Der aufgeblähte Bauch kommt von der Ernährung. Nachfolgend einige Hinweise zur Ernährung:

Kaninchen sind keine Allesfresser! Handelsübliche Trockenfuttermischungen und Leckerlies enthalten oft Getreide, Bäckereinebenerzeugnisse, Zucker, Milcherzeugnisse, Farb- und künstliche Aromastoffe. All das ist für Kaninchen nicht gesund und kann sogar schädlich sein, sodass es nicht verfüttert werden sollte.

Eine gesunde Kaninchenernährung sollte zu 80% aus gutem Heu bestehen. Dieser hohe Heuanteil ist wichtig, da die Tiere einen so genannten Stopfmagen haben und nur durch eine ausreichende Versorgung mit Rohfaser kann dieser angemessen arbeiten. Ebenso dient Heu dem Abrieb der ständig nachwachsenden Zähne.

20% der Nahrung sollte aus Gemüse, Kräutern und Knabbermaterial wie Ästen zusammengestellt sein. Das bringt Abwechslung in den Speiseplan.

Die Umstellung von getreidehaltiger Ernährung auf eine gesunde Heuernährung sollte immer langsam vollzogen werden, da die Tiere ein sehr empfindliches Magen- Darm- System haben. Innerhalb von drei bis vier Wochen sollte man das Trockenfutter ganz langsam reduzieren, bis man es schließlich komplett weglässt. In der Zeit der Umstellung sollte man wenig Gemüse füttern, um die Tiere an das Heu zu gewöhnen und keine Überbelastung des Magen- Darm-Traktes zu verursachen.

Als Leckerchen kann man den Tieren gelegentlich Obst, Trockengemüse oder - Früchte oder getreidefreie Pellets anbieten.

Kaninchen haben ein sehr empfindlichen Magen und Stoffwechsel. Bekannt ist ja, wenn man ihnen zu viel Kohl und Salat gibt, das sich der Bauch davon aufblähen kann. Meistens liegt das am Futter

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