Woran merke ich, dass ich reif für eine Psychotherapie bin?

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6 Antworten

Ein erster wichtiger Schritt zu einer Psychotherapie ist die Erkenntnis, daß Du etwas in Deinem Leben verändern willst und Du allein nicht weiter kommst. Die verschiedenen Therapierichtungen unterscheiden sich im wesentlichen in der Sicht darüber, wie Probleme entstehen und gelöst werden können. So schauen die analytischen Richtungen eher in die Vergangenheit, Verhaltenstherapeuten danach, wann etwas wie gelernt wurde, systemische Therapeuten darauf, was in den Beziehungen des Klienten abläuft etc... Oft haben aber Therapeuten sowieso verschiedene Ausbildungen und daraus einen eigenen Stil entwickelt. Ich würde Dir empfehlen, erst mal eine Beratungsstelle aufzusuchen (z.B. bei der Caritas, oder eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle), bzw. mit jemandem der sich da gut auskennt zu reden, der mit Dir herausfindet, was in der jetzigen Situation hilfreich für Dich wäre. Oft bieten ja die Kinderwunschzentren auch eine psychologische Beratung an. Ansonsten bekommt man die Adressen von Therapeuten in der Nähe über das Patiententelefon der kassenärztlichen Vereinigung oder der Psychotherapeutenkammer (hab gerade keine Nummer zur Hand, findest Du aber übers Netz - ich reichs auch gerne nach). Dann werden mit dem entsprechenden Therapeuten erst mal 5 Probesitzungen vereinbart. Da kannst Du erst mal schauen, ob dir der Therapeut bzw. dessen Stil zusagt. Es ist überhaupt kein Problem, nach der 3. oder 5. Sitzung zu sagen, daß Du kein gutes Gefühl hast - schließlich ist eine Therapie eine sehr intensive und persönliche Sache und bringt eben nur etwas, wenn die "Chemie stimmt". Alles Gute!

Da stimmt doch was nicht bei Euch beiden? Lebenskriese? Beziehungskriese? Probleme damit Sex unbeschwert zu geniesen? Werdet mal locker, versucht mal ganz einfach zu leben - mit Freude! Will man Kinder - aber doch das vorhandene nicht aufgeben: Wohlstand, Karriere? - Also noch ein innerer Konflikt? Natürlich gibt es auch wirkliche Unfruchtbarkeit - rein organisch bedingt - aber, da es Euch scheinbar so zusetzt und das scheinbar zur zentralen Lebensfrage wird, zeigt dass Ihr nicht einfach "erwachsen" mit einem der vielen Schicksale im Leben (und es gibt noch deutlich schlimmere!) umgehen könnt. Evtl. wird das zum "Stellvertreterproblem"?

wenn es nicht klappt mit dem kinderwunsch, dann solltet ihr mal einen gedanken verschwenden an die darstellung von groddeck, zeitgenosse von sigmund freud, der meinte, dass unser unterbewußtes eine ganz einfache naive psychologie hat, und die geht so:

sobald das kind im frühen alter begreift, dass es aus dem bauch der mutter gekommen ist, da identifiziert das unterbewußte mutter und den begriff fruchtbarkeit, fortpflanzungsfähigkeit. wenn nun der lebenslauf von mutter und kind in solche bahnen kommt, dass ein richtiges problemverhältnis mutter-kind dabei herauskommt, mit heftigen antipathien von seiten des kindes, dann wird vom unterbewußten nicht nur die mutter sondern damit gleichzeitig auch die fruchtbarkeit abgelehnt.

so, was nützt nun dieser gedanke? bitte prüft mal, ob einer von euch beiden, wunschkind-vater oder -mutter, eine solche antipathie zur mutter hat. wenn das der fall ist, dann mache er oder sie folgendes: nicht die mutter aufsuchen und mit ihr psychologisieren - falls sie noch lebt - sondern alles, was in der seele lastet gegenüber dieser mutter, in einen langen brief formulieren, damit die seele es aus sich herausgesetzt hat. dieser brief soll überhaupt nicht abgeschickt werden, sondern hat die funktion, von dieser belastung frei zu werden. tja, und dann ins bett. ob ihr es glaubt oder nicht: plötzlich sind reife befruchtungsfähige eizellen bei der wunschmutter da, oder viele aktive samenzellen beim mann, wo vorher zu wenige gewesen sein mögen.

Dazu gehst du erstmal zum Hausarzt/Ärztin und beschreibst deine Situation, falls sie nicht schon vermerkt ist.

Der Hausarzt schreibt eine Überweisung an den für euren Kreis zuständigen "Delegationsarzt" eine Art "Vorpsychologe", der tatsächlich entscheidet, ob eine Therapie, und wenn ja, in welchem Umfang sie bewilligt wird, also wieviele Stunden verschrieben werden.

Danach bekommst du wiederum eine Überweisung und kannst verschiedene Therapeuten testen, die "Chemie" muss auf beiden Seiten stimmen. Dort findet man normalerweise auch einen passenden Therapeuten.

Vielleicht kann aber euer betreuender Arzt euch an eine speziell auf euer Problem spezialisierte Person überweisen?

Ihr habt mein aufrichtiges Mitgefühl. Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich das, durch die hohen Hormongaben fühlt man sich total sch...

Trotzdem Kopf hoch und viel Glück euch beiden noch, ich drücke die Daumen!!

Es ist schon erstaunlich, daß du das selbst so empfindest. Meistens muß man ja von seinen Mitmenschen darauf aufmerksam gemacht werden, daß es einem nicht so gut geht.

Meine Frau hatte auch wegen beruflichen Stresses und diverser Ängste zwei verschiedene Psychotherapeuten aufgesucht. Sie hatte allerdings immer den Eindruck, daß sie in der Therapie psychisch "aufgewühlt"- und dann damit alleine gelassen wurde.

Jetzt geht sie zu einer Osteopathin, fühlt sich dort sehr wohl und es geht ihr wesentlich besser.

Ich möchte damit nicht sagen, daß dir ein Psychotherapeut nicht helfen kann, sondern nur aufzeigen, daß es auch andere Wege gibt, sich etwas Gutes zu tun!

Schon allein daran, dass Du darüber nachdenkst :-)

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