Woran liegt es, dass ich mir das Aussterben der Menschheit so sehr wünsche?

7 Antworten

Hmm... Dir ist schon bewusst, dass du dir gerade deinen eigenen Tod gewünscht hast, oder? Nun, da kann ich dir ganz einfach helfen. Stell dir einmal vor, du hättest Krebs. Die Ärzte sagen dir, dass du nur noch drei Wochen zu leben hättest. Oder stell dir vor, ein Bankräuber bedroht dich, weil du sein Gesicht vor dem Überfall gesehen hast und sagt dir, dass er dich nun erschießen wird. In genau solchen Situationen erübrigen sich solche kleingeistigen Fragen nämlich meistens ganz von selbst, weil einem dann bewusst wird, dass man ja eigentlich doch an seinem eigenen Leben hängt.

Bezüglich zu der Rolle des Menschen im Ökosystem: Würden wir quasi über Nacht aussterben, stünde der Welt eine ökologische Katastrophe ungeahnten Ausmaßes bevor. Die ganzen noch in Betrieb stehenden Kernkraftwerke würden die Gegenden, in denen sie stehen, ohne jede Wartung und jemanden, der den Müll entsorgt, über Jahrtausende verstrahlen und völlig verseuchen. Der ganze Plastikmüll, der auf den Straßen, aber auch in Häusern und überall sonst herumliegt, würde über die Zeit seinen Weg ins Meer finden und auch dort für Umweltkatastrophen jenseits aller Vorstellungen sorgen, von den ganzen Ölraffinerien einmal ganz zu Schweigen. Die Natur würde nach unserem Verschwinden Jahrtausende, wenn nicht sogar Jahrmillionen brauchen, um sich von unserem plötzlichen Abgang zu erholen - und das selbst dann, wenn wir alle still und heimlich und nicht durch einen großen Knall verschwinden.

Für einige Tierarten wäre unser Aussterben ebenfalls das Todesurteil. Nicht nur unsere domestizierten Haustiere, die ohne uns überhaupt nicht in der Wildnis lebensfähig wären, würden uns ins Grab folgen, sondern auch ein Großteil der Tiere, die man als Kulturfolger bezeichnet. Heute so erfolgreiche wie auch häufige Tiere wie Ratten, Möwen, Tauben, Krähen, Füchse, ja sogar Bussarde, Wildschweine, Wildschafe, einige Hirscharten, viele Singvögel und und und würden extrem dezimiert werden, wenn wir ihnen nicht mehr den Tisch decken. Das ist zwar nur eine verhältnismäßig kleine Zahl im Vergleich zu der Zahl der Lebewesen, die durch unser Eingreifen in die Umwelt heute vorm Aussterben stehen, aber um das Gesamtbild zu betrachten, muss auch erwähnt werden, dass einige Tiere und auch Pflanzen direkt von uns Menschen abhängig sind und an unserem Erfolg teilhaben.

Ich würde sogar sagen, dass die Ökosysteme weltweit ins Ungleichgewicht geraten würden, ja sogar einige, wenn nicht global alle Nahrungsketten komplett zusammenbrechen würden, wenn der Mensch ausstirbt. Langfristig würde es natürlich wieder zu einer Radiation kommen, also viele neue Tierarten würden sich über die kommenden Jahrmillionen entwickeln. Aber erst einmal müsste sich irgendetwas ereignen, dass die erfolgreichste Säugetierspezies von einer Population von derzeit beinahe 8 Milliarden (ausgeschrieben 8.000.000.000!!!) Individuen auf eine runde 0 dezimiert. Unsere Zahl ist nämlich so unvorstellbar groß, dass du es in deinem ganzen Leben nicht schaffen würdest, jedem einzelnen Menschen einmal und sei es auch nur für eine halbe Sekunde in die Augen zu sehen. Und egal welches apokalyptische Szenario du ansetzt, das unser aller Tod bedeuten soll, sei es eine Seuche, ein Atomkrieg, ein Meteoriteneinschlag, ein Supervulkan, ja sogar Zombies und Aliens oder meinetwegen auch alles zusammen - glaub ja nicht, dass die Erde nicht aufs extremste in Mitleidenschaft gezogen werden müsste, bevor wir den Abgang machen. Ob dann überhaupt etwas überlebt, darf sogar bezweifelt werden.

Also streich deine Frage aus deinen Gedanken. Der Mensch wird noch lange nicht aussterben. Und wenn doch, wäre das für unseren Planeten die größere Katastrophe. Schließlich sind wir die einzige Spezies auf dem Planeten, die imstande wäre, die Schäden, die sie verursacht hat, auch zumindest teilweise wieder aufzuräumen. Das solltest du dir vielleicht lieber wünschen.

Ich kann es zwar nachvollziehen, aber nichts war hier bestimmt, so ist die Natur und die Evolution nicht.

Wenn wir weg sind, töten sich trotzdem Tiere und irgendwann übernimmt eine andere Art die "Macht".

Hast du gewusst, dass Schimpansen benachbarte Gruppen angreifen und zum Teil töten?

Zum teil hast du meiner Meinung nach recht, aber bei tieren gilt fressen oder gefressen werden und selbst schlauere Spezies könnten damit überleben/ weiter leben. Es würde keine Spezies die Macht übernehmen können die nicht wie wir ist. Wenn sich nicht noch einmal Soetwas wie wir entwickelt, hätte die Erde zumindest mehr zeit und mehr Ruhe.

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@Ilovejesse

Die Schimpansen töten ihre Konkurrenten nur, sie fressen sie meines Wissens gar nicht. Da geht es um Ressourcen, wie bei menschlichen Kriegen oder bei Nutzung von Lebensraum durch den Menschen, der sonst Tieren zur Verfügung stünde.

Aber ja, damit jemand die Erde so beherrscht wie wir, müsste eine Art eine ähnlich hoch entwickelte Kommunikation wie wir sie haben entwickeln. Und dann eine Schrift erfinden, damit Wissen von einer Generation zur anderen weitergegeben werden kann, dann läuft es von selbst weiter.

Es gibt ja schon etliche Arten, die Werkzeuge nutzen und ein Ich-Bewusstsein haben. Sogar die Kommunkation ist teilweise erstaunlich, aber noch weit von der unsrigen entfernt.

Also ich bin der Meinung, das ist wirklich nur eine Frage der Zeit, bis sich wieder "so etwas wie wir" entwickelt.

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@Ilovejesse

Die Erde hat nie Zeit und Ruhe. Der Mensch ist bei weitem nicht das größte Problem, mit dem unser Planet je zu kämpfen hatte. Es gab im Laufe der Erdgeschichte fünf große und eine sehr viel größere Anzahl an kleineren Massenausterbewellen, die allesamt größer waren als die Probleme, welche der Mensch verursacht. Und alle diese Ereignisse haben sich lange vor unserem Erscheinen zugetragen. Wusstest du, dass am Ende des Perms durch eine Jahrhunderttausende anhaltende Supervulkaneruption und durch den damit verbundenen Klimawandel, die Absenkung des Sauerstoffanteils in der Atemluft und anderer Faktoren mehr als 90% aller Tier- und Pflanzenarten auf dem Planeten ausgestoben sind? Da ist das, was der Mensch derzeit anrichtet, nur ein kleiner Mückenstich für unsere Artenvielfalt.

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@MarkusPK
  • Stimmt. Allerdings, was wir an Abfällen (auch Minerale, die sonst so rein gar nicht vorkommen würden, unglaubliche Mengen an Plastik im Meer) und atomarem Müll einbringen, das ist schon ne harte Nummer und hält beim Atommüll wahnsinnig lange vor.
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Ich denke eine solche Äusserung ist ziemlich einfach machen, du weißt ja mit hoher Sicherheit, dass dein Wunsch akut nicht eintreten wird.

Ich denke, es gibt so viele Schwerstkranke deren Aussichten ganz finster sind, die würden ganz bestimmt mit deinen Problemchen gerne tauschen.

Wenn du täglich mit Leid und Elend zu tun hättest, würdest du bestimmt nicht solchen Gedanken nachhängen.

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