woran erkennt man im stammbaum einen gonosomalen erbgang genau

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Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, deshalb zunächst mal vorweg: Es gibt für autosomale Erbgänge je eine Familiensituation, die beweist, welcher Erbgang vorliegt (autosomal rezessiv oder autosomal dominant):

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a) zwei Gesunde haben ein krankes Kind. Diese Situation beweist nämlich eindeutig die Rezessivität, denn dann müssen beide (phänotypisch gesunde) Eltern heterozygot sein. Findet man eine solche Familiensituation nicht, so kann die Krankheit auch als dominant interpretiert werden. (Man nennt dies auch Pseudodominanz!)

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b) eindeutiger Beweis für Dominanz wäre: zwei Kranke haben ein gesundes Kind! (denn dann müssen sie je noch ein gesundes, rezessives Allel haben) Außerdem wird bei diesem Erbgang keine Generation übersprungen!

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Was die Unterscheidung autosomal/gonosomal und damit deine Frage anbelangt, ist die Sache etwas schwieriger.

Es gibt nämlich keine eindeutige Familiensituation wie in den anderen Fällen, die den gonosomalen (rezessiven) Erbgang eindeutig belegt. Ein Hinweis wäre natürlich, wenn die Krankheit vor allem Männer betrifft und jeder kranke Mann einen kranken Großvater mütterlicherseits hat. Sobald auch kranke Frauen auftauchen, wäre der Erbgang evt. auch autosomal interpretierbar. Hier wäre also ein Nachweis von gonosomalem Erbgang nicht eindeutig möglich. Aber das kommt sehr auf den vorgegebenen Stammbaum an.

Man kann einen gonosomalen Stammbaum evt. aber nur über das Ausschlußprinzip erkennen, wenn sich die anderen Fälle ausschließen lassen, oft sind sie aber im konkreten Fall sowohl autosomal als auch gonosomal interpretierbar.

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Hier findest Du jede Menge Beispiele zum Üben:

http://www.mallig.eduvinet.de/bio/Repetito/Banaly1.html

Manchmal kann man sagen, es ist höchstwahrscheinlich gonosomal, aber nicht ganz sicher.

In der Praxis sind allerdings die gonosomalen Erbgänge bekannt, es gibt ja nicht so viele wie autosomale.

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Den gonosomalen Erbgang selbst erkennst Du bei Erbkrankheiten ganz gut, wie der Bluterkrankheit oder z.b. der Diabetis Typ 1 ( Jugenddiabetis).

Diese Krankheiten treffen die weiblichen Nachkommen weniger, da diese zwei X-Chrosome haben, im Gegensatz zu den männlichen Nachkommen. Das heißt diese Erkrankungen treten erst dann auf, wenn entweder beim männlichen Nachkommen das einzige X-Chromosom betroffen ist oder aber bei den weiblichen dann beide.

Der Erbgang im Stammbaum würde dann so aussehen:

Die Mutter als Beispiel ist Trägerin eines betroffenen X-Chromosoms. Gibt dieses eine eben unglücklicherweise an ihren Sohn weiter. Der ist dann automatisch krank, da er nur eben ein X-Chromosom hat. Und Das X-Chromosom dominant gegenüber dem Y-Chromosom ist.

Dieser Mann allerdings kann ohne Probleme Kinder bekommen, keines der Kinder wird sichtbar krank sein. Da an den Sohn er ja nur das Y-Chromosom weitergeben kann. Eine Tochter allerdings wird automatisch wieder Trägerin, da er ja das betroffene X-Chromosom immer weitergibt.

Daher zeigt sich in einem solchen Stammbaum öfter männliche Betroffene. Vereinzelte weiblich Betroffene lassen sich erklären indem eine Trägerin mit einem kranken Mann gekreuzt wurde, Alternativ auch: Kranke Mutter ( beide X-Chromosomen) und dazu ein Kranker Mann.

Ich hoffe ich konnte helfen.

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