Woran erkennt man einen guten Gitarristen?

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13 Antworten

Ich finde zum Beispiel Mark Knopfler gut, wennauch ich nicht jedes Stück von ihm jetzt wirklich als großartig empfinde, muß ich doch sagen, daß er es einfach gut drauf hat. Das Können ist doch unabhängig vom eigenen Geschmack. Es gibt auch genug Musikstücke, die so aus sehr einfach strukturierten Instrumentalisierungen besteht, die einfach irgendwie im Studio abgemischt werden, so daß es ein Musikbrei wird, wo man eh kaum ein einzelnes Musikinstrument heraushören wird (jedenfalls als ungeübter Zuhörer) und das sich dann gut verkauft, aber das kann man auch mit drittklassigen Musikern so einspielen. Diese Musiker werden aber mit Sicherheit es nicht schaffen, ein mehrminütiges Solo zu spielen, daß einem beim Zuhören Glücksgefühle entstehen lassen könnte. Merkt man ja der heutigen Musik auch an, da die Stücke ja meistens eher diesen Einheitsbreilala darstellen und daß Solos darin dann auch nicht vorkommen.

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Ein guter Gitarrist (Musiker) macht wirklich Musik.

Man kann auch aus den einfachsten Akkordfolgen- und wendungen zeitlose Lieder Schaffen. Es gibt genug Talente, die aus komplexen Akkorden und Melodien gefühllose uninspirierende Werke schaffen, die mir persönlich nichts geben. Ich finde es immer komisch einen einzelnen Gitarristen/Musiker so zu glorifizieren, da ich bis jetzt auch keinen Künstler gefunden habe, von dem mir ausnahmslos alle Werke einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Letzteres bezieht sich nicht nur auf Musik. Manchmal sehnt man sich eben nach Liedern, die einem einfach nur die Seele bewegen und manchmal meint der Kopf er bräuchte etwas mehr Anspruch. Letztendlich lebt Kunst von der Diversität und Abwechslung und der Veränderung!

Grüße Cairpre

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freezyderfrosch 21.03.2014, 23:24

Ich persönlich finde dass deine Antwort zu den besten gehört. So geht es mir gefühlsmäßig auch. Einfache simple Lieder können also deiner Meinung nach richtig begeistern, während ein sehr professionelles Handwerk auch belanglos wirken kann. Willst du das damit im Endeffekt sagen?

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Cairpre 22.03.2014, 12:35
@freezyderfrosch

Ja, was nicht heißen muss, dass Komplexes und Durchdachtes nicht auch seinen Reiz hat. Wenn sich wirklich Gedanken in einer Komposition gemacht wird, welche Schlusswendung ich jetzt verwende und wie ich welches Thema neu umsetze und man diese Gedankengänge sieht und nachvollziehen kann, hat das auch seinen Reiz.

Aber im Großen und Ganzen hast du schon den Kern getroffen von dem, was ich geschrieben habe.

Musik soll auch Stimmungen tragen und vermitteln. In Filmen sind es auch eher einfachere Melodien, die uns bewegen und mitreißen. Kommt eine gruselige Szene wirst du selten jemanden auf einer Gitarre virtuose Soli improvisieren hören. Bei einer Band mit Sänger beispielsweise ist ja auch viel wichtiger, dass der Gesang unterstützt wird, dass durch die Musik Text und Stimmung richtig untermalt wird. Das eigentliche Lied, kann dann vlt. einfach nachgespielt werden, da es nicht schwer sein muss, um genial zu sein. Aber das richtige Tonmaterial, Rhythmus und Effekte zu finden ist wohl die größere Herausforderung. Hier brauch es dann Können, Kreativität und den Mut auch neues zu probieren vom Gitarristen, um Begeistern zu können.

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Oderdochnicht 21.03.2014, 23:39

Ich könnte Dir jetzt auch eine ganze Menge Musiker aufzählen, deren Musik ganz genau das spiegelt, nämlich die Lust daran. Meat Loaf z.B. hat auf der Bühne gestanden und seine Musik gemacht, bis zum Umfallen und es war ihm egal, ob die Leute das gut fanden. Leider ist es immer mehr so, daß Bands zusammen gestellt werden, um Musik zu machen. Hier steht die reine Profitmache im Vordergrund und das hört man auch. Meist sind die auch ganz schnell wieder verschwunden. Ich sag`s ja, die Zeiten, in denen Bands zusammen gewachsen sind, sind schon fast vorbei. Leider.

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freezyderfrosch 21.03.2014, 23:40
@Oderdochnicht

Ich finde es gibt diese Zeit noch. Allerdings nicht in den Charts die mit viel nicht-handgemachter Musik überfüllt ist, sondern mehr in der Underground-Szene sind solche Bands noch zu finden. Jungs die sich einfach zusammentun weil sie Bock auf Rock in der Garage vom Papa haben, das finde ich, wird denke ich nie aussterben.

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Bin zwar selber kein Gitarrist, finde es aber immer gut, wenn Gitarristen mehr als nur ein paar langweilige Akkorde spielen können. Also auch schnelles, klangvolles, rhythmisches Zupfen und Anspielen einzelner Saiten beherrschen und improvisieren können. Sie sollten natürlich verschiedene Genres bedienen können: Country, Soul, Rock, Pop, "Folklore", Reggae usw. und auch selber in der Lage sein Songs (Instrumental) zu komponieren und notenfrei zu spielen. Die beliebtesten und aktuellsten Songs sollten aus dem FF gespielt werden können, also muss sich ein guter Musiker fortlaufend "weiterbilden". Außerdem sollte er sich mit Band und Sänger verschmelzen und eins werden. So, das war meine laienhafte Meinung.

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Wie ein Solo oder das Gitarrespiel überhaupt auf ein Individuum wirkt ist grundsätzlich vollkommen unterschiedlich und natürlich wird es auch subjektiv unterschiedlich empfunden. Ich persönlich kann mich an den Stilen der einzelnen Gitarristen begeistern und würde höchst ungern dabei in irgendeiner Weise bewertend vorgehen. Gerade dann wenn ein Gitarrist etwas sehr Eigenes zuwege bringt wäre es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich ihn mit anderen Gitarristen vergleichen zu wollen.

Sehr beeindruckend für mich ist immer wieder Frank Marino in der Nummer "Avalon". Wie Gitarre und Keyboards im Soloteil aufeinander eingehen ist wirklich ganz großes Ohr-Kino ! :)

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freezyderfrosch 22.03.2014, 00:05

Dein Song kratzt seicht Jazz und Blues an. Wie das Schlagzeug partnerschaftlich mit den Gitarrenriffst zusammen arbeitet gefällt mir. Es ist so wie du sagst "Ich würde nicht bewertend vorgehen". Ich denke dies hat auch damit zu tun, dass Emotionen eben meist den Ton angeben im Leben, so dass einem weniger danach ist richtig wissenschaftlich mit vollster Objektivität heranzugehen, wer nun talentierter ist - Musik bedeutet Tiefe, Gefühle und Emotionen und da hat es die "Objektivität" nie leicht gehabt. Auch von dir eine gute Antwort! (:

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Ich denke ein guter Gitarrist muß einfach gut spielen können - vor allem bei höherem Tempo. Im Studio (also auf CDs) kann man ja viel nachbearbeiten, aber wenn derjenige es schafft, live ein hohes Tempo, fehlerfrei zu spielen ... ich denke da vor allem an Bands aus dem Thrash- Death- und Black Metal Bereich.

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So etwas bewertet hier jeder anders. Für mich geht es nicht darum, ob einem da ein Schauer über den Rücken läuft. Wenn man sich mit dem Gitarre-Spielen auskennt, dann begeistert man sich wohl eher an der Technik, die ein Gitarrist anwendet. Die Soli sind für mich dann einfach am wichtigsten.

Eric Clapton und Santana sind beides wirklich richtig gute Gitarristen, die auch schon lange im Geschäft sind und zudem auch noch richtig anspruchsvolle Musik zaubern. The Edge gehört zweifelsfrei auch zu den besten Gitarristen der Welt. Aber die 3 sind vom Stil her kaum zu vergleichen, da sie wirklich komplett andere Musik spielen. Bekannte und anerkannte Gitarristen wissen was sie da auf der Gitarre zaubern. Nehmen wir zum Beispiel den Gitarristen von Linkin Park, Brad Delson. Ja er kann Gitarre spielen aber ob er mit seinem Können dann einem Slash oder einem Santana das Wasser bieten kann, hat er bis jetzt noch nicht gezeigt.

Natürlich gibt es viele unbekannte Gitarristen, die wirklich richtig gut spielen können. Aber so ist eben das Musikbusiness... Ein paar Glücklichen gelingt der Durchbruch, andere bleiben einfach auf der Strecke.

Also ich hätte hier einfach mal ein paar Vorschläge von Gitarristen, die du dir auf jeden Fall mal reinziehen solltest: Errorhead bzw Marcus Deml, Thomas Blug (covert unter anderem Hendrix und das ist einfach richtig fett!!!), Slash (ex Gitarrist von Guns'n'Roses), John Frusciante (damals noch bei den RHCP), David Gilmour (Pink Floyd) und Jimmy Page (Led Zeppelin)

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Ich glaube einer der besten war Jimi Hendricks. Der hat Gitarre in allen möglichen naya "Ausführungen " wie man es sagen könnte gespielt z.b. auf dem Rücken. Ansonsten ist es eh schon schwer genug richtig gut spielen zu können. Vorallem die Baregriffe sind sehr schwer. Schau dir auf jeden Fall mal Jimi Hendricks an :D

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freezyderfrosch 21.03.2014, 22:53

Mist den hätte ich auch noch nennen können. Kenne ich natürlich. Großartig und zeitlos.

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Die Sache mit dem "Weltbesten Gitarristen" ist doch so was von ausgelutscht ... Einer der weltbesten ist jetzt gerade gestorben, Paco de Lucia, aber egal, es gibt so viele gute Leute. Joe Bonamassa z.B..

Was einem gefällt, das steht einem doch so was von frei, und es muss doch nicht unbedingt Hochleistungs-Sport dabei sein.

Ich vermute mal, dass es kaum eine Gitarren-Platte auf dem Markt geben wird, bei der ein "nicht guter" Gitarrist spielt.

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Ist ganz normal dass da das subjektive Gefühl zuerst entscheidet. So mancher Kritiker achtet vielleicht lieber auf die Technik oder was auch immer (bin selbst Laie) aber ich oder du. Wir machen das einfach nach Gefühl. Jedem das seine. Es kann keinen Besten geben, wenn jeder seinen eigenen hat. Und das ist auch gut so.

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Es gibt eine Menge Gitarristen, die man aufzählen könnte.

  • Jimmy Page
  • Johnny Winter
  • Slash
  • Robin Trower
  • Gary Moore
  • Dickey Betts
  • Warren Haynes
  • Eddie Van Halen
  • Randy Rhoads, ect.

    Sie alle prägten z.B. durch verschiedene Effekte oder das Talent zur Improvisation, ect. das Gitarrenspiel. So gibts es auch heute noch immer jüngere Talente, die Musik praktisch mit der Muttermilch aufgesaugt haben und im Gegensatz zu den ganzen "gecasteten" Möchtegernstars sehr viel Freude bereiten.

Genannt sein hier u.A. im Bluesrock.

  • Joe Bonamassa
  • Derek Trucks

oder auch Henrik Freischlader

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Bin zwar kein Experte, aber der Meinung, daß auch Leute, die nun nicht als absolute Könner gelten, sehr gute Musik machen können. Es kommt ja auch wirklich auf den Musikgeschmack an und was einen gerade so anspricht. Hendrix ist ohne Zweifel ein Könner, aber den kann ich nicht ständig hören. Bei Santana allerdings sieht das schon anders aus - jedesmal echte Gänsehaut!!!

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freezyderfrosch 21.03.2014, 23:01

Ja Santana ist zum Beispiel ein sehr guter Gitarrist. Nun gefällt mir aber auch diese Stelle (siehe Link) von Jonny Buckland wo ich eine Gänsehaut bekomme dieser aber als Gitarrist nicht so oft erwähnt wird. Daher meine Frage, inwiefern der Geschmack und inwiefern das Handwerk ab welcher Grenze entscheidend sein kann.

http://www.youtube.com/watch?v=vsjRkNinLdU ab 0:45

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Oderdochnicht 21.03.2014, 23:14
@freezyderfrosch

Also, die Grenze kannst Du da ziehen, wo Du sagst, das entscheide ich nach meinem Musikgeschmack und Hörerlebnis oder das entscheide ich nach der Technik, weil ich selbst Gitarrist oder weil ich Musikproduzent bin.

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freezyderfrosch 21.03.2014, 23:20
@Oderdochnicht

Also sagen wir knapp "Das muss jeder selber wissen". Ich denke Musik wird von Künstlern gemacht, weil diese wollen dass man ihre Musik "gut" findet und nicht deswegen um musikwissenschaftlich zu forschen und zu analysieren, wer nun das bessere Handwerk an den Tag legt. So würde ich es jetzt zusammengefasst übersetzen.

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Oderdochnicht 21.03.2014, 23:26
@freezyderfrosch

Ja, so ungefähr. Manche haben/hatten einfach ein überragendes Talent und sind/waren schon sehr lange dabei. Leider wird es nun immer weniger, da sich die Zeiten so gewandelt haben und in der Musikbranche so wahnsinnig viel gepusht wird.

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Cairpre 21.03.2014, 23:27
@Oderdochnicht

Das klingt jetzt fast so, als wären alle Gitarristen und Musikproduzenten auf die Technik versiert und nicht auf das Spiel- bzw. Hörerlebnis aus ;).

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Oderdochnicht 21.03.2014, 23:42
@Cairpre

Nein, das hast Du falsch verstanden :). Ich meinte damit, daß Profis Profis auch einfach besser beurteilen können. Wenn ein Tischler einen Schrank ansieht, dann schaut er, wie fachmännisch der verarbeitetet ist und kann das auch erkennen. Ein Laie schaut, ob er ihm gefällt. So in der Art.

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freezyderfrosch 21.03.2014, 23:45
@Oderdochnicht

Aber ich denke Musik ist nicht mit Tischlerei zu vergleichen. Ich denke es gibt viele professionelle Musiker die einen einfach-gemachten Song loben können, wenn dessen Melodie sehr leicht ins Ohr geht und Emotionen auslösen kann.

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Oderdochnicht 21.03.2014, 23:47
@freezyderfrosch

Doch, das kann man vergleichen, denn hier geht es um Sorgfalt, Liebe zum Detail und technisches/handwerkliches Können.

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freezyderfrosch 22.03.2014, 00:12
@Oderdochnicht

Das war ja die Frage und da finde ich dass eine simple Komposition theoretisch mehr begeistern kann als ein technisch/handwerkliches einwandfreies Können. Ich meine vergleichen können in dem Sinne, dass Musik nun wirklich geschmacklich unterschiedlicher ankommt als ein Möbelstück. Ein Tisch den alle schön finden ist nichts besonders, ein Musikstück aber schon.

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das hat nicht mit stil, sondern mit können zu tun.

die besten sind für mich werner lämmerhirt und brian may

schau mal auf youtube oder myspace.

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freezyderfrosch 21.03.2014, 23:11

Ich finde Stil und Können können gut Hand in Hand gehen. Jemand der etwas kann aber nicht experimentiert und einen Erkennungswert hat bzw. also seinen eigenen Stil liefert, der wird mir auf Dauer zu uninteressant. Eine Kopie reizt mich beispielsweise auch weniger als seltene Originalität.

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Eric Clapton ist vor allem ein Blues-Gitarrist. Auch B.B. King ist ein Blues-Gitarrist. Im Blues ist das Spiel oft sehr minimalistisch. B.B. King spielt beispielsweise kaum schnelle Passagen. Blues-Gitarristen misst man an ihrer Kreativität und ihrem Gefühl.

Man sagt z.B., niemand könne einen Ton so anspielen wie B.B. King.

Ich persönlich bewundere sehr Gitarristen, die den Fingerstyle beherrschen. Mit dem Dauen spielen sie den Bass, mit den restlichen Fingern die Melodie.

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