Woran erkennt man Design, ohne zu wissen, ob oder das es einen Erschaffer hatte, z.B. Uhr/Universum?

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Woran erkennt man Design, ohne zu wissen, ob oder das es einen Erschaffer hatte

Nicht. Man erkennt es nicht.

Es gibt keinen Kontext des Universums, aus dem heraus man das Universum als etwas auffällig geordnetes erkennen könnte.

Wir können so eine Außenperspektive nicht einnehmen.

Das ist als ob das im Inneren der Uhr lichtdicht verborgene Zahnrad der Uhr fragt ob die Uhr einen Macher hat. Das Zahnrad kann es nicht wissen und es kann sogar die Frage nicht stellen, denn in der Uhr selber gibt es keinen Erschaffer.

Das hypothetische bewusstseinsbegabte Zahnrad würde auch nicht richtig vermuten, was draußen ist. Es würde sich so etwas ausdenken wie dass in der Welt draußen Zahnräder sind die alles in Gang gesetzt haben.

Ein Erschaffer ist etwas aus dem Universum. Menschen sind Erschaffer. Warum sollte es außerhalb des Universums Erschaffer geben? Es gibt keinen Grund das zu setzen.

Man müsste also ein erschaffenes Referenzobjekt haben, mit dem man dann alle anderen der Ursache her unbekannten Referenzobjekte miteinander vergleicht, denn von der Uhr wissen wir ja, dass sie einen Erschaffer hatte. Aber von der Uhr auf das Universum schließen kann man damit ja nicht. Man bräuchte also ein Universum, welches erschaffen wurde, das man dann mit unserem vergleicht. Es braucht dann aber auch gewisse, eindeutige Unterscheidungsmerkmale. Aber was das sein kann...

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@Un1kQ
Man bräuchte also ein Universum, welches erschaffen wurde, das man dann mit unserem vergleicht. Es braucht dann aber auch gewisse, eindeutige Unterscheidungsmerkmale. Aber was das sein kann...

Ja, man muss eine Außenperspektive haben. Aber das ist ja aussichtslos, wie soll man diese erlangen? Deshalb ist die Uhr mit dem Universum so grob nicht analog, dass das Uhrmacherargument eigentlich abgehakt ist.

Zudem haben wir mit den Tieren und Pflanzen, von denen wir sicher wissen dass sie designed wirken aber keinen Erschaffer haben, ein Gegenbeispiel warum selbst der Anschein des Geschaffenseins drastisch in die Irre führen kann.

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@Aoeteroaner

Ohne etwas zum Vergleichen kann man ein Objekt nicht einordnen. Das Universum ist ein seltsames Objekt- wir wissen nicht einmal ob es möglich ist es als Objekt zu betrachten, denn wir sind selber Teile des Universums und der Versuch der Betrachtung ist Teil des Universums.

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@Aoeteroaner

Wie erkennt man denn dann sonst Design?

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@Grobbeldopp

Wenn Du damit sagen willst, dass wir nicht alle Rätsel des Universums gelöst haben, dann gebe ich dir Recht. Auch darin, dass wir nicht wissen, wie weit wir (Menschen) damit noch kommen werden, auch angesichts der Klimakrise. Trotzdem kann ich ganz gut damit leben, dass ich das Universum nicht hier in meiner kleinen wohnung irgendwo in eine Schublade stecken muss......

nur um es endlich eingeordnet zu haben.......

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@Un1kQ

Also wenn ich bestimmte Autos ansehe, kann ich den Gedanken an Colani nicht wegschieben.........

https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/lifestyle/zum-tod-von-luigi-colani-das-designwerk-des-meisters-der-runden-form/25019612.html

Wenn ich das Datenblatt eines Microchips lese, erkenne ich, dass das von jemandem (einem Entwicklerteam) Ingenieursmäßig entwickelt (designt) wurde.

In manchem Bausatz eines Elektronik-Bausatzes erkenne ich die bastelarbeit, völlig ohne jedes Design.

Bezogen auf die Kreationisten ist das einfach so eine Idee, vielen Menschen ohne klare Argumente vermitteln zu wollen, warum sie ihre oft gegen jede Vernunft und Erkenntnis stehende Sicht über Gott annehmen sollen.

Wenig überzeugende einlullelei!

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@Aoeteroaner

Nein ich will damit sagen: Das Universum kann man de facto nicht als designt erkennen, und auch nicht einordnen in die Kategorie "etwas erschaffenes". Das Universum ist nicht vergleichbar mit einem Ding im Universum.

Das ginge nur wenn man es von Außen betrachten könnte.

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@Grobbeldopp

Da habe ich Dich schon verstanden.

Nur, hast Du verstanden, dass es einen Unterschied zwischen Design und Design gibt? Also das Design von Colani ist etwas anderes als das Design eines Microchips!

Und doch ist es vorstellbar, dass da irgendso ein Geschöpf sitzt, und sich das Universum ausgedacht hat und es dann nachgebastelt hat, nach seinen Vorstellungen. Halt nicht Ingenieursmaßig designt, wie ein Microchip, dazu hat es zu viele Fehler.

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@Aoeteroaner
Nur, hast Du verstanden, dass es einen Unterschied zwischen Design und Design gibt? Also das Design von Colani ist etwas anderes als das Design eines Microchips!

Das tut nichts zum Thema Uhrmacheranalogie. Warum sollte ich das verstehen?

Und doch ist es vorstellbar, dass da irgendso ein Geschöpf sitzt, und sich das Universum ausgedacht hat und es dann nachgebastelt hat, nach seinen Vorstellungen. Halt nicht Ingenieursmaßig designt, wie ein Microchip, dazu hat es zu viele Fehler.

Na und? Vorstellbar ist so ziemlich alles. Auch dass Kartoffelbrei für unsere Sünden bezahlt hat und Modelleisenbahnen den Urgrund des Seins darstellen.

Ein Geschöpf? Wer hat das Geschöpf denn erschaffen?

Was bedeutet es sich ein Universum auszudenken? Denken kennen wir nur von Menschen und Tieren, das sind materielle Körper im Universum. Warum sollte es außerhalb des Universums Tiere geben?

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@Grobbeldopp

Ja, Deine Argumente kenne ich durchaus. Sie beweisen halt nichts! Aber sie widerlegen halt auch nichts!

Und genau so sehe ich das: Da wir weder das Eine noch das Andere (bisher) beweisen können, wären wir alle gut beraten, zu überlegen, wie wir friedlich, kooperativ und verträglich miteinander umgehen können. Sprich: Jeder lässt dem Anderen seinen glauben oder Unglauben, wie auch immer! Und dann überlegen wir vernünftig, ohne den anderen zu bevormunden, wie wir alle am Besten zusammen leben können!

Dieser doofe Streit kostet unheimlich viel Zeit und Energie und bringt keinem was. Ich denke ohnehin, dass wenn es diesen Gott gibt, dann hat er eher keine narzisstische Persönlichkeitsstörung, bei der er darauf achten muss, wer ihn fürchtet, sondern er wird halt sehen wollen, dass wir vernünftig miteinander umgehen! Dass wir den von ihm gegebenen verstand dazu nutzen, genau das ordentlich tun zu können! Und da kommen halt die Wissenschaften ins Spiel, die haben da nämlich schon einiges dazu beitragen können, wo andere stattdessen mit Knüppeln aufeinander eingeschlagen haben!

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@Aoeteroaner
Und genau so sehe ich das: Da wir weder das Eine noch das Andere (bisher) beweisen können

Moment mal- was meinst du denn mit dem einen oder anderen?

Meinst du damit Gott ja oder nein?

Weil darum geht es mir überhaupt nicht- ich bin zwar Atheist, aber das tut nichts zur Sache. Es ging mir darum, dass das Uhrmacherargument, um das es in dieser Frage geht, sehr schlecht ist. Das sollte auch ein gottesgläubiger Mensch einsehen können, andernfalls gäbe es da ein Problem, nämlich dass er seinen Theismus mit Argumenten verteidigt, deren Sinnlosigkeit er eigentlich erkennen müsste.

Man mag gerne irgendwie an Gott glauben, aber das ändert nichts daran dass das Uhrmacherargument fundamental fehlerhaft ist und auch nichts daran, dass Gott nicht die Arten erschaffen hat.

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Nochmal: die Uhr:

Die Uhr weist auf einen Macher hin.

"Als der Glaube an einen persönlichen Gott in gebildeten Kreisen bereits schwindet, veröffentlicht der englische Theologe William Paley am Anfang des 19. Jahrhunderts ein Buch über «Naturtheologie» und vergleicht Gott darin mit einem Uhrmacher: «Stell dir vor, du gehst spazieren und findest eine Uhr auf dem Boden liegen. Während du sie untersuchst, staunst du über das komplexe Zusammenspiel der einzelnen Teile, die alle einem gemeinsamen Zweck dienen. Zweifelsohne wirst du nicht auf den Gedanken kommen, dass dieses erstaunliche Gerät zufällig entstanden ist. Die Uhr weist auf einen Macher hin. Was für die Uhr gilt, das gilt noch weit mehr für die Natur. Schau dir nur die Komplexität des menschlichen Auges an. Der Schluss ist zwingend, dass die Natur einen Schöpfer hat.»"

 – Jesus. Eine Weltgeschichte. von Markus Spieker

https://amzn.eu/1EShfLx

Apologetik aus der Steinzeit

Die Komplexität des Wirbeltierauges gab in der Vergangenheit wiederholt Anlass zu Kritik an der Evolutionstheorie.
Die Unklarheiten in dieser Frage können heute als historisch und überwunden gelten

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Augenevolution

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Was für die Uhr gilt, das gilt noch weit mehr für die Natur. Schau dir nur die Komplexität des menschlichen Auges an. Der Schluss ist zwingend, dass die Natur einen Schöpfer hat.

Darwin anyone?

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ja, olle Geschichte, wenig überzeugend. Fühle mich da eher beleidigt, bei mir zu vermuten, ich würde mich so einlullen lassen

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Der Schluss ist zwingend, dass die Natur einen Schöpfer hat.

Der einzig zwingende Schluss ist hier, dass der Verfasser wenig Ahnung von Biologie hat.

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@Termobar
Der einzig zwingende Schluss ist hier,

zB nicht Polytheismus. Ein Monotheist sieht immer genau nur einen (einzigen) Schöpfergott als Ursache.

Warum nicht 2? Oder 100? Alles so beliebig wie ein Schöpfergott.

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ich würde behaupten, es ist definitiv design das wir deine frage hier lesen konnten, und du diese hier stellen.. insbesondere unter anbetracht der Tatsache, dass du sie freienwillens, in ein uniform bestehendes system implementieren konntest. Das fängt schon an bei dem gedanken an die anordnung der tasten vor dir, die man irgendwie schier zufällig bedienen muss, aber doch komplett designed in syntax formulieren kann.

Frag dich lieber mal, wer die designer der zeit waren, oder wer die masse darin designed hat, so wie die anderen designer der dinge unseres universum aussehen mögen.

design erkennt man dort, wo die norm beginnt, oder aber beginnt davon abzuweichen.

Design erkennt nan an dem gestalerischen Willen.

Eine Uhr ist das Resultat aus Erfahrung, Innovation und Möglichkeiten.

Das Universum einschließlich Evolutionen ist die Folge von naturwissenschaftlichen Gesetzen. Erkennbar gibt es keinen gestalterischen Willen dahinter.

Der Gedanke, das ein Universum bewusste Lebewesen mit gestalterischen Willen hervorbringen kann, ohne selbst erschaffen worden zu sein, hm...

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@Un1kQ

Das ist ziemlich logisch. Vielleicht nur außerhalb der Vorstellung von Kreationisten.

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@Kleidchen2

Ich würde eher soweit gehen, weil anzweifelnd, dass der Mensch gar keinen freien Willen in einer deterministischen Wirklichkeit hat, und somit auch nichts Erschaffen oder Gestalten kann, wir sind einfach nur weiteres Werk am werkeln innerhalb allem was so werkelt und wirkt im Universum nur eben mit Bewusstsein. Beobachtende Ausführende.

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@Un1kQ

Dann brauche ich dir nicht zu antworten, da ja sowieso schon alles klar ist.

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@Un1kQ

Sei mal vorsichtig! Nicht das Universum hat

bewusste Lebewesen mit gestalterischen Willen

hervorgebracht! Wir Menschen haben durch genaue Beobachtung, Mechanismen entdeckt, wie diese sich entwickelt haben, dafür, wie sie entstanden sind, haben wir bisher nur Ideen, Vermutungen. Und bisher haben wir keine klaren Ideen oder Vorstellungen davon, wie das Universum vor ca. einer Planckzeit nach dem angenommenen Urknall entstanden ist. Das alles ist offen, da ist Platz für alles Mögliche! Für Zufall ebenso wie für Gott und weiteres

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@Kleidchen2

Mit irgendwas muss man sich ja beschäftigen. Das Universum muss ja auch irgendwas machen. Das Sein muss ja auch sein und kann nicht Nichts werden, weil es das ausschließt.

Aber mache lieber das, was dir jetzt mehr Spaß macht :)

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@Kleidchen2

Also so ganz klar ist mir das nicht, was mir auffällt sind die logischen Denkfehler in seinem Kommentar an Dich.

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@Aoeteroaner

Ja, das war auch nicht als These bzw. Tatsachenbehauptung gemeint, sondern einfach als Annahme für weiterführende Diskussion mit Kleidchen2 auf das Thema bezogen. Bin selbst Agnostiker.

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@Aoeteroaner

Welche Denkfehler? Ich fing meinen Satz auch mit "Der Gedanke..." an.

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@Un1kQ

Ich geh jetz durch Müdigkeit determiniert ins Bett.

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@Kleidchen2

Und nachher beweist du mir dann den freien Willen :)

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@Un1kQ

"Erkennbar gibt es keinen gestalterischen Willen dahinter."

Richtig, wo man keinen Willen dahinter erkennen will, wird man auch keinen finden können.

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@Un1kQ
Das Sein muss ja auch sein und kann nicht Nichts werden, weil es das ausschließt.

Wow, Du kannst Sätze verbrechen, die Du nicht mal selbst verstehst........

Das Universum muss ja etwas machen (Tun)

Aussage(!)

weil es nicht nichts werden kann

Also dieser Zusammenhang ist so logisch und offensichtlich, dass da kein Kindergartenkind an diser klaren Erkenntnis vorbeikommt!

Die Aussage ist echt Hammer!

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@naaman

Woran machst du denn einen Willen für das Universum fest?

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@Un1kQ

nein will

Viele Menschen wollen einfach, das alles Zufall ist. Zufall hat wenig, bis nichts, mit einem schöpferischem Willen zu tun.

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@Un1kQ

Wenn das Fundament auf einem tiefen Sumpf errichtet wird, gibt es da üblerweise nichts weiterführendes........

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@Un1kQ

"Woran machst du denn einen Willen für das Universum fest?"

Weil es uns Menschen schlussendlich hervorgebracht hat.

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@Aoeteroaner

tja, ja woher soll ich denn Wissen, ob das allen Beteiligten auch klar ist? Darum hab ich es halt aufgeschrieben.

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@Un1kQ
Welche Denkfehler?

Habe Dir das erklärt und Dich auf die logisch nicht zusammenpassenen Teile aufmerksam gemacht.

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@naaman
wo man keinen Willen dahinter erkennen will, wird man auch keinen finden können.

das ist natürlich genauso richtig, wie die Tatsache,

wer von einem Willen dahinter überzeugt ist, wird Zweifel an dem Willen dahinter nicht zulassen können!

also ich meine psychologisch gesehen! Nur leider sind das vollkommen gegensätzliche Standpunkte, und die können natürlich nicht beide richtig sein! Wir sind bei Highlander:

Es kann nur einen geben!

Und das erklärt, wie dir Religionen mit dazu beitragen, Gewalt auf die erde zu bringen! Wäre es da nicht sinnvoller, zuzugeben, dass wir diese Frage nicht klären können, jeder den Anderen so gut es geht leben zulassen, natürlich innerhalb der von unserer Demokratie abgesteckten Grenzen, die jedem größtmögliche Freiheit ermöglicht? Solange, bis entweder wir Menschen die frage klären können, oder uns die antwort gezeigt wird?

Aber nicht doch! Köpfeeinschagen macht ja so viel Spaß! Ist so schön, und das Schönste daran? Es ist immer die Gegenseite an Allem schuld!

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@Aoeteroaner

Sobald es anfängt philosophisch zu werden, habe ich mit angewöhnt, mich zu verabschieden. Der Glaube an einen Schöpfer hat nichts mit Philosophie zu tun.

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@naaman

Ja klar! Nur nicht logisch und sachlich werden, dann wird nämlich plötzlich die ganze Religion zur Glaubenssache! Nicht mehr greifbar, nicht mehr beweisbar.......

Weder die Eine Überzeugung (es gibt Gott) noch die andere (es gibt keinen Gott)

Tja, ein Dilemma aber auch!

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@Aoeteroaner

"Ja klar! Nur nicht logisch und sachlich werden,"

Der Glaube ist alles andere als einfach, bequem, unlogisch oder unsachlich. Viele Menschen sind aus Überzeugung einen Märtyrertod gestorben, nicht aus Glauben. Die Geschichte ist voll davon.

Für Leute wie dich ist das nicht nachvollziehbar. Du wirst aber zugeben müssen, dass das nicht alles Idioten waren.

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@naaman
aus Überzeugung einen Märtyrertod gestorben, nicht aus Glauben

wo ist der Unterschied zwischen Überzeugung und Glauben? Jetzt in genau diesem Falle! Ich meine ich habe auch aus Überzeugung einen Diensteid auf Recht, Freiehit und die Menschenrechte geschworen, diese im Zweifel mit meinem Leben zu verteidigen. Ok, hatte Glück, zum Kriegsdienst bin ich mittlerweile zu alt..........

Und nein, ich halte mich nicht für einen Idioten! Denn ich weiß sehr wohl, wie viele Menschen ihr Leben lassen mussten, bis Recht, Freiheit und Menschenrechte so weit waren, dass wir Heute eine Gewaltenteilung in unserem Staat haben, wo niemand machen kann, was er will, ganz im Gegensatz zu vielen Staaten, die vorgeben das Gesetz Gottes umzusetzen, wie Iran, der IS das anstrebte und jetzt wieder in Afghanistan eingeführt wird. Hatten wir im Mittelalter ja auch im Christentum...........

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@Aoeteroaner

 In Böhmen erregten sie die Aufmerksamkeit von Jan Hus (Johannes Huß), dem Rektor der Prager Universität. Hus zweifelte die Rechtmäßigkeit des Papsttums an und bestritt, daß die Kirche auf Petrus gegründet sei. Nach einem Streit über den Ablaßhandel wurde Hus wegen Ketzerei angeklagt und 1415 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Reformatoren wie Martin Luther (1483—1546), Ulrich Zwingli (1484 bis 1531) und Johannes Calvin (1509—1564) griffen die Kirche in verschiedenen Punkten an: Luther verurteilte den Ablaßhandel, Zwingli das Zölibat und den Marienkult, und Calvin verlangte die Rückkehr der Kirche zu den Urprinzipien des Christentums. 

Genf bot jedoch nicht jedem eine sichere Zuflucht. Michael Servet, geboren 1511 in Spanien, studierte Griechisch, Latein, Hebräisch und Medizin. Er war Calvin möglicherweise schon begegnet, als beide in Paris studierten. Aus seinem Bibelstudium erkannte Servet, dass die Dreieinigkeitslehre keine biblische Grundlage hat. Er versuchte, das Thema mit Calvin brieflich zu diskutieren, doch dieser sah in Servet keinen Freund, sondern vielmehr einen Feind. Als Servet vor den Katholiken aus Frankreich fliehen musste, machte er in Genf Station, wo Calvin inzwischen großen Einfluss hatte. Dort wurde er keineswegs mit offenen Armen aufgenommen, sondern verhaftet, als Häretiker vor Gericht gestellt und 1553 auf dem Scheiterhaufen verbrannt

Kaiser Sigismund berief in dem Bemühen, das schädliche Schisma zu beenden, im Jahre 1414 das Konzil von Konstanz ein. Erneut befaßte man sich mit den beunruhigenden Folgen der Lehren Wyclifs. Der Papst konnte nun die Auswirkungen in zwei weit voneinander gelegenen Ländern erkennen: England und Böhmen. Im Jahre 1415 wurde Hus verurteilt und trotz des ihm vom Kaiser gegebenen Versprechens auf freies Geleit auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Tyndale musste von England auf das europäische Festland fliehen, um weiter übersetzen und seine Übersetzung drucken lassen zu können. Trotz der Aktion der Geistlichkeit, alle Bibeln, die sie finden konnten, öffentlich zu verbrennen, kamen zahlreiche Exemplare in Umlauf. Schließlich wurde Tyndale allerdings verraten, erdrosselt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt, während seine Bibelübersetzung überlebte. 

Im 12. Jahrhundert traten zwei Männer in Erscheinung, die die biblischen Wahrheiten liebten: Peter von Bruys und Heinrich von Lausanne. Weil für Peter von Bruys die katholische Lehre von der Kindstaufe, der Transsubstantiation, von der Verehrung des Kreuzes und die Fürbitten für Tote nicht mit der Bibel in Übereinstimmung waren, legte er sein Priesteramt nieder. Seine konsequente Haltung musste er 1140 mit dem Leben bezahlen. Der Mönch Heinrich von Lausanne sprach sich gegen korrupte Praktiken in der Kirche aus, verwehrte sich aber auch gegen unbiblische Elemente in Liturgien. 1148 wurde er gefangen genommen und kam für den Rest seines Lebens nicht mehr frei. Ungefähr zu der Zeit, da Peter von Bruys bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde — hatte er es doch gewagt, die Kirche zu kritisieren —, 

13. September 1540. Gendarmen durchsuchen das Haus von Collin Pellenc. In einer geheimen Kammer stoßen sie auf einige verdächtige Schriftstücke. Darunter ein dickes Buch: eine Waldenserbibel! Auf der zweiten Seite stehen die Worte: „P. Robert Olivetanus, der kleine bescheidene Übersetzer“. Collin Pellenc, dem die Bibel gehört, wird festgenommen, der Ketzerei angeklagt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Die englische Königin Maria I. (1553 bis 1558) ließ fast 300 Protestanten auf dem Scheiterhaufen verbrennen, was ihr den Namen „Bloody Mary“ einbrachte. Sie soll gesagt haben: „Da die Seelen von Häretikern im Jenseits ewig in der Hölle brennen werden, ist es nur richtig, dass ich den göttlichen Racheakt nachahme und sie schon auf der Erde verbrenne.“

usw. alles nur Phantasten?

Träum weiter.

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@naaman

Ähm, woraus liest Du, dass ich derartigem widersprechen würde? Meinungsfreiheit ist ein Grundpfeiler der Demokratie! Alle von Dir aufgeführten Beispiele sind Beispiele für eine Brutale Niederschlagung von Versuchen zur Kritik. Dazu brauchen wir jetzt noch nicht einmal Gott oder irgendeine andere Religion! Putnocchio macht in Russland exakt da Gleiche! Oder wie war das mit Nawalny? Nur so als Bleistift........

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Aber ist es nicht faszinierend, dass aus einer Kette von zufälligen errignissen, bassierend auf den Naturgesetzen etwas entstehen ließ, das in der Lage ist, selbst schöpferisch tätig zu sein?

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@Kleidchen2

Das ist übrigens einer der Gründe, aus denen ich an einen Schöpfer glaube. Wir sehen und oder erkennen sein Wirken und oder seinen Plan nicht immer.

lg, Anna

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@Peppie85

Das ist so wie die Assoziation von 3 Punkten mit Gesichtern. Wer an einen Schöpfer glauben will, tut das. Objektiv sind da aber nur drei Punkte.

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@Kleidchen2

Ich habe auch kein Problem mit Leuten, die nicht an einen Schöpfer glauben, oder andere Thesen haben.

Ich finde es nur schade, wenn man sein Leben wegwirft, weil "Alles egal" ist. Genaus finde ich es schade, wenn man sich einfach nur darauf verlässt, dass Gott alles schon richten wird und die Hände in den Schoß legt.

Sie sähen nicht, sie ernten nicht und der Himmel ernähred sie doch

Womit ich wirklich ein Problem habe, sind Leute, die nicht akzeptieren können oder wollen, dass man seine eigene Meinung hat. Seien es die fundamentalen Christen, die predigen wie böse der Islam ist, und was für scheußliche Sachen im Koran stehen oder eben militante Islamisten, die alles plattmachen wollen, was nicht ihrem verdrehten Glaubensbild entspricht.

Ich schreibe hier bewsst verdrehtes Glaubensbild, weil (so weit lehne ich mich aus dem Fenster) hier einige dran gedreht haben. NATÜRLICH gilt das auch für das Christentum - siehe Kreuzzüge oder und Christianisierung / Missionierung

lg, Anna

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Indem man nachdenkt, ob ein Erschaffenes von allein sich entwickeln konnte...ob hinter einem Erschaffenen ein Geist / ein Bewusstsein vonnöten war...

Man muss halt herangehen und bestimmte Fragen sich stellen und die Logik einsetzen, wie zB bei der Frage, ob aus einer Substanz, das keine Vorrichtung eines Gehirns aufweist, eine Substanz mit Gehirn sich entwickeln kann. Logisch betrachtet kann die Antwort nur sein: Nein!

Gruß Fantho

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