Woran erkennt man das Asperger-Syndrom?

12 Antworten

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Was ist Asperger?

von Christine Falk-Frühbrodt, M.A.

Übersicht

Definition Typische Verhaltensweisen Asperger in der Kindheit Ursachen: frühere und heutige Theorien Asperger in internationalen Diagnosekatalogen Autismus ist nicht Autismus Schwierigkeiten und Stärken Förderung und Therapie Weitere Informationen Definition

Das Asperger-Syndrom ist eine Kontakt- und Kommunikationsstörung, die als abgeschwächte Form des Autismus angesehen wird. Typische Verhaltensweisen

Asperger ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Betroffene sehen normal aus, zeigen jedoch sonderbare Verhaltensweisen. Typisch sind Beeinträchtigungen des Interaktionsverhaltens, mangelndes Einfühlungsvermögen, starres Festhalten an Gewohnheiten, motorische Auffälligkeiten sowie ausgeprägte Spezialinteressen. Aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten stoßen betroffene Kinder auf Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen, Erwachsenen und den eigenen Eltern. Asperger in der Kindheit

Im Vorschulalter beschäftigen sich Kinder mit Asperger-Syndrom am liebsten alleine. Ihr Spiel beinhaltet häufige Wiederholungen. Rollenspiele finden nicht statt. Diese Kinder bekommen leicht Wutanfälle, wenn von alltäglichen Routinen abgewichen wird. Sie wirken auffallend ungeschickt. Mitunter ist ihre Sprache geprägt von umständlichen Formulierungen. In der Schule fällt es Kindern mit Asperger-Syndrom schwer, sich an Regeln zu halten. In Teilbereichen (z.B. in der Mathematik) beeindrucken sie mit Detailwissen; in anderen Bereichen fehlen ihnen die Grundlagen. Ihre Ungeschicklichkeit führt im Sportunterricht zu Schwierigkeiten. Das Kind hat wenige oder keine Kontakte zu Gleichaltrigen. Freundschaften entstehen meist nicht, weil das Kind sehr ich-bezogen handelt und seiner Umgebung mit seinem Spezialinteresse und ständigen Wiederholungen sehr auf die Nerven gehen kann. Das mangelnde Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen und die kommunikativen Defizite führen zu Schwierigkeiten im sozialen Bereich. Häufig äußert das Kind verletzende Bemerkungen, ohne Böses zu wollen. Ursachen: frühere und heutige Theorien

1967 erschien Bruno Bettelheims Buch "Die Geburt des Selbst". Darin interpretierte der renommierte Psychologe den Autismus als eine Reaktion der Kinder auf das Verhalten ihrer Eltern. Heute werden die Ursachen in genetischen Einflüssen und Störungen in den Hirnfunktionen vermutet. Zusätzliche Faktoren (z.B. Umweltgifte, psychosoziale Faktoren) können das Erscheinungsbild des Autismus mit beeinflussen. Asperger in internationalen Diagnosekatalogen

1991 erkannte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Asperger-Syndrom als Krankheit an und nahm es in den Diagnosenkatalog ICD auf. Drei Jahre später folgte die American Psychiatric Association, die das Asperger-Syndrom fortan in ihrem Diagnosenkatalog DSM listete. Diese Handbücher enthalten genaue Beschreibungen der mit dem Asperger-Syndrom in Verbindung gebrachten Verhaltensweisen. Autismus ist nicht Autismus

Beim Autismus wird zwischen zwei Hauptgruppen unterschieden: dem Asperger-Autismus und dem Kanner-Autismus. 1944 veröffentlichte der Wiener Kinderarzt Hans Asperger seine Doktorarbeit zum Thema „autistische Psychopathie“. Sein Landsmann Leo Kanner hatte zuvor eine eigene Abhandlung über autistische Kinder veröffentlicht. Leo Kanner befasste sich mit stark ausgeprägt autistischen Kindern; Hans Asperger beschrieb Kinder, die über mehr soziale Fähigkeiten verfügten.

Asperger-Autismus / Kanner-Autismus -> Tabelle muss direkt unter dem unten angefügten Link abgerufen werden, Anm. Elfe

Menschen mit dem Asperger-Syndrom zeigen Verhaltensweisen, die sich für sie selbst und Mitmenschen nachteilig auswirken können. Daneben verfügen Sie über besondere Stärken, die diese Schwierigkeiten in den Hintergrund treten lassen können: Schwierigkeiten:

erfassen Situationen nicht als Ganzes, orientieren sich an unbedeutsamen Merkmalen können Gelerntes nicht auf ähnliche Situationen übertragen, „kleben“ an Beispielen können ihre Aufmerksamkeit nur schwer auf Neues ausrichten sind vergesslich und leicht ablenkbar reagieren verzögert oder nicht auf komplexe Aufforderungen legen Sprache wortwörtlich aus können die Wirkung ihres Verhaltens auf andere schwer einschätzen können sich nicht in die Gefühlswelt anderer hineinversetzen reagieren zum Teil sensorisch über- oder unterempfindlich (Geräusche, Berührungen, Licht, Temperaturen) haben Schwierigkeiten mit der zeitlichen Organisation, d.h. sie wissen nicht, was wann zu tun ist haben Schwierigkeiten mit der räumlichen Organisation, d.h. sie wissen nicht, wo was hingehört Stärken:

Aufrichtigkeit, Loyalität, Zuverlässigkeit ausgeprägter Gerechtigkeitssinn gutes Gedächtnis, was das Spezialinteresse betrifft große Leistungsbereitschaft fotografisches Gedächtnis motiviert, dankbar und anhänglich bei Anerkennung und Lob

Vielleicht wird sich auch mal jemand eines Tages die Mühe machen, dieses "Syndrom" zu widerlegen, denn je abgeschwächter die Symptomatik desto mehr Leute wird es mit dieser "Krankheit" geben.

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@Harald2000

Das mit dem "keine Freunde" stimmt nicht ganz, meine soziemlich einzigste hat Asperger und will immer außer mir noch 2 weitere Soziale Kontakte........ allerdings ist es auch nicht sonderlich schwer sozialer wie jemand mit schizoiderPS zu sein; aber immerhin: 3 Freunde!

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@Harald2000

" denn je abgeschwächter die Symptomatik desto mehr Leute wird es mit dieser "Krankheit" geben."

Dann nenne bitte mal eine Krankheit für die diese Aussage nicht gilt.

Oder willst du behaupten dass man die Existenz der Grippe widerlegen muss weil so viele Leute husten ?

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Hallo ich bin 12 Jahre alt und am Kopernikus-Gymnasium Rheine (Zeit es euch etwas sagt).Asberger ist nichts schlechtes aber auch nichts gutes.Ich habe z.B ein Photographisches Gedächnis,dafür kann ich mich nicht so gut in der Gesellschaft zurecht finden 😐

Um es kurz zu halten, hier ein paar Typen, die du sicherlich kennst:

die zerstreute Professorin, die dir einen Vortrag ueber die Wahlweise des Bundestags halten kann, während sie gar nicht merkt, dass du längst mit jemand anders redest.

die Computerfreak, die die ganze Zeit nur in ihrer Bude hockt und bei Eintritt in ihr Zimmer bitte eine Anmeldung am Tag vorher haben will.

der ewig labernde grinsende Kerl von nebenan, der dir dauernd was von seinen Zimmerpflanzen erzählen will.

Die MUESSEN alle kein Asperger haben, aber sie könnten...

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