Woran erkennt ein Notarzt das ein Schwerverletzter keine Bluttransfusion will?

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11 Antworten

Die Frage stellt sich gar nicht: der Notarzt gibt keine Bluttransfusion. Das wäre im Rettungsdienst viel zu aufwendig (Lagerung, Verfallsdatum, Kontrolle) und ist auch gar nicht nötig. Es gibt eine Infusion, die aus Kochsalzlösung oder ähnlichem besteht, also hauptsächlich Wasser. Dagegen hat keine Religion was.

Nach irgendwelchen Pässen wird da im Rettungsdienst sowieso nie geschaut, bevor nicht die Erstmaßnahmen gelaufen sind (dazu gehört die Infusion). Wenn der Patient ansprechbar ist oder die Angehörigen da sind, dann wird nach Allergien, Vorerkrankungen etc. und nach irgendwelchen Unterlagen gefragt (Mutterpass, Epilepsieausweis, Marcumar-Ausweis, Schrittmacherausweis, Arztbriefe). Alle Erstmaßnahmen in der Notfallmedizin sind aber abhängig vom Zustand, da ist die Information im Ausweis eher zweitrangig - das wird erst für weitere/speziellere Maßnahmen interessant. Da hat man dann aber auch Zeit. Taschen von Patienten werden sowieso eher gar nicht untersucht, schon weil man sonst in Verdacht gerät, etwas klauen zu wollen (deshalb wird das höchstens unter Zeugen oder von der Polizei gemacht).

Ein echtes Problem sind dagegen die Patientenverfügungen, die Wiederbelebungsmaßnahmen verbieten. Daran müsste sich strenggenommen auch der Rettungsdienst halten - das hilft nur nichts, wenn die Unterlagen nicht schon daliegen oder erst mühsam zusammengesucht werden. Passiert leider sehr häufig, und die Leute regen sich dann auf, warum wir da nicht erst 10 Minuten zuwarten sondern gleich anfangen.

Also eine Bitte: wenn jemand nicht behandelt werden möchte, dann einfach nicht anrufen! Macht lieber was mit eurem Hausarzt aus, der euch kennt und gleich Bescheid weiß. Wenn irgendwas schriftliches existiert (vor allem bei einer Patientenverfügung), diese bitte schon bereit halten oder am Besten einlaminiert neben das Bett legen/an die Wand hängen, so dass es wirklich eindeutig ist. Und dann bitte schon beim Notruf darauf hinweisen (oft geht es dann nur um Schmerzmedikamente). Die Patientenverfügungen sollten juristisch sicher formuliert sein, in regelmäßigen Zeitabständen aktualisiert werden und eindeutig dem Patienten zugeordnet werden können - auch das ist leider oft schwierig.

Es ist auch hilfreich, wenn die Freunde und Angehörigen wissen, welche speziellen Grunderkrankungen man hat und wo dann ein spezieller Notfallausweis ist (z.B. bei Epilepsie, Marcumar-Medikation etc.).

Aus religiösen Gründen braucht man vorm Rettungsdienst jedoch keine Angst haben, da wird es schon rein technisch keine Konflikte geben, z.B. wegen Bluttransfusion. Machen wir nämlich gar nicht.

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Wenn sie Glück haben, tragen sie keinen Ausweis dabei und der Notarzt kann nicht erkennen, dass sie Bluttransfusionen ablehnen. Das rettet ihnen das Leben. Und da sie die "Sünde" nicht begangen oder befürwortet haben, sind sie auch ihren Gott gegenüber fein raus.

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Kommentar von Befra1980
25.11.2014, 21:14

Nur, dass ein Notarzt gar keine BT transfundieren kann, da er keine Konserven dabei hat.

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Er erkennt es daran, dass der Schwerverletzte zappelt, schreit, fiept und sich mit Händen und Füßen gegen das Setzen der Kanüle wehrt. Aber gegen einen gesunden und kräftigen Sanitäter hat er keine Chance. :(

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Kommentar von baertl
03.10.2011, 11:33

Wenn der Patient die Behandlung verweigert, hat der Rettungsdienst das zu akzeptieren. Zwangsbehandlung gibt es nur unter ganz bestimmten Umständen (polizeilich angeordnet, z.B. Blutentnahme oder gerichtlich genehmigt, z.B. geschlossene Unterbringung in Psychiatrie), da hilft dann vor allem die Polizei mit. Alles andere wäre Körperverletzung.

Es kommt aber tatsächlich vor, dass sich einer wehrt oder es zumindest so aussieht: bei Krampfanfällen ist das manchmal eine richtige Rauferei. Da liegen dann schonmal drei, vier Leute auf einem drauf und versuchen verzweifelt eine Kanüle zu legen. Der Patient ist hinterher aber ganz froh drum... :)

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Dem Notarzt ist das vollkommen egal, weil er mit Bluttransfusionen nichts zu tun hat! Die erfolgen, wenn überhaupt, viel später in der Klinik. Und die Infusionen, die der Notarzt am Notfallort verabreicht (z.B. Ringerlösung), sind bei keiner Religionsgemeinschaft verboten...

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ja, sollten sie. bei einem notfall kann sich der arzt jedoch hinwegsetzen und hat auch juritische unterstützung. allemal während des einsatzes bekommt der patient kein blut. erst im krankenhaus

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bei einem schwerverletzten, der nicht in der lage ist, entscheidungen für sich zu treffen, entscheidet der notarzt, und der wird sich ganz bestimmt nicht zuerst damit beschäftigen, ob der patient zufällig ein idiotischer religiöser fanatiker sein könnte, während dieser verblutet.

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Kommentar von baertl
03.10.2011, 11:39

Der Wunsch des Patienten muss berücksichtigt werden, wenn er bekannt ist. Bei der Bluttransfusion stellt sich die Frage nicht, das machen wir gar nicht.

Eine Patientenverfügung ist das beste Beispiel, wo auch ein Sterbender oder Bewußtloser keine Wiederbelebungsmaßnahmen erhält. Ist in der Praxis oft schwierig.

Beim Selbstmörder geht die Rechtsprechung übrigens davon aus, dass er in dem Moment, wo er bewußtlos ist, seine Entscheidung zu sterben, ändert, und notfallmedizinische Maßnahmen erlaubt. Auch wenn ein eindeutiger Abschiedsbrief aufgefunden wird. Solange er bei Bewußtsein ist, kann er das zwar direkt verweigern, hilft ihm aber auch nichts, weil er dann wegen Selbstgefährdung zwangsbehandelt werden kann.

Diese Fragen sind im Einzelfall nicht einfach, aber generell Teil der Ausbildung zum Notarzt bzw. Rettungsassistenten.

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So ist es. Woher sonst könnte man sowas wissen.

Und dennoch ist der Notarzt nicht dazu verpflichtet, erstmal die Taschen zu durchwühlen. Er macht in eigener Verantwortung das, was vor Ort notwendig erscheint.

Gerichte haben so entschieden, dass der Notarzt keine Körperverletzung vorgenommen hat, bloss weil er entgegen einer anderweitigen Verfügung Blut transfundiert hat (Verbotsirrtum).

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Kommentar von Befra1980
25.11.2014, 21:15

Ich wiederhole: Nur, dass ein Notarzt gar keine BT transfundieren kann, da er keine Konserven dabei hat.

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Und auch so jetzt nicht an den Notarzt bezogen . Diese Menschen habe extra Pässe , wo drin steht das sie auf keinem Fall eine haben wollen .

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Die betroffenen Personen werden einen Nothilfepass haben.das wird dann darin stehen.

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Ja, sollte so sein. Woher sonst sollte ein Notarzt das erkennen.

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Sie werden einen Notfallausweis haben.oder Eine Plakette um den Hals.

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