Woran erkennt ein Notarzt das ein Schwerverletzter keine Bluttransfusion will?

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Die Frage stellt sich gar nicht: der Notarzt gibt keine Bluttransfusion. Das wäre im Rettungsdienst viel zu aufwendig (Lagerung, Verfallsdatum, Kontrolle) und ist auch gar nicht nötig. Es gibt eine Infusion, die aus Kochsalzlösung oder ähnlichem besteht, also hauptsächlich Wasser. Dagegen hat keine Religion was.

Nach irgendwelchen Pässen wird da im Rettungsdienst sowieso nie geschaut, bevor nicht die Erstmaßnahmen gelaufen sind (dazu gehört die Infusion). Wenn der Patient ansprechbar ist oder die Angehörigen da sind, dann wird nach Allergien, Vorerkrankungen etc. und nach irgendwelchen Unterlagen gefragt (Mutterpass, Epilepsieausweis, Marcumar-Ausweis, Schrittmacherausweis, Arztbriefe). Alle Erstmaßnahmen in der Notfallmedizin sind aber abhängig vom Zustand, da ist die Information im Ausweis eher zweitrangig - das wird erst für weitere/speziellere Maßnahmen interessant. Da hat man dann aber auch Zeit. Taschen von Patienten werden sowieso eher gar nicht untersucht, schon weil man sonst in Verdacht gerät, etwas klauen zu wollen (deshalb wird das höchstens unter Zeugen oder von der Polizei gemacht).

Ein echtes Problem sind dagegen die Patientenverfügungen, die Wiederbelebungsmaßnahmen verbieten. Daran müsste sich strenggenommen auch der Rettungsdienst halten - das hilft nur nichts, wenn die Unterlagen nicht schon daliegen oder erst mühsam zusammengesucht werden. Passiert leider sehr häufig, und die Leute regen sich dann auf, warum wir da nicht erst 10 Minuten zuwarten sondern gleich anfangen.

Also eine Bitte: wenn jemand nicht behandelt werden möchte, dann einfach nicht anrufen! Macht lieber was mit eurem Hausarzt aus, der euch kennt und gleich Bescheid weiß. Wenn irgendwas schriftliches existiert (vor allem bei einer Patientenverfügung), diese bitte schon bereit halten oder am Besten einlaminiert neben das Bett legen/an die Wand hängen, so dass es wirklich eindeutig ist. Und dann bitte schon beim Notruf darauf hinweisen (oft geht es dann nur um Schmerzmedikamente). Die Patientenverfügungen sollten juristisch sicher formuliert sein, in regelmäßigen Zeitabständen aktualisiert werden und eindeutig dem Patienten zugeordnet werden können - auch das ist leider oft schwierig.

Es ist auch hilfreich, wenn die Freunde und Angehörigen wissen, welche speziellen Grunderkrankungen man hat und wo dann ein spezieller Notfallausweis ist (z.B. bei Epilepsie, Marcumar-Medikation etc.).

Aus religiösen Gründen braucht man vorm Rettungsdienst jedoch keine Angst haben, da wird es schon rein technisch keine Konflikte geben, z.B. wegen Bluttransfusion. Machen wir nämlich gar nicht.

Wenn sie Glück haben, tragen sie keinen Ausweis dabei und der Notarzt kann nicht erkennen, dass sie Bluttransfusionen ablehnen. Das rettet ihnen das Leben. Und da sie die "Sünde" nicht begangen oder befürwortet haben, sind sie auch ihren Gott gegenüber fein raus.

Nur, dass ein Notarzt gar keine BT transfundieren kann, da er keine Konserven dabei hat.

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Dem Notarzt ist das vollkommen egal, weil er mit Bluttransfusionen nichts zu tun hat! Die erfolgen, wenn überhaupt, viel später in der Klinik. Und die Infusionen, die der Notarzt am Notfallort verabreicht (z.B. Ringerlösung), sind bei keiner Religionsgemeinschaft verboten...

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