Woran erkenne Ich, ob ein Lösemittel po lar oder unpolar ist (Chemie)?

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Hallo Sportfan567

Bei der Unterteilung in polare und unpolare Lösemittel kommet es auf die Elektronegativität und die Struktur der Verbindung an.

Unterscheiden sich die Elektronegativitäten der Atome nur wenig (H 2.2, C 2.6) sind die Lösemittel unpolar. Typische Vertreter sind die Alkane und Benzol..

Aber auch Ether gehören zu den unpolaren Lösemitteln. Hier ist zwar ein stark negatives Atom enthalten (O 3.4), aber durch die Symmetrie der C-O-C - Bindung entsteht kein Dipol.

Bei unpolaren Lösemittel wirken nur van der Waals-Kräfte.

Ist eine stark polare funktionelle Gruppe vorhanden, kommt man zu den polaren Lösemittel. Hier unterscheidet man protische und aprotische Lösemittel. Der Unterschied besteht darin, ob sie ein Proton abgeben können oder nicht.

Aprotisch polare Lösemittel sind z.B. die Ketone wie Aceton. Protonen werden nicht abgegeben. Hier wirken van der Waals-Kräfte und durch das Dipolmoment zusätzlich elektrostatische Kräfte.

Protisch polare Lösemittel haben eine Gruppe, die Protonen abspalten können. Hierzu zählen z.B. Wasser, Alkohole und Carbonsäuren. Hier werden zusätzlich noch Wasserstoffbrückenbindungen wirksam.

LG

Ether haben rel. kleine Dipolmomente.

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Da ist unabhängig, ob es ein "Lösemittel" ist oder nicht.

Zusätzlich zu den EN-Unterschieden ist aber die Struktur des Moleküls wichtig. Wenn sich nämlich die Dipolkräfte innerhalb des Moleküls gegenseitig aufheben, ist es dennoch unpolar.

Schau mal hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dipolmolek%C3%BCl

Mache folgende Versuche:

Gebe die Flüssigkeit, die für Dich ein Lösungsmittel (L) sein soll

a) in eine Glas, das Benzin enthält

b) in ein Glas, das Wasser enthält.

Erhältst Du in Glas a) zwei Flüssigkeitsschichten, dann ist L polar, denn es löst sich nicht im unpolaren Lösungsmittel Benzin.

Machst Du diese Beobachtung im Glas b), dann ist L unpolar, denn ..........

Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, dass sich L in Benzin und in Wasser löst. Dann ist L eine Verbindung mit kleinen Molekülen, die polare und unpolare Gruppen haben. Hier spielen beide Gruppen beim Lösungsverhalten eine Rolle. Methanol wäre ein solches Beispiel.

Das kannst du anhand der EN-Werte (Elektronegativitäts-Werte) sagen, indem du den kleineren EN-Wert vom größeren Abziehst und auf die Differenz achtest. Eine Differenz von 0,1 wäre zwar auch irgendwie polar, aber da diese Polarität in dem Falle SO gering wäre, spricht man da eher von Unpolarität.

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