Woran erkenne ich ein gutes Altenheim?

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7 Antworten

Hey, ich arbeite seit 3 jahren in der pflege, nächstes jahr bin ich mit der ausbildung fertig und kann mich einen examinierten altenpfleger nennen. Ich habe bis jetzt in 3 altenheimen gearbeitet. Was ich bis dahin sagen kann, die pflege war in allen 3 heim gleich schlecht, der mensch steht schon lange nicht mehr im mittelpunkt. Warum ist das so? Nun in erster linie liegt das daran das viele pflegekräfte einfach nur maßlos überfordert sind. Kurz: meiner meinung nach ist der pflegeschlüssel für vieles schuld, würde dieser bereich besser organisiert und finanziert werden, würde die pflege besser aufgestellt und entlastet werden, würden auch die alten leute besser behandelt werden. Zeitdruck und stress ist an der tagesordnung und davon nicht zu wenig. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie viel druck wir von den geldgeilen ( sorry aber leider ist das so) leitungsvorsitzenden, sponsoren etc erhalten. Wir brauchen mehr zuschüsse vom staat, der krankenkasse etc und die bezahlung muss auch menschengerecht sein, nur dann kann sich etwas zugute der menschen ändern. Jedes pflegeheim hat ein leitbild, was meiner meinung nach nur dafür da ist neue "kunden" ins haus zu holen. Wenn du dich von jemandem im heim ob pdl oder heimleitung beraten lässt, glaub denen nicht alles, das meiste können die in der wirklichkeit nichtmal teilweise gewährleisten. Immerhin geht es um deine mutter oder deinen vater. Ich an deiner stelle würde meine eltern so lange es geht zuhause lassen und einen ambulanten dienst oder eine sogenannte "polin" ins haus holen, aber auf keinen fall ins heim. Wenn ich dir sage das es in dem moment, wo du deinen vater, deine mutter ins heim bringst bergab mit ihr geht, kann ich dir versichern, das ist die realität. Die leute bekommen alles abgenommen, werdn nicht mehr gefordert, verlieren ihre ressourcen. Und warum? Weil das ja alles zu lange dauert wenn man die leute was selbst machen lässt. Richtig gut haben es nur die, die in die intensivpflege kommen, weil die träger vieeeel mehr geld von der krankenkasse bekommen und so ihre mitarbeiter besser aufstellen und bezahlen können. Wo es allerdings ganz gut sein soll ist die AWO von denen hab ich viel positives gehört, hab da allerdings noch nicht gearbeitet um mir selbst ein bild machen zu können. Mir tut es leid dir ein solch schlechtes bild über die heime vermittelt zu haben, aber das war meine erfahrung und ich würde mir zweimal überlegen wo ich einen geliebten menschen zur pflege anmelde. Hoffe ich konnte dir helfen, liebe grüße

Ich habe ein E-Book mit diesem Frage-Titel geschrieben. Es ist für 3,99€ bei Amazon erhältlich.

Ich bin Dipl. Sozialarbeiter / Geragoge und kenne Altenheime, wo man sein Lieblingsessen bestellen kann und Ausschlafen darf. Andererseits kenne ich auch Heime, wo der Nachtdienst ab 5 Uhr morgens schon mal "loswäscht", dass die Frühschicht nicht so viel Arbeit hat. Mein Buch soll das Verbraucherbewusstsein stärken und den Blick für Qualitätsdimensionen schärfen.

Die Hochglanzbroschüren der Betreiber sollten einem nicht die Augen verblenden. Was nützt ein tolles Haus mit guter Lage und gutem Essen, wenn der Rest nicht stimmt? Man zieht ja nicht wegen der schicken Fassadengestaltung in ein Altenheim, richtig? Mein Buch stellt ganz viele Fragen, die sie sich selbst wahrscheinlich noch nie gestellt haben und vermittelt so die Erkenntnis, auf was Sie bei der Altenheimauswahl achten müssen.

Meine persönliche Meinung ist, dass man gerade an dem Thema "Umgang mit dem Tod und das Sterben" eine gute von einer schlechten Einrichtung unterscheinden lernt.

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Das ist gar nicht so einfach. Also für mich war es nicht einfach. Ich habe das ganze vor ein paar Monaten durchgemacht. Am besten ist immer noch unangemeldet dort zu erscheinen. In Bezug auf die Räumlichkeiten vielleicht auf die Sauberkeit achten. Achte darauf ob auf der Etage geraucht wird. Was der Umgang mit den alten Mensche betrifft kann ich leider auch keinen guten Rat geben. Ich habe mit der Heimleitung und der Pflegeleitung lange Gespräche geführt und mich auf mein Gefühl verlassen.

Es wurde hier schon viele gute Antworten gegeben, bei denen es hauptsächlich um den Gesamteindruck und eine Einschätzung der Qualität der Pflege ging.

Es gibt jedoch noch viele andere Kriterien, die von Person zu Person ganz unterschiedlich wichttig sein könnten - z.B. die Lage und Umgebung, Zugang zu einem Garten, ob persönliche Gegenstände mitgebracht werden können, wie sieht es aus mit ärztlicher Betreuung und freier Arztwahl etc.

Eine Auflistung dieser Kriterien habe ich unter http://www.senioren-pflegeheim.com/html/seniorenheim.html gefunden. Vielleicht helfen sie Dir etwas weiter. Gruß Jule58

Ich finde ein Altersheim dann gut, wenn sich mein Angehöriger dort wohnfühlt. Mir ist aufgefallen, dass viele Altersheime nahezu steril wirken. Die Gänge sind gefliest, man schläft in Krankenbetten, es riecht nach Arztpraxis, die Pfleger laufen wie Krankenschwestern rum, im Flur wartet schon das Totenbett, überall hängen Kreuze, etc. Das fiel meiner Oma sofort auf und sie wollte sofort raus! Wir haben sie dann in einem betreuten Wohnprojekt untergebracht wo alles wie eine normale Wohnung aussieht, nur halt kleiner und man wohnt mit anderen gemeinsam. Übrigens: Ich wohne auf einem Bauernhof mit einem älteren Ehepaar. Wärend meine Freundin arbeitet, passen die beiden auf ihre Tochter auf. Im Gegenzug erledigen wir den Einkauf von Lebensmitteln und hier und da repariere ich mal etwas. 2 mal die Woche kommt auch eine Pflegerin vorbei. Der Hof basiert auf dem Konzept: Gemeinsam und Generationsübergreifend leben.

ich arbeite in einem seniorenheim ,ein wirklich schönes .aber ich will jetzt keine werbung machen ;) ich glaube man erkennt ein wirklich gutes heim an den gesichtern der bewohner und mitarbeiter .an helle und saubere räumere .informiere dich ob und welche veranstaltungen angeboten werden ,für die älteren herrschaften .ob es möglichkeiten gibt ausserhalb des heimes mal einkaufen zu gehen ,mit oder ohne begleitung .oh ich könnte da noch viel mehr schreiben .wenn du möchtest dann schreib mir doch eine nachricht .

Das ist schwierig, weil man als Besucher nie die Insiderinfos bekommt, die man gerne hätte. Das Gespräch mit der Heimleitung ist ein Kriterium, was hast du von der Person für einen Eindruck, was sagt dein Bauchgefühl. Achte auf den Geruch im Haus, ein gut geführtes Haus riecht nicht unangenehm. Wenn du in Zimmer schauen darfst, achte darauf ob sie hell und freundlich sind, schaue dir die Nasszelle an - hat sie ein Fenster ? Muss sie mit mehreren Personen geteilt werden ? Was gibt es für soziale Angebote - Singkreis, Spielenachmittage, Lesegruppe usw. Findet soziale Betreuung überhaupt statt? Auch lohnt es sich Preise zu vergleichen. Frage nach dem Personalschlüssel - wieviele Pflegerinnen für wieviele Patienten ? Das sind so die Basics.

Berthe 29.12.2008, 21:35

Das finde ich eine richtig gute Antwort!

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madelaine07 29.12.2008, 21:36

DH

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Reimund 30.12.2008, 06:54
@madelaine07

Ich finde die Antwort auch gut, allerdings fehlt mir etwas wesentliches: Wie wird mit den Bewohnern umgegangen? Sitzen sie im Flur und starren vor sich hin? Was passiert, wenn einer auf Toilette muß? Wie lange muß er warten, bis eine Schwester kommt, oder muß er erst mal die Windel oder Vorlage in Anspruch nehmen? Wie reden die Mitarbeiter mit den alten Leuten? Werden sie wie unmündige Kinder behandelt oder wird gar mit ihnen geschimpft, weil sie wieder geschellt haben oder aus anderen Gründen? Wenn die alten Menschen von einem Ort zum anderen gebracht werden, werden sie dann vorher angesprochen oder schiebt man sie einfach burschikos weg?

Es stimmt schon, dass man das als Besucher oft gar nicht so mitbekommt, man sollte, wenn man ein Heim wirklich favorisiert wirklich öfter und ohne vorherige Anrufe erscheinen, und schauen. Wenn das nicht geht und immer sofort einer um einen herumspringt dann sollte man sehr aufmerksam werden!

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biwo1 30.12.2008, 08:59
@Reimund

Reimund, du hast da einige sehr wesentliche Punkte angesprochen - alles Dinge, die ich auch so sehen würde. Nur in einem muss ich dir ein wenig widersprechen: wenn bei uns im Heim (ich arbeite auch in einem sehr guten Haus) jemand öfters käme und "herumschauen" würde, wären WIR sehr aufmerksam - nicht weil wir Angst hätten, dass er etwas entdeckt, was er nicht soll, sondern weil wir uns Sorgen um unsere Bewohner machen würden. So gesehen wäre das kein gutes Zeichen für mich, wenn ich mich als Besucher stundenlang umsehen könnte und es würde mich keiner fragen, was ich will.

Ansonsten ist eh schon alles gesagt: Joannis, achte auf den Umgangston und versuch mit Angehörigen zu reden - im Idealfall nicht mit solchen, die 3x im Jahr vorbeikommen, sondern solche, die ihre Angehörigen regelmäßig besuchen.

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