Woran darf man bei Pferdezubehör nicht sparen?

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Ein Sattel muss passen und veränderbar sein. Denn ein Pferd bleibt ja nicht gleich.

Meiner Meinung nach spart man langfristig am meisten, wenn man qualitativ gute Sachen kauft. Am Anfang sind die vielleicht teuer, aber dafür halten sie lange.

Meine Freundin hatte z.B. für ihre Stute einen guten Westernsattel gekauft. Es war ein gebrauchter Markensattel. Für den sie nicht viel ausgegeben hatte. Leider passte das Teil nach einem Jahr nicht mehr, und da Westernsättel in der REgel nicht veränderbar sind, musste sie ihn mit Verlust verkaufen.

Der zweite Westernsattel kostete etwa 1800 euro und passte nach ca 2 Jahren auch nicht mehr. Er hing monatelang in Kommission in einem Westernladen.

Sie hatte es dann satt und ließ sich von Rieser einen Maßsattel anfertigen. Zugegeben, der war nicht billig, aber da sie auf Schnick Schnack verzichtete, auch nicht so teuer. Vielleicht  800 Euro mehr als ein guter Sattel aus dem Fachhandel.

Aber das Teil benutzt sie nun seit fast 14 Jahren. Einmal musste der Sattel leicht geändert werden, was bei guten Maßsätteln möglich ist. Sie hat also zu Anfang zugegebenermaßen recht viel Geld ausgegeben, aber langfristig gesehen GEld gespart. Sie ärgert sich bis heute über die teuren Umwege, die sie gemacht hat, denn bei jedem Sattelverkauf hat sie eine Menge Geld verloren.

Ich habe mir an ihr ein Beispiel genommen und meinem Pferd sofort einen Maßsattel spendiert. Der Sattel ist zwar kein englischer Sattel, obwohl ich englisch reite, sondern ein Wanderreitssattel. Er kann geändert werden, wenn das Pferd sich ändert.

Was ich damit sagen will: Billig einkaufen, kann verdammt teuer sein.

Meine Putzsachen etc... sind allerdings billig. Zwei Magic Brushbrüsten, 1 Furminator. Fertig.
Man muss einfach wissen, wo man sparen kann und wo nicht. Am Sattel würde ich nie sparen. Das ist letztlich immer teuer.

Teuer bedeutet normalerweise bessere Qualität und gerade bei Ledersachen merkt man meiner Meinung nach doch sehr deutlich den Unterschied. 

Billig ist zudem in der regel auch günstig produziert - irgendwie muss man ja auf den günstigen Verkaufspreis kommen - und auch hier ist es so, dass es da gerade bei Leder deutliche Unterschiede in der Bearbeitung des Leders gibt. Mir hat mal ein Reitzubehör-Händler von einer Kollegin erzählt, die eine Quecksilberallergie bekommen hat durch die Ware, die sie verkauft hat. 

Wie bereits erwähnt worden ist, wenn der Sattel passt, kann er auch günstiger sein, ein teurer Sattel bedeutet nicht automatisch, dass er er passt. Und nicht passen ist definitv schlecht. 

Ob der 1000 Euro Sattel, den du dir ausgesucht hast, auch wirklich langlebiger ist, kann dir wahrscheinlich am besten einer beantwortet, der einen Sattel der gleichen Marke hat. Ansonsten musst du dir die Verarbeitung des Sattels anschauen bzw. aus welchem Material er ist. Anschauen würde ich mir auch, inwieweit der Sattel "längerfristig" anpassbar ist. Dann ist es vielleicht auch besser, einen etwas teureren Sattel zu kaufen, der sich verschiedene Male anpassen lässt, als einen, wo man im Vorfeld schon weiß, dass es nicht so häufig oder nur eingeschränkt anpassbar ist. Ich reite Western, daher kenn ich mich mit englischen Sätteln nicht so aus, aber wie gesagt, dass wären so Dinge, nach denen ich mich erkundigen würde.

Ansonsten habe ich meine Ausrüstung (mittlerweile :-)) nach Funktionalität ausgesucht. Ganz am Anfang habe ich - teilweise wirklich nutzlose - Dinge gekauft, weil mir noch nicht klar war, woran ich Qualität erkenne. Allerdings merkt man das ganz schnell, wenn man mal was "Gutes" hatte und dann wieder was "minderwertigeres, aber hübsches" zwischen die Finger kriegt.

Ganz schlimm finde ich auch diese labbrigen Stallhalfter für ein paar Euro und billige Führstricke. Da gebe ich durchaus auch etwas mehr aus. Wobei ich mich da auch noch im Bereich "Funktionalität" und nicht im Bereich "Bling Bling" bewege.

Sparen kann man meiner Meinung nach bei oder an den Dingen, die man eigentlich nicht wirklich braucht. Wenn ich lese, wie viele Schabracken, dazu passende Bandagen, Fliegenhäubchen etc. die Leute teilweise haben, frage ich mich, ob sie reiten oder nur ein "Modestatement" abgeben wollen :-) 

Putzsachen habe ich auch mehr die Bürsten, die ich auch zum Putzen verwende und nicht zig Schmuse-Kopf-Glanz-Bürstchen, die ich eh nicht brauche. 

Zaumzeug und Gebiss sollten auf alle Fälle gut verarbeitet sein; beim Gebiss wähle ich eines, von dem ich weiß, dass mein Pferdchen damit gut läuft. Beim Zaumzeug habe ich ein relativ schlichtes ausgewählt, ohne viel Bling-Bling oder andere Zierelemente. Wichtig ist mir noch, dass z.B. alle Metallteile gut verarbeitet und nicht scharfkantig sind. 

Spartips:

Grundsätzlich keine Trensen (Gebisse) aus China kaufen, hier nur Markenhersteller, wobei es davon sehr viele gibt und wer die Wahl hat, hat auch die Qual. Trust ist gerade am Kommen.

Lederartikel nicht aus zweifelhafter Quelle (das kann man riechen), mein Favorit ist Busse, kostet die Hälfte von Passier und ist auch noch gleich und/oder besser und dem Sattler kann man auch mal sagen, dass er auf dem Teppich bleiben soll.

Ein Jorge Canaves Sattel ist eine sehr gute Alternative zu den teuren Marken und auch da, einen sehr guten gebrauchten Markensattel bekommt man überall und der Sattler macht den Rest klar.

Textilien nicht aus Kinderproduktion, wobei das sehr schwer beurteilbar ist. Sparen kann man immer zum Saisonende und wenn man statt im Krämerladen auch mal andere Shops besucht, kann man Geld sparen.

Im Laden lohnt es immer nach Rabatt zu fragen, kommt aber auf die Art an wie man fragt.

Bei Tedi oder im 1EUR-Shop kann man sehr billig mal Bürsten kaufen, Putzlappen und vieles andere Brauchbares Zeugs. Putzkoffer gibt es im Nicht-Reitladen weitaus günstiger.

Billige Reitstiefel die lange halten ist Glücksache, aber meine Waldhausen-Stiefeletten habe ich jetzt schon 10 Jahre. Cavallo ist bei mir nach 4 Monaten kaputtgegangen und Felix Bühler nach dem 10. Mal anziehen.

Dann ist die Jahreszeit zu beachten, im Herbst kann man (ich nicht) schon mal ne Reithose von Pikeur für 25 EUR kaufen, wobei nicht nachgewiesen ist, dass eine Nonamereithose nicht schlechter ist.

Schabracken und Abschwitzdecken kaufe ich nur Noname, soweit ich die Qualität als Oke beurteilen kann.

Es gibt Onlineshops in Polen, Italien, Österreich, Niederlande. Es lohnt sich diese auch mal anzusehen und Seriös sind sie alle. Außerdem haben auch andere Shops ein Treue-Rabattsystem.

Zuletzt auf einer Pferdemesse und auch da kann man den Mund aufmachen und den Preis verhandeln.

Gibt es noch Ridersdeal und Netto.

Leckerlis von AgroFood. Kosten wenig und sind sehr gut.

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