Womit sollte man bei einer Haussanierung beginnen?

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7 Antworten

Eine Optimierung der Heizanlage bringt in der Regel am meisten Einsparung. Heizkessel sind oft völlig überdimensioniert und laufen deshalb im unwirtschaftlichen Teillastbetrieb. Ein hydraulischer Abgleich, eine Anpassung der Vorlauftemperatur an die Außentemperatur (Heizkurve) und längere Taktzeiten sorgen für Einsparungen.

Die Peripherie sollte auf möglichst viel Wärmestrahlung umgestellt werden. Dazu bieten sich hydraulische Heizleisten an oder mit etwas weniger Wirkung werden die Heizkörper unter den Fenstern gegen Plattenheizkörper Typ 10 ausgetauscht. Die benötigen jedoch eine größere Fläche (schlechter: eine höhere Vorlauftemperatur), um die gleiche Heizleistung zu erhalten.

Wärmestrahlung erwärmt direkt Oberflächen und lässt Luft kühler. Durch warme Innenwandoberflächen wird Kondensat vermieden, die Wände trocknen aus und erhalten ihren urspründlichen Dämmwert zurück, der durch jahrelange konvektive Beheizung und damit verbundene Auffeuchtung verloren gegangen ist. Eine Wärmedämmung würde die Entfeuchtung behinderen, bzw. durch Taupunktprobleme Feuchtigkeit wieder in die Wand einbringen.

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Pauschale Empfehlungen sind da schwierig, denn jedes Haus ist anders und entsprechend sind auch jeweils andere Sanierungsmaßnahmen empfehlenswert. Gut, dass ihr mit einem Energieberater startet. Der kann nach der Bausubstanz schauen und dann empfehlen, mit welchen Sanierungsmaßnahmen ihr am meisten sparen könnt und welche Reihenfolge sinnvoll ist. Vorher könntest du schon eine Bestandsaufnahme machen: wie alt ist die Heizung, wie sind Dach/Fassade aufgebaut, wann und was wurde zuletzt gemacht/saniert, Baupläne raussuchen etc. Das erleichtert dem Energieberater die Arbeit und du kannst besser mitsprechen. Ein paar Infos zur Sanierungsplanung findest du auch hier http://www.energie-fachberater.de/touren/tour-fuer-hausbesitzer.php

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Vielen lieben Dank für die Antworten soweit ;)

Besonders an Schlauberger303 für die tolle ausführliche Antwort.

Also das Gebäude ist nicht unterkellert,, weder bei mir noch bei den Nachbarn in der anderen DHH. Das Dachgeschoss hat einen nicht genutzten Dachboden. Ob eine Zwischensparrendämmung möglich ist, muss ich noch herausfinden. Wärmebrücken möchte ich eigentlich nicht, da ja besonders in den Ecken zu Schimmelgefahr kommen kann.

Kann eine Kombination aus Zwischen-/und Untersparrendämmung das Risiko minimiert oder ausgeschaltet werden?

Fenster wurden mir daher geraten, das es vom baulichen Hergang günstiger wäre, falls eine Einblassdämmung in die Hohlschicht erfolgen würde, wenn die Fenster nach dem Einblasen nicht mehr gemacht werden müssten, falls rieselfähiges Dämmmaterial genommen wird und die Fenster versetzt werden müssten.

Die Doppelhaushälfte liegt hinter einem Zugangsweg, also ein kleiner schmaler Fußweg zur Haustür hin, somit wird vermutlich am günstigsten die Einblassdämmung sein.

Habe mit einer Firma gesprochen, die sich am Freitag das ganze erstmal unverbindlich anguckt, kostet auch nichts und dann mal paar Vorschläge von günstig bis best möglich (vermutlich teuer) mit mir durchgeht.

MfG,

Goonion

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Kommentar von Schlauberger303
15.01.2014, 12:29

Eine nachträgliche Dämmung am Boden ist natürlich auch vom Erdgeschoss aus machbar. Ob das vom Aufwand her gegenüber dem Ist-Zustand überhaupt lohnt wird nur der Energieberater oder eine andere fachkundige und unabhängige Person klären können.

Wärmebrücken bei reiner Zwischensparrendämmung sind in Bezug auf Schimmelrisiko meiner Meinung nach nicht allzu kritisch, es geht mehr um den dadurch immernoch hohen Energieverlust. Aber eigentlich gibt es da nicht viel zu überlegen, denn unter Zwischensparrendämmung und Dampfbremse muss ohnehin eine Lattung, auf die dann die Wandverkleidung kommt. Wählt man die Latten etwas stärker, kann man dazischen seine Untersparrendämmung einsetzen, ohne Platz zu verlieren. Zu beachten ist, dass es für die Untersparrendämmung, die ja gegenüber dem Dachgeschoss nicht abgesperrt ist, eine Maximalstärke in Abhängigkeit von der überliegenden Zwischensparrendämmung gilt. Genauso hier: die genauen Werte gibt der Energieberater vor.

Oder alternativ, wie schon erwähnt, die Dämmung auch wieder nebst Dampfsperre am Boden des Dachbodens anbringen. Dann heizt du nicht unnötig das Dachbodenvolumen mit, dafür ist es nicht so vorteilhaft, wenn man ggf. später den Dachboden noch ausbauen will.

Das Thema wird dich ohnehin noch ein paar Tage beschäftigen. Mach dich mit den Möglichkeiten und Kosten vertraut und hole am Besten mehrere Meinungen ein. Ich meine der Baustoffhandel führt auch kostenlose Beratungen eben auf Basis seiner angebotenen Produkte durch. Mit Rücksicht auf die Tatsache, dass die dir natürlich was verkaufen wollen, kann man das ja mal annehmen

Wenn man jede auch nur ein bisschen relevante Komponente "Bestmöglich" energetisch sanieren lassen möchte muss man doch sehr tief in die Tasche greifen :) Aber ein gutes und bezahlbares Mittelmaß lässt sich bei den Hausdaten bestimmt finden.

Gutes Gelingen

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Auch ohne genauere Angaben deinerseits probiere ich es mal.

Keller: Was im Falle eines unbeheizten Kellers eigentlich fast immer gehen sollte die eine Kellerdeckendämmung. Die ist verhältnismäßig günstig udn kann recht einfach selber realisiert werden. In dem Zuge kann man ggf auch durch den Keller verlaufende Heizungsrohre mitisolieren. Laternativ geht natürlich auch die Dämmung vom Erdgeschoss aus, ist aber aufwänder und teurer.

Fassade: Wenn mit Einblasmaterial die gewünschte Dämmwirkung erzielt werden kann ist das super. Dann dann antfallen sämtlich sonstigen zu bedenkenden Dinge wie das Versetzen der Fenster oder Änderungen am Dachüberstand.

Ansonsten gibt es grundsätzlich die WDVS-Methode (Polystyrolplatten, meist dann verputzt) oder VHF (Meist Mineralwolle und gewissen Abstand dazu die vorgehängte Fassade). Ersteres ist billiger von Firmen durchgeführt billiger, weil da nicht so viele Arbeitsstunden reingehen. Aus Brandschutz- und Umweltaspekten finde ich persönlich die VHF (Vorgehängte hinterlüftete Fassade aber besser).

Fenster: Moderne Fenster sollen viel Ersparnis bringen, bei dem ein oder Anderen, wo die Dämmwerte von Fenster und Wand sich zu stark unterscheiden, aber auch Ärger. Kodenswasser fällt dann primär im Grenzbereich aus und kann mit etwas Pech zu Schimmel führen. 80 Jahre altes Haus und modernste 3fach-verglaste Fenster vertragen sich zumindest auf Dauer vermutlich nicht so gut. Zu beachten ist, dass, wenn eine außen aufbrachte Wärmesämmung aussteht, die Fenster eventuell bis an die alte Fassadenvorderkante gesetzt werden sollten, damit keine ewig tiefen Löcher entstehen. Damit verbunden ist dann aber auch , dass das mit den Rolläden so wie gehabt dann nicht mehr klappt. Das wird in der Summe nicht ganz billig, auch wenn neue Fenster selber im Verhältnis zum Einsparpotential interessant sind.

Dach: Gewonnen hast du, wenn sich das Dach lediglich über einen (ungenutzen) Dachboden zieht. Dann kannst du nämlich die Dachbodendecke dämmen, was ebenfalls sehr kostengünstig und einfach selber möglich ist. Muss das Dach selber gedämmt werden ist das eine Wissenschaft für sich.

Zwischensparrendämmung ist nicht allzu kompliziert, gibt aber Wärmebrücken. Eine Kombination aus Zwischen- und Untersparrendämmung ist da besser. Ist das Dach sehr alt und verfügt noch über keine Unterspannbahn besteht bei Ziegelschaden das Risiko, dass Nässe die Dämmung von der Dachseite aus zerstört. In dem Fall ggf. über einen kompletten Neuaufbau des Daches nachdenken.

Auch zu beachten ist in Bezug auf eine eventuelle spätere Fasseadensämmung der Dachüberstand. Ist der für eine außen aufgebrachte Dämmung zu klein muss verlängert werden. Auch dann ist wohl ein Neuaufbau fällig, allein schon wegen der Ziegeln, die dann fehlen.

Zieht sich das Dach über ein bewohntes Geschoss, welches nicht zerstört werden soll, kann auch von außen mit einer Aufsparrendämmung gearbeitet werden. Ist wiederum ggf. mit Zwischensparrendämmung kombinierbar und leider recht teuer.

Heizung: Die Heizung gehört eher an den Schluss - zumindest wenn umfangreichere Maßnahme in absehbarer Zukunft vorgesehen sind. Dann je energieeffizienter das Haus wird, desto kleiner kann die ganze Anlage dimensioniert werden. Systeme gibt es inzwischen ohne Ende, für ein recht gut gedämmtes EFH würde ich bei vorhandenem Gas in der Straße wahrscheinlich eine Gasbrennwertheizung wählen. Ggf. müssen alte Heizkörper ersetzt und aus den Nischen unter den Fenstern rausgeholt werden (schlechter gedämmte Bereiche -> viel Verlust)

Zur eigentlichen Frage:

Es kommt auf das Geld und das Haus an. Wenn die Kellerdecke sowie der Boden des Dachbodens Sinn machen würde ich dort ansetzen, weil es eben die günstigsten Positionen sind. Zwischen- und Untersparrendämmung könnte aber, vorhandene Unterspannbahn vorrausgesetzt, auch noch interessant sein.

Bei den Fenstern wäre Rat einzuholen, inwieweit eine Einblasdämmung in der Fassade und moderne Fenster zusammenpassen. Wenn das passt ist das natürlich auch ein interessanter Posten.

Ich hoffe ein ganz klein wenig Licht ins Dunkel gebracht zu haben.

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Die DHH hat ne Wohnfläche von 120qm².

Bauweise massiv in Klinkerbauweise zweischaliges Mauerwerk. Mit Hohlraum. Größe noch nicht bekannt. Gebaut wurde das Doppelhaus im November 1988. Dach liegt unter einem ausgebauten Dachboden.

Handwerkliches Geschick ist nicht vorhanden.

Zur Verfügung stehen ca. 15.000 Euro. + Ggf. 50.000 KfW Mittel nach Programm 152.

MfG,

Goonion

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Kommentar von Schlauberger303
14.01.2014, 23:50

Hab ja jetzt voreilig schon Einiges geschrieben. Einblasdämmung - ich vermute mal deutlich günstiger wie eine neue Fassade - vorrausgesetzt könntest du mit 65000 für Alles (Keller, Fassade, Fenster, Dach (keine Aufsparrendämmung, die kommt recht teuer) und Heizung) gerade so hinkommen (Schätzung eines Laien) :)

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Die Frage beschäftigt mich in letzter Zeit auch - leider muss man wohl sagen: "es kommt darauf an ..."

  • Wie groß ist die DHH wohnflächenmäßig
  • Auf welchen Stand ist sie zur Zeit energetisch gesehen (Bauweise Wand / Dach, Alter Fenster, Heizung)
  • Ist eigenes handwerkliches Geschick vorhanden?
  • Wieviel Geld, wenn jetzt nicht allzuviel, wir in Zukunft bereitstehen? Oder ist nach den ersten Maßnahmen erstmal Baustopp?
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Ein Fensterbauer hat dir geraten, die Fenster auszutauschen, verwunderlich :-)

Es gibt ja nicht nur Einblasdämmung (falls man die dort überhaupt machen kann), sondern auch WDVS.

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